„Ich bin dagegen … egal … worum es geht“*

(Von Stefan Cimander) Vor einigen Tagen hatte ich meinem Ärger über die unzutreffende Medienberichterstattung im Zusammenhang mit der trinationalen Katastrophenschutzübung Terrex 2012, die vom 22.05. bis 24.05.2012 in Konstanz stattfand, in einem Blogbeitrag zum Ausdruck gebracht, da muss ich schon wieder den Zeigefinger heben bzw. meinem Ärger freien Lauf lassen.

Aufruf zum Protest

Grund für meine Verärgerung war ein Aufruf des „SDS Konstanz“ und „Der Linken“ gegen die Katastrophenschutzübung zu demonstrieren. Die Begründung für diesen Aufruf sehen die Veranstalter allein durch die Teilnahme des Militärs legitimiert. Nach einem Kurzbericht der Lokalzeitung „Südkurier“, sieht der SDS in der Übung eine „promilitaristische Jubelveranstaltung“, die, so einer der Organisatoren im Südkurier, nur dazu diene, das „Ansehen [des Militärs] in der Bevölkerung zu steigern“. Eingebettet war die Demonstration dabei in die antimilitaristischen Aktionstage, die, von der Öffentlichkeit in Konstanz bis jetzt weitgehend unbemerkt, von der „Emazipatorischen Gruppe Konstanz“ organisiert, seit dem 20. Mai stattfindet.

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Protest richtete sich gegen Bundeswehr

In dem dazu veröffentlichten Aufruf heißt es: „Für die Bundeswehr stellt die Übung ein perfekte Plattform dar, um sich als bürgernahe, zivile und friedenssichernde Armee zu präsentieren. So wird mensch [sic!] die Übung live vom Stadtgarten aus begutachten können, auf der Hafenstraße wird militärisches Gerät ausgestellt und am Ende wird die Bevölkerung mit einem Platzkonzert im Stadtgarten beglückt. Die Bundeswehr sichert jedoch mitnichten den Frieden, sondern führt einen Krieg in Afghanistan, kontrolliert Frachter im Mittelmeer u.A. nach „illegalen“ Flüchtlingen und jagt Piraten am Horn von Afrika, neuerdings auch mit Waffengewalt auf somalischem Festland.“

Wann die Bundeswehr helfen darf

Schauen wir uns diesen Absatz etwas genauer an. Der Vorwurf, die Übung sei eine Plattform zur Darstellung der Bundeswehr entbehrt beim Blick in das Grundgesetz – und auch der Geschichte der Katastrophen in Deutschland – jeder Grundlage. Die Bundeswehr muss im Rahmen des sogenannten Subsidiaritätsprinzips im Rahmen der Amtshilfe tätig werden, wenn die zivilen Kräfte zur Bewältigung einer Schadenslage nicht ausreichen (§ 35 GG). Bei Katastrophen ist dies regelmäßig der Fall, sodass es folgerichtig ist, die Bundeswehr in Katastrophenschutzübungen einzubeziehen. Die Bundeswehr ihrerseits hat, um diesen Mitteleinsatz koordinieren zu können, spezielle Dienstposten (meist von Reservisten besetzt) für die zivil-militärische Zusammenarbeit (ZMZ) in den Landkreisen geschaffen. Blickt man nun in der Geschichte zurück, ist festzustellen, dass das Militär bei jeder großen Katastrophe mit Soldaten helfen musste, egal ob das die Sturmflut in Hamburg (1962) war, die Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide (1975) oder die Abwehr des Elb-Hochwassers (2002). Selbst Konstanz hat schon (mindestens) zweimal Hilfe durch die Bundeswehr erhalten: Einmal beim Hochwasser 1999 und das zweite Mal von 2008 bis 2009, als der Sanitätsdienst ein mobiles Operationszentrum als Ersatz für den bei einem Brand zerstörten OP-Trakt des Konstanzer Krankenhauses bereitstellte. Zusammengefasst soll die ZMZ die „Fähigkeitslücken des zivilen Katastrophenschutzes sowie dessen Durchhaltefähigkeit schließen und sicherstellen“ (zit. n. „Strategie für einen modernen Bevölkerungsschutz“, S.8).

Keine Waffen bei ZMZ-Einsatz

Bei Katastropheneinsätzen setzt die Bundeswehr mitnichten Kriegsmaterial ein. Es werden also keine Waffen getragen, noch sind bewaffnete (und geschützte) Fahrzeuge zu sehen, wie obiger Text suggeriert. Welche Geräte – besser ist es hier von Fähigkeiten zu sprechen – die Bundeswehr einsetzen darf, legen Vorschriften fest. Liegt kein Verteidigungsfall vor, ist der Einsatz von Waffen im Inland durch das Grundgesetz untersagt.

Rechtliche Grenzen bei Fähigkeitsanforderungen

Die anfordernde, zivile Behörde, im Fall der Terrex, das Landratsamt Konstanz, fordert demnach bei der Bundeswehr eine bestimmte Fähigkeit an, zum Beispiel Transportunterstützung oder ABC-Abwehr. Auf Grundlage der Situation entscheidet die Bundeswehr, welche konkreten Kräfte sie entsendet bzw. entsprechend der Rechtsvorschriften entsenden darf. Dazu stellt die anfordernde Stelle unter Beratung durch die BVK / KVK einen Antrag auf Unterstützung durch die Bundeswehr. Das Landeskommando leitet den Antrag an das zuständige Wehrbereichskommando weiter. Dass die zivile Seite am Ende ihre Fähigkeiten ist, lässt sich die Bundeswehr schriftlich durch den Landrat bestätigen. Das Formular beinhaltet eine Passage, die besagt, dass keine zivilen Kräfte zur Verfügung stehen.

Zivile Seite leitet den Einsatz

Auch ist die Übung (oder der Einsatz) in Deutschland mit dem Auftreten der Bundeswehr als Hilfsorganisation nicht sui generis militärisch. Die Zuständigkeit der Länder ist durch den Einsatz der Bundeswehr bei der Katastrophenhilfe nicht berührt. Die verantwortliche Gesamtleitung und Koordination eines Katastropheneinsatzes obliegt immer dem zivilen Einsatzleiter, auch wenn sich die angeforderte Truppe selbst führt.

Dagegen-Sein ohne Lösungen anzubieten

Zum zweiten Teil des Absatzes muss ich nichts sagen, denn hier werfen die Initiatoren einiges Durcheinander und zeigen damit nicht nur ihre politische und rechtliche Unkenntnis, sondern disqualifizieren sich gleichzeitig als unverbesserlichen Dagegen-Sein-Potentaten, die an lösungsorientierten Ansätzen keinerlei Interesse haben, würde dies doch ihre Legitimation für ihr Dagegen-Sein und ihre Protestaktionen entziehen. (Da die Aktivisten noch nicht einmal ein ordentliches Impressum auf die Reihe bekommen, und sich damit hinter Anonymität verstecken, büßen sie in meinen Augen erst Recht an Glaubwürdigkeit ein).

ZMZ ist kein Kampfeinsatz

Was hat denn, bitteschön, ein vom Bundestag beschlossener Bundeswehr-Einsatz mit der zivil-militärischen Zusammenarbeit bei Katastrophen zu tun? Gar nichts. ZMZ hat nichts mit Militarismus zu tun, sondern ist Teil der staatlichen Katastrophenabwehr. Nur weil unsere Soldaten im Ausland ihren Kopf hinhalten (ja, in Afghanistan herrscht Krieg), werden sie zu Hause beschimpft? Im Grunde sollten wir froh sein, dass es die Möglichkeit gibt, auf die Fähigkeiten (und vor allem die Manpower) der Bundeswehr in Katastrophenszenarien zurückzugreifen.

Dann helft doch selbst mit

Wenn die Aktivisten der Ansicht sind, die Bundeswehr dürfe bei Katastrophen im Rahmen ihrer rechtlichen (und materiellen) Möglichkeiten nicht helfen, dann schlage ich vor, dass eben diese Aktivisten in Zukunft entweder selbst uneingeschränkt für die Katastrophenhilfe zur Verfügung stehen, und damit die Manpower des Militärs ersetzen, oder ihren Geldbeutel öffnen, und den Ländern die Möglichkeit eröffnen, entsprechende Fähigkeiten vorzuhalten. Ich persönlich denke nicht, dass die Aktivisten weder das Eine noch das Andere tun werden, denn, ich wiederhole meine Argument, damit würde man sich der Legitimationsgrundlage des eigenen Protestes entziehen.

Mehr über über das Thema Zivil-Militärische-Zusammenarbeit und Katastrophenschutz findet sich in folgenden Fachartikeln von mir:

Dieser Fachartikel erklärt Aufgaben und Funktionsweise der ZMZ.

Dieser Fachartikel geht auf die historischen Unterschiede zwischen Katastrophen- und Zivilschutz ein und erklärt das aktuelle Bevölkerungsschutzkonzept.

Dieser Fachartikel stellt eine Sonderheit vor, die im Rahmen des Bevölkerungsschutzkonzeptes durch den Bund aufgestellt wurde.

Artikel über die trinationale Katastrophenschutzübung:

Terrex 12: Helfer arbeiten im Akkord

Terrex 12: Die geplante Katastrophe

Übung Terrex 12: Die Katastrophe nimmt ihren Lauf

Über Konstanz bricht die Katastrophe herein

Demo gegen die Terrex-Übung

Überschwemmung, Brand und Beben an einem Tag

Katastrophen-Szenario Terrex in Konstanz und Kreuzlingen

Katastrophenszenario „Terrex 2012“ auch in Konstanz

Pressemitteilung des LRA Konstanz

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine leicht modifizierte und ergänzte Version eines gleichnamigen Artikels des Autors.

*Textzeile nach dem Lied „Rebell“ der deutschen Punkrockgruppe „Die Ärzte“.

Über den Autor

Stefan Cimander studierte Geschichte und Politik und arbeitete in der Online-Redaktion von Antenne Bayern, danach beim SWR, später als Technischer Redakteur in einem Softwarehaus und aktuell im Marketing. Er ist seit seinem 12. Lebensjahr bei der Feuerwehr aktiv. Von 2005 bis 2011 schrieb er für das Feuerwehr Weblog bzw. das Fwnetz.de.

17 Kommentare zu „Ich bin dagegen … egal … worum es geht“*

  1. Stefan,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel! Klar kann man die kriegerischen Missionen der BW diskutieren, aber der vom Volk gewählte Vertreter hat diese Missionen mit seinem Placet versehen und damit legitimiert.

    Was die ZMZ bei der Terrex angeht, hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Hier werden Unwahrheiten und Falschaussagen vermengt und so die für K-Fälle wichtige Komponente „Manpower BW“ für zweifelhafte Zwecke instrumentalisiert. Waren es nicht auch diese „Kameraden“, die die „Soldaten sind Mörder“-Kampagne gestartet haben!? Auch hier gilt meine erste Aussage.

    Man kann gegen alles sein, aber dann muss man konstruktiv Kritik äußern. Daher schlage ich vor, alle Dagegen-Seier präventiv mit Arbeitshandschuhen auszustatten 😉

    lg

    Oliver

  2. Ich hoffe mal das diese Kritik auch die richtige Stellen erreicht.

  3. Na ja, man kann Kritik auch absichtlich falsch verstehen. Es behauptet ja niemand, dass es beim Katastrophenschutz durch Bundeswehreinheiten um Kampfeinsätze im Inneren handelt.

    Ich persönlich verstehe nicht so ganz, warum der Katastrophenschutz nicht komplett zivil organisiert sein kann – vielleicht kann mich da jemand aufklären?

  4. Markus Weber // 24. Juni 2012 um 22:08 // Antworten

    Argumente werden diese Menschen nicht interessieren, daher ist der Artikel leider vergebene Liebesmüh. In meinem anderen Hobby darf ich mich leider des Öfteren mit der Argumentationsunfähigkeit und Intoleranz dieser Leute herumschlagen. Im Übrigen haben sie so oder so die Wahrheit gepachtet…

  5. Tja, vielleicht sollte man sich über die Erstmedien informieren und nicht über Sekundärmedien wie den Südkurier, die die Kritik an gewissen Geschichten natürlich verkürzt bringen. Wir bleiben dabei: Militarismus und Militär sowie Befehlsstrukturen haben in einer Gesellschaft, die nach Demokratisierung strebt, nicht viel bis gar nichts verloren. Dazu stellen wir gerne die folgende Antwort (siehe Link unten) bereit. Statt durch Militär, muss Katastrophenschutz ausschließlich ZIVIL organisiert sein. Dazu kann man auch gut die Bundeswehr zurückbauen (deren Etat in den letzten Jahren ausschließlich gestiegen ist). Man kann schließlich auch ausklammern dass neben dem Katastrophenschutz auch noch eine Militärparade stattgefunden hat – was vor ein paar Jahrzehnten mal aus guten Gründen verpönt war.

    Mit freundlichen Grüßen
    Die Linke.SDS Uni Konstanz (nicht zu verwechseln mit der Partei, die Sie fälschlicher Weise als beteiligte Organisation im Artikel mitnennen – auch wenn einzelne Akteure bei der Aktion Mitglieder der Partei sind)

    Und hier zum Leitartikel (der auch erklärt, was ZMZ mit Auslandseinsätzen zu tun hat):
    http://www.konstanz-für-alle.de/wordpress/?p=610

  6. Auch wenn, sie wird wohl kaum wahrgenommen werden.

  7. Mathias Ritter (Köln) // 25. Juni 2012 um 15:45 // Antworten

    Leider gibt immer wieder solche unverbesserliche Schreihälse, der Dagegen-Fraktion. Hoffen wir alle, dass diese nie in die Verlegenheit geraten sollten, auf die Kameraden angewiesen zu sein und anschließend vielleicht auch noch „danke“ sagen müssen…

  8. ich meine: wer da gegen ist soll dann doch bitte selber mitmachen.
    In solchen Situationen(Katastrophen) braucht man Leute Leute Leute und die Bundeswehr kann schnell und viele bereitstellen.
    Die Bundeswehr stellt die Leute bereit und Hilft, aber die Mekkerer mekkern nur und tuten nigs. Wenn die Bundeswehr sich da raus halten soll, sollen die doch die Persohnen und Matereialien stellen.

  9. Na ja, es geht ja nicht darum, dass in einem konkreten Fall, die Bundeswehreinheiten in der Kaserne bleiben sollen (ich wäre im Zweifelsfall jedem wahnsinnig dankbar, der mir hilft, egal ob Soldat oder ziviler Helfer) , sondern es geht darum, das es eine politische Entscheidung ist, ob der Katastrophenschutz militärisch oder zivil organisiert sein soll. Und da verstehe ich, wie gesagt, nicht so ganz, warum das nicht auch zivil funktionieren kann.

    Rein zivile Katastrophenschutzeinheiten wären doch eigentlich auch effizienter, oder? Denn schließlich würden diese sich im Training auf Rettungsmaßnahmen etc. konzentrieren (und nicht Kriegseinsätze trainieren) und würden zudem nicht im Zweifelsfall hier gar nicht zur Verfügung stehen, weil sie gerade in irgendeinem (mehr oder weniger zweifelhaften) Auslandseinsatz gebunden sind.

    Um dem Argument entgegenzukommen, dass eigenes Engagement in dem Bereich vielleicht nicht schlecht wäre: Was für Möglichkeiten gibt’s denn, in dem Bereich ehrenamtlich mitzuarbeiten? (Da ich ohnehin gerade überlege, mich in irgendeiner Form ehrenamtlich zu betätigen, wäre das ja vielleicht eine Option.)

  10. Zitat „Militarismus und Militär sowie Befehlsstrukturen haben in einer Gesellschaft, die nach Demokratisierung strebt, nicht viel bis gar nichts verloren. “

    Ob man Militarismus und Militär gutfindet oder nicht, hängt viel von der eigenen Persönlichkeit ab. Aber die genannten Befehlsstrukturen müssen sein – das Buzzword „Demokratisierung“ klingt gut, aber leider haben Notfall- und auch Katastropheneinsätze mehr mit Krieg und mit militärisch geprägter Führung als mit basisdemokratischer Beteiligung zu tun.

    Würde irgendeine Feuerwehr oder irgendeine andere Hilfsorganisation genauso basisdemokratisch und der Transparenz verpflichtet wie bspw. die Piraten-Partei arbeiten, wäre der Einsatzerfolg nicht fraglich, sondern eben nicht zu erreichen. Es gibt Situationen, die können nicht demokratisch, sondern nur mit einem Häuptling, der die Richtung vorgibt und mit seinen Indianern, die in diese Richtung arbeiten, abgewickelt werden. In diesen Situationen lohnt es sich, vom Militär zu lernen, denn diese Institutionen haben einiges mehr an Erfahrung als beispielsweise der Zivilschutz…

    Und nein, trotz meines abgeleisteten Wehrdienstes falle ich nicht automatisch vor meinem Wehrführer oder anderen Führungsdienstgraden in Schreckstarre, sondern bin durchaus bereit, gewisse Dinge auch auszudiskutieren – aber eben nicht im Einsatz, sondern nur außerhalb.

    Interessant wäre es, wenn die in der angesprochenen kritischen Vereinigung engagierten Menschen einerseits mal uns drüber aufklären, ob sie auch in Sachen Zivil- und Katastrophenschutz / nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr engagiert sind und wenn ja, wie ihre Erfahrungen mit „Demokratie im Einsatz“ so sind…

  11. Ich finde es absolut schwachsinnig darüber zu diskutieren ob der Katastophenschutz rein zivil organisierbar ist. Kein Arbeitgeber kann es sich Leisten Mitarbeiter tagelang im Kat-Einsatz zu haben, 2 – 3 Tage sind bei einem Großen Schadfall warscheinlich kein Problem, ich rede hier aber von 2 -3 Wochen die bei Hochwasser durchaus vorstellbar sind. Hier Kann das Militär seine vorteile Pefekt ausspielen. Manpower, Zeit und sie haben genügend Vorlaufzeit um es zu Organisieren. Ich komme aus Tirol und habe schon bei einem Hochwasser mit dem Militär zu tun gehabt, Aufgabenbereiche waren Schlammschöpfen, Wasser pumpen, Keller ausräumen und teilweise Objektschutz mit unterstützung der Polizei. Keine Aufgaben die viel Übung benötigen. Auch ist das Militär des Öfteren für Evakuierungsflüge bei Lawinen und Tierrettung bei extremen Wetterumbrüchen im Hochalpinen Gelände im Einsatz, ein aufgabengebit das trotz genügend privater Anbieter nur durch das Militär übernommen wird.
    sogesehen ist für mich diese Kritik absolut absurd und zeugt davon das sich vermutlich niemand der Kritiker ernsthaft gedanken darüber macht was alternativen sind und wer diese bezahlen kann.
    falls jemand Fragen haben sollte kann er sich gerne über die Seite als Antwortkommentar mit mir in verbindung setzen

  12. Nur mal kurz eine klizekleine Anmerkung: Der Katastrophenschutz ist mitnichten militärisch organisiert. Nur weil die BW im Rahmen der Amtshilfe tätig wird, ist daraus nicht sui generis eine militärische Organisationsstruktur abzuleiten. Grundsätzlich ist auch der KatS (bzw. der ZS) auf Befehl und Gehorsam gegründet, wenn auch nicht im militärischen Ausmaß, denn, wie schon zutreffend kommentiert wurde, ohne Befehl und Gehorsam ist eine komplexe EST nicht organisier- und führbar.

    In meinem Text steht eigentlich, dass die BW unter der Leitung des zivilen Einsatzleiters liegt, die Truppe sich, wie auch andere BOS-Einheiten, jedoch selbst führt.

    Mir düngt, dass es, was das deutsche KatS/ZS-Wesen angeht, eine große Unwissenheit gibt. Ich empfhle hierzu dringend die vom BBK bereitgestellte Lektüre/Ressourcen zu konsultieren, bevor man in die Diskussion einsteigt:
    http://www.bbk.bund.de/DE/Service/Fachinformationsstelle/RechtundVorschriften/Rechtsgrundlagen/rechtsgrundlagen_node.html
    http://www.bbk.bund.de/DE/Service/Fachinformationsstelle/RechtundVorschriften/VorschriftenundRichtlinien/vorschriftenundrichtlinien_node.html
    -http://www.bbk.bund.de/DE/Service/Fachinformationsstelle/Informationsangebote/Bibliographie.html
    – Ferner siehe die in den obigen, weiterführenden Fachartikeln genannte Literatur

  13. @hm
    ich meine das im fall einer Katastrophe ist daf Aufgabenspektrum sehr groß, vom einfachem Keller ausbumben bis hin zu Notfallkliniken. Die Bundeswehr kann viel mehr bereiche unterstützen als die Feuerwehr oder das THW oder DRK, Samariter… . Dazu kommt, das sie meistens die wichtigen aufgaben übernimmt, die Metikamenten-, Essen-, Wasserversorgung. Das können die anderen Hilforganisationen gar nicht, weil sie keine Ausreichende Lager und auch keine Transportmittel(Flugzeug, Hubschrauber…) dazu haben. Sie ist für solche fälle Nahrungsmangel, fehlende Medizinische Versorgung, zu versorgende Massenströme forbereitet, auch wenn diese Vorbereitung mit einen eventuellen Kriegsfall zusammenhängt, kann es in solchen Katastrophe Leben Retten.

  14. @hm
    Also auch noch nachzufragen, welche Möglichkeiten es gibt sich im ziv. KatS zu engagieren, zeugt nochmal mehr von der „Kenntnis“ zu diesem Thema.
    In jeder Kommune gibt es die Feuerwehren, HiOrg und in betimmten Stützpunkten das THW, Rettungshundestaffeln und, und ,und. Also wenn man da noch nachfragen muss wo man sich einbringen kann, dann fehlt’s halt schon irgendwo.

  15. @ matthias

    Danke für die Info.

    Nur um Missverständnissen vorzubeugen – ich hab mit diesem SDS nix zu tun und bin eher zufällig über diesen Artikel gestolpert. Also immer locker bleiben 🙂

  16. GENIAL!!!! Endlich ein Mensch der ausdrückt was ich denke! Darf ich diesen Text bitte bitte im Email Verteiler durch die Gegend jagen? Der Autor sollte den Pulitzer Preis bekommen

  17. Ich möchte zu diesem Thema noch einen anderen Aspekt ansprechen. Das die Bundeswehr, bzw. eine Armee im allgemeinen einen wertvollen Beitrag zum Katastrophenschutz leisten kann steht auser Frage, was aber in Frage steht ist, ob die Bundeswehr dies in Zukunft noch tun kann.

    Die Bundeswehr durchläuft seit Jahren Reform um Reform, beschönigend Transformation genannt, und wird dabei den neuen Anforderungen angepasst. Konkret heißt dies mometan, dass die Landesverteidigung sehr viel weniger Gewicht haben wird. Dies ist zwar seit Mitte der 90er klar, doch erst jetzt, vor allem unter dem Einsatzdruck, wirkt sich das auch auf die Truppe aus. Sie wird massiv verkleinert und das Fähigkeitsspecktrum verlagert. Die Durchhaltefähigkeit im Auslandseinsatz, das Training für diesen, sowie die Bereitschaft einiger Truppenteile innerhalb kürzester Zeit eingesetzt zu werden sind die neuen Prioritäten. Einsatz, Einsatzvorbereitung und Bereitschaft (Stichwort: EU-Battlegroupe etc.), diese Drei Dinge werden die Kräfte der Bundeswehr binden.

    Die Folge aus gestiegener Einsatzbelastung (dazu zählen wie gesagt auch Vorbereitung und Bereitschaft) und weniger Personal ist, dass sehr viel weniger freie Kräfte vorhanden sein werden um in einem Katastrophenfall zu unterstützen. Es wird nicht mehr wie im Kalten Krieg sein, als riesige Truppenkontingente auf den Übungsplätzen standen und im Notfall ohne große Probleme zur Verfüng standen.

    Ein Beispiel sollten die Transporthubschrauber der Heeresflieger sein. Diese werden von Auslandseinsätzen stark betroffen sein, da sie eine unverzichtbare Fähigkeit stellen, bei der die Bundeswehr in den letzten Jahre erhebliche Defizite hatte. Bisher waren wenige Hubschrauber im Auslandseinsatz, da die verwendeten Modelle nur sehr eingeschränkt tauglich waren. Dies wird sich in den nächsten Jahren ändern und die Hubschrauber werden stärker eingestzt werden, da man hier eine gewisse Unabhängigkeit von den Verbündeten anstrebt. Vom neuen Transporthubschrauber NH-90 werden sollen 80 (genaue Zahlen sind natürlich noch sehr unsicher, aufgrund der massiven Reformbemühungen, so wird etwa beim UHT eine Reduzierung um bis zu 50% in Erwägung gezogen.) Einheiten in Dienst genommen werden. Wenn man davon ausgeht, dass in einem Größeren und einen kleineren Einsatz, welche die Bundeswehr gleichzeitig über längeren Zeitraum bewältigen können soll, mindestens 12 Einheiten dauerhaft im Einsatz sein werden ( In Afghanistan sind 6 Hubschrauber vom Typ Ch-53G im Einsatz, vom Tiger will man 6 Einheiten dauerhaft im Einsatz halten können, was zeigen sollte, dass die Zahlen nicht völlig aus der Luft gegriffen sind ). Diese Zahl muss man mit drei Multiplizieren, da mindestens ein Kontingent im Einsatz, eines in der Vorbereitung, sowie eines in der Nachbereitung/Wartung/Urlaub ist. Damit sind 36 Einheiten, also fast die Hälfte alleine durch Einsätze gebunden. Wenn man nun Bereitschaftszeiten, Routinetraining, größere Manöver und Wartungen bedenkt kommt man sehr schnell auf sehr wenig einsetzbare Helikopter, die in einem Ernstfall die übrigen Katastrophenschutzorganisationen unterstützen können.

    Dies gilt ähnlich auch für andere Einheiten, anderes Gerät der Bundeswehr. Natürlich kann man noch nicht genau sagen wie sich die Situation genau darstellen wird, das wichtige Fazit aber bleibt. Die Bundeswehr wird in ihrer Fähigkeit Katastrophenhilfe zu leisten eingeschränkt werden, es werden Kapazitäten abgebaut.

    Es wird nötig sein genau zu evaluieren, was im Ernstfall wegfallen könnte bzw. inwieweit es nötig ist, dass der Zivile Katastrophenschutz neue Kapazitäten aufbaut um den Abbau bei der Bundeswehr zu kompensieren.

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