Privatfeuerwehr vs. städtische Berufsfeuerwehr

Seit langem schon geht ein Schreckgespenst durch die deutsche Feuerwehrwelt, die Privatfeuerwehr. Angeregt durch die Diskussion auf feuerwehr.de bin ich über die Frage gestolpert, ob eine Privatfeuerwehr überhaupt kostengünstiger wie eine städtische Berufsfeuerwehr sein kann. Daher mal ein Gedankenspiel, was ich als Unternehmer eine Privatfeuerwehr machen würde.

Bekommen Deutsche Berufsfeuerwehren bald Konkurrenz?

Bekommen deutsche Berufsfeuerwehren bald Konkurrenz?

Zuerst muss man sich die Frage stellen, wo und wie man überhaupt preiswerter als die städtische Feuerwehr sein kann. Schaut man sich die Jahresberichte von Berufsfeuerwehren an, so sieht man, dass der größte Anteil die Personalkosten sind. Aus dem Bauch heraus macht das um die 80% der Ausgaben aus. Wenn ich als Feuerwehrunternehmer also günstiger sein möchte als die aktuelle Feuerwehr, habe ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich zahle für meine Mannen weniger, oder ich hole aus ihnen mehr raus. Ziel sollte es daher sein, die Personalkosten zu optimieren und die Arbeitskraft zu steigern.

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Geschäftsbereich Rettungsdienst & Krankentransport

Eigenes Personal für den Rettungsdienst, kann Personalkosten sparen.

Eigenes Personal für den Rettungsdienst, kann Personalkosten sparen.

Im ersten Schritt würde ich daher den Rettungsdienst in einen eigenen Geschäftsbereich packen und aus der Feuerwehr heraus lösen. Dort würde ich nur noch reines Rettungsdienstpersonal einstellen und auf die Mindestqualifikation herunterfahren die vom Gesetz bzw. dem Kunden gefordert wird. In Bayern würde das bedeuten: Auf einem RTW nur noch ein Rettungsassistent, der Kollege maximal Rettungsdiensthelfer, auf dem KTW ist ein Rettungssanitäter mit Rettungsdiensthelfer das Höchste der Gefühle. Als Unternehmer hätte ich dadurch Mitarbeiter die weniger Ausbildung benötigen und dadurch auch weniger Gehalt bekommen. Zudem hätte ich durch die geringeren Anforderungen auch eine größere Auswahl an Personal, weil RA, RS und RDHler springen halt mehr rum, wie fertig ausgebildeten Feuerwehrler in der Qualifikationsebene 2 die in der Regel mindesten RS und eine komplette Feuerwehrausbildung haben.

Geschäftsbereich Feuerwehrdienstleistung

Kommen wir nun zum Kerngeschäft der Feuerwehr. Hier ist es erstmal wichtig Mitarbeiter so viel wie möglich in der Wache zu haben, damit sie möglichst viel arbeiten können. Natürlich hängt das vom Geschäftsmodell ab, aber ich gehe mal davon aus, dass einmal ein pauschaler Grundbetrag pro Jahr für das Feuerwehrunternehmen gezahlt wird und dann noch eine geringe Abrechnung pro Einsatz dazu kommt. Daher würde ich die Alarm- und Ausrückeordnung überdenken und möglichst wenig Personal an der Einsatzstelle binden. Klar beim Wohnungsbrand und Verkehrsunfall orientiert man sich an den Standards, aber so Sachen wir First-Responder, Türöffnung oder Anforderung der Drehleiter für den Rettungsdienst kann man von Personalaufwand optimieren. Statt einem kompletten HLF kann man zu einem First-Responder Einsatz auch einen Klein-PKW  mit 1-2 Mann auf die Straße schicken. Türöffnungen ebenfalls, und zur Ableiterung nur noch eine Drehleiter mit drei Feuerwehrangehörigen.

Im Ausland gibt es Unternehmen die Feuerwehr- und Rettungsdienstleistungen anbieten

Im Ausland gibt es Unternehmen die Feuerwehr- und Rettungsdienstleistungen anbieten

Nun was macht man aber mit den Kollegen auf der Wache? Grundsätzlich würde ich die Ruhezeiten abschaffen. Das heißt es wird beispielsweise von 8:00 bis 17:00 gearbeitet und dann gehts ab nach Hause. Natürlich machen die Kollegen dann keine 24 Stunden Schichten mehr, sondern haben nur noch acht Stunden Arbeitszeit, dafür sind sie während dieser Zeit aber auch komplett durchbeschäftigt. Wenn die Mitarbeiter mit reiner Feuerwehrarbeit nicht ausgelastet sind, kann die Arbeitskraft auch anderweitig verkaufen. Entweder übernehme ich Aufgaben für die umliegenden Feuerwehren (Atemschutz, Schlauchwerkstatt, etc.), mache feuerwehrfremde Arbeiten (Werkstatt, Hausmeisterservice, Fahrzeugreinigung, etc.) oder biete Dienstleistungen an bei denen ich nicht vor Ort sein muss (Projektarbeit übers Internet, Planungsaufgaben, etc.).

Damit hätte ich als Unternehmen den Vorteil, dass ich jederzeit ausrücken kann, falls aber kein Einsatz ist, kommt trotzdem Geld durch Dienstleistungsarbeit ins Haus.

Geschäftsbereich Zentrale Dienste

Alle nicht zeitkritischen Funktionen in der Feuerwehr würde ich in einem eigenen Geschäftsbereich zentralisieren. Fahrzeugbeschaffung, Kleiderkammer, Sicherheitswachen, vorbeugender Brandschutz, Gefahrenabwehrpläne, Einsatzplanung und so weiter und so fort. Dafür brauche ich nicht in jeder Feuerwehr die gleichen Jobs, sondern lasse diese durch zentrale Geschäftsstellen erledigen. Somit hat man keine parallelen Strukturen und muss auch nicht ständig das Rad neu erfinden, so gibt es beispielsweise für alle ein Standard Löschfahrzeug und Standard Schutzkleidung.

Was man auch nicht vergessen darf. Als Privatunternehmern hat man keine Beamten im Dienst sondern gewöhnliche Angestellte. Das heißt ich kann hier nach dem Leistungsprinzip zahlen, mich von Mitarbeitern trennen die nicht die Erwartungen erfüllen oder besonders gute Mitarbeiter mit Mehrgehalt locken.

Die andere Seite der Medaille

Die von mir aufgezählten Punkte sind natürlich nicht alle positiv und in vielen Bereichen bedeutet dies ein massives Umdenken. Und selbstverständlichen gibt es bei Privatfeuerwehr auch nicht zu unerschätzende Risiken.  Es sind nun mal Wirtschaftsunternehmen bei denen der Gewinn im Vordergrund steht. Wenn es schlecht läuft kann so ein Betrieb auch mal Pleite gehen und man steht als Stadt da und hat plötzlich keinen Feuerwehrdienstleister mehr. Auch kann es zu Preissteigerungen kommen die dann auch wieder von der Stadt getragen werden müssen. Zudem ist muss man die bestehenden Beamten im Feuerwehrtechnischen ja auch weiter beschäftigen.

Was heißt das jetzt?

Bei kleinen Werkfeuerwehren sind feuerwehrfremde Arbeiten während der Dienstzeit normal

Bei kleinen Werkfeuerwehren sind feuerwehrfremde Arbeiten während der Dienstzeit normal

Die Brandschutzwelt wird sich die nächsten Jahrzehnte massiv in Deutschland verändern. Nicht zuletzt hat das mit Veränderungen zu tun die unsere gesamte Gesellschaft betrifft. Hohe Schuldenberge, schrumpfende Bevölkerungszahlen und andere Nationen die uns Deutschen massiv konkurrenz machen, werden uns vor neue Herausforderungen stellen.

Daher ist es wichtig, dass man sich als Feuerwehr jetzt auf die Zukunft vorbereitet und auch mögliche Szenarien durchdenkt um sich strategisch darauf vorzubereiten. Es bringt nichts die Privatfeuerwehr zu verteufeln, sondern man muss sich hinsetzen, überlegen wo private Anbieter besser sind und genau in diesen Bereichen aufholen. Um so bessere man auf einen möglichen Markteintritt von privaten Wettbewerbern vorbereitet ist, um so höher sind die Chancen zu überleben. Verlieren werden die Feuerwehren, die sich nicht ändern und an alten Zeiten festhalten wollen. Genau hier wird nämlich der finanzielle Vorteil einer Privatfeuerwehr am größten sein und somit auch die Gefahr von eben dieser abgelöst zu werden.

Die ursprüngliche Diskussionen zu dem Thema könnt ihr übrigens hier auf feuerwehr.de nachlesen.

Private Feuerwehranbieter sind...

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Wie ist Eure Meinung zu privaten Anbietern im Feuerwehrbereich? Haben sie wirklich Vorteile gegenüber städtischen Feuerwehren oder ist das nur Schönheitsoperation um den städtischen Haushalt aufzuhübschen?

49 Kommentare zu Privatfeuerwehr vs. städtische Berufsfeuerwehr

  1. hi,
    ganz klar es ist die größe und beste möglichkeite für das Feuerwehrwesen
    entlich mal produktiv und wirtschaftlich zu werden.

    In der Feuerwehr gehört schon lange ein 3 Schichtsystem eingeführt. Zudem der Beamten-Status abgeschafft.

    Gruß

  2. wenn man den beamtenstatus abschaffen würde und dann leistungsgerechter im 3 schicht-system arbeiten würde, würden einige kosten entfallen und die hohen pensionansprüche entfallen. nicht mehr diensttaugliche leute müssen auch so nicht mehr im „teuren“ feuerwehrdienst verbleiben.

  3. Nein ein Unternehmen das auf Gewinn Ausgerichtet ist sollte nicht in einem Bereich Verantwortlich sein in dem es eben nicht um Gewinne sondern um die Dienstleistung am Menschen und der Gesellschaft gehen sollte.

    „nicht mehr diensttaugliche leute müssen auch so nicht mehr im “teuren” feuerwehrdienst verbleiben.“

    Ja lassen wir die Leute sich im Feuerwehrdienst kaputt arbeiten und wenn sie dann z.b durch dein Einsatz im Rettungsdienst irgend wann Rücken bekommen setzen wir sie auf die Straße.
    Wir haben ja auch so schon kein Problem das Leute über 45 sich gar nicht mehr Bewerben brauchen…

  4. Wer von den Vorrednern arbeitet denn bei einer Berufsfeuerwehr und kann den Dienst dort beurteilen?

    Anscheinend ist euch nicht klar, was für einen erhöhten Personalaufwand ein echter 3-Schichtdienst mit sich bringt.
    Übrigens, nicht mehr diensttaugliche Kollegen verbleiben nicht im teuren Feuerwehrdienst, die werden in Frühpension geschickt. Und das mit gehörigen Abzügen.

  5. Moin.

    Wenn die Feuerwehr tatsächlich irgendwann privatisiert werden sollte kann der derzeitige Schutz nie und nimmer gehalten werden. In den Großstädten sehe ich da nicht mal die Probleme, sondern auf dem Land und in kleineren Städten. Dort sind die Einsatzzahlen doch viel zu gering um ein ausreichend dichtes Netz von Wachen zu unterhalten. Dann haben wir am Ende Zustände wie in so manch anderem Land in Europa wo man dann halt mal 30-45min auf die Feuerwehr warten darf. Großes Kino.

    Nächstes Problem wären die personalintensiven Einsätze, z.B. Waldbrände. Wo sollen bei einer auf ein absolutes Mindestmaß zusammengestutzten Feuerwehr die Leute auch herkommen.

    Ne, flächendeckende Privatisierung der Feuerwehr wäre eine Katastrophe.

    Wirkliche Chancen sehe ich dadurch nicht.

    Gruß

  6. Der größte Schwachsinn überhaupt.

    1. Diese Beamten haben einen Anspruch auf das Beamtenverhältnis! Sie rackern sich den Arsch ab für unsrere Sicherheit und da könnten wir ein wenig Dankbarkeit zeigen. Je besser sie ausgebildet sind desto minimaler is das Risiko, dass sie schwerwiegend verletzt werden.

    2. Wer denkt man sollte mit solchen Organisationen rein wirtschaftlich arbeiten gehört nich nach Deutschland. Sie kümmern sich um unsere Sicherheit vergesst dass nicht! Und mit sowas sollte man nich sparsam umgehn.,

    3. Die Männer und Frauen bekommen schon sowieso wenig geld dafür, dass sie ihm Ernstfall ihr Leben für uns lassen und noch weniger geht fast kaum.

    Echt wer so denkt is krank einfach nur krank und solche Leute kann ich nich ausstehn!

  7. Daniel (BF) // 2. Mai 2011 um 16:25 // Antworten

    „Nun was macht man aber mit den Kollegen auf der Wache? Grundsätzlich würde ich die Ruhezeiten abschaffen. Das heißt es wird beispielsweise von 8:00 bis 17:00 gearbeitet und dann gehts ab nach Hause. Natürlich machen die Kollegen dann keine 24 Stunden Schichten mehr, sondern haben nur noch acht Stunden Arbeitszeit, dafür sind sie während dieser Zeit aber auch komplett durchbeschäftigt.“

    Hey, Florian!

    Anscheinend hast Du wirklich keine Ahnung, was so in einer Dienstschicht bei deutschen Berufsfeuerwehren so gemacht wird. Arbeitsdienst in Werkstätten und Sachgebietsbüros ist dort normal und nimmt einen großen Teil des Dienstablaufs ein. Dazu kommen Ausbildungen und Dienstsport. Anscheinend denken hier wieder einige, dass wir nur auf der Wache sitzen, Kaffee trinken und auf einen Gong warten.

    Wir füllen unsere Dienstzeiten sehr gut mit Arbeiten aus. Und wenn Du mal überlegst, was für Personalzahlen du bei einem 3-Schichtsystem benötigst um alle Funktionen besetzen zu können, dann wirst Du sehen, wie teuer das für die jeweiligen Gemeinden werden würde. Bereitschaftszeitanteile sind notwendig und auch gesetzlich vorgeschrieben wenn die Wochenarbeitszeit so hoch ist wie in unserem Falle.

    Gruß,

    Daniel

  8. Ich denke unser Problem fängt ganz woanders an.
    Der Abgleich zwischen Beamten und Freiwilligen ist viel zu hoch gehängt.
    Eine Freiwillige Feuerwehr macht doch letztlich den gleichen Job wie eine Berufsfeuerwehr.
    Den Leuten wird geholfen egal wer kommt.
    Maßstab sollte die Qualität sein. Es gibt ein zu hohes Gefälle in der Ausbildung und Ausstattung in Deutschland. Fakt ist alle wollen helfen, die Frage ist nur wie.

    Durch unsere Historisch gewachsenen Strukturen, werden in Zukunft nicht mehr Darstellbar sein.

    Also muss man über den Tellerand im Ausland sehen.
    Beispiel Holland. Größe eines Ortes von ca. 20.000 Einwohner.
    Ungefähr 5 bis 10 Hauptamtliche. Die Hauptamtlichen arbeiten im Verbeugenden Brandschutz. Organisieren Brandschauen / Planen Fahrzeuge / Sind Einsatzleiter vor Ort.
    Dazu 60 Freiwillige bezahlte Kräfte.

    Beispiel England Southampton.
    Wache mit Hauptamtlichen und Freiwilligen.
    Ausrückezeit im Durchschnitt der Hauptamtlichen unter einer Minute.
    Der Freiwilligen liegt im Durchschnitt bei 3 – 4 Minuten. Jeweils mit 1/3 besetzt.

    Durch Gespräche mit den Freiwilligen vor Ort ergeben sich auch Nachteile des Systems.

    Freiwillige Feuerwehr wird als Arbeitsplatz ( Nebenjob ) gesehen. Keine Kameradschaft und oft auch wenig Motivation mehr zu machen als nötig.

    Fakt ist, es gibt keine Patentlösung.
    Von beiden Seiten muss an neuen Lösungen gearbeitet werden. Nicht nur Hauptamtliche sind gefragt. Auch Institutionen wie Feuerwehrverbände, Feuerwehrschulen und Ministerien müssen dichter zusammenarbeiten und Verknüpfungen schaffen.

    Wichtig sind neue Ideen und System die in der Fläche umsetzbar sind.

    Ausbildungen müssen auf einen Standart gebracht werden. Fahrzeugbeschaffungen müssen besser geplant werden und innerhalb eines Landkreises zusammengelegt werden.
    Vergütungen für Freiwillige Kräfte. Möglichkeiten wären hier Zusatzrenten oder Steuervergünstigungen etc.
    Der Anreiz zur Feuerwehr zu gehen muss höher gesetzt werden.
    Spezialisierungen auf Standort Ebene. Das bedeutet jeder macht Feuer aus, aber zusätzliche Optionen als GSG Spezialeinheit. Technische Rettung etc.

  9. Hallo,

    Privatfeuerwehr/ Feuerwehrdienstleister (definiert als Dienstleistungsfeuerwehr gemäß VdS2034) gibt es seit langem, zur Zeit weit über 40 Anbieter in Deutschland . Das Dienstleistungsfeuerwehren/ Feuerwehrdienstleister konkurrenzfähig sind, zeigt die Tatsache das gerade viele Werkfeuerwehren mittlerweile von Dienstleistern gestellt werden (Beispiel, siehe letzte Ausgabe? Feuerwehr Magazin, Werkfeuerwehr Pirelli).

    Ferner findet man verstärkt in letzter Zeit zunehmend Ausschreibungen der öffentlichen Hand für Feuerwehrdienstleistungen (im Schwerpunkt Feuersicherheitswachdienst oder Stellung der betrieblichen Feuerwehr für öffentliche Einrichtungen).

    Das die Löhne in diesen Unternehmen relativ niedrig sind, ist unbestritten. Man sollte hierbei aber Bedenken, dass ein Feuerwehrdienstleister immer in der Konkurrenz zu einer FF oder BF steht. Das heißt, möchte ich als Feuerwehrdienstleister z.B. an Aufträge für den Feuersicherheitswachdienst kommen, muss ich mich an den Preisen orientieren die die betreffende FF oder BF für die gleiche Leistung in Rechnung stellen würde. Ähnlich verhält es sich in der Industrie.

    Das Feuerwehrdienstleister in Zukunft eine große Rolle im kommunalen Brandschutz spielen werden, sehe ich nicht. Da sind insgesamt die Probleme mit denen sich das Dienstleistungsfeuerwehrwesen noch „rumschlagen“ muss, zu groß. Das heißt nicht, dass es sie nicht geben wird, es wird aber auch weiterhin eine funktionsfähige FF usw. notwending sein.

    Ob und wann und in welcher Stärke es „Private“ im kommunalen Brandschutz geben wird, wird davon abhängen wie sich die Freiwilligen Feuerwehren insgesamt entwickeln. Geht es weiter wie derzeit, dürfte die Zeit absehbar sein.

    Grüße

  10. Wenn man davon ausgeht das eine Privatfeuerwehr wirklich im 3 Schichten System durcharbeitet und keine Ruhezeiten hat arbeitet sie wirklich effektiver. Bei einer normalen Berufsfeuerwehr wie z.B Bonn ( http://www.bonn.de/umwelt_gesundheit_planen_bauen_wohnen/feuerwehr_und_rettungsdienst/feuerwehr/berufsfeuerwehr/04327/index.html?lang=de ) ist es ja so das nur tagsüber in den Werkstätten gearbeitet wird und 10,5 Stunden des Dienstes als Ruhezeit genutzt werden. Bei einer Privatfeuerwehr mit einem Schichtwechsel alle 8 Stunden wird dann rund um die Uhr in den Werkstätten gearbeitet. Das würde auch bedeuten das die Werkstätten effektiver genutzt werden könnten. Eine Schlauchwaschanlage die rund um die Uhr läuft arbeitet einfach Wirtschaftlicher. Diese wirtschaftliche Umstellung könnte allerdings auch eine „normale“ Berufsfeuerwehr durchführen.

    Ob jetzt irgendwann Städtische Berufsfeuerwehren, Freiwillige Feuerwehren oder Hauptämtliche Kräfte durch Private Dienstleister ersetzt werden hängt von den Örtlichen gegebenheiten ab.

    Dort wo es zum Beispiel eine gut funktionierende Freiwillige Feuerwehr gibt wird ein Dienstleister schwer Fuss fassen können. Ein paar Kilometer weiter kann das ganz anders aussehen. Ich denke da zum Beispiel an List auf Sylt wo es zur Gründung einer Pflichtfeuerwehr kam. Was wäre aber gewesen wenn nicht genug Leute hätten verpflichtet werden können bzw. in so kurzer Zeit auszubilden um den Brandschutz zu gewährleisten?
    Wäre es so unwahrscheinlich das dort kurzfristig eine Privatfeuerwehr verpflichtet worden wäre?

  11. Hallo Daniel,

    ich glaub nich dass ich irgendwas zu den Dienstzeiten gesagt habe.
    mein Kommentar war auf den Artikel bezogen.

    Gruß Flo

  12. Daniel (BF) // 4. Mai 2011 um 8:16 // Antworten

    Hi Flo!

    Dich meinte ich auch nicht, sondern Florian Fastner, den Autor dieses Textes.

  13. Ich bin grundsätzlich nicht gegen private Feuerwehren. Aber ich bin der Meinung, dass es eine Gefahr und ein erhebliches Risiko für die Städte wäre die „Städtischen“ Feuerwehren ab zu schaffen und dafür ein Privatunternehmen ein zu setzen.

    Aber erstmal zu den Seiten wo eine privatfeuerwehr auch meiner Meinung nach sinn macht:

    1. Auf Flughäfen (Flughafenfeuerwehren sind bereits meist privat): Ich habe damit eine Feuerwehr, die ich speziell auf die Anforderungen des Flughafens ausrichten und aufstellen kann.
    Die Normung für Behördliche Feuerwehrfahrzeuge sind für Flughafenanforderungen nicht flexibel genug.

    2. Im industriebereich (Auch heut meißt Private Dienstleister) Genau wie bei der Flughafenfeuerwehr bin ich mit den Anforderungen sehr flexibel Und habe noch den Vorteil dass sich die Feuerwehrleute auf dem relativ kleinen Industriebereich spezialisieren können und die örtlichen Feuerwehren aktiv unterstützen können.

    So jetzt die Kritik die ich an Private Feuerwehren für den Städtischen Bereich sehe:

    1. Wenn ich ein DIenstleister habe ist er ganz klar Gewinnorientiert das heißt es besteht immer das Risiko, dass er seine Gewinnorientierung zu stark drauf auslegt Gewinne zu machen und dabei die Sicherheit seiner Angestellten sowie die Sicherheit der Stadt vernachlässigt.

    2. jedes Privatunternehmen kann insolvent gehen und in so einen Fall wäre es Fatal dass der Insolvenzverwalter, der zu 99% keine Erfahrung mit dem Feuerwehrdienst hat zu viel EInfluss auf entscheidende dinge des Einsatzablaufs nehmen kann.
    Außerdem besteht auch die Gefahr dass die Stadt eine gewisse Zeit im falle einer Insolvenz des Unternehmens ohne Brandschutz da steht.

    3. Wie will ich garantieren, dass der jenige, der eine Privatfeuerwehr gründet auch tatsächlich ein Verständnis für die Feuerwehr hat. Ein fall bei uns im Ort ist: Da gibt es ein Sicherheitsdienst der nebenher auch Brandschutzaufgaben im Industriellen bereich wahrnimmt. Das Problem an der Sache ist: Seine Leute sind auf dem bereich Sicherheitsdienst wirklich top ausgebildet, besitzen jedoch keine Erfahrung und Ausbildung im Feuerwehrwesen.

    4. a): Zuständigkeitsprobleme bei Unterstützung: Ich sehe auch eine ganz große Gefahr in dem Punkt dass der Dienstleister eine Andere Ortsfeuerwehr die zur Unterstützung kommt als Konkurrent ansieht und die Zusammenarbeit dadurch erschwert oder gar unmöglich gemacht wird.
    b): Durch das Konkurrenzdenken kann die Effektivität an der Einsatzstelle extrem leiden.
    es könnte z.B. passieren, dass der Dienstleister sagt: „Das schaffe ich mit meinen Kräften“ übersieht aber den unplanbaren ablauf eines Einsatzes nicht. Und vernachlässigt aus Kostenspargründen die Nachalarmierung ggf. efektiverer oder besser geeigneter Kräfte.

    5. Die Kameradschaft leidet dadrunter: Wenn ich Angst um mein Job haben muss, weil mein Arbeitgeber (Privatfeuerwehr) mich jederzeit im Rahmen der gesetzlichen Fristen kündigen kann, sehe ich automatisch meine Kollegen, mit denen ich Zusammenarbeiten muss und denen ich auch letzten Endes im Ernstfall mein Leben anvertrauen können muss, irgendwie als Konkurrenten um meinen Arbeitsplatz.
    Zusätzlich wird die Kameradschaft noch darunter leiden, dass es möglich ist, dass jeder individuell ein Lohn mit dem Arbeitgeber aushandelt und dadurch Neid auf den anderen entsteht.

  14. Hallo,

    zur Kritik:

    1: muss doch nicht unbedingt Gewinnorientiert sein, wenn es die Möglichkeiten geben würde (z.B. mittels gGmbH). Diese Möglichkeiten gibt es aber derzeit noch nicht.

    2: natürlich kann ein Feuerwehrdienstleister auch insolvent gehen. Gemeinde und Städten können zwar nicht direkt pleite gehen, aber bei entsprechender Finanznot kommt es auch hier zu Einschnitten. War doch bei der Berufsfeuerwehr Hagen? nicht so ein Fall, 60 Berufsfeuerwehrmänner suchen neue Anstellung, aufgrund fehlender leistungsgerechter Bezahlung usw., gab dazu auch mal eine entsprechende Homepage.

    Im übrigen was macht der Rettungsdienst? Der wird größtenteils von Organisationen mit Rechtsformen wie e.V. oder gGmbH betrieben. Auch diese können pleite gehen und trotzdem macht man es.

    3: Das ist keine wirkliche Argumentation, entsprechende Mindesvoraussetzungen etc. kann man per Ausschreibung entsprechend regeln. Die fehlende oder unzureichende Ausbildung im privaten Sektor ist mitunter aber häufig auch der Feuerwehr- Fachwelt geschuldet. Nicht jede Feuerwehrschule lässt Feuerwehrdienstleister zu Lehrgängen zu, sei es weil man es nicht möchte oder weil die Lehrgangskapazitäten knapp sind. Gerade bei kleineren Dienstleistern, wo die Feuerwehrdienstleistung nur ein „Zusatzgeschäft“ ist, wird man dann entsprechende Lücken in der Ausbildung finden.

    4: Zuständigekeitsprobleme, kann man über entsprechende Pläne (z.B. Alarmplan) bereits im Vorfeld regeln.

    5: Na, dann leidet der großteil der deutschen Bevölkerung an Angst um seinen Arbeitsplatz. Ich sehe dies nicht wirklich als ein Argument, auch hier der Verweis auf den Rettungsdienst, funktioniert doch?

    Grüße

  15. Es gibt auch noch eine alternative „Lösung“:
    PPP – Private Public Partnership (dt. Öffentlich-Private Partnerschaft)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Public_Private_Partnership

    Ein Bsp. aus der Bauwirtschaft:
    Der Staat Vergibt eine Autobahn an ein privates Unternehmen. Dieses baut nicht nur die Autobahn sondern ist auch noch für die nächsten 40 Jahre für den Betrieb zuständig. Für das Unternehmen ist es nun natürlich wichtig, dass die Unterhaltkosten niedrig sind, weshalb es die Autobahn hochwertig baut.
    Wenn das alles klappt entsteht eine Win-Win-Situation: Der Staat hat eine hochwertige Autobahn, ohne große Unterhaltskosten. Das Unternehmen hat eine langfristige und rel. sichere Einnahmequelle.

    Dieses Prinzip lässt sich ganz einfach auf die Thematik umlegen.

  16. Hallo Daniel (BF),

    „Arbeitsdienst in Werkstätten und Sachgebietsbüros ist dort normal und nimmt einen großen Teil des Dienstablaufs ein.“

    Das hängt doch stark von dem vorhanden Schichtmodell ab. Bei 12 Stunden Diensten hast Du recht, bei 24 Stunden ist doch ein großer Anteil Bereitschafts-/Ruhezeit. Die Punkte die ich aufgeführt habe sind ja auch nicht eine Forderung an die bestehenden Berufsfeuerwehren, sondern zeigen auf wodurch eine Privatfeuerwehr günstiger sein kann wie eine bisherige städtische Feuerwehr.

    „Anscheinend denken hier wieder einige, dass wir nur auf der Wache sitzen, Kaffee trinken und auf einen Gong warten. “

    Jeder der ernsthaft über das Thema diskutieren möchte, denkt das sicherlich nicht. Aber genauso wie alle Feuerwehrler Alkoholiker sind, sind alle Beamten faul.

    „wie teuer das für die jeweiligen Gemeinden werden würde.“

    Wie im Artikel geschrieben, stelle ich ja nicht nur alleine das Schichtsystem um. Dadurch, dass jetzt die Mitarbeiter durchgehende beschäftigt sind, habe ich als Unternehme ja auch Einnahmen die in reinen Ruhezeiten so nicht anfallen. Von daher wird es m.E. günstiger und nicht teurer.

    „Bereitschaftszeitanteile sind notwendig und auch gesetzlich vorgeschrieben wenn die Wochenarbeitszeit so hoch ist wie in unserem Falle.“

    Natürlich darf ein Unternehmen genau so wenig gegen geltendes Recht verstoßen wie eine Behörde. Aber wenn die Mitarbeiter 8 Stunden arbeiten, brauchen halt nicht so lange Ruhezeiten wie Kollegen die 24 Stunden bei der Feuerwehr rumspringen.

    Wie in allen Berufen gibt es Mitarbeiter die mit Job und Bezahlung zufrieden sind, anderen eben nicht. Allein im meinem Beruf gibt es beim Gehalt Unterschiede um 50 %. Trotzdem macht mir der Job Spaß auch wenn ich nicht das Maximaleinkommen habe. Von daher werden auch private Feuerwehren Mitarbeiter finden die einen tollen Job machen obwohl sie weniger verdienen Vielleicht sind ihnen aber andere Dinge wichtiger die genau dieser Arbeitgeber bietet. Sei es flexiblere oder familienfreundliche Arbeitszeiten, die Ausgliederung der Rettungsdiensttätigkeit oder besser Entwicklungsmöglichkeiten.

    Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, mir ist es nur wichtig, dass man objektiv sich auch mal über Alternativen Gedanken macht.

    Schöne Grüße

    Florian

  17. Hallo Flo

    „1. Diese Beamten haben einen Anspruch auf das Beamtenverhältnis! Sie rackern sich den Arsch ab für unsrere Sicherheit und da könnten wir ein wenig Dankbarkeit zeigen. Je besser sie ausgebildet sind desto minimaler is das Risiko, dass sie schwerwiegend verletzt werden. “

    „3. Die Männer und Frauen bekommen schon sowieso wenig geld dafür, dass sie ihm Ernstfall ihr Leben für uns lassen und noch weniger geht fast kaum.“

    Leider ist viel und wenig sehr subjektiv. Aus diesem Grund gibt es einen Arbeitsmarkt der Angebot und Nachfrage zusammen bringt und sehr schnell zeigt ob da was aus dem Ruder läuft. Nach dem jetzigen Stand ist es so, dass es Berufsfeuerwehranwärter sich hier in Bayern (noch) über den Haufen rennen. Für mich ein Indiz, dass das Berufsbild, die Bezahlung und das Außenrum sehr attraktiv ist.

    Sollte sich das Wandeln (was in manchen Bundesländern und Qualitifkationsebenen schon gemacht wird) wird sich auch die Feuerwehr Gedanken machen müssen wie sie mehr Nachwuchs bekommt. Eine Möglichkeit von vielen könnte sein, mehr Geld. Eine andere die Anforderungen runterzuschrauben.

    Wie das Laufen kann sieht man hier: http://www.feuerwehr-forum.de/f.php?m=677608#677608, Allerdings wird nicht an der Gehaltsschraube gedreht, sondern an der Qualifikation.

    Schöne Grüße

    Florian

  18. Brandmand Florian H. // 9. Mai 2011 um 10:54 // Antworten

    Hallo Kammeraden!

    Bin duch eine andere Feuerwehr-Recherche zufällig auf diese Seite gestossen, und möchte gern von meinen Erfahrungen zu dieser Diskussion beitragen…

    Ich lebe seit fast 5 Jahren in Dänemark, und habe abgesehen von 3 Dingen, dies auch generell nicht bereut!

    Diese 3 Dinge sind: Aktivität als Freiwilliger Feuerwehrmann, Privat-Feuerwehr und Hilfsfristen!!!

    Ich denke, Privatfeuerwehren in Deutschland wären der Gar-Aus, ein MEGA-SUPER-GAU, der absolut grösste, überhaupt vorstellbare Unfall, sowohl für die Bürger als auch die Wehren!!!

    Freiwilligkeit oder Professionalität in den „Feuerwehren“ ist hier in DK, nur ein paar Privilligierten vorbehalten, daher immer Mangel an helfenden Händen!!!
    Die paar Freiwilligen, die es geschafft haben, sich in der Gesellschaft des „Grossfeuerwehr-Konzerns Falck“ zu etablierenn, lechzen nach Aufgaben, weil die „Profis“ mega arrogant, alles an sich reissen und MEINEN, alles besser zu wissen und zu können!!! 1000 mal extremer als deutsche BF´ler… (Bitte nicht all zu negativ auffassen, die meisten könne darüber bestimmt schmunzeln 😉 )

    Die Bürger merken das durch extrem lange Hilfsfristen. Warten auf Hilfe ist hier ein Ausssortieren von Starken und Schwachen —> nur die Starken überleben…

    Und die Ursache ist ganz einfach: ein Privatkonzern will und muss alles alleine machen, muss aber auch wirtschaftlich sein!!!

    Folge: riesen geografische Abstände zwischen den Wachen, kleiner Fuhrpark, geringe Mannschaftsstärke, langes Warten auf Hilfe, die Feuerwehr beginnt oftmals nicht mit Retten, nein, hier wird mit den Nachlöscharbeiten angefangen!!!

    Ich bin mit Leib und Seele Feuerwehrmann, und wenn ich nicht Familie hätte, würde ich evl. nur der Feuerwehr wegen, mich wieder in Deutschland niederlassen!

    Kammeraden: Kämpft für die gemeindliche Feuerwehr! Kämpft für eine gute Arbeit bzw. ein super Hobby! Kämpft für eine öffentliche, bürgernahe Feuerwehr! Kämpft für eine effektive Feuerwehr, wie sie heute existiert und damit für eure eigene Sicherheit!!!

    Mit den kameradschaftlichste Grüssen aus Dänemark,

    Brandmand/=Feuerwehrmann Florian H.

  19. Ist zwar schon ein älterer Beitrag, den ich aber erst heute gelesen habe.

    Ich muß ganz ehrlich sagen, dass ich das Getue um die Privatanbieter und deren Darstellung als die großen Heilsbringer allmählich nicht mehr hören kann. In unserem Landkreis werden die Stimmen immer lauter, die nach FALCK rufen, weil die freiwilligen Feuerwehren ja den Kindern die Kindergartenplätze wegnehmen (weil kein Geld mehr da ist) Selbstverständlich benötigt eine kleine Gemeinde ohne ortsansässige Industrie und Bundesstraße keine HLF 20/16 und auch die ein oder andere Neuausstattung sollte gut überdacht werden. Aber man sollte die Kirche im Dorf lassen.
    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass eine Kommune, die eine eigene BF hat, freiwillig einen Privatanbieter ins Boot holen würde. Zu groß erscheinen mir die Risiken. Die verbeamteten Berufsfeuerwehrler dürfen nicht streiken, Arbeitszeitänderungen sind idR leichter durchsetzbar als in der Privatwirtschaft und auch die Personalkosten sind zunächst geringer, da die Pensionslasten erst in einigen Jahrzehnten anfallen (was ziemlich kurzsichtig gedacht ist). Ein externer Anbieter kann nach 5, 10 oder 15 Jahren sagen, dass er sich aus dem Geschäft zurückzieht, weil… bzw. er bewirbt sich einfach nicht mehr auf die Ausschreibung. Bei einem externen Anbieter hat man keinen direkten Einfluß auf bspw. Fort- und Ausbildung. Und nachdem sich derzeit alle Welt um einen Job bei der BF reißt, schaut es derzeit auch noch gut mit dem „Nachwuchs“ aus.
    Ich könnte mir am ehesten vorstellen, dass ein Privater eher im ländlichen Bereich Chancen hat. Hier halten viele (kleine) Gemeinden eine eigene Feuerwehr vor, die unter Tags häufig grade mal eine Gruppe zusammenbekommt. Außerdem muß die Gemeinde für den Unterhalt und die Beschaffung der Fahrzeuge aufkommen und außerdem „wollen“ die Feuerwehrler ständig neue Ausrüstung haben. Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es viele Kämmerer sympathisch finden könnten, wenn man nicht mehr eine eigene Feuerwehr bezahlen muß, sondern einen Dritten beauftragt, bei dem man einen überschaubaren Kostenrahmen hat. Möglicherweise beteiligen sich auch noch andere Gemeinden und somit teilt man sich die Kosten. Aber wo soll der Stützpunkt sein? In Gemeinde A, B oder C? Wer bezahlt mögliche Sonderausrüstung, die eigentlich nur von einer Gemeinde benötigt wird, aber dann auch bei den anderen Gemeinden eingesetzt wird (Drehleiter)? Wieviel Personal soll vorgehalten werden? Soviel, dass ein mittleres Schadensereignis in jeder Gemeinde abgewickelt werden kann oder nur soviel, dass ein mittleres Schadensereignis im gesamten Zuständigkeitsbereich abgewickelt werden kann?

    Ich befürchte, dass es genauso wie bei den anderen Einsparmaßnahmen im öffentlichen Bereich ablaufen wird. Bei uns muß heute ein RTW den Bereich abdecken, den früher 2 abgedeckt haben. Die Polizei wurde (in Bayern) so zentralisiert, so dass man nun erst lange und ausführlich erklären muß, wo genau der Unfall passiert ist, weil der Beamte am Telefon den Weiler „Hinterhugelhapfing“ in seinem System nicht finden kann. Und auf die Feuerwehr wird man halt dann beim VU auch ein wenig länger warten müssen. Ich bin dann auf das Geschrei derer gespannt, die jetzt so laut nach FALCK rufen.

    Persönlich fände ich es ideal, wenn die privaten Anbieter die freiwilligen Wehren bspw. unter Tags unterstützen könnten. Vielleicht könnte man in Zukunft auch noch die Zusammenarbeit zwischen den Wehren und auch mit anderen Hilfsorganisationen (bspw. THW) verbessern? Auf jeden Fall wird das wohl noch ein spannendes Thema in der Zukunft sein.

  20. Was wohl passiert wenn die Dienstleistungsfeuerwehren erstmal auf den Trichter kommen zu streiken? Ich glaube ein glücklicher Beamter im 24h Dienst macht seine Arbeit, die manchmal auch Lebenretten bedeutet wesentlich gewissenhafter als ein unter Druck stehender Lohnarbeiter der nach 8h muffelig nach Hause fährt und sich anschließen 2 Wochen krank meldet weil er kein Bock mehr auf die scheiße hat. Ein 24 / 48 Modell in einer 48h Woche ist meiner Meinung nach das beste für uns!
    Wie viele der Kollegen klagen jetzt schon über Burn out? Was wäre wenn 5 Tage die Woche psychischer sowie physischer Stress auf die Kollegen treffen? Ob das wirklich besser für uns wäre?

    Ich glaube nicht!

  21. Hallo,

    Berufsfeuerwehrmänner streiken nicht? Sie streiken zwar nicht im Dienst, aber ansonsten streiken sie sehr wohl. Siehe dazu gerade erst die diversen Auseinandersetzungen zwischen Fw. und Polizei bei Streiks in Berlin. Es gibt ausreichend Personal für Berufsfeuerwehren? Auch das halte ich für ein Gerücht, warum wird mittlerweile zunehmend die Stufenausbildung angewendet? Genau, man findet nicht die Masse an Bewerbern(mit den entsprechenden Voraussetzungen) die man benötigen würde.

    Das ein Dienstleister eine Berufsfeuerwehr oder dergleichen übernimmt, glaube ich nicht. Einsatzbereiche sehe ich aber durchaus in allen Bereichen, wo man Freiwillige Feuerwehren findet.
    Wenn sich das deutsche Feuerwehrwesen in seiner Existenz schützen möchte, wäre eine Reform vom Feuerwehrwesen dringend geboten. Insbesondere auch eine deutliche Reduzierung der Aufgaben (z.B. Brandsicherheitswachdienst, Ölspurbeseitigungen usw.).

    Grüße

    • Hallo Simon,

      beim Streik wird ja die Arbeit nieder gelegt und das dürfen nach meinem Kenntnisstand Beamte in Deutschland nicht, sehr wohl dürfen sie aber demonstrieren.

      Schöne Grüße

      Florian

  22. Hallo,

    sorry, mein Fehler stimmt natürlich.
    Wenn aber Berufsfeuerwehrleute -aus welchen Gründen auch immer- demonstrieren, zeugt dies nicht unbedingt davon, dass im Dienstverhältnis alles in Ordnung ist.

    Grüße

  23. Die Berufsfeuerwehr wird auf Dauer nicht überleben, ebenso wenig Freiwillige Feuerwehren. Bestes Beispiel ist die Lausitz, insbesondere die Kommunen und Lauta. Dort fehlt es massiv an Nachwuchs, qualifizierten Beamten für Berufsfeuerwehren und, und, und.

    Des Weiteren ist der Punkt Arbeit ein Thema. Letzteres wird es sein, dass Thema Pflichtfeuerwehr zum Gebrauch zu machen, besonders in der Lausitz. Problem hierbei wird sein, dass Pflichtfeuerwehren nicht aufgestellt werden können, wenn es keine passenden Leute gibt. Ich halte persönlich sowieso nichts davon, dass man Menschen zum Feuerwehrdienst verpflichten kann! oO

    Ich bin nun seit über 10 Jahren dabei und sehe die Feuerwehrwelt in Deutschland in naher Zukunft bestimmend durch Privatfeuerwehren und ähnlichen Einrichtungen!

    Grüße

  24. Daniel (BF) // 19. Mai 2011 um 17:03 // Antworten

    Hallo Heiko!

    Ja, die meisten BFen bei euch wären in Westdeutschland keine. Damals in der DDR war die Bevölkerungsgrenze die eine BF vom Gesetz her notwendig machte, deutlich niedriger als im Westen. Viele Ost-BFen wären in West-Deutschland gerade mal FFen mit hauptamtlicher Wachbereitschaft. Mittlerweile wurden ja auch einige BFen bei euch in eben solche FFen mit hauptamtlicher Wache umgewandelt.

    Aber: Die BFen werden nicht abgeschafft werden. Was freiwillig auf keinen Fall zu leisten ist (und das sind eben immer Großstädte) wird immer bezahltes Personal nötig machen. Und da in Zukunft dies auch auf dem Lande nicht mehr durch reine FFen zu leisten sein wird, wird eben auch da nicht an bezahltem garantiert verfügbarem Personal nicht vorbeizukommen sein. Ob das jetzt die Gemeinde selbst übernimmt oder durch einen Dienstleister übernehmen lässt, das ist egal. Beides wird eine „Berufs“Feuerwehr sein.

  25. Hallo,

    das Berufsfeuerwehren oder Freiwillige Feuerwehren nicht überleben können,
    so schlimm wird der Umbruch im deutschen Feuerwehrwesen jetzt auch nicht.

    Man wird sich aber gerade bezüglich BF einrichten müssen:

    1: Wegfall vom Beamtenstatus
    2: weitere Verringerung der Voraussetzungen für den Einstieg
    3: deutliche Verkürzung der Ausbildungszeit (mehr learning on the Job) und
    dadurch Reduzierung der Ausbildungskosten

    Auch wird es nicht zu einem flächendeckenden Auflösen von Freiwilligen Feuerwehren
    kommen, es gibt sehr wohl in Deutschland noch Regionen wo dieses jetzt und auch
    in Zukunft noch funktionieren wird. Aber auch hier wird man sich umstellen müssen:

    1: deutliche Auswahl von geeignetem Personal
    2: wesentlich kleinere Feuerwehren, dementsprechend weniger Fahrzeuge etc.

    Ich hatte es bereits in einem früheren Posting mal erwähnt, man sollte die derzeitigen
    Problemen! vom Dienstleistungsfeuerwehrwesen nicht unterschätzen, die wären z.B.:

    1: fehlende Akzeptanz, dies fängt schon bei der Zulassung vom Fw.-Fahrzeug an!
    2: häufig fehlende Zugangsmöglichkeiten an Feuerwehrschulen
    usw.

    Ferner gab es sehr wohl schon Bemühungen, die „Dienstleistungsfeuerwehr“ als Feuerwehrform (was mal grundsätzlich notwendig wäre) in einem Feuerwehrgesetz zu etablieren. So wurde ein entsprechendes Unterfangen in Baden- Württemberg, zur Änderung vom Feuerwehrgesetz mit deutlichen Aussagen vom Landtag abgelehnt.

    Grüße

  26. Daniel (BF) // 19. Mai 2011 um 18:08 // Antworten

    Simon schrieb:

    „1: Wegfall vom Beamtenstatus“

    Könnte sein. Die Gemeinden werden sich das aber gut überlegen. Kosten während der eigentlichen Dienstzeit des Beamten niedriger als die eines Angestellten mit entsprechender Qualifikation (keine Arbeitgeberanteile für Sozialversicherungen); kein Streikrecht bei Beamten; dem Beamten stehen insgesamt weniger Möglichkeiten zur Verfügung auf sein Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen Einfluss zu nehmen als einem Angestellten.

    Simon schrieb:

    „2: weitere Verringerung der Voraussetzungen für den Einstieg“

    Was heisst weitere Verringerung? Was wurde denn bisher an den Voraussetzungen verringert? Meinst Du vielleicht die nicht mehr von jeder BF geforderte handwerkliche Ausbildung? Oder die Anforderungen der Einstellungstests? Wenn du die damit meinst, das wird garantiert nicht passieren. Was bringt es einer BF, wenn sie Bewerber einstellt, die nicht mal die körperlichen und geistigen Anforderungen der Einstellungstests bestehen?

    Ich finde es immer wieder seltsam, dass viele immer wieder unsere Tests und Anforderungen kritisieren und als „abgehoben“ bezeichnen.

    Simon schrieb:

    „3: deutliche Verkürzung der Ausbildungszeit (mehr learning on the Job) und
    dadurch Reduzierung der Ausbildungskosten“

    Unser Beruf lebt heute schon von „Learning on the Job“. Die Inhalte der Grundausbildungslehrgänge ist jetzt schon das Minimum um im Einsatzdienst tätig werden zu können. Alle weiteren Qualifikationen werden jetzt schon nach der eigentlichen Ausbildung durchgeführt. Rettungsassistent, Leitstellendisponent, Taucher, Höhenretter, Gerätewart, Bootsführer und vieles mehr. In den meisten Bundesländern wird auch der B3 eine ganze Weile nach dem Grundausbildungslehrgang abgelegt. (Nicht so bei uns in Hessen, der B3-Laufbahnlehrgang stellt bei uns den Abschluss am Ende der 2 jährigen BF-Ausbildung dar.)

    Was könnte man deiner Meinung nach in der Ausbildungszeit verkürzen und während des Dienstbetriebes ausbilden können?

  27. Hallo,

    man sollte sich auf Grundpfeiler in der Ausbildung konzentrieren, und alles weitere oder vertieft dann während der Dienstzeit. Es muss hierbei nicht unbedingt was weggestrichen werden, es geht viel mehr um eine Umverteilung (z.B. Themen wie Gesundheitsvorsorge etc.), was dann sich wiederum auf die Ausbildungszeit und Ausbildungskosten auswirken kann.

    Fällt der Beamtenstatus, können natürlich eine Vielzahl von Themen in der Ausbildung wie Beamtenrecht, Unfallfürsorge etc. gestrichen werden.

    Daniel (BF) schrieb:

    „Unser Beruf lebt heute schon von “Learning on the Job”. Die Inhalte der Grundausbildungslehrgänge ist jetzt schon das Minimum um im Einsatzdienst tätig werden zu können.“

    Neija, dass kann man insbesondere wenn man nicht im öffentlichen BF- Sektor tätig ist, durchaus anders sehen. Auch was das Minimum betrifft, ein Vergleich zu einer FF hinkt sicherlich, wieviel Ausbildungsstunden durchläuft ein FA (SB) einer FF bis er/sie am Einsatzdienst teilnehmen darf? TM1 – 70 Stunden? natürlich ohne ATG- Ausbildung etc..

    Ich denke wenn man die Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst auf 3-6 Monate beschränkt, ist bereits viel unter dem Aspekt der Finanzierbarkeit gewonnen.
    Bezüglich den Einstiegsvoraussetzungen, da ich sehe durchaus noch Handlungsbedarf, wie zum Beispiel beim Eintrittsalter, Körpergröße (unbedingt notwendig?), abgeschlossene Berufsausbildung, Schwimmabzeichen etc.. Es geht nicht darum irgendwelche Leute einzustellen, wenn aber der „Markt“ nicht mehr solche Bewerber in ausreichender Zahl hervorbringt, muss man halt handeln und ggfs. die Voraussetzungen überarbeiten.

    Bezüglich dem Beamtenstatus, da sind Ihre Einwände für den Beamtenstatus, nicht zu leugnen. Ich denke -das können wir hier aber sicherlich nicht leisten- müsste mal im Detail ausgerechnet werden, wie sich da die Kosten verhalten würden. Ich glaube aber das der Wegfall vom Beamtenstatus, finanziell die Kommunen entlasten könnte. Nehmen Sie mal den Tarifvertrag für hauptberufliche Feuerwehrangehörige, der von einer großteil der Feuerwehrdienstleister verwendet wird, da sind die Vergütungen deutlich geringer.

    Grüße

  28. Daniel (BF) // 19. Mai 2011 um 21:36 // Antworten

    Hallo!

    „man sollte sich auf Grundpfeiler in der Ausbildung konzentrieren, und alles weitere oder vertieft dann während der Dienstzeit. Es muss hierbei nicht unbedingt was weggestrichen werden, es geht viel mehr um eine Umverteilung (z.B. Themen wie Gesundheitsvorsorge etc.), was dann sich wiederum auf die Ausbildungszeit und Ausbildungskosten auswirken kann.“

    Also über Gesundheitsvorsorge hatte ich in meiner Grundausbildung keine einzige Unterrichtsstunde…

    Zählen SIe Vorbeugenden Brandschutz, Gesetzeskunde und solche Dinge nicht zu den Grundpfeilern des Feuerwehrdienstes?

    Verglichen mit anderen Themen war übrigens der Themenkomplex Beamtenrecht ein ziemlich kleiner Posten.

    „Neija, dass kann man insbesondere wenn man nicht im öffentlichen BF- Sektor tätig ist, durchaus anders sehen. Auch was das Minimum betrifft, ein Vergleich zu einer FF hinkt sicherlich, wieviel Ausbildungsstunden durchläuft ein FA (SB) einer FF bis er/sie am Einsatzdienst teilnehmen darf? TM1 – 70 Stunden? natürlich ohne ATG- Ausbildung etc..“

    Der Vergleich mit der FF-Grundausbildung hinkt wirklich ziemlich. Ein BFler muss gleich nach der Grundausbildung in allen Einsatzbereichen der Feuerwehrarbeit einsetzbar sein, und das sicher. Und dazu gehört eben nicht nur die TM1-Schnellbleiche der FF-Ausbildung. Hierzu gehört bei den Berufsfeuerwehren: TM, TF, AGT, Maschinist für Löschfahrzeuge (bei vielen auch für Hubrettungsfahrzeuge), Rettungssanitäter, Kettensägenführer, Absturzsicherung, CSA, G-ABC-Einsatz, Führerschein der Klasse C oder CE, TH-VU PKW/LKW/Bahn und TH-Bau.
    Bei einer Berufsfeuerwehr gibt es nicht wie bei einer FF die Möglichkeit in 2. oder 3. Reihe zu arbeiten falls die entsprechende Ausbildung fehlt.

    „Ich denke wenn man die Ausbildung im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst auf 3-6 Monate beschränkt, ist bereits viel unter dem Aspekt der Finanzierbarkeit gewonnen.“

    Übrigens: Die BF-Grundausbildung dauert um die 6 Monate, danach sitzt der Azubi auf dem Löschzug und füllt eine ganz normale Funktion aus. Natürlich läuft in dieser Zeit dann seine weitere Ausbildung innerhalb der Wachabteilung. Also „Training on the Job“. Nur der Abschlusslehrgang ist dann nochmal „Schulausbildung“.

    „Bezüglich den Einstiegsvoraussetzungen, da ich sehe durchaus noch Handlungsbedarf, wie zum Beispiel beim Eintrittsalter, Körpergröße (unbedingt notwendig?), abgeschlossene Berufsausbildung, Schwimmabzeichen etc.. Es geht nicht darum irgendwelche Leute einzustellen, wenn aber der “Markt” nicht mehr solche Bewerber in ausreichender Zahl hervorbringt, muss man halt handeln und ggfs. die Voraussetzungen überarbeiten. “

    Ich halte ein maximales Eintrittsalter von ca. 38 Jahren, wie in manchen Bundesländern, für zu hoch. Der Gemeinde bringt so ein Bewerber nur um die 25 Jahre seiner Arbeitskraft, und die ist in diesem Alter schon nicht mehr 100%. Der Gemeinde ist mit jungen Anwärtern auf lange Sicht gedient, sie muss nicht bereits innerhalb der nächsten 20 Jahre schon den Nachfolger ausbilden, wie in obenstehenden Beispiel. Das sind dann auch unnötig anfallende Kosten.

    Ich kenne persönlich keine BF, bei der die Körpergröße ein Auswahlkriterium ist. Jedoch sollte man schon beachten, dass es oftmals im Dienst zum Problem werden kann, wenn man deutlich kleiner als der Durchschnitts-FA ist.

    Bei den sportlichen und körperlichen Anforderungen sehe ich keinen Spielraum nach unten. Denn wer heute schon den Einstellungstest nicht schafft, der schafft auch die Belastungen im Einsatzdienst auf Dauer nicht. Die sind um einiges höher. Wer die amtsärztlichen Anforderungen nicht schafft ist eben auch nichts für die Berufsfeuerwehr, so unverständlich das für die Betroffenen auch sein mag.

    Nicht Masse statt Klasse!

  29. Hallo,

    das zeigt das ein pauschaler Vergleich der „BF- Grundausbildung“ so nicht möglich ist, dass Unterrichtsfach „Gesundheitsvorsorge“ nimmt in der Ausbildung in Baden- Württemberg, ca. 175 Unterrichtsstunden ein. Ich zähle Vorbeugender Brandschutz wie auch die Gesetzeskunde definitiv nicht zu den Grundpfeilern der Ausbildung, dass heißt nicht das man darin während der Ausbildung, aber in einem geringen Umfang (z.B. beschränkt auf den BSW) ausbilden kann. Ich kenne keine BF, wo ein FM(SB), frisch aus der Ausbildung im VB eingesetzt wird. Da gebe ich Ihnen Recht, der Posten „Beamtenrecht oder Heilfürsorge“ ist ein kleiner Posten in der Ausbildung, aber auch dieser kostet wertvolle Zeit.

    Das der Vergleich mit der FF- Grundausbildung ein wenig hinkt, habe ich bereits selber angefügt. Aber, bei den wenigsten FFen dürfte es noch Spielräume geben, für die Arbeit in der 2. oder 3. Reihe. Die Regel ist doch, dass mittlerweile mit der TM1- Ausbildung, auch gleich die Sprechfunker und AGT- Ausbildung durchgeführt wird, dies mag vielleicht in D nicht überall so der Fall sein.

    Zu den Einstellungsvoraussetzungen, dass die amtsärztlichen Anforderungen erfüllt werden müssen, ist unbestritten. Es gibt aber in D sehr wohl noch Berufsfeuerwehren, bei denen auch Punkte wie eine Mindestgröße eine Rolle spielt (z.B. Berlin). Ich sehe beim Einstiegsalter keine wirklichen Probleme, dass dieses doch in der Praxis nicht funktionieren kann, ist doch der teilweise (je nach Bundesland) langen Ausbildung und dem Beamtenstatus zu verdanken.

    Nicht Masse statt Klasse, da stimme ich zu, man muss aber auch zur Kenntnis nehmen das der Bewerberkreis mit „Klasse“ weniger geworden ist und vermutlich noch weiter abnimmt.

    Grüße

  30. @Daniel

    In der Lausitz (wo ich übrigens auch herkomme… ^^), wird beispielsweise die Berufsfeuerwehr Hoyerswerda definitiv nicht lange überleben! Zum einen, weil sie die Voraussetzungen für einen Beitritt angeschraubt haben, zum anderen wird die Stadt mitsamt ihren Stadtteilen immer leerer. In meiner früheren Heimat Laubusch ist das genauso. Du siehst auf den Straßen nur noch Rentner.

    Erwähnenswert: Hoyerswerda ist die Stadt mit der höchsten Rentner-Dichte in Deutschland!

    Bedenken wir einmal, dass Hoyerswerda mal die geburtenreichste Stadt in der DDR war. Da sieht man einmal mehr, wie sich Kommunen entwickeln können, was hier jedoch mit der Wende zusammenhängt, als die Firmen dann Wegfall der DDR die Lausitz und insbesondere Hoyerswerda verlassen haben!

    Wir können in unseren FFen kaum noch Nachwuchs finden. So sind immer mehr Kameraden im höheren Alter im Einsatz, weil wir niemand anders haben. Die anderen FFen in unserer Umgebung haben dasselbe Problem. Deswegen muss die BF aus Hoyerswerda uns immer öfters helfen, weil die Kameraden und der Nachwuchs fehlen!

    Teilweise kommen FFen bei uns zum Einsatz, die im Land Brandenburg angesiedelt sind. Das zeigt doch, wie sehr wir auf FFen aus anderen Regionen angewiesen sind. Dabei müsste ich auch mal loswerden, dass ich die Kommunalarbeit der Stadt Lauta bzgl. der Feuerwehrarbeit erschreckend finde!

    Naja, das wird hier noch sehr interessant werden. Werde ich Euch auf dem Laufenden halten! : )

    LG
    „Ist das Leben noch so schwer, Feuerwehr bleibt Feuerwehr.“ ^^

  31. Hallo Heiko,

    ich komme aus dem Landkreis Havelland im Land Brandenburg. Und auch bei uns ist dieses Problem sehr gut bekannt.

    Wir sind zur Zeit weniger als 30 Kameraden bei denen der Altersdurchschnitt bei ca. 42 Jahren liegt.

    Nachwuchsgewinnung ist bei uns ebenfalls eins der größten Probleme die wir haben.

    Was bei uns aber noch erschwerend hinzu kommt, wir sind ein Industriestandort, der immer mehr und immer gefährlichere Industrie ansiedelt.

    seit 2001 gibt es bei uns auch keine Werkfeuerwehr mehr, die Aufgabe übernehmen wir von der freiwilligen mit unserer für sowas unzureichend ausgestatten Technik.

    Ich denke mal was du auch kennen wirst ist das Problem, dass uns die Personen mit Klasse C Führerschein (LKW) ausgehen langsam.

    und die Stadt kümmert sich kein Stück dadrum. die sagen wir haben 6 Fahrzeuge und 7 LKW Fahrer das reicht.

    Man muss dazu sagen von den 7 ist ein einziger Arbeitslos und zuhause die anderen sind teilweise sogar tagsüber Außerhalb arbeiten von denen ist einer im Rettungsdienst und zwei in einer Werkfeuerwehr.

    das heißt wir haben effektiv Werktags wärend der üblichen Arbeitszeiten einen einzigen LKW Fahrer. Aber das sind dinge die ein Büromensch wie die in der Stadtverwaltung nicht sehen.

  32. Daniel (BF) // 20. Mai 2011 um 13:33 // Antworten

    Hallo Simon!

    „das zeigt das ein pauschaler Vergleich der “BF- Grundausbildung” so nicht möglich ist, dass Unterrichtsfach “Gesundheitsvorsorge” nimmt in der Ausbildung in Baden- Württemberg, ca. 175 Unterrichtsstunden ein.“

    Sicher? 175 Unterrichtstunden à 60 min wären ohne Pause bei einem 8h-Tag knapp über 21 Tage am Stück… Wenn man die freien Wochenenden während der Grundausbildung miteinrechnet, dann ist man bei einem kompletten Monat nur Gesundheitsvorsorge, und das entspricht wirklich nicht den Tatsachen Ich kenne genügend Kollegen von BFen aus Baden-Württemberg und die geben keine derartigen Unterrichtsansätze an.

    Also, wo liegt der Fehler? Zahlendreher? Fehlinformation?

    „Ich kenne keine BF, wo ein FM(SB), frisch aus der Ausbildung im VB eingesetzt wird.“

    Ich schon. Das ist eben die Innendienstverwendung neben der Einsatztätigkeit. Im reinen Tagesdienst wird man so einen jungen Kollegen wirklich nicht finden. Jeder BFler hat ausser dem Einsatzdienst eine weitere Verwendung in Wertkstätten oder in Büros. Und das direkt nach der Ausbildungszeit. Das sorgt natürlich dafür, dass auch hier wieder eine „Ausbildungs- oder Anlernzeit“ notwendig ist. Das läuft auch nebenher oder über Tagdienstversetzungen für Lehrgänge.

    „Das der Vergleich mit der FF- Grundausbildung ein wenig hinkt, habe ich bereits selber angefügt. Aber, bei den wenigsten FFen dürfte es noch Spielräume geben, für die Arbeit in der 2. oder 3. Reihe. Die Regel ist doch, dass mittlerweile mit der TM1- Ausbildung, auch gleich die Sprechfunker und AGT- Ausbildung durchgeführt wird, dies mag vielleicht in D nicht überall so der Fall sein. “

    Da nicht jeder FFler eben über die gleichen Lehrgänge verfügt, muss es ja zwangsläufig FA geben, die bei unterschiedlichen Einsatzlagen eben nur in der 2. oder 3. Reihe arbeiten. Ebenso ist nicht jeder AGT mit gültiger G26.3. Das limitiert die EInsetzbarkeit der einzelnen ehrenamtlichen FA deutlich.

  33. Hallo,

    ohne jetzt eure Verhältnisse zu kennen, aber das halte ich für eine Ausrede.
    Wenn ich als Leiter einer Feuerwehr merke, dass ich kein ausreichendes Personal (insbesondere mit notwendigen Qualifikationen wie Führerschein etc.), zur Verfügung habe, setze ich meinen Vorgesetzten (Bürgermeister) darüber in Kenntnis. Wenn dieser dann nicht handelt, gibt es immer noch Ansprechpartner in form eines Kreisbrandmeister, der eigentlich auch die Aufsicht über die Feuerwehren führen sollte. Und wenn es dann immer noch nicht entsprechend Gehör findet, dann wird die Fw. bei der zuständigen Leitstelle, als nicht mehr oder nur bedingt einsatzbereit gemeldet.

    Wie lange hat sich den dieses Problem bezüglich qualifizierten Machinisten angekündigt?
    Wie lange haben sich den grundsätzlich die Personalprobleme (durch Wegzug etc.) angekündigt?

    Grüße

  34. Hallo Simon,

    das Problem mit dem Wegfall der Maschinisten wird bei uns schon seit ca. 2001 diskutiert.

    und wenn es danach ginge, müsste bis auf ganz wenige ausnahmen der gesamte Kreis als nicht einsatzfähig erklärt werden.

    Weil seit nach der Wende in unserer Region die Industrie erst weg ging sind auch die Arbeiter weggegangen.

    Jetzt wo sich die Industrie wieder erholt, kommen auch einige neue Leute in die Region.

    Aber seit 2001 haben wir ganz genau zwei Kameraden dazu bekommen.

    Und wir haben das Problem sogar schon im Landtag vorgetragen. Kurzerhand kam die Idee, dass das Land 1 Drittel für den LKW Führerschein zahlt, die Stadt 1 Drittel und der einzelne Kamerad ein Drittel.

    Was aber bei dieser Sache übersehen wurde, viele von den jüngeren die einen solchen Führerschein machen könnten (mich eingeschlossen) sind zur zeit leider auf Harz IV und da sind ausgaben für sowas einfach nicht drin.

    Und die Stadt kommt auch jedes mal mit ner neuen Ausrede warum es momentan nicht geht dass sie mitbezahlen.

    Allerdings gibt es mittlerweile auch hier in der Region schon Wehren, wo dieses System sogar neue Leute angeworben hat.

  35. Hallo,

    ich denke das werden wir hier jetzt nicht klären können, da bei einer solchen Betrachtung auch immer Faktoren wie Bevölkerung, Gefahrenschwerpunkte, derzeitige Feuerwehrstruktur usw. bekannt sein müssen, ferner hat die Diskussion der letzten Tage hier, mit dem Ursprungsbeitrag nicht mehr viel zu tun.

    Grüße

  36. Moin moin….

    Ohne jetzt jeden einzelnen Beitrag gelesen zu haben, möchte ich dennoch was los werden.

    Privat- Feuerwehr ist ja mal kein schwarz-weiß-Thema. Ich selber biete private Brandschutzdienstleistungen an und komme dieser Definition von daher schon recht nahe.
    Auch wenn ich hier nur für mich sprechen kann, aber wirtschaftlich macht es wohl eher keinen Sinn, über die Übernahme einer BF auch nur nach zu denken (von FF´n brauchen wir überhaupt nicht reden).
    Auch wenn ich noch keinerlei Anstalten gemacht habe, mich mit dem Thema richtig auseinander zu setzen, so kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass so etwas klappen kann. Ich bin zwar fest davon überzeugt, dass sich gerade für die Einsatzkräfte, vieles zum besseren wenden KÖNNTE. Das Problem wird aber darin liegen, dass die Kommune den Auftrag, natürlich, an den günstigsten Anbieter abgeben wird. Da es aber schon heute, z.B. im Rettungsdienst, genug Firmen gibt, die ihre Mitarbeiter und die Arbeitsqualität leiden lassen, damit ihre Firma maximalen Profit abwirft, werden vergleichbare Firmen leider auch den Zuschlag bei den Feuerwehren erhalten. Das Problem ist also nicht der „Private“ an sich sondern die Tatsache, dass DER Private den Zuschlag erhalten würde, der skrupellos genug ist alles schleifen zu lassen, um so günstig sein zu können, dass er damit den Zuschlag erhält und SO maximal abkassiert.

    Es ist also utopisch, eine BF an einen „Privaten“ abzugeben. Denn entweder gibt man damit alles auf, für dass die Feuerwehr Steht und stehen muss, oder man müsste einen Unternehmer finden, der es tatsächlich ohne (oder mit fest definierten) Gewinnabsichten macht. Das Eine darf es nicht geben, dass Andere wird es wohl nicht geben (obwohl ich das nicht für ausgeschlossen halte).

    Ich halte also nicht die Privatisierung an sich für schlecht, sonder das, was daraus gemacht würde.
    Von daher ist meine Ansicht, dass die BF´n (und natürlich die FF´n) dort bleiben sollten, wo sie heute sind. Nämlich in Kommunaler Hand. Wir privaten haben genug andere Betätigungsfelder, mit denen wir unser Brot verdienen können. Jedoch setze ich mich energisch dafür ein, auch in der Feuerwehrwelt einen Platz für die Privaten zu sachaffen, den die RD/KT Unternehmen schon längst haben. Denn unser Vorteil (wenn man den als Unternehmer dann auch so sieht/erkennt), anders als bei den privaten RD/KT Unternehmen, ist – Wir haben eine übergeordnete Aufsichtsbehörde (meist eine BF), die im Auge behält, dass hier nichts so viel schief läuft. In Sachen Qualitätsmanagement sicherlich nicht immer schlecht, so lange man von der Behörde nicht als „Wiedersacher“ betrachtet wird. Und hier sind auch die Behörden gefragt, den Privaten neutral und unvoreingenommen gegenüber zu stehen und ein harmonisches Miteinander zu pflegen.

    Besten Gruß,

    Sebastian

  37. Hallo,

    BF´en mal ausgenommen, wird man den Weg aber nicht verhindern können.
    Ferner geht es wenn man sowas überhaupt machen möchte, nicht um die
    Übernahme einer einzelnen Freiwilligen Feuerwehr, sondern wenn dann eine
    Unterkreis- bzw. Kreislösung zu schaffen. Das mit oder ohne Private, der Grundsatz
    Feuerwehr in einer jeden Gemeinde, zukünftig nicht mehr aufrechterhalten werden
    kann, dürfte wohl klar sein. Insbesondere wird man dies in ländlichen Regionen
    vorfinden.

    Zum Thema das BF/ FF, dass könnte man jetzt problemlos widerlegen. Es gab
    zum Beispiel mal einen Fall, da hat eine große Firma ihre Werkfeuerwehr geschlossen,
    um trotzdem dem Brandschutz im Werk sicherstellen zu können, hat die Firma
    der kommunalen BF eine komplette Feuerwache (wenn ich mich recht entsinne auch Fahrzeuge) finanziert. Was war nach Jahren das Resultat, die BF hat aus der Feuerwache,
    eine Rettungswache gemacht mit fatalen Folgen für das Unternehmen. Bei einem Brand, sind weite Teile eines Produktionsbereiches abgebrannt, da Anfahrtswege etc. zu lange waren.

    Für was steht Feuerwehr heute noch, was ein Privater nicht in ein Leitbild(Firmenleitlinie) übernehmen kann?

    @Sebastian- Als einer der selbst in diesem Bereich arbeitet, finde ich es recht seltsam der „eigenen Branche“ eventuelle „Skrupellosigkeit“ zu unterstellen bzw. zu vermuten. Wer sich wirklich für diese Branche einsetzt (das mache ich seit Jahren!), würde nicht ernsthaft auf solche Gedanken kommen, und selbst wenn, dann nicht öffentlich dies so zu äußern.
    Ferner empfehle ich JEDEM der Unternehmen in dieser Branche, nur Gewinne unterstellt, mal sich Ausschreibungen(insbesondere vergebene), die Tarifverträge usw. anzuschauen. Da wird man schnell feststellen, dass es zwar Gewinne gibt, diese aber im Vergleich zu anderen Branchen mehr als gering sind.

    Grüße
    Simon

  38. @Simon: Ich setze mich auch für meine Branche ein!!! Ich unterhalte einen Betrieb von dem ich erhobenen Hauptes sagen darf, dass ihm die Qualität der Arbeit das oberste Ziel ist. Aber ob meine Branche oder nicht, Fakt ist nunmal, dass wenn man (ausdrücklich nur Bereich BF) den Weg für die Privaten ohne weiteres öffnet, wie man es bei den RD/KT es schon gemacht hat, es Menschen geben wird, welchen das Geld wichtiger ist, als die Arbeit (und Qualität dieser) selber. Das hat die Vergangenheit leider schon mehrfach bewiesen.

    Und warum soll ich nicht zugeben, gerade unter diesem Aspekt, dass es auch in unserer Branche schwarze Schafe wird geben KÖNNEN, wenn man ihnen den Weg bereitet? Mal ganz davon ab, dass laut Umfrageergebnis auf dieser Seite, es eh die meisten befürchten.

    Man muss ehrlich bleiben! Und das fängt bei jedem selber an und hört nicht vor der eigenen Branche auf.

  39. Hallo,

    das ein Privater keine kommunale BF ersetzen wird, dürfte wohl klar sein, und jede Diskussion dies sich nur darauf bezieht, wird absurdum geführt.
    Ich hatte es bereits formuliert, und ich formuliere es wieder:

    „Ferner empfehle ich JEDEM der Unternehmen in dieser Branche, nur Gewinne unterstellt, mal sich Ausschreibungen(insbesondere vergebene), die Tarifverträge usw. anzuschauen. Da wird man schnell feststellen, dass es zwar Gewinne gibt, diese aber im Vergleich zu anderen Branchen mehr als gering sind.“

    Sorry, Umfragewerte insbesondere von Feuerwehrleuten aus Freiwilligen Feuerwehren halte in einer solchen Diskussion für wenig zielführend (soll keine Abwertung sein!). Zumal ich die Behauptung aufstellen würde, dass der größte Teil über keine bis wenige Kenntnisse über das Dienstleistungsfeuerwehrwesen verfügt. Da könnte man genau so über den Quatsch, äh sorry, die Superregelung mit dem Feuerwehrführerschein abstimmen. Da werden die Meinungen genauso auseinandergehen.

    Ich bleibe dabei, ich finde solche Aussagen für wenig zielführend, insbesondere da solche Aussagen dann ganz schnell auch in anderen Debatten und mögliche Einsatzbereiche (und da reden wir nicht vom kommunalen Brandschutz) verwendet werden (ich erinnere dazu gerade an die Diskussion Feuerwehrdienstleister/ Katzenbergtunnel!). Das sowas vorkommen kann, ist unbestritten. Angesichts aber der derzeitigen Lage vom Dienstleistungsfeuerwehrwesen, empfinde ich es nicht als zielführend, insbesondere wenn man in einem voherigen Posting noch ausführt, dass man sich mit diesem Thema noch nicht groß auseinander gesetzt hat.

    Grüße
    Simon

  40. Tach nochmal…

    „Zitat Anfang“
    Hallo,

    das ein Privater keine kommunale BF ersetzen wird, dürfte wohl klar sein, und jede Diskussion dies sich nur darauf bezieht, wird absurdum geführt.
    „Zitat Ende“

    Also sind wir uns im Grunde ja vollkommen einig. Genau das habe ich auch gesagt… Blieben lediglich die Gründe unserer einheitlichen Meinung, die differieren könnten.

    Dass private eine Daseinsberechtigung haben sollen / müssen, habe ich ja schon klar geäußert. Ich denke, dass der grundsätzliche Sinn meines Posting durchaus rüber kommt.

    Als wenig zielführend empfinde ich es übrigens, einzelne Aussagen zu separieren und aus dem Zusammenhang zu bewerten. Zum Beispiel habe ich angedeutet, mich mit den genauen wirtschaftlichen Beziehungen noch nicht auseinander gesetzt zu haben. Soll heißen: Wie Gewinnträchtig die Übernahme einer BF tatsächlich wäre. Da ich / wir dieses Szenario für nicht praktikabel bzw. sinnvoll halten, ist das verschenkte Zeit.

    Wenn wir das weiter ausdiskutieren möchten, dann schreib mich einfach an und wir telefonieren. Ist sicherlich zielführender ;o)

    Besten Gruß,

    Sebastian

  41. Hallo,

    bezüglich BF sind wir einer Meinung, dass Stand aber in der ganzen Diskussion so gar nicht in Frage. Was in Frage stand, war die Zukunftsentwicklung der BF´en, dies war aber in keinem Zusammenhang mit dem Dienstleistungsfeuerwehrwesen. Ansonsten sind wir nicht einer Meinung.

    Ich „separiere“ keinesfalls einzelne Aussagen von Ihnen, Sie schreiben aber auf der einen Seite dass das Dienstleistungsfeuerwehren eine Daseinsberechtigung haben sollte, ferner halten Sie es für möglich das bei Privaten es nur um Gewinne geht usw.. Sorry, meiner Meinung nach, passt das nicht. Ich hatte es bereits im vorherigen Posting schon erwähnt, solche Einwände werden ganz schnell in anderen Debatten verwendet. Ich verweise nur mal auf die Probleme die Feuerwehrdienstleister mit kommunalen Feuerwehren hatten, siehe Katzenbergtunnel, siehe BSW- BF Düsseldorf, siehe BSW- Westfalenhalle usw..
    Und da bleibe ich dann bei meiner Meinung, Ihre Aussagen sind wenig zielführend für das Dienstleistungsfeuerwehren. Und bezüglich Wirtschaftlichkeit und Gewinne habe ich hinreichend hingewiesen, wo und wie man sich diesbezüglich fachkundig machen kann.

    Zitat: „Wenn wir das weiter ausdiskutieren möchten, dann schreib mich einfach an und wir telefonieren.“

    Gerne, Tel: 06202/ 5772979

    Grüße
    Simon

  42. @Daniel

    Das Problem haben wir auch! Wir haben gerade mal 3 LKW-Fahrer, davon ist einer zu alt, der kann nicht mehr fahren, die anderen beiden sind arbeiten. Einer als LKW-Fahrer bundesweit, der andere irgendwo in einem Großunternehmen.

    Öfters kommt es mal vor, dass wir nicht ausrücken können, weil uns der Fahrer fehlt, sodass die Leitstelle eine andere Feuerwehr beauftragen muss. Zu diesem Problem macht sich die Stadt aber keine Gedanken. Des Weiteren kommt hinzu, dass wir extrem viele Atemschutzgeräteträger brauchen! Ich bin zwar einer, aber unserer bisheriger Wehrleiter möchte, dass ich in zwei Jahren die Feuerwehr als Wehrleiter übernehme. Ich bin einer der wenigen, der in der Feuerwehr dafür sorgt, dass sie überlebt. Ich sehe schon kommen, dass genau das Gegenteil eintreffen wird.

    Der Giftmüllbrand in Lauta am letzten Sonntag (RTL & Co. berichteten), hat einmal mehr bewiesen, wie wichtig unsere Feuerwehr ist. Dass wird auf Feuerwehren außerhalb angewiesen sind, ist eine Schande hoch zehn!

    Naja, kannst dich ja mal privat melden: develoopment@hotmail.com

    Gruß Heiko

  43. Hallo,

    warum soll es eine Schande sein wenn man Nachbarwehren
    zur Überlandhilfe anfordert?

    Reden wir hier von diesem Lauta? http://de.wikipedia.org/wiki/Lauta
    und dieser Feuerwehr bzw. Feuerwehren?
    http://www.lauta.de/feuerwehren-lauta-sachsen.php

    Grüße
    Simon

  44. @Simon

    Lauta hat nicht nur eine Feuerwehr. ^^ Lauta hat die Feuerwehr Lauta-Stadt, Feuerwehr Lauta-Dorf, Feuerwehr Leippe-Torno und die Feuerwehr Laubusch. Bedroht davon sind am meisten Lauta-Dorf, Leippe-Torno und Laubusch.

    Warum das eine Schande ist? Schon mal an die Anfahrtswege gedacht und die ländertypischen Gesetze, wann, wie und womit du am Einsatz zu erscheinen hast? oO Denke mal nicht, dass eine Feuerwehr aus 50km Entfernung das schafft, was die Gesetze vorschreiben, insofern sie sich im Einsatzgebiet nicht mal auskennen, geschweige von den örtlichen Gegebenheiten, noch von verwendbaren Hilfen zur Einsatzbewältigung. Außerdem: Wenn immer mehr Menschen hier wegziehen, wer soll die Brände löschen, wenn es brennt? Der Fuchs? Der Lurch? Der Frosch? Das Reh? Die Rentner vielleicht noch? 😀

    Dass ist das, was ich bei den Herren der Stadt bemängle: Denken nicht zukunftsvorausschauend, sondern blind wie Wildschweine. Hauptsache ich und der Rest ist mir egal. Ich denke mal, dieses „fantastische“ Bild lässt sich problemlos auf große Teile der Politik wiederspiegeln. -.-

    Gruß
    Heiko

  45. Hallo,

    ich kann Ihr Problem nach wie vor nicht ganz nachvollziehen. Ich finde vier Feuerwehren (weiteste Entfernungen zwischen den einzelnen Gerätehäusern, 6.4km), für knappe 9200 Einwohner und im Hinblick auf die Wirtschaft (angemeldete Betriebe) für „augenscheinlich“ sehr viel.

    Im übrigen finde ich Ihre Ausdruckweise „Herren der Stadt bemängle: Denken nicht zukunftsvorausschauend, sondern blind wie Wildschweine“, für unangebracht. Daher sollten wir diese Diskussion zum Feuerwehrbedarf in Lauta lieber einstellen, da es auch in keinem wirklichen Zusammenhang mit dem Ursprungsthema „Private Feuerwehr“ steht.

    Grüße

  46. @Simon

    Entsprechend der Anzahl an Feuerwehren, die wir haben, sei deine Antwort insofern korrekt, dass in der Aufstellung zur Anzahl der Einwohner von Lauta zu viel steht. Wer unsere Region kennt, müsste entsprechend auch wissen, warum wir so viele Feuerwehren benötigen. Zum einen wegen der jährlichen Waldbrände (auf Braunkohleboden), die Zunahmen der Überflutungen und Hochwässer, die Lausitzer Seenlandschaft als wichtiges Kriterium für die Zukunft der Lausitz und diverse andere Fakten.

    Des Weiteren zum Thema Personal. Wir haben zwar vier Feuerwehren, doch die sind deutlich im hohen Alter. Wir haben extremen Nachwuchsmangel, weil man in Lauta kaum noch Jugendliche findet, hauptsächlich Rentner. Es wird bald unmöglich sein, die etwas älteren Kameraden zu den Einsätzen zu schicken, wenn ihre Gesundheit nicht mehr mitmacht. Das ist für mich und vielen anderen auch: LOGISCH.

    Das Thema „Pflichtfeuerwehr“ oder „Privatfeuerwehr“ wird bei uns eines Tages ein großes Thema sein, davon kannst du ausgehen!

    Liebe Grüße
    Heiko

  47. @Simon

    Bzgl. der Herrschaften von der Stadt bzw. die Politiker:
    In der Kommune wird aktuell darüber debattiert, wo die Feuerwehr Laubusch hin soll. Weil eine Renovierung unserer bisherigen Dienstwache die Kosten bei weitem sprengen würden, war zwar der Bau einer neuen Dienstwache diskutiert worden, doch nun will die Stadt die Feuerwehr mitsamt einem Kindergarten und einem Seniorentreff in die leer stehende Mittelschule in Laubusch einquartieren.

    Dass das absoluter Blödsinn ist, versteht sich von allein, denn:
    01. ) Das Schulgebäude müsste teilweise umgebaut werden, obwohl das Objekt unter Denkmalschutz steht.
    02. ) Die Kreuzungen zur Mittelschule sind die gefährlichsten in Laubusch. Oft Knackpunkte für Verkehrsunfälle, auch wenn dort bisher nur wenige entstanden sind.
    03. ) Weit und breit kein Gelände zum üben, auch wenn ein Schulhof existiert. Wenn die Kids der Wehr den Löschangriff üben wollen, wohin dann mit dem Wasser?

    Es gibt so viele Punkte, die veranlassen, der Feuerwehr eine neue Wache zu bauen, aber letztendlich entscheidet das die Stadt. Wir haben darauf keinen Einfluss. Es wird aber dazu noch heiße Diskussionen geben, das ist Fakt.

  48. Hallo,

    dann wird aber eine Pflichtfeuerwehr auch nicht funktionieren, wenn es an Jugendlichen bzw. grundsätzlich an Bevölkerung im „tauglichen Alter“ für den Feuerwehrdienst es fehlt.
    Und da sind wir, meiner Meinung nach, wieder beim Thema Ausstattung der Feuerwehr. Ich empfinde, unabhängig von Waldbränden und Überschwemmungen, dass Vorhalten von vier Gerätehäusern für zu viel. Angesichts von knappen 9200 Einwohnern und der vorhandenen Wirtschaft (leistungsfähige Wirtschaft!), wird man soviel Feuerwehr nicht finanzieren können, auch im Hinblick auf andere kommunalen Aufgaben.

    Es würde mich daher nicht wundern, wenn am Ende nur noch eine Feuerwehr bzw. Gerätehaus mit entsprechender Ausstattung übrig bleibt. Auch wenn es zu einer Privatfeuerwehr kommen sollte, wird wohl nicht mehr als ein Standort finanziell machbar sein, da ich grundsätzlich die Finanzierung schon für schwierig erachte.

    Grüße

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