Warum Konflikte zwischen Hauptamt und Ehrenamt normal sind

Immer wieder liest man von Streiterein zwischen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Brandschützern. Doch woran liegt das eigentlich und was kann man dagegen tun? 

Wenn man etwas durchs Internet stöbert, stolpert man oft über das Thema Haupt- und Ehrenamt in der Feuerwehr. Hier mal eine kleine Auswahl an Schlagzeilen und Diskussionen der letzten Zeit:

Gemeinsam geht es besser, auch bei der Feuerwehr

Gemeinsam geht es besser, auch bei der Feuerwehr

Oha, scheint so, als ob teilweise richtige Kriege entbrennen und hier ist natürlich die Frage berechtigt nach dem Warum. Eins aber vorweg, ich bin aus tiefer Überzeugung ein teamorientierter Mensch. Ich habe schon mit Gruppen zusammengearbeitet die sich bekriegt haben und dadurch Projekte gegen die Wand gefahren haben. Genauso aber auch mit echten Teams gearbeitet, die Hand in Hand zusammen hielten und richtig geile Sache bewegt haben. Aus meiner Sicht wird man als Feuerwehr niemals zu den Besten gehören, wenn man nicht ein perfektes Team ist! Fehler macht nämlich jeder, aber in einem guten Team ergänzt man sich so, dass diese nicht ins Gewicht fallen und dadurch hat man viel schneller und größeren Erfolg.

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Es ist verdammt schwierig

Die schlechte Nachricht aber zuerst, das ewige Hauptamt- / Ehrenamt-Gezanke ist normal. Das heißt nicht, dass es gut ist, aber wir Menschen haben oftmals ähnliche Muster die man schön Voraussagen kann. Aus dem Grund schauen wir uns mal unabhängig von der Feuerwehr das Thema Gruppenbildung an, denn letztendlich liegt da bei einer Feuerwehr genau das Problem. Auf der einen Seite gibts die Gruppe Hauptamt und auf der anderen Seite die Gruppe Freiwillige Feuerwehr.

Nach einem Skript der Universität Köln, gibt es Voraussetzungen die eine Gruppenbildung positiv wie negativ beeinflussen können. Das sind:

  1. Gemeinsame Ziele („Wir sind zusammen weil wir etwas erreichen wollen“)
  2. Räumliche und zeitliche Nähe mit Möglichkeiten zu gemeinsamen Aktivitäten („Wir machen viel miteinander“)
  3. Gruppenerfahrene Personen („Wir haben alte Hasen mit Teamerfahrung in der Gruppe“)
  4. Hoher Nutzen der Gruppe („Die Gruppe bringt uns alle besser voran“)
  5. Attraktivität der Gruppe („Ich möchte dazu gehören“)
  6. Ähnlichkeiten innerhalb der Gruppe („Wir haben viele Gemeinsamkeiten“)

Um das Ganze etwas praxisorientierter darzustellen möchte ich diese Faktoren mal auf eine große Berufsfeuerwehr umlegen. Punkt drei lasse ich hier weg, da dieser Faktor erstmal von einzelnen Personen und nicht von einer Gruppe abhängig ist.

Die Punktevergabe ist von mir und soll verdeutlichen wie die Bildung eines gemeinsamen Teams nach unten immer schwieriger wird und somit auch weniger Punkte heraus kommen. Die bestenVoraussetzungen für ein tolles Team hat die Wachschicht einer Berufsfeuerwehr, da es hier die besten positiven Einflussfaktoren für ein starkes Team gibt. Die Feuerwehrleute verfolgen in der Wachschicht gleiche Ziele (1), haben viel miteinander zu tun (2) und können Dinge nur durch die gesamte Gruppe erreichen (4). Man ist oftmals Stolz auf seine Schicht (5) und hatte viele Gemeinsamkeiten (6). Im krassen Gegensatz hierzu, die Gesamtfeuerwehr  mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Feuerwehrkräften am unteren Ende der Skala. Man verfolgt wenig gemeinsame

Neutrales Wappen bei den Einsatzfahrzeugen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr in München

Neutrales Wappen bei den Einsatzfahrzeugen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr in München

Ziele (1), hat getrennte Räumlichkeiten und trifft sich selten (2), kann scheinbar auf den anderen verzichten (4), hat wenig Interesse mit dem Gegenüber in einen Topf geworfen zu werden (5) und auch die Ähnlichkeit was Ausbildung und Kleidung angeht ist sehr gering (6).

Darüber hinaus sieht man in dieser Tabelle, dass das Gruppenproblem erstmal kein hauptamt- bzw. ehrenamtsspezifisches Problem ist, sondern in allen Bereichen der Feuerwehr auftreten kann. So kenne ich auch Streitereien zwischen einzelnen Berufsfeuerwehrwachen einer Stadt. Allerdings wird leicht sichtbar, dass es die größte Herausforderung ist, aus Berufskräften und Ehrenamtsrettern ein starkes Team zu bilden.

So genug gejammert, überlegen wir uns Maßnahmen wie wir das hinbekommen können:

1) Gemeinsame Ziele für alle

Ja, da fangen wir gleich mal mit dem schwierigsten Thema an. Klar, wir alle wollen Menschen helfen aber gibt es nicht oftmals verdeckt ganz andere Themen die man verfolgt? Da möchte man nicht mehr Hauptamtliche haben weil die einem die Einsätze wegnehmen oder man hält die FF klein, um möglichst viel Macht im Hauptamt zu haben. Hier sollten sich die Verantwortlichen an einen Tisch setzen und gemeinsam überlegen wo man hin möchte und dann realistische Ziele ableiten. Wenn auch nicht politisch korrekt, können hier gemeinsame Feindbilder helfen, gleiche Ziele zu verfolgen. Das können bevorstehende Sparmaßnahmen der bösen Politiker sein oder auch die schlimme Privatfeuerwehr, die in die Stadt drückt.

2) Räumliche und zeitliche Nähe

Reißt Gerätehäuser und Wände nieder und vereinigt Euch! Warum muss das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr 500 Meter neben der Berufsfeuerwehr gebaut werden? Warum gibt es keine gemeinsame Fahrzeughalle und Aufenthaltsräume? So würde man sich viel öfters über den Weg laufen, kommt ins Gespräch, geht gemeinsam rauchen und merkt, dass der andere doch nicht so doof ist wie man immer gedacht hat.

3) Gruppenerfahrene Personen

Das ist im Hauptamt einfacher zu steuern, denn hier kann man bei der Stellenbesetzung explizit nach Bewerbern mit hoher Sozialkompetenz suchen. Bei einigen Jobausschreibungen von Feuerwehren habe ich daher schon gesehen, dass Führungskräfte mit „Hoher Sozialkompetenz insbesondere auch beim Umgang mit ehrenamtlichen Helfern“ gesucht werden. Bei der Freiwilligen Feuerwehr ist das schon schwieriger, aber auch hier sollte die Mannschaft bzw. die Führung darauf achten, dass in Schlüsselpositionen Personen mit hoher Sozialkompetenz vorhanden sind.

4) Nutzen der Gruppe

Sowohl Hauptamt wie auch Ehrenamt sollen sich überlegen, was sie in das gemeinsame Team einbringen. So können die hauptamtlichen Kräfte die Freiwilligen bei Verwaltungsaufgaben entlasten, Interessante Übungen vorbereiten und umfangreiches Wissen vermitteln. Die Ehrenamtlichen, können dafür sorgen, dass die Einsatzbelastung für die Hauptamtlichen in Spitzenzeiten abgefangen wird, dass das politische Gewicht durch viele Mitglieder stärker wird, es eine zuverlässige Rückfallebene gibt oder auch mit Know How unterstützt wird, dass bei Berufsfeuerwehren wenig vertreten ist (Marketingfachleute, Controller, Schlüsseldienst, Arzt, Landwirt, etc.). Allerdings muss man das dem gemeinsamen Team erstmal bewußt machen, um deutlich zu machen, was man am anderen hat.

5) Attraktivität der Gruppe

Hier haben die hauptamtlichen Kollegen einen Vorteil, da sie als Berufsfeuerwehrleute grundsätzlich schon mal ein hohes Ansehen haben. Im ehrenamtlichen Bereich gilt es hier erstmal ein professionelles Auftreten zu gewährleisten und durch Kompetenz auf sich aufmerksam zu machen. Die hauptamtlichen Kräfte sollten stolz auf ihre Freiwillige Feuerwehr sein und sich nicht schämen das gleiche Rückenschild zu tragen. Wichtig ist zudem auch ein positives Umfeld zu schaffen wo neue Mitglieder, egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich, willkommen sind.

6) Ähnlichkeiten

Das Rückenschild als Unterscheidungsmerkmal

Das Rückenschild als Unterscheidungsmerkmal

Das fängt bei der Kleidung an und hört bei der Ausbildung auf. Warum muss die Einsatzkleidung von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr unterschiedlich sein? Warum gibt es keine gemeinsamen Poloshirts? Warum steht auf dem Rückenschild Berufs- bzw. Freiwillige Feuerwehr?

Schwieriger wirds aber bei der Ausbildung, weil die hauptamtlichen Kräfte hier viel mehr Zeit investieren können. Trotzdem müssen auch die ehrenamtlichen Kräfte in bestimmten Bereichen ein ähnlich hohes Ausbildungsniveau aufbauen. Das geht durch Eigenstudium, fundierte Ausbildung und anspruchsvolle Einsatzübungen zusammen mit den hauptamtlichen Kräften.

Mit diesen Punkte habe ich Euch hoffentlich bewußt gemacht, dass zu einem erfolgreichen Team mehr gehört als sich gegenseitig zu dulden. Auch muss klar sein, dass ein Teambildungsprozess über Jahre dauern kann, v.a. wenn die Gruppe groß ist.

Wäre spitze wenn Ihr zum Schluss noch diesen Fragebogen mit acht Kreuzchenfragen ausfüllt, damit ich mal ein Gefühl bekomme wie hoch die Bereitschaft für bestimmte Themen ist.

>> Hier gehts zum Fragebogen

35 Kommentare zu Warum Konflikte zwischen Hauptamt und Ehrenamt normal sind

  1. Viele junge hauptamtliche machen diesen Job vor allem wegen des Geldes und nicht wegen des Jobs an sich. D.h. sie verstehen einfach nicht die ehrenamtliche Motivation und definieren diese als „Jobklauer“.
    Auch auf der ehrenamtlichen Seite gibt es solche, die sehen die Hauptamtlichen als reine „Söldner“ und vergiften die Zusammenarbeit.
    Da sind dann die Führungskräfte auf beiden Seiten gefordert, die die Zusammenarbeit vorleben müssen.
    Es gibt doch nichts schöneres als an der Einsatzstelle gemeinsam (auch mit gemischten Trupps) das Ziel zu erreichen und voneinander zu lernen.

  2. Hier möchte ich als BFler auch mal was zu sagen:

    Viele junge Hauptamtliche machen den Job weil sie zur Feuerwehr wollen und nicht wegen des Geldes! Natürlich werden diejenigen im Bewerbungsverfahren ausgesiebt, die körperlich sowie geistig nicht geeignet sind, einsatzgeil sind und Blaulichter in den Augen haben, denn so jemanden können wir nicht gebrauchen. Nur sind das dann meistens die, die hinterher über die böse Berufsfeuerwehr schimpfen und uns als arrogante, eingebildete Deppen bezeichnen.
    Die Motivation bei den Berufsfeuerwehrleuten ist vielleicht nicht die selbe wie bei vielen übermotivierten FFlern, denn das gelebte Heldentum wie es bei der FF gerne vorgegaukelt wird, das gibt es einfach nicht. Dennoch sind wir aus dem selben Grund wie die meisten bei der Feuerwehr, wir haben uns nur entschieden das Ganze professionell zu machen.

    Zu Florians Punkten:

    Räumliche Nähe:

    Gerade das ist etwas dass ich auf keinen Fall möchte. Wir leben auf der Wache und da habe ich keinen Bock, dass da ständig die FFler herumrennen. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Da hocken dann immer die herum, die keine anderen Hobbys haben oder kein Privatleben. Und dann auch noch gemeinsame Aufenthaltsräume? Nein, Danke. Ich habe echt keine Lust mir stäöndig auf die Finger schauen zu lassen oder auf meinen Teller. Ihr bei euch im Gerätehaus, ich auf meiner Wache.

    Wir hauptamtlichen Kräfte machen doch jetzt schon so gut wie alles für die FFen. Werkstätten, Geräteprüfung, Kleiderkammer, Personalabteilung. Ich denke ihre Einsatzberichte (wenn sie dann mal einen schreiben müssen) können sie auch mal alleine schreiben. Und ihren Übungsplan werden sie auch noch slebst auf die Reihe bringen, oder?

    Die erhenamtlichen Käfte sollen uns zu Spitzenzeiten entlasten? Ist doch eigentlich genau anders herum… Und wenn ich tags über und des Nachts fast immer mehr als 10 Minuten warten muss, dass ein FF-Fahrzeug mit einer kompletten AGT-Besatzung ausrückt, was bringt mir diese Einheiten zur Entlastung?

    Jede FF hat bei uns Spezialaufgaben. Aber alarmiere mal unter der Woche morgens oder auch Nachts mal den ABC-Zug der FF… Da brauchst Du dir keine Illusionen machen, Du bist alleine. Und das bekommen wir ganz gut hin, die Ausrüstung ist für weniger Personal optimiert. Und wenn wir die dienstfreien Kräfte der BF nachalarmieren, dann habe ich innerhalb kürzester Zeit mindestens 30 – 40 weitere Personen die alle AGT-tauglich und komplett in allen Bereichen ausgebildet sind. Das bringt mir für den Einsatzerfolg mehr als wenn ich ein Überraschungsmenü von 15 Leuten nach zwanzig Minuten bekomme, bei denen man wieder schauen muss wer überhaupt was kann.

    Und das ist auch der Grund, warum es sinnvoll und notwendig ist das Personal zu kennzeichnen. Ich muss im Einsatz erkennen können mit wem ich es da zu tun habe. Bei einem BFler weiss ich was er kann, bei einem FFler muss ich erstmal wieder rumfragen und jemanden finden der zur Aufgabe passt. Gemischte Trupps werden so schon wieder fast unmöglich.

    Zum Schluss:

    Das Ehrenamt braucht uns BFler und HA-Kräfte nicht um sich kaputt zu machen, das schaffen sie von ganz alleine. Wenn man sich anschaut, wieviele Feuerwehrstreiks oder Austrittswellen es gibt, weil man nicht das gewünschte Auto bekommt, nicht die Person zur Führungsperson gemacht wurde die zum eigenen Freundeskreis gehört oder plötzlich mehr Wert auf Ausbildung und körperliche Fitness gelegt wird. Das Problem der FFen ist, dass hier immer wieder der Auftrag in den Hintergrund tritt und man sein eigenes Ansehen mehren will.

    So, jetzt dürft ihr mich zerreissen, ich hab da mittlerweile eine dickes Fell. 🙂

    Gruß,

    Daniel

  3. Ich selbst bin in einer Feuerwehr die sowohol Hauptamtler; sowie auch Ehrenamtliche Feuerwehrleute in der Gruppe hat. Der Konflikt zwischen den beiden „Parteien“ mag wohl oftmals vorkommen, jedoch in meiner Wehr ist das absolut nicht der Fall. Schon von anfang an harmonierten beide Parteien und die Arbeit zusammen klappt super:)!
    Ein Manko bei der Ausbildung finde ich jedoch das Ehrenamtliche teilweise schlechter und kürzer ausgebildet werden als Hauptamtliche, jedoch gebietsbezogen das gleiche leisten müssen.
    Klar ist auch das die Motivation eines Ehrenamtlers teilweise doch höher ist die Arbeit zu verrichten als die eines Hauptamtlers. Letzendlich ist es für den Hauptamtler irgendwann nur noch der bittere Berufsaltag der ihn Tag täglich fordert, wobei der ehrenamtler doch schon etwas „freier“ ist. Aber ich denke hier teilen sich die Meinungen.
    Dennoch ist es ratsam das beide „Parteien“ 101% zusammen arbeiten, denn letzendlich zählt das gute Ergebniss und das sollte das Ziel von Ehren- wie auch Hauptamtler sein. Leute die sich wichtig machen gibt es immer wieder, solche gehören aber meiner Meinung nicht in die Feuerwehr, denn Feuerwehr bedeutet Kameradschaft und Teamgeist und Wichtigtuer haben jegliche Tugend für Kameradschaft und Teamgeist verloren.
    In diesem Sinne.

    Lg 🙂

  4. Ich sehe Punkt 6 also Ähnlichkeiten als sehr wichtig an, besonders jüngere Kameraden fuchst es glaube ich innerlich ein wenig, dass BFler eine andere PSA besitzen also FFler… Sie stellen sich (berechtigterweise) die Frage, warum BFler neuere, komfortablere und sicherere PSA beekommen. Allerdings darf man hier natürlich nicht vergessen, wieviel die PSA jeweils genutzt wird…

    in unserer Feuerwehr wird in diesem Bereich sehr tatkräftig gearbeitet, was ich wirklich sehr gut finde. Vor ca. 2 Jahren haben (wie du im Artikel schon angesprochen hast) JF + FF +BF die geleichen Poloshirts + Pullover mit der Aufschrift Feuerwehr Freiburg bekommen. Auch bei kleinen Details wie auf der Ausgehuniform wurden Schriftzüge in Feuerwehr Freiburg umegwandelt (statt Freiwillige bzw. Berufsfeuerwehr Freiburg).
    Ich hoffe (und bin guter Dinge), dass auf diesem Level weitergearbeitet wird.

  5. In unserem Näherem Umfeld gibt es keine BF und deshalb habe ich bei Einsätzen noch nicht mit ihnen zusammenarbeiten müssen oder dürfen.
    Aber ich kann sagen das es das Problem von Machtgerangel auch sehr Stark zwischen Freiwilligen Feuerwehren sogar oder erst recht in der selben Stadt gibt und mir dieses schon tierisch auf die Nerven geht.
    Ich habe das Starke Gefühl das ich den Text von Daniel ohne weiteres unter schreiben kann vor allem den letzten Absatz zum Schluss.
    Ich bin ein Freiwilliger und kann die Dinge die Daniel da aufgeführt hat voll Nachvollziehen.
    Aber einen Verbesserungsvorschlag von Florian finde ich doch ganz sinnvoll und zwar der über die Gleichwertige Ausbildung von Freiwilligen und Hauptamtlichen. Leider ist genau dieser Punkt auch der den man am Schwierigsten umsetzen kann.
    Am Ende sollten sich einige Freiwillige mal fragen was sie in der Feuerwehr überhaupt wollen.
    In den letzten Jahren habe ich immer mehr das Gefühl das es viele Menschen gibt die nur mitmachen damit sie in der Öffentlichkeit was darstellen können und sich deshalb in höheren Positionen herumtreiben wo andere Engagierte Kameraden besser aufgehoben wären.

  6. Die PSA ist bei uns für FF und BF gleich. Der einzige Unterschied ist das Rückenschild „Berufsfeuerwehr“ und „Feuerwehr“, die Aufschrift „BF“ und „FF“ auf dem Helm, und die Ärmelabzeichen und Wappen.

    Da unsere PSA jedoch häufiger in Gebrauch ist, haben wir BFler jedoch bei der Grundausstattung 2 Sätze Feuerschutzkleidung und die FFler nur einen. Wir BFler haben ein Punktekonto, von dem wir jedes Jahr Bekleidung und PSA kaufen können bzw. müssen. Da unsere PSA häufiger getragen und belastet wird als die der FF müssen wir auch nach weniger Jahren die Feuerschutzkleidung austauschen. Die FFler bekommen bei Beschädigung ein neues Bekleidungsstück, wir müssen uns das ganze eben „kaufen“. Also, wenn Du in einem Jahr eine neuen Feuerschutzjacke gekauft hast und weiter T-Shirts, etc. benötigt hast, dann kann es sein dass für ein neues Paar Stiefel auf das nächste Jahr gerwartet werden muss. So lange bekommen wir dann Ersatz aus der Kleiderkammer, aber nur wenn man wirklich überjaupt nichts mehr hat.

    Der FFler kommt mit der kaputten Bekleidung und geht mit einer Neuen. Da muss man nicht warten…

    Stört mich jedoch eigentlich nicht, da man Bekleidung „taktisch“ geschickt beschaffen sollte. D.h. wenn die Feuerschutzkleidung 4 Jahre auf dem Buckel hat, sollte man im Jahr darauf anfangen neue FSK zu kaufen. Vielleicht erst die Jacke und dann die Hose oder anders herum wenn man noch weitere Klamotten benötigt.

  7. @Daniel: Das was Du in Deinem ersten Post beschrieben hast, würde ich ebenfalls so unterschreiben. Mögen die aufgezählten Aspekte auch auf die Spitze getrieben sein, es ändert nichts an ihrer Richtigkeit.

    Nein, ich bin keiner aus dem Hauptamt, sondern selbst jmd. aus der FF. Und soll ich euch was sagen! Mir ist es langsam peinlich mich als FF’ler bekennen zu müssen. Und ja, das Thema Austritt aus dieser so genannten „Organisation“ ist ein sehr aktuelles Thema.

    Dass die FF sich selbst zerfleischt hat viele Gründe, da spielen Machtgerangel (wie in einem Verein), Charakter („gib einem Deutschen eine Uniform“) und Einsatzgeilheit eine Rolle. Ich nenne es bewusst Einsatzgeilheit, weil dies auf den überwiegenden Teil der Kameraden zutrifft (auch ich war mal jung und habe mich so motiviert, von daher ist das Erfahrungsschatz).

    Nicht nur deshalb, sondern auch wegen der anderen, diskutierten Probleme (Demographie, Eignung, Ausbildung, Zeit, Arbeitgeber, …) wird die FF als Flächenorganisation noch in unserer Generation kaum mehr eine Rolle spielen. Die FF wird aussterben, so wie die Dinosaurier. Gut, einige wenige werden überleben (so wie Echsen und Krokodile).

    Aber im Grunde liegt die Zukunft der Gefahrenabwehr in hauptamtlicher Hand. Mehr noch bin ich der Ansicht, dass eine hoheitliche Aufgabe nicht von einem Ehrenamt ausgeführt werden darf! Und warum? Weil das Ehrenamt die Anforderungen zur Bewältigung dieser hoheitlichen Aufgaben nicht mehr erfüllen kann: Es fehlt zu jeder Tages- oder Nachtzeit das Personal, Ausbildung kann wg. Zeitmangel nicht in der erforderlichen Intensität erfolgen, … .

    PS: Dieses „Heros“-Gesabber von einigen (nicht allen) FF’lern geht mir sowas von auf den Senkel. Die wahren Helden sind die, die ihre Taten nicht öffentlichkeitswirksam vermarkten, sondern einfach ihren Job machen: Und das sidn die Hauptamtlichen!

  8. Ich bin neben meiner Arbeit bei der BF seit mittlerweile 22 Jahren (inkl. JF) bei einer freiwilligen Feuerwehr (diese ist aber nicht in der Gemeinde in der ich arbeite). Aber ehrlich, Spass macht es mir nicht mehr und ich bin oft kurz vor dem Austritt. Aber dann denke ich mir immer wieder: „Kannst Du ja eigentlich nicht machen, tagsüber ist ja eh kaum einer da.“ Aber eigentlich sollte mir das alles total egal sein. Was bei mir in der FF im Kleinen abgeht, das hast Du in ganz Deutschland im Großen.

    Die Wehrführung hält diejenigen, die wirklich Ahnung haben kurz. Alles was wir BFler (wir sind schon ein paar) sagen, ist alles erstmal großer Mist, denn wir wären hier ja immer noch eine FF. Egal um was es geht: Sport, bessere Ausbildung, anerkannte Regeln der Technik und einfach nur die Grundlagen. Die, die was zu sagen haben (und das auch hintenrum) sind nur die, die der Führung genehm sind, zu allem Ja sagen und alles als Evangelium sehen was der Wehrfüphrer da von sich gibt. Wir BFler sind zwar alle als GF oder auch ZF eingesetzt, aber eigentlich nur, weil tagsüber sonst kaum eine Führungskraft da ist.
    Die meisten FA sind ja sowieso die Besten und Basics muss man ja nicht trainieren. Und im Einsatz klappt es dann wieder nur mit Hängen und Würgen. Auf Diskussionen lasse ich mich eh kaum noch ein, denn wir BFler sind ja sowieso nur Theoretiker und haben ja eh keine Ahnung. Und die FFler haben ja auch die selbe Ausbildung wie wir und wissen daher natürlich auch alles besser, ausserdem sind sie auch motivierter, denn wir machen das ja nur wegen dem Geld. (Die Meinung habe ich hier ja auch schon lesen müssen)

    Bei fahrzeugbeschaffungen arbeite ich auch nicht mehr mit. Vorschläge von uns BFlern werden meist mit BF-Mist abgetan, später werden manche Dinge jedoch wieder von anderen Leuten vorgebracht und da ist es plötzlich ganz toll. Hinweise darauf, dass die ganze Wunschausstattung das Fahrzeug wieder zu einer eierlegenden Wollmilchsau macht, den Preis nach oben treibt, eine überörtliche Einsetzbarkeit fast unmöglich ist, für die vorgesehenen Einsatzarten beinaher unbrauchbar macht (Stichwort Masse, Achslast, etc.) und überhaupt nicht in eine „echte“ Taktik passt, werden überhört oder niedergebrüllt. Und so kauft man sich dann wieder ein kleines Denkmal, aber kein Fahrzeug das ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat und auch den Einsatzwert hat den man eigentlich gerne hätte.
    Hauptsache größer, lauter, mehr Blinklichter und mehr Technik als die Nachbarfeuerwehr.

    Ich mach´ auch nichts mehr daheim für die Feuerwehr. Ich habe diverse Unterlagen und andere Dinge für die FF zuhause erarbeitet, die uns das Leben echt ein wenig einfacher und angenehmer gemacht hätten. Aber die Sachen wurden nie eingeführt oder auch nur irgendwie beachtet. Mit einem kurzen „Ich schaus mir irgendwann mal an!“, sind die Unterlagen in irgendeinem Schrank verschwunden und das schon vor Jahren.

    Auch die Ausbildung wird nicht von denen gemacht, die sich damit auskennen. Da hat der Wehrführer seine Günstlinge und lässt die das dann machen. Die sind nicht vorbereitet, haben keine Ahnung und dann bekommen die FA irgendeinen Mist erzählt. Das wars dann. Super Qualität…

    Aber wehe, Du weißt mal darauf hin. Da ist der Ärger riesig. Es kann ja nicht sein, was nicht sein darf.

    Echt, da ist die Motivation bei uns BFlern flöten. Denn das oben beschriebene passiert nicht nur bei mir und in meiner FF. Die meisten Kollegen der BF, die bei einer FF waren sind aus genau diesen Gründen ausgetreten und sagen auch: „Lass die doch ihren Scheiss alleine machen, irgendwann setzen sie den Karren schon an die Wand.“

    Und dazu braucht man, wie ich in meinem ersten Beitrag oben geschrieben habe, uns BFler un HA-Kräfte nicht. Das bekommen die FFen schon gut alleine hin. Und dann schreien sie rum, wenn plötzlich niemand mehr da ist der ausrücken kann und will. Und dann muss auch über HA-Personal nachgedacht werden. Und dann kommt es zu solchen Streiks und Streits, wenn aus einer reinen FF eine FF mit HAW gemacht werden soll. Oder eine HAW eine BF werden könnte. Es geht da nicht um den besten Schutz des Bürgers, nein. Den FFlern, die damit ein Problem haben geht es eigentlich nur darum, dass sie nicht mehr den Max machen können und ihre Felle davon schwimmen sehen. Aber bei der FF konnte ja schon immer jeder mitmachen und da kann auch jeder was werden. Da leben viele das aus, was im Privat- oder Berufsleben eben nicht so klappt.
    Und aus diesen Gründen gibt es auch immer wieder Treit zwischen FF und BF in Gemeinden mit einer BF, die den Erstschlag stellt. Da kann man eben nicht so schön angeben und sich gegenseitig solange auf die Schulter klopfen bis man Hornhaut hat.

    Und das werden euch die meisten BFler oder HA-Kräfte genau so unterschreiben, in ganz Deutschland.

    P.S.: Während eines 24h-Dienstes war mal eine FF da und wollte Geräte zur Reperatur bringen. Nachdem ich sie bedient hatte, wünschte mir ein FFler einen schönen Dienst. Ich bedankte mich. Da fragte mich der FA was denn für mich eigentlich ein schöner Dienst sei: „Doch bestimmt einer, bei dem es richtig räumt, oder?“ Als ich ihm antwortete, dass für mich die besten Dienste die sind, bei denen es dem Bürger gut geht und er unsere Hilfe nicht braucht, da wurde sein Gesicht immer länger und er sah mich mit absolutem Unverständnis an.

    Und meine Einstellung zu meiner Tätigkeit hat nichts damit zu tun, dass ich arbeitsfaul bin und nachts durchruhen will. nein, ganz bestimmt nicht. Ich fahre raus, wenn jemand meine Hilfe braucht. Da ist es mir egal wann, egal wie lange und egal wegen was. Aber ich geiere nicht auf spektakuläre Einsätze und ein Held will ich nicht sein. Aber das verstehen viele FFler einfach nicht.

  9. River Phoenix // 15. Februar 2011 um 16:19 // Antworten

    @Daniel Kennst Du den Film „Madagaskar“? An einer Stelle heißt es „Immer schön lächeln“ und ich ergänze für mich: „Denke Dir Deinen Teil dabei“

  10. Also ich glaube schon das die Freiwillige Feuerwehr als Flächenorganisation weiterhin eine große Rolle spielen wird auch trotz der Probleme wie Demographie, Zeit und Arbeitgeber. Die Probleme wie Machtgerangel oder Konkurrenzdenken gegenüber anderer Freiwilliger Feuerwehren oder den Berufsfeuerwehrren gibt es wohl auch nicht erst seit Gestern und wird es auch immer geben. Und trotzdem gibt es immer noch Freiwillige Feuerwehrmänner die das ganze der Sache wegen machen, nämlich um anderen Menschen zu Helfen und nicht um sich als Helden oder ähnliches zu fühlen.
    Außerdem stelle ich es mir sehr schwierig vor die Aufgaben der Feuerwehr nur mit Hauptamtlichen zu bewältigen, wer soll das denn noch bezahlen?
    Vielmehr sollte jeder in seiner Wehr darauf achten das nicht alles aus dem Ruder läuft und auch sich selber mal die Frage stellen warum man eigentlich dabei ist.

  11. Im Groben und Ganzen hast du natürlich Recht, Daniel!
    Bei der FF ist viel übermotivation gegeben und das ganze Helden & Rettergelabere vorhanden.
    Viele, die der FF Feuerwehr beitreten, tun das meiner Meinung nach zu 90% wegen dem Status. Nun kann man sich sagen “ Ja, ich stelle etwas da! Ich hab jetzt eine Uniform an und bin wichtig!“ Jeder der vorher ein „kleines Würstchen“ war stellt schnell etwas anerkanntes da. Am liebsten ham diese Leute jeden Tag einen Einsatz mit dem sie ihr Selbstwertgefühl dann anschließend aufpolieren können. Solche Action-Heroe Vorstellungen ham bei der FW nichts zu suchen. Jedoch stellt sich oftmals schnell herraus, dass genau diese Leute überhaupt nicht wichtig sind, meist sind es die Leute, die nichts drauf haben, nicht den nötigen Ernst mitbringen und vieles verharmlosen.
    Sowohl bei BF als auch bei FF kommt es im Ernstfall auf jede Minute an und da sollte man schon etwas von seinem Handwerk verstehen und damit mein ich nicht nur die Uniform spazieren zu tragen! Finde es schade das solche Leute das Bild eines „richtigen“ Feuerwehrmannes der seine Leidenschaft/Hobby oder Beruf mit dem nötigen Respekt ausübt trübt.

    Klar ist auch das viele einfach nur „Machtgeil“ sind und etwas darstellen wollen und das auch bei den höheren Posten. Hier ein Ansatz der völlig unakzeptabel ist, für einen Feuerwehrwann ,der Kammeradschaft zeigen sollte :)! Und vor allem kann man solche Phänomene überwiegend bei der FF beobachten, hier scheint wohl oftmal die Stellung der einzelnen Personen verkannt und nicht beachtet zu werden. Das ist bei der BF meiner Meinung nach eine ganz andere Sache. Da ist viel mehr Ordnung und Disziplin drin. Hier ein Punkt der durch die gegeben „Freiheit“ eines FFler verursacht wird. Ein BFler kann sich sowas nicht erlauben. Wer da lang rumeiert ist schneller wieder beim Arbeitsamt, als ein FFler der meint sich wichtig machen zu müssen und seine eigenen Befehle ausführt. In diesem Gebiet müsste bei der FF viel mehr Ordnung entstehen und auch Konsequenz her.

    Zu dem breiteren Equipment bei der BF muss man garnicht diskutieren. Klar ist das die BF viele Einsätze mehr fährt als eine FF. Somit brauch man auch über das Thema nicht zu beraten und zu schimpfen. Sowas erklärt sich jedem normalen Menschen, mit Sinn und Verstand, von selbst.

    Thema Ausbildung, Fortbildung ist ein ziehmlich „heikles“ Thema bei der FF. Ich finde das hier zu viel schleifen gelassen wird. Viele sind teilweise schon unterwegs mit noch nicht einmal einem Grundlehrgang. Solche Leute schickt man dann in völlig unbekannte und meist überfordernte Situationen, mit denen diese Leute nicht vertraut sind und dafür auch nicht ausgebildet.
    Ich selbst habe vom Grundlehrgang, Maschinist ,CSA-Träger, Gruppenführer bis zum Zugführer alles. Jedoch auch meist durch Eigenregie, den nötigen Willen und das Opfern meiner Wochenden für Lehrgänge. Ein BFler wird hier natürlich schon standartmäßig ausgebildet. Ein FFler hats da schwerer und wer den nötigen Ehrgeiz nicht besitzt, der maschiert früher oder später völlig ahnungslos im Einsatz rum und stört quallifizierte Leute.

    Ich persönlich finde man könnte jetzt noch 100te von Punkten aufzählen, fällt hier schon schwer auf alles einzugehen. Habe jetzt einfach mal das angerissen, was mir ins Auge fiel. Auf jedenfall sollte man nicht alle FFler als „Idioten, Nichtskönner und Nervensägen“ abstempeln. Wie überall auf der Welt gibt es immer zwei Seiten und ich kenne viele angaierte und auch annähernd so gut wie BFler ausgebildete FFler.
    Somit sollte man hier auch distanzieren, auch wenn die negativ Meinung auf eine Vielzahl der FFler zutrifft.

    Lg 🙂

  12. Hallo zusammen,

    als ich den ersten Post von meinem Namensvetter gelesen habe musste ich schon erst-mal schlucken wie man als junger FFler teilweise von BFlern gesehen wird.

    Ich komme auch aus einer großen Stadt mit FF und BF und wunder mich doch teilweise über die Ansichten…

    Natürlich gibt es immer Spinner bei der FF aber es sind nicht alle so!

    ich engagiere mich sehr für meine FF und würde mir oft ein klein wenig mehr Wertschätzung wünschen.

    Das man als BFler getrennte Räumlichkeiten von der FF haben möchte kann ich voll verstehen. Wenn man aber z.B. den ELW 2 für den Fernmeldedienst abholen möchte und nur komisch angeschaut wird, kommt man sich schon blöd vor und fragt sich manchmal auch warum tue ich mir das an?

    Das wir nicht so schnell zu Einsätzen ausrücken können wie die BF ist doch glasklar und ich kann den Vorwurf einfach nicht verstehen. Ich lasse meine eigentliche Arbeit liegen um die Kollegen von der BF zu unterstützen und werde dann noch angeraunzt weil ich 10min von meiner Arbeit zum GH brauche?

    Auch das Thema PSA und Fahrzeuge verstehe ich voll und ganz, ich brauche nicht das allerneuste an Material weil wir nunmal so gut wie nie als Erstangreifer vor Ort sind. Was da Thema kennzeichnung von BF und FF angeht… Bei uns gibt es in Sachen PSA keine Unterscheidung bis auf die Helmnummer. Wenn ich jemanden für eine Aufgabe brauche, sage ich das dem GF/ZF der FF und der gibt mir das Personal, dass diese Aufgabe auch leisten kann. Funktioniert bei uns super.
    Auch gemischte Trupps gibt es bei uns ab und zu mal (wenn es die Einsatzlage zulässt). Denn durch gemischte Trupps lernt man meiner nach immer noch an meisten. Da ein BFler doch schon den ein oder anderen guten Tipp hat.

    Das Ihr hauptamtlichen Kräfte alles für uns macht geht meiner Meinung nach einfach nicht anders. Ich kann mich nun einmal nicht nach einem 9h Arbeitstag noch hinsetzen und irgendwelche Geräte prüfen oder ähnliches. Irgendwie muss ich auch noch mein Privatleben organisieren und ein bisschen Freizeit braucht man auch einmal. Auch diesen Vorwurf möchte ich deshalb entschieden zurückweisen.

    Noch ein paar Abschließende Worte: Feuerwehr ist für mich ein Hobby, das ich versuchen muss, mit meiner eigentlichen Arbeit und meinem Privatleben in Einklang zu bringen. Das ist teilweise sehr aufwändig. Dann von BFlern als überflüssig bezeichnet zu werden kann ich einfach nicht nachvollziehen. In meiner Stadt ist die FF nunmal „nur“ eine Unterstützungkomponente für die BF und dann teilweise komisch angeschaut zu werden wenn wir am Einsatzort eintreffen ist nicht Sinn der Sache. Dann lieber alles mit Hauptamtlichen Kräften abarbeiten und die FF dicht machen. Versuchen Sie das aber mal jemanden zu erklären der das Geld verwalten muss. „wir beschäftigen jetzt nur noch HA Kräfte, weil die 5min schneller an der EST sind als eine FF und Aufgaben 2min schneller abarbeiten.“

    Das ist meine Sicht der Dinge 😉

    Gruß,
    Daniel

  13. Hi Daniel!

    „Das wir nicht so schnell zu Einsätzen ausrücken können wie die BF ist doch glasklar und ich kann den Vorwurf einfach nicht verstehen. Ich lasse meine eigentliche Arbeit liegen um die Kollegen von der BF zu unterstützen und werde dann noch angeraunzt weil ich 10min von meiner Arbeit zum GH brauche? “

    Angeraunzt wird niemand. Aber die meisten FFler in Städten mit BF beschweren sich, dass sie nur zum Schläuche aufrollen kommen würden. Da wir aber eine deutlich kürzere Eingreifzeit als die Ehrenamtlichen haben ist das doch ganz klar, dass die Show beim Standardwohnungsbrand vorbei ist bis die FF eintrifft. Wenn die FF dann Nachlöscharbeiten übernimmt und wir wieder einrücken und uns wieder einsatzbereit machen ist das doch völlig in Ordnung. Die einzigen Schläuche die dann liegen bleiben sind die, die von der FF weiter genutzt werden.

    Wenn FFen Sonderaufgaben übernehmen wollen, dann müssen sie diese auch garantiert durchführen können. Ansonsten brauch ich diese Einheiten auch nicht, da wir uns dann schon selbst darum kümmern müssen.

    Wenn man auch 10 min zum GH braucht, dann ist das für das erste Fahrzeug eindeutig zu lange. Damit meine ich, dass das erste Fahrzeug auch bei einer FF in einer deutlich kürzeren Zeit qualifiziert besetzt ausrücken muss. Schliesslich gibt es gesetzlich geforderte Hilfsfristen, die dann aber in Städten wo die BF den Erstschlag fährt auch von dieser eingehalten wird. Da darf man sich dann auch nicht aufregen, wenn man dann unterwegs wieder von der BF abbestellt wird.

    „Das Ihr hauptamtlichen Kräfte alles für uns macht geht meiner Meinung nach einfach nicht anders. Ich kann mich nun einmal nicht nach einem 9h Arbeitstag noch hinsetzen und irgendwelche Geräte prüfen oder ähnliches. Irgendwie muss ich auch noch mein Privatleben organisieren und ein bisschen Freizeit braucht man auch einmal. Auch diesen Vorwurf möchte ich deshalb entschieden zurückweisen.“

    Wie machen das dann FFen auf dem Lande wo es keine BF gibt? Die müssen das auch in ihrer Freizeit machen… Wieso geht das dann bei euch nicht?

    „Dann lieber alles mit Hauptamtlichen Kräften abarbeiten und die FF dicht machen. Versuchen Sie das aber mal jemanden zu erklären der das Geld verwalten muss. “wir beschäftigen jetzt nur noch HA Kräfte, weil die 5min schneller an der EST sind als eine FF und Aufgaben 2min schneller abarbeiten.”“

    Wir sind aber nicht nur 5 min schneller an der E-Stelle und benötigen 2min weniger als eine reine FF. Wir kommen immer in definierter Stärke und mit definierter Ausbildung. Bei uns ist auch jeder FA AGT. Welche FF kann das ohne HA garantieren? Keine.

    Aber das ist eben die Frage: Welches Schutzniveau will ich für meine Bürger haben? 100% oder bin ich mit weniger zufrieden?

    Gruß,

    Daniel (BF)

  14. Hi Daniel!

    Angeraunzt wird niemand. Aber die meisten FFler in Städten mit BF beschweren sich, dass sie nur zum Schläuche aufrollen kommen würden. Da wir aber eine deutlich kürzere Eingreifzeit als die Ehrenamtlichen haben ist das doch ganz klar, dass die Show beim Standardwohnungsbrand vorbei ist bis die FF eintrifft. Wenn die FF dann Nachlöscharbeiten übernimmt und wir wieder einrücken und uns wieder einsatzbereit machen ist das doch völlig in Ordnung. Die einzigen Schläuche die dann liegen bleiben sind die, die von der FF weiter genutzt werden.

    Wenn FFen Sonderaufgaben übernehmen wollen, dann müssen sie diese auch garantiert durchführen können. Ansonsten brauch ich diese Einheiten auch nicht, da wir uns dann schon selbst darum kümmern müssen.

    Wenn man auch 10 min zum GH braucht, dann ist das für das erste Fahrzeug eindeutig zu lange. Damit meine ich, dass das erste Fahrzeug auch bei einer FF in einer deutlich kürzeren Zeit qualifiziert besetzt ausrücken muss. Schliesslich gibt es gesetzlich geforderte Hilfsfristen, die dann aber in Städten wo die BF den Erstschlag fährt auch von dieser eingehalten wird. Da darf man sich dann auch nicht aufregen, wenn man dann unterwegs wieder von der BF abbestellt wird.

    Es geht nicht anders als dass die BF fast alles für euch macht?
    Wie bekommen das dann FFen auf dem Lande wo es keine BF gibt? Die müssen das auch in ihrer Freizeit machen… Wieso geht das dann bei euch nicht?
    Manchmal kommt es einem schon so vor, als dass man nur die Rosinen rauspicken will…

    Werkstattarbeit? Kann die BF machen. BMA? Kann die BF machen. Kleineinsätze? Kann die BF machen. Feuer oder VU mit eingeklemmter Person? Da soll doch die BF bitte auf der Wache bleiben, wir von der FF machen das dann schon.

    Nur noch HA-Kräfte weil die 5 min schneller an der E-Stelle sind und 2 min weniger für die Arbeit benötigen?

    Wir sind aber nicht nur 5 min schneller an der E-Stelle und benötigen meist weniger Personal an der E-Stelle und auch fast immer weniger Zeit als eine reine FF. Wir kommen immer in definierter Stärke und mit definierter Ausbildung. Bei uns ist auch jeder FA AGT. Welche FF kann das ohne HA garantieren? Keine.

    Aber das ist eben die Frage: Welches Schutzniveau will ich für meine Bürger haben? 100% oder bin ich mit weniger zufrieden?

    Gruß,

    Daniel (BF)

  15. Oh, das war ein Doppelpost… Ich bekam zwar zwei Mal die Meldung, dass ich anscheinend schon mal das selbe gepostet hatte, aber da wurde noch kein Beitrag von mir angezeigt. Ich dachte das wäre in der Verwendung von Zitaten aus Daniels Beitrag begründet. Deshalb habe ich den Beitrag etwas umformuliert. Also: Falls einer gelöscht werden muss, dann bitte meinen ersten Post von 13:51. Danke!

  16. Ich persönlich habe kein Problem mit Schläuche rollen, mir ist auch klar, dass bei einem Zimmerbrand o.ä. die Show schon vorbei ist. Ich habe auch kein Problem wenn man auf Alarmfahrt wieder umkehrt weil nichts weiter zu tun ist. Bei uns ist eher das Problem, dass man uns gar nicht erst alamiert. Aber das ist ein anderes Thema.

    Sonderaufgaben werden bei uns nur an Wehren vergeben, die dies auch definitiv leisten können. Das klappt hier auch sehr gut.

    10min Anfahrtszeit war jetzt auch nur ein Beispiel. Und wie gesagt habe ich auch kein Problem damit auf Anfahrt wieder beizudrehen (Hilfsfrist wird wie von dir geschrieben von der BF eingehalten).

    Wie das auf dem Land mit zusätzlichen Aufgaben gehandhabt wird kann ich nicht sagen. ich weiß nur das ICH es nicht leisten könnte.

    Aber auch sonst ist ja nicht so dass wir gar nichts selber machen. Viele kleine Arbeiten am Gerätehaus und an den Fahrzeugen sowie allgemeine Gerätepflege werden von uns abgeleistet.

    Zu BMA und Kleineinsätzen werden wir leider generell nicht alarmiert. Genauso VU’s. Werden in meiner Stadt ausschließlich von der BF abgearbeitet. VU’s kann ich verstehen, weil wir so unseren Ausbildungsschwerpunkt auf Brandeinsätze und allgemeine technische Hilfeleistungen legen können. Zu BMA und Kleineinsätzen würde ich jederzeit fahren, wenn wir denn alarmiert werden würden.

    Zum Thema ausrücken. Bei uns fährt das erste Fahrzeug auch immer! mit einer Mindeststärke, sowie 2 AGT Trupps raus die eine definierte Ausbildung haben. Es kann nur leider mal 2 min länger dauern (das lässt sich bei einer FF nicht verhindern, da wir nunmal nicht ständig am GH sind).

    Aber was bringt es darüber zu diskutieren? Ändern wird sich in deiner Stadt nichts und in meiner auch nicht 😉

  17. „Wie das auf dem Land mit zusätzlichen Aufgaben gehandhabt wird kann ich nicht sagen. ich weiß nur das ICH es nicht leisten könnte.“

    „Zu BMA und Kleineinsätzen werden wir leider generell nicht alarmiert. Genauso VU’s. Werden in meiner Stadt ausschließlich von der BF abgearbeitet. VU’s kann ich verstehen, weil wir so unseren Ausbildungsschwerpunkt auf Brandeinsätze und allgemeine technische Hilfeleistungen legen können. Zu BMA und Kleineinsätzen würde ich jederzeit fahren, wenn wir denn alarmiert werden würden.“

    „Wie das auf dem Land mit zusätzlichen Aufgaben gehandhabt wird kann ich nicht sagen. ich weiß nur das ICH es nicht leisten könnte.“

    Wieso würdest Du dann ohne Probleme zu den Kleineinsätzen, BMAs und VUs fahren können, wenn Dir die Arbeit nach Feierabend in der FF zuviel ist? Das geht dann? Überleg mal wie oft diese Einsätze bei einer BF am Tag vorkommen. Das ist das Hauptgeschäft. Und jetzt überleg mal warum da keine FF dazu fährt. Ganz einfach, wir BFler werden sowieso bezahlt, wir sind sowieso da. Würde man jetzt noch die FF alarmieren, dann würden zusätzliche Kosten für den Verdienstausfall
    anfallen. Ist das sinnvoll? Ist es auch sinnvoll jedesmal eine FF-Sternfahrt zum GH für solche Einsätze auszulösen? Eigen- und Fremdgefährdung?

    Und auf dem Land laufen alle diese Arbeiten bei den FFen auch nach Feierabend der einzelnen FAs. Zumindest wenn ein Augenmerk auf die Wartung und die Prüfung der Geräte gelegt wird, die Ausbildung ernst genommen wird und entsprechende Vorbereitung dafür läuft.

    Du schreibst, dass viele kleine Arbeiten auch von euch geleistet werden, die laufen doch auch in der Freizeit der einzelnen FA. Wie können die das denn leisten? Müssen die nicht auch arbeiten?

    „Zum Thema ausrücken. Bei uns fährt das erste Fahrzeug auch immer! mit einer Mindeststärke, sowie 2 AGT Trupps raus die eine definierte Ausbildung haben.“

    Mit definierter Stärke und definierter Ausbildung meinte ich einen kompletten Löschzug und eine Ausbildung die nicht nur TM, TF und AGT beinhaltet. Welcher FFler ist denn annähernd so breitgefächert ausgebildet wie jeder Kollege der BF und kann deshalb auch wirklich bei allen Einsätzen eingesetzt werden die anfallen? Bei der FF muss man eventuell nochmal umsetzen (zumindest wenn auch das benötigte Personal da ist) -> weiterer Zeitverlust und eigentlich die Unmöglichkeit Paraleleinsätze oder alle Arten von Folgeeinsätzen direkt zu fahren. Und das schliesst man eben mit einer Berufsfeuerwehr aus.

    Ändern wird sich dann etwas, wenn einfach niemand mehr bei einer FF einsatzbereit ist oder die Mannschaftsstärke keine Ausfälle mehr kompensieren kann und deshalb die Feuerwehr abgemeldet werden muss.

    Aber darauf haben weder Du noch ich Einfluss. Da hast Du recht!

  18. Hallo Daniel (BF)

    1) Ich gebe dir mit einigen deiner Ausführungen durchaus Recht. Was mich nur ankotzt ist dein ewiges schwarzweiß Gemale. Nicht jede FF besteht aus leidlich ausgebildeten einsatzgeilen Hilfsfeuerwehrmänner und nicht jede BF aus den selbstlosen, der Professionalität verschrieben Brandbekämpfer! Genau so gibt es auch (und das wahrscheinlich flächendeckend, sonst würden größere Feuerwehrsbrünste auf dem Land herrschen) Freiwillige Feuerwehren die einen guten Job machen und BFler deren einzige Leidenschaft darin besteht wahlweise dem 24h Dienst nachzutrauern, sich über Beförderungssperren aufzuregen oder sich herablassend über das niedere Fußvolk der FF zu amüsieren.

    2) Das alles hilft uns aber nicht weiter. Was man braucht ist gegenseitige (!) Achtung und Respekt vor dem anderen. Und da finde ich Florians Ideen gar nicht mal so schlecht. Jedoch funktioniert das nur wenn beide Seite bereit sind was zu ändern.

    3) Leider ist es so wie immer. Man hört nur über die wo es nicht funktioniert. Über die ganzen Feuerwehren wo FF u BF miteinander oder wenigstens nebeneinander funktionieren ließt man eher selten.

    4) Zu deinem offensichtlich aufgestauten Frust was deine Mitarbeit in der FF angeht. Tröste dich. Anderen die nicht hauptamtlich mit Feuerwehrs Geld verdienen geht es genau so. DAS ist eine Krankheit des ganzen Systems Freiwillige Feuerwehr. Aber ich bin voll der guten Hoffnung das sich das ganze in absehbarer Zeit mit einem Paradigmenwechsel beheben lassen wird.

    5) Bevor es jetzt heißt das ich was gegen BFler hätte. Letztes Jahr hatte ich das große Vergnügen mit einem OBM im Rahmen einer Übung einen Angriffstrupp bilden zu können. Es war wunderbar.

  19. Morgen!

    „Nicht jede FF besteht aus leidlich ausgebildeten einsatzgeilen Hilfsfeuerwehrmänner und nicht jede BF aus den selbstlosen, der Professionalität verschrieben Brandbekämpfer!“

    Nein, natürlich nicht. Es fallen aber nur die Ausreisser auf und der Durchschnitt in den deutschen Feuerwehren, was Ausbildung, Einstellung, Fitness, etc. angeht, tendiert doch deutlich in die von mir beschriebene Richtung. Ich kenne auch genug FFelr, die eine gesunde Einstellung zu ihrem Hobby haben und wissen, das sie anderen und auch sich selbst gegenüber eine Verantwortung tragen.

    „Genau so gibt es auch (und das wahrscheinlich flächendeckend, sonst würden größere Feuerwehrsbrünste auf dem Land herrschen) Freiwillige Feuerwehren die einen guten Job machen und BFler deren einzige Leidenschaft darin besteht wahlweise dem 24h Dienst nachzutrauern, sich über Beförderungssperren aufzuregen oder sich herablassend über das niedere Fußvolk der FF zu amüsieren.“

    Zu den größeren Feuersbrünsten: Feuer geht irgendwann mangels Masse auch aus. 😉 In anderen Ländern gibt es nur Hauptamtliche, da brennt auch nichts mehr. Also ist alles nur eine Frage des gewünschten Schutzzieles.

    Zu den 24h-Diensten und den Beförderungssperren: Feuerwehr ist unser Beruf und da dürfen wir auch unsere Arbeitsumstände kritisieren, oder nicht? Oder nimmst Du auf deiner Arbeit immer alles hin? Darf man sich als Beamter per definitionem nicht über solche Themen äussern und seinen Unmut kund tun? Warum dürfen das nur Angestellte? Ja, ich weiss: Uns geht´s ja noch viel zu gut… Kannst Du das wirklich beurteilen? In Wuppertal gibt es jetzt den ersten Wachabteilungsführer/Zugführer in A7. Findest Du das normal und motivierend?

    „Das alles hilft uns aber nicht weiter. Was man braucht ist gegenseitige (!) Achtung und Respekt vor dem anderen. Und da finde ich Florians Ideen gar nicht mal so schlecht. Jedoch funktioniert das nur wenn beide Seite bereit sind was zu ändern. “

    …Und jeder weiss wo sein Platz ist. Was sollen wir deiner Meinung nach ändern und was die Ehrenamtlichen in Städten mit BF? Ist den Leuten die sich beschweren eigentlich klar, warum es eine BF in dieser Gemeinde gibt, warum diese den Erstschlag fährt und welche Überlegungen hinter einer AAO stehen? Manchmal bezweifle ich das stark. Aber auch hier gibt es solche und solche.

    „Leider ist es so wie immer. Man hört nur über die wo es nicht funktioniert. Über die ganzen Feuerwehren wo FF u BF miteinander oder wenigstens nebeneinander funktionieren ließt man eher selten.“

    Das stimmt. Den Negatives lässt sich eben besser verbreiten. Aber manchmal kommt einem schon der Verdacht, dass es fast überall gleich ist. Ich kenne mittlerweile so viele Kollegen von anderen BFen in Deutschland und die haben eigentlich überall (!) die selben Probleme. Die FFen haben auch fast überall die gleichen Probleme, egal ob es jetzt in einer Gemeinde mit BF ist oder die FF alleine steht. Tagesalarmsicherheit, immer weniger AGT (aufgrund G26.3 oder auch aus unwillen), Ausbildung und der ganze Rest.

    „Zu deinem offensichtlich aufgestauten Frust was deine Mitarbeit in der FF angeht. Tröste dich. Anderen die nicht hauptamtlich mit Feuerwehrs Geld verdienen geht es genau so. DAS ist eine Krankheit des ganzen Systems Freiwillige Feuerwehr. Aber ich bin voll der guten Hoffnung das sich das ganze in absehbarer Zeit mit einem Paradigmenwechsel beheben lassen wird. “

    Ja, das stimmt. Aber als HA hat man in den meisten FFen doch noch einen etwas schwereren Stand… In meiner FF sind in letzter Zeit so viele Kameraden (fast alle reine FFler) ausgetreten oder haben sich auf unbestimmte Zeit beurlauben lassen. Aber das ist der Wehrführung relativ egal, zu einem Umdenken kommt es auch nach der jährlichen „Aussprache“ nicht. Aber was für einen Paradigmenwechsel soll es denn geben?

    „Bevor es jetzt heißt das ich was gegen BFler hätte. Letztes Jahr hatte ich das große Vergnügen mit einem OBM im Rahmen einer Übung einen Angriffstrupp bilden zu können. Es war wunderbar.“

    Hat keiner behauptet. Aber warum fängt jeder gleich an uns wegen des Erhalts der 24h und Beförderungssperren anzumachen? Das eine ist Beruf, das andere Hobby.

  20. Ich bin Gruppenführer, Ausbilder Atemschutz, Atemschutzgerätewart und Jugendgruppenleiter in einer „Stützpunktfeuerwehr“. ( ca. 25000 Einwohner, 18 Ortsfeuerwehren ) Fuhrpark HLF 20/16, LF 16/12, TLF 16/24, DLK 23/12, ELW 1, VRW, MTW 2 Bootsanhänger und 2 Anhänger Sonderlöschmittel. Wir haben als „Stützpunktfeuerwehr“ ca. 120 Einsätze +/- im Jahr.

    Bei uns gibt es 1 Hauptamtlichen Gerätewart, und einen BM angestellt bei der Stadt.
    Da die nächste BF ca. 30 Km entfernt ist, haben wir von der Seite her keine Unterstützung.

    Dennoch sind unsere Kameraden so gut Ausgebildet (von Ehrenamtlichen Ausbildern in der Feuerwehr) das wir uns nicht verstecken müssen und das geht bestimmt vielen FF genau so.
    Das Hauptproblem bei den FF ist die Ausrüstung. Wenn ich alte bzw. defekte Geräte Austauschen muß, dann muß ich bei der Stadt betteln und bitten, was bei einer BF anders ist.

    Der nächste Punkt ist die Ausbildung. 2 Wochen LFS Gruppenführerlehrgang und ich habe die selben Rechte und Pflichten vor dem Gesetz wie ein Gruppenführer BF bei dem die Ausbildung Qualitativ besser und LÄNGER ist.

    Aus dem ganzen resultiert das eine BF arbeitet und eine FF aus Scheiße Gold macht.
    doch das wird nicht immer berücksichtigt ( auch rechtlich ).

    Thema Ausbildung
    Ich Ausbilder AGT bilde nach FwDV 7 ( 25 Std. ) aus. Laut Vorschrift wird eine Atemschutznotfallausbildung angestrebt. Nur wer bezahlt das alles. Das LRA bezahlt nur 25 Std ( 350 € ) das reicht rechnerich schon garnicht baus den ich brauche Rewttungsanitäter für die ÜA ich brauche 2. Ausbilder für den Praxisteil und dafür reicht das Geld schon nicht.
    Eine Notfallausbildung würde mind. 8 Std. dauern die die Einsatzkräfte nach Feierabend absolvieren müßten. Bei einer BF ist das alles in der Ausbildung BM intigriert und wird am während der Arbeitszeit durchgeführt.

    Das heißt das die Familie nicht betroffen ist, anders bei der FF, mehrere Wochenenden (SA. SO. ) Ausbildung um die geforderten Ausb. zu absolvieren.

    Dazu kommt das der Einsatz nicht vor Arbeit Schützt. Es gibt Tage Feierabend-Piepser-Duschen-Arbeit, oder Feierabend-Duschen-Schlafen- Piepser-Arbeit. BF 0 24 Std. Arbeit 24 Std. frei. An den LFS sehe ich das Problem da die angehenden BM scheinbar so hochgeputschz werden und die FF herabwürdigend ansehen. dabei haben die FF teilweise
    hunderte Einsätze Erfahrung und die frischen BM-Anwärter das Feuerwehrautos Rot und Laut sind.

    ( das betrifft nicht die BM die in einer FF tätig sind )

  21. Morgen!

    „Das Hauptproblem bei den FF ist die Ausrüstung. Wenn ich alte bzw. defekte Geräte Austauschen muß, dann muß ich bei der Stadt betteln und bitten, was bei einer BF anders ist. “

    Meinst Du? Auch wir haben einen Haushalt der festgelegt ist und keinen großen Spielraum aufweist. Dass unsere Fahrzeuge und Einsatzmaterial früher ausgemustert wird als bei einer FF, liegt an der um ein vielfaches höheren Einsatzbelastung. Bei uns weisen die Fahrzeuge nach wenigen Jahren einen Kilometerstand auf, den FF-Fahrzeuge größtenteils in ihrem gesamten Dienstleben nicht erreichen. Genauso die Betriebsstunden der Pumpen und Aggregate.
    Auch bei uns wird gespart und das nicht zu knapp. Was glaubst Du wie oft Fahrzeuge und Gerät ausser Dienst genommen werden müssen, weil entweder a.) kein Geld für die Reperatur da ist oder b.) keine Ersatzteile bestellt werden können? Natürlich werden die auch irgendwann wieder in Stand gesetzt und in DIenst genommen, aber das oft nach einem längeren Zeitraum.

    Glaub mir: Nur weil auf den Uniformen und Fahrzeugen Berufsfeuerwehr steht essen wir noch lange nicht von goldenen Tellern.

    „Aus dem ganzen resultiert das eine BF arbeitet und eine FF aus Scheiße Gold macht.
    doch das wird nicht immer berücksichtigt ( auch rechtlich ).“

    Aus Scheisse Gold machen müssen wir alle. Egal ob FF, BF oder PF. Rechtlich sieht es doch so aus, dass es die meisten FFler überhaupt nicht interessiert auf welcher Grundlage und mit welchem Hintergund sie tätig werden oder was sie eigentlich machen dürfen. Denn das ist ja Theorie und wir sind ja Praktiker…

    „Ich Ausbilder AGT bilde nach FwDV 7 ( 25 Std. ) aus. Laut Vorschrift wird eine Atemschutznotfallausbildung angestrebt. Nur wer bezahlt das alles. Das LRA bezahlt nur 25 Std ( 350 € ) das reicht rechnerich schon garnicht baus den ich brauche Rewttungsanitäter für die ÜA ich brauche 2. Ausbilder für den Praxisteil und dafür reicht das Geld schon nicht.
    Eine Notfallausbildung würde mind. 8 Std. dauern die die Einsatzkräfte nach Feierabend absolvieren müßten.“

    Wo steht denn, dass man für eine Atemschutznotfallausbildung Rettungssanitäter braucht? Sowas kann man organisationsintern durchführen in dem man Rettungen eines verunfallten Atemschutztrupps übt. Verschiedene Übungsszenarien und Rettungsarten. Dafür muss ich ausser der Zeit der Ausbilder und Auszubildenden keinerlei Geld aufbringen. Das macht man im Rahmen der normalen Übungen oder speziellen Atemschutzübungen.

    In meiner FF haben wir jede Woche Übung. Allgemeine Übungen, Atemschutzübungen, örtliche Führungsgruppe, Absturzsicherung und Maschinistenübungen. Jedes Jahr wird samstags noch ein Atemschutzausbildungstag durchgeführt. Kostet nichts ausser unserer Freizeit.

    „Bei einer BF ist das alles in der Ausbildung BM intigriert und wird am während der Arbeitszeit durchgeführt.Das heißt das die Familie nicht betroffen ist, anders bei der FF, mehrere Wochenenden (SA. SO. ) Ausbildung um die geforderten Ausb. zu absolvieren.“

    Dafür arbeiten wir Wochenends, sind für unsere Ausbildungsabschnitte wochen- bis monatelang von zuhause weg. Nicht jede BF arbeitet nur im 24h-Dienst und hat nach jedem DIenst 48h frei. Wir zum Beispiel nicht. Ich habe alle 3 Wochenenden mal ein komplettes Wochenende frei, sonst bin ich da immer mindestens einen Tag auf der Arbeit. Bei FFen im 12h-Wechselschichtdienst sieht das Ganze noch übler aus. Da sieht man seine Kinder noch seltener, manchmal tagelang nicht. Auch toll, oder?

    Welche Lehrgänge der FF laufen denn am Wochenende? Die Ausbildungen auf Kreisebene die sich über mehrere Wochen ziehen, laufen an Terminen unter der Woche (z.B. Mo + Fr) und dann noch maximal samstags, Lehrgänge an der LFS von Mo bis Fr. Also, welche Ausbildungen ausser Privatveranstaltungen laufen bei FFen übers komplette Wochenende?

    „Dazu kommt das der Einsatz nicht vor Arbeit Schützt. Es gibt Tage Feierabend-Piepser-Duschen-Arbeit, oder Feierabend-Duschen-Schlafen- Piepser-Arbeit. BF 0 24 Std. Arbeit 24 Std. frei. An den LFS sehe ich das Problem da die angehenden BM scheinbar so hochgeputschz werden und die FF herabwürdigend ansehen.“

    Auch wir haben neben unserem Einsatzdienst weitere Arbeiten auf der Wache zu verrichten. Arbeit im Sachgebiet, Ausbildungsdienst und Dienstsport. Wir sitzen auch nicht die ganze Zeit da und warten dass ein Gong kommt. An der LFS habe ich in meinen Jahren bisher auch folgende Erfahrung gemacht: Trink abends mal eine Cola in der dort ansässigen Kneipe und hör mal zu, was sich die FFler da für Einsatzstorys erzählen. Da werden die größten Gefahrguteinsätze nur mit einem TSF abgearbeitet, etc. Seemannsgarn noch und nöcher. Und da wundert man sich nicht, wenn dann solche Storyteller nicht mehr ernst genommen werden.

    „dabei haben die FF teilweise
    hunderte Einsätze Erfahrung und die frischen BM-Anwärter das Feuerwehrautos Rot und Laut sind.“

    Das mag vielleicht auf junge BM im Grundlagenlehrgang zutreffen. Aber sobald sie im Wachpraktikum sind und später im Einsatzdienst, hat man hunderte Einsätze bereits nach wenigen Monaten hinter sich. Die Einsatzzahlen liegen bei uns doch um einiges höher. Ja, bei einer BF brennt es nicht ständig, man hat nicht jeden Tag eine ABC-Lage. Aber bei FFen noch viel seltener. Und da ist auch kein FA immer ATF oder überhaupt bei jedem Einsatz dabei.

    Schönes Wochenende! 🙂

  22. Moin,

    @Daniel:

    für mich ließt sich der Grundtenor in Deinen Beiträgen so, als dass die FF in Städten mit (starker) BF quasi überflüssig ist. „Wenn die FF nicht oder zu spät kommt, machen wir das eben selbst.“ „Die Ausrüstung ist für wenig Personal optimiert“. usw.

    Wenn dem so ist, warum finanziert die Stadt denn dann überhaupt eine überflüssige freiwillige Feuerwehr, in Zeiten, in denen die Kommunen eh schon riesige Schuldenberge vor sich her tragen?

    Oder gibt es vielleicht doch Einsätze, bei denen die (nach einer undefinierten Zeit, in einer undefinierten Stärke) aufschlagende FF dann doch etwas zum Einsatzerfolg beiträgt, sei es, um die „BF-Abdeckung“ in der restlichen Stadt nicht zu gefährden?

  23. also ich kann dazu nur sagen, daß es mit den BF-Kollegen keine Probleme in unserer
    Wehr gibt. Dank ihnen machen wir viel mehr Praxis bezogenere Übungen.

    Desweiteren kann ich auch nur bestätigen das es sehr schwierig ist für die FF`ler
    Ausbildung, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Denn alleine die Truppmann 1
    dauert 1 ganzen Monat je 3-4 Abende und 3 volle Samstage, Atemschutz und Gruppenführer geschieht alles nur in den Abendstunden bzw. Wochenenden oder man muß seinen Urlaub opfern.

    Das ist auch der Grund meiner Meinung warum uns der Nachwuchs fehlt und dazu
    kann man sich von manchen Bürgern auch noch beschimpfen lassen wenn man bei einer Übung eine Straße sperrt oder mehrere Feuerwehren zu einer Alarmübung heran zieht.
    Aber ich für meinen Teil kann nur sagen „es macht mir Spaß als FF`ler und wir sind alle froh wenn wir nicht ausrücken müssen.

  24. Hallo Daniel (BF),
    ich finde es nicht fair wie verzerrt du die Dinge hier darstellst. Auch wenn du gefrustet von der FF bist, musst du hier die Dinge nicht so einseitig darstellen.
    Den bei hauptamtlichen Kräften gibt es auch Licht und Schatten, genauso wie bei einer FF. Ich kann nicht glauben, dass es bei dir nicht so ist.
    Da gibt es hauptamtliche die haben sich seit ihrem B1sich nicht mehr fortgebildet (abgesehen von dem bisschen was man während des Dienstes macht). Da gibt es welche die können noch nicht mal eine BMA bedienen. Da gibt es welche die haben seit ihrem B1 nicht mehr geschnitten oder Monate lang kein Feuer gesehen, weil sie dann einfach nie aufem ATrp saßen.
    Es gibt auch Berufsfeuerwehren die beschaffen totalen Mist, haben komische Taktiken oder arbeiten nach der Devise „Viel Wasser, hilft viel“.
    Dagegen gibt es FF die arbeiten eine eingeklemmte Person oder einen Innenangriff sau fix und sauber ab, weil sie sich einfach stetig weiterbilden und die Leute regelmäßig(mehrmals die Woche) aufem ATrp Platz sitzen.

    Ich kenne es so, dass viele Lehrgänge auch am Wochenende sind. Ist vielleicht sehr unterschiedlich in Deutschland.

    „Dafür arbeiten wir Wochenends, sind für unsere Ausbildungsabschnitte wochen- bis monatelang von zuhause weg. Nicht jede BF arbeitet nur im 24h-Dienst und hat nach jedem DIenst 48h frei. Wir zum Beispiel nicht. Ich habe alle 3 Wochenenden mal ein komplettes Wochenende frei, sonst bin ich da immer mindestens einen Tag auf der Arbeit. Bei FFen im 12h-Wechselschichtdienst sieht das Ganze noch übler aus. Da sieht man seine Kinder noch seltener, manchmal tagelang nicht. Auch toll, oder?“
    Beschwerst du dich gerade wirklich über die planbare Belastung in deinem Job? Dein Vergleich hinkt total. Liegt vielleicht dadran, dass du schlichtweg demotiviert bist.

    Zum Thema Arbeitsdienst: Ich kenne eine BF, da wirst du erstmal von dem Drachen in der Kleiderkammer ohne Dingen dumm angemacht.
    Oder nen Kollege bei ner anderen BF hatte auf der Wache angerufen ob die Wäsche fertig ist. Als Antwort vom Zentralisten kam nur: „Bin ich die Kleiderkammer? Der ist nicht da, ruf später nochmal an“. Auf die Idee sich 15m zu bewegen und zu gucken ob die Wäsche fertig ist kam er nicht. Auch, dass derjenige auch noch was anderes zutun hat, als mehrmals auf der Wache anzurufen, kam der verbeamtete nicht.
    Dagegen erlebe ich bei einer FF mit hauptamtlichen Kräften, dass man bei dem Kleiderbullen alles zu jederzeit kriegt (natürlich in Massen 😉 ). Weil man da einfach respektvoll miteinander umgeht. Liegt wohl auch dadran, dass man regelmäßigen Kontakt im Einsatzdienst oder in der gemeinsamen Fahrzeughalle hat.

    Zum Thema Seemansgarn: Den wirst du auch auf beiden Seiten haben. 😉

    Nun zu guter letzt, mal das Thema „Einsatzgeilheit“: Unterschied zw. BF & FF Ausbildungen ist einfach, dass man sein können vor allem durch Einsätze vertieft. Also ist es absolut verständlich, dass ein freiwilliger auch nach seinen Lehrgang gerne sein können im Einsatz zeigt und vertiefen möchte. Natürlich nicht beim Höllenfeuer, sondern möglich dort wo keiner geschädigt wird.
    Gibt es aber auch auf beiden Seiten. Du kannst mir nicht erzählen, dass keiner auf deiner Schicht sich nicht mal auf nen Feuerchen freut wenn er Monatelang nur „p hinter verschlossener Tür“ oder die gefühlt tausendste BMA fährt.

    Also ich fasse zusammen: Klar wirst du in der Masse bei den FF mehr Schatten sehen, bleibt bei der Anzahl auch nicht aus, jedoch machen die meisten Feuerwehren(egal ob FF, BF, PF oder WF) in Deutschland einen guten Job und da muss man sich einfach gegenseitig respektieren!
    Also seih doch bitte so fair und stell die Lage nicht so einseitig da.

    so long

  25. Hi Blub!

    „für mich ließt sich der Grundtenor in Deinen Beiträgen so, als dass die FF in Städten mit (starker) BF quasi überflüssig ist. “Wenn die FF nicht oder zu spät kommt, machen wir das eben selbst.” “Die Ausrüstung ist für wenig Personal optimiert”. usw.“

    Nicht überflüssig, nein. Jedoch ist die FF in den meisten Bereichen eben nicht für einen Erstschlag einsetzbar. Aber genau das wollen eben die meisten FFler, die sich ungerecht behandelt fühlen. Und das ist einer der größten Punkte, die eben zu Unstimmigkeiten in Städten mit BF oder HAW führen.
    Keine FF bei uns im Stadtgebiet kann zur Arbeitszeit, und auch sehr oft nachts, unter 10 – 15 Minuten eine Staffel stellen, die komplett aus AGT besteht. Die Staffel ist per Dienstanweisung die Grenze unter der sie nicht ausrücken dürfen. Diese Dienstanweisung besagt auch, dass nur AGTs auf dem ersten LF der FF sitzen dürfen. Leider gibt es jedoch die eine oder andere Abteilung FF, die auch mal mit weniger Personal ausrückt oder eben auch Nicht-AGT mitnimmt um auf die Staffelstärke zu kommen. Hauptsache früher da sein wollen als die BF… Dann aber nicht in den IA vorgehen können, da nicht genügend AGT vorhanden sind. Ebenso melden sie sich auch sehr oft nicht mehr über Funk, wenn sie nach unserer Erkundung oder unserem Einsatz die Einsatzfahrt abbrechen sollen. Dann wird halt trotzdem mit Signal zur E-Stelle geheizt und dort gibt man dann eben an, dass man über Funk die Anweisung nicht gehört habe. Ebenso wird sehr oft trotzdem ausgerückt, obwohl sie den Befehl hatten im Gerätehaus in Bereitschaft zu bleiben. Wie oft habe ich mich schon gewundert, woher denn plötzlich die FF kommt, die hat doch keiner gerufen…

    Sie wollen Sonderaufgaben übernehmen, und dagegen ist auch nichts einzuwenden. Aber auch diese Sonderaufgaben müssen in einem gewissen Zeitrahmen sicher durchgeführt werden, und wenn das in über 90% der Fälle nicht durch die zuständige FF durchgeführt werden kann, dann müssen wir uns eben überlegen wie wir das im Notfall selbst machen können und wie wir unsere Arbeitsabläufe dementsprechend optimeren.

    Beispiel Dekon. Wir haben einen G-ABC-Zug, der auch für Dekon-P und G zuständig ist. Unter der Woche während der Arbeitszeit ist dieser Zug erst nach fast einer dreiviertel Stunde einsatzbereit. Die Folge, in der Zwischenzeit müssen wir diese Aufgabe auch noch übernehmen können. Und damit meine ich jetzt nicht die Not-Dekon, die sollte jede Einheit selbstständig durchführen können.
    Deshalb wurde bei uns ein Abrollbehälter Dekontamination angeschafft, mit dem man eine Dekon P und G durchführen kann. Ebenso eine Notdekon ist damit bequem möglich. Der AB kann in seiner Grundausbaustufe innerhalb von zehn Minuten Betriebsbereit sein, die Notdekon (nicht mit Strahlrohr improvisiert) ist bereits nach einer Minute betriebsbereit. Dieser AB rückt nach AAO bei jedem G-ABC-Einsatz mit 2 Mann aus, die dann auch nur für den Betrieb zuständig sind.
    Natürlich kann der Abrollbehälter auch noch größer ausgebaut werden, um dann bis zu 50 Personen pro Stunde dekontaminieren zu können. Geht auch auch im Minimalausbau, dann aber ohne beheizte Zelte…

    „Wenn dem so ist, warum finanziert die Stadt denn dann überhaupt eine überflüssige freiwillige Feuerwehr, in Zeiten, in denen die Kommunen eh schon riesige Schuldenberge vor sich her tragen?

    Oder gibt es vielleicht doch Einsätze, bei denen die (nach einer undefinierten Zeit, in einer undefinierten Stärke) aufschlagende FF dann doch etwas zum Einsatzerfolg beiträgt, sei es, um die “BF-Abdeckung” in der restlichen Stadt nicht zu gefährden?“

    Sie finanziert sie, da sie eine Unterstützungseinheit darstellt. Die FF kann bei langdauernden Einsätzen, z.B. Brötchen-und-Werfer-Feuer, oder bei großen Einsätzen ohne wirklichen Zeitdruck, z.B. Unwetter, sehr gut eingesetzt werden. Aber oft ist das normale Feuer eben schon aus oder bleibt eben kein IA mehr für das Personal der FF übrig, deshalb sind sie gefrustet und dann kommen wieder irgendwelche Streitthemen hintenrum auf den Tisch.

    Es ist eben eine andere Art der FF-Arbeit ob ich jetzt in einer Gemeinde mit BF oder HAW oder in einer Gemeinde, in der es nur die FF gibt, meinen Dienst verrichte.

    Und das müssen eben die gefrusteten FFler aus diesen BF/HAW-Bereichen eben akzeptieren können.

  26. Hallo Yannik!

    „ich finde es nicht fair wie verzerrt du die Dinge hier darstellst. Auch wenn du gefrustet von der FF bist, musst du hier die Dinge nicht so einseitig darstellen.“

    Die Probleme in meiner FF habe nicht ich als einziger BFler, sondern jeder andere der damit sein Geld verdient ebenfalls. Und die Dinge, die ich oben ansprach, erzählt dir so ziemlich jeder BF-Kollege der bei einer FF war oder noch ist. Ausserdem bezog sich meine Darstellung auf den Punkt: „Die FFen bekommen sich schon von ganz alleine klein, dafür brauchen sie uns HA nicht.“ Denn ähnliche Geschichten hörst Du von motivierten FFlern aus ganz Deutschland.

    Was ich zum Verhältnis FF – BF geschrieben habe ist auch als solches erkennbar.

    „Da gibt es hauptamtliche die haben sich seit ihrem B1sich nicht mehr fortgebildet (abgesehen von dem bisschen was man während des Dienstes macht).“

    Das ist schon einmal überhaupt nicht möglich. Die Ausbildungsstunden bei einer BF übertreffen die der FFen um ein Vielfaches. Nach dem B1 (den es in meinem Bundesland so nicht gibt, wir schliessen gleich als GF mit dem B3 ab), kommt die weitere Ausbildung an Wache gemäß den Funktionen im Innendienst und im Einsatzdienst. Hier als Beispiel Taucher, Höhenretter, etc.. Bei mir belaufen sich die Ausbildungsstunden der reinen Wachausbildung auf ca. 450 im Jahr. Dazu kommen noch Lehrgänge/Seminare an der LFS oder anderen Ausbildungsstätten.
    Zusätzlich wird man bei der BF nicht durch absitzen befördert. Man muss seine Leistungen im Innen- und Einsatzdienst bringen, wird beurteilt, kommt in ein Auswahlverfahren und dann gehts weiter. Niemand wird heutzutage mehr prüfungsfrei OBM, das waren Altlasten. Und vor den OBM hat der Gesetzgeber (APOmDFeu des jeweiligen Bundeslandes) den B3 gestellt. Man kann sich also wirklich nicht auf seinen B1 Lorbeeren ausruhen.

    „Da gibt es welche die können noch nicht mal eine BMA bedienen.“

    Dafür gibt es Führungsfunktionen deren Aufgabe genau das im Einsatz ist. Jeder BFler ist auch in den Grundlagen des VB ausgebildet, und dazu gehören auch BMAs. Nur im Einsatz ist es eben nicht mein Auftrag als Mannschaft die Anlage zu bedienen. Bei der FF macht das auch der GF oder der ZF, und nicht der Hansel vom Wassertrupp.

    „Da gibt es welche die haben seit ihrem B1 nicht mehr geschnitten oder Monate lang kein Feuer gesehen, weil sie dann einfach nie aufem ATrp saßen.“

    Die Geschichten, dass Kollegen nach der Ausbildung nie ein Feuer gesehen hätten, die habe ich schon oft gehört. Aber niemand sitzt eben ausschliesslich auf dem ATr, dem WTr oder sonstigen Funktionen. Man wird immer anders eingeteilt, und irgendwann hat man auch wieder ein Feuer. Aber da diese Einsatzart bei Deutschlands Feuerwehren sowieso mittlerweile die geringste Häufigkeit hat, sieht es bei den FFen genauso aus. Oder gibt es jemanden der den AT gebucht hat?

    „Es gibt auch Berufsfeuerwehren die beschaffen totalen Mist, haben komische Taktiken oder arbeiten nach der Devise “Viel Wasser, hilft viel”.
    Dagegen gibt es FF die arbeiten eine eingeklemmte Person oder einen Innenangriff sau fix und sauber ab, weil sie sich einfach stetig weiterbilden und die Leute regelmäßig(mehrmals die Woche) aufem ATrp Platz sitzen.“

    Ob man die Taktiken als Aussenstehender wirklich beurteilen kann, sei mal dahingestellt. Natürlich gibt es auch FFen, die ihre Arbeit gut machen. Aber erzähl mir nochmal, welche FFler sitzt mehrmals die Woche bei der FF auf dem AT des ersten Fahrzeuges und nimmt jeden Einsatz mit? Die Einsatzhäufigkeit liegt bei den BFen immer noch höher, und dafür kann der „AT-only“-FFler ja auch keine andere Tätigkeit mehr übernehmen. Anscheinend macht er ja nach deinen Aussagen nichts anderes mehr…

    Einfach mal realistisch bleiben: Die deutsche Durchschnitts-FF ist eine Wehr mit Grundausstattung und max. 15 Einsätzen im Jahr. Und deren FA bilden den durchschnittlichen deutschen FFler ab. Und den muss man als Diskussionsgrundlage nehmen, genauso wie den deutschen Durchschnitts-BFler.

    Nur gehört dieser Teil der Diskussion eben nicht in das Thema „BFler und FFler in Städten mit BF/HAW“

    „Ich kenne es so, dass viele Lehrgänge auch am Wochenende sind. Ist vielleicht sehr unterschiedlich in Deutschland.“

    Wenn dann auch nur samstags. Oder welche offiziellen Ausbildungen werden sonntags abgehalten? Keine an den LFSen und keine auf Kreisebene.

    „Beschwerst du dich gerade wirklich über die planbare Belastung in deinem Job? Dein Vergleich hinkt total. Liegt vielleicht dadran, dass du schlichtweg demotiviert bist.“

    Ich beschwere mich nicht, ich habe nur gesagt wie es ist. Aber auch die Wochenendbelastung in der FF-Ausbildung ist planbar, die bekommt man nämlich auch eine ganze Weile vorher mitgeteilt. Die LFSen verschicken ihre Einberufungen monatelang vorher, in der eigenen FF gibt es einen Dienstplan für das ganze Jahr. Und die Lehrgänge auf Kreisebene sind auch zu Beginn des Jahres festgelegt.

    Wir könne auch kurzfristig umgesetzt werden oder wird Dienst eben auch mal angeordnet. Auch bei uns ist für den einzelnen Kollegen nicht unbedingt immer alles planbar.

    Demotiviert bin ich auch nicht in meinem Beruf. Ich gehe gerne zur Arbeit, mag die Tätigkeiten mit meinen Kollegen und wollte auch keinen anderen Beruf haben. Dennoch haben auch wir das Recht uns über unsere Arbeitsumstände gedanken zu machen und, falls notwendig, unseren Unmut darüber zu äussern. Das spricht Dir als Arbeitnehmer doch auch keiner ab.

    „Zum Thema Arbeitsdienst: Ich kenne eine BF, da wirst du erstmal von dem Drachen in der Kleiderkammer ohne Dingen dumm angemacht.
    Oder nen Kollege bei ner anderen BF hatte auf der Wache angerufen ob die Wäsche fertig ist. Als Antwort vom Zentralisten kam nur: “Bin ich die Kleiderkammer? Der ist nicht da, ruf später nochmal an”. Auf die Idee sich 15m zu bewegen und zu gucken ob die Wäsche fertig ist kam er nicht. Auch, dass derjenige auch noch was anderes zutun hat, als mehrmals auf der Wache anzurufen, kam der verbeamtete nicht.“

    Wie es in den Wald hineinschallt… Keine Ahnung, wie dein Kamerad sich da dem BFler gegenüber geäussert hat, vielleicht hat der Kollege in der Kleiderkammer auch mal einen schlechten Tag gehabt. Auch der ist ein Mensch. Unglaublich, was? Vielleicht hat er auch gerade Terminarbeiten zu erledigen gehabt und der Anruf kam eben einfach ungelegen.

    Der Zentralist hat seinen Platz übrigens eben genau dort und nicht in der Kleiderkammer. Und warum sollte er seinen Arbeitsplatz deswegen unbesetzt lassen, wenn dafür Kollegen in dem Sachgebiet arbeiten? Soll er wegen eines Anrufes alles stehen und liegen lassen und die anderen Anrufe nicht annehmen oder seien anderen Aufgaben nicht erfüllen?
    Auch wir haben noch andere Arbeiten und warten nicht den ganzen Tag darauf ob die FF vielleicht anruft oder wir irgendwas für sie erledigen dürfen. Das Amt an sich muss auch laufen.

    „Gibt es aber auch auf beiden Seiten. Du kannst mir nicht erzählen, dass keiner auf deiner Schicht sich nicht mal auf nen Feuerchen freut wenn er Monatelang nur “p hinter verschlossener Tür” oder die gefühlt tausendste BMA fährt.“

    So ist nunmal der Job. Wer was anderes erwartet ist da fehl am Platz. Und bei der FF sieht es nicht anders aus.

    Bis dann und schöne Woche!

  27. Tach, Daniel!

    Ich denke, du gehst von deinen eigenen Erfahrungen aus und verallgemeinerst die.
    – Ich bin bei einer NRW- BF und seit 2 Jahren ungeprüfter OBM. Ich bin eine Altlast?
    Hier werden die Kollegen, die sich einfach irgendwie durchwuseln, auch leider genauso von A7 nach A8 befördert, wie jemand, der sich den Hintern aufreißt. Deine „Leistungstheorie“ hinkt also kräftig, zumindest in diesen Gehaltsstufen.

    -Der tägliche Wachunterricht ist ohne Zweifel angeordnet. Und der wird auf allen Wachen auch täglich durchgeführt?

    – Die durchschnittliche FF hat 15 Einsätze? Dann bin ich bei meiner FF mit knapp 200 Einsätzen im Jahr (ohne BF und HA, da ausschließlich ländliche Gegend) ja anscheinend die absolute Ausnahme im Universum! – Alleine diese Äußerung zeigt, was für ein Bild du von der FF hast: Entweder hinter einer BF herdackeln, oder eine Kuhdorf- FF mit 20 Mitgliedern und 3 Einsätzen (Heumessen, Kuh in Güllegrube, Feuerwehrfest)…

    -Mit „planbare Belastung“ meinte der Kollege wohl ehr, dass du ein Jahr im Voraus sagen kannst (bei mir sogar per „ewigem Dienstkalender“, der mir sagt, dass ich an einem Donnerstag in Pension gehe, sofern ich nicht die Schicht wechsle), wann du zum Dienst mußt, ein FFler aber nie weiß, ob er statt dem Abendessen einen Verkehrsunfall bekommt. Wenn du nach Hause gehst, hast du (außer bei Stichwort „Weltalarm“) ja wohl frei!

    – Taucher und Höhenretter als „regelmäßige Ausbildung“ zu bezeichnen, trifft wohl nur auf deine BF zu. Bei uns kann man sich freiwillig entscheiden, ob man diese Sonderausbildung macht oder nicht (auch ohne B3). Und viele tun es dann eben nicht.

    -Auch so super ausgebildete B3er sind nicht immer das Gelbe vom Ei. Nur, weil man für den Test irgendwann mal 150 Fragen beantwortet hat und mit dem Prüfer für das Hofballett mal einen Heben gegangen ist, um den Lehrgang zu bestehen, heißt das nicht, dass so ein Mensch auch wirklich Ahnung hat. Ich selbst musste mit einem GF der BF mal die Gefahr einer CO- Durchzündung beim Zimmerbrand diskutieren. Seit dem ich ihm nach dem Einsatz dann die Ausbildungsunterlagen zur Verfügung gestellt habe, die er anscheinend nie gesehen hat, bin ich eben ein Besserwisser.
    Und einige aus der Führungsriege sind leider direkt von der Uni in den GD. Die haben noch nie in ihrem Leben ein Feuer ausgemacht, denn während der Grundlehrgang nach 4 Monaten ins Wachpraktikum geht, machen diese Menschen einen Ausbildungsabschnitt bei der nächsten Feuerwehr- und rennen wieder nur hinter dem EL her, um zu lernen, wie man die Leute kommandiert.

    -„Wie es in den Wald hineinschallt…“- Habt ihr bei euch nicht einen einzigen Beamten, der nur seinen Stuhl warmhält, und sämtliche Arbeit abwimmeln möchte? Dann bist du bei der besten BF Deutschlands. Sobald man als Beamter Lebenslänglich hat, rührt sich bei einigen nichts mehr. Kommt man z.B. mit einem defekten Fahrzeug in unsere Werkstatt, bekommt man fast immer die gleichen Aussagen:
    1. „Das kann nicht sein. Du kannst das nur nicht bedienen.“ Zieht das nicht, kommt
    2. „Das muss so sein.“ Nach einem Hinweis auf die Bedienanleitung dann
    3. „Oh, kaputt. Das war von euch ein Bedienungsfehler.“ Und damit sie das Fahrzeug nicht da stehen haben, um es zu reparieren, kommt noch
    4. „Da kannst du aber noch etwas mit rumfahren, bis wir mal Zeit haben…“

    Wenn du ehrlich bist und nicht Betriebsblind, wirst du das auch sehen. Nach meinen nahezu 14 Dienstjahren bei der BF konnte ich auch mit vielen anderen Kollegen anderer BFs sprechen, und da tut sich überall nichts anderes.
    Aber genau dieses Denken:“Wir sind die Profis, von euch ist nichts zu erwarten“, schürt das Beziehungsproblem. Und dieses Denken passiert leider auch bidirektional.

    Sich hier aber vor den Rechner zu setzen und die FF als BFler mal wieder allgemein abfällig zu verreißen, nur, weil man um den eigenen Kirchturm nichts anderes sieht, ist genau das Problem. Diese Aussagen zeigen, dass es
    a) bei euch mit dem Auskommen auch total im Argen liegt, und
    b) dass gar kein Interesse besteht, das zu ändern.
    Schönen Dienst noch. Ich hoffe, er kommt nicht so plötzlich.

  28. Nach der ganzen Diskussion ist das mal ein schöner post von jemanden der es ganz nüchtern betrachtet.
    Daniels posts sind recht überspitzt und ab und zu recht treffend aber im allgemeinen halt zu einseitig.
    Schön einen gegenpost von einem BF´ler zu lesen 😉

  29. Anscheinend bricht hier auch gleich der Krieg aus.

    Mir war es nun etwas zu viel alles auf einmal durchzulesen daher nur kurzes Kommentar zu Daniels ersten Eintrag:

    – Gegen ein gleiches optisches Erscheinungsbild spricht gar nichts. Es kann dir völlig egal sein ob der FA nun von der BF oder FF ist. Sein Gruppenführer weiß was er kann. Da der Gruppenführer fahrzeuggebunden ist und das Fahrzeug eindeutig gekennzeichnet ist, wüsstest du auch jeder Zeit ob du mit einem FFler oder BFler zu tun hast.
    Nur in der Öffentlichkeit sieht es anders aus – wie ein Team. Ich unterstelle dir mal, dass dich das stört.

    – Über die Qualität der Ausbildung lässt sich streiten. Da gibt es sicher den ein oder anderen der dir als BFler in gewissen Situationen locker was vor macht. Und sei es nur weil er eine ganz andere Berufsausbildung etc. hat.
    Da beißt sich die Katze in den Schwanz: du würdest keine FFler an den Einsatz lassen weil sie zu schlecht ausgebildet sind, allerdings können sie auch nicht besser werden wenn man sie nicht auch real praktisch üben lässt. Von der Motivation ganz zu schweigen.

    Nun mal zur Situation in Fürth (Bay.) und in Bezug auf meine Wehr:
    Unsere Ausbildung wird teilweise von der BF gehalten. Mit diesen Jungs kommt man super zu recht. Allerdings werden auf die FFler wohl auch nur taugliche BFler losgelassen.
    Im Einsatz… welcher Einsatz? Ich kann nichts darüber sagen wie es sich da mit der BF zusammenarbeiten lässt. Ich bin seit 10 Jahren dabei und durfte bis dato zu zwei Brandeinsätzen (es gab nicht mehr). Einmal Großbrand: da durfte ich sogar mal den Schlauch halten und ein Minifeuerchen löschen. Das andere mal: Zimmerbrand, da wurden wir dann für die Nachlöscharbeiten gerufen (nochmal kurz Schlauch halten, Feuer war aber keines zu sehen).
    Seit kurzem haben wir die ILS in Nürnberg. Uns wurde „versprochen“ dass es mehr Einsätze gäbe und wir auch mal vorne ran dürften… von wegen. Mehr Einsätze gab es bis dato wirklich… zwei in 3 Monate… davor waren es zwei in 12 Monate…. wir haben die Einsatzzahl also vervierfacht! Einer davon… da wären wir gar nicht zuständig gewesen, aber wer weiß warum wir gerufen wurden, zu tun gab es aber dennoch ncihts….. der andere…. FF ab zum Schaufeln… oder dann halt doch nicht und eine halbe Stunde auf dem Fahrzeug sitzen und „Einsatzstelle“ (Öltropfen auf tiefgefrorenen Schotterboden) mit Fahrzeugbeleuchtung „ausleuchten“.
    Unsere anderen „Einsätze“ beschränken sich dann auf technische Hilfeleistung. Jedoch nicht etwa die Interessanten, sondern: Bäume auf Meterstücke schneiden, Pfützen auspumpen oder halt dann doch nur mit Blaulicht durch die Gegen cruisen und cool aussehen.
    Kleine Eigenart hier in Fürth: dank der ILS werden wir nun zeitgleich (vorher halt irgendwann mal oder gar nicht, wobei wir eigentlich hätten sofort mit alarmiert werden müssen) mit der BF alarmiert. Ja super denkt man sich da, kann es ja mal vorkommen dass wir hier früher da sind. Nichts da, wir dürfen uns bevor wir rausfahren beim Einsatzleiter melden und nachfragen ob wir nun wirklich rausfahren dürfen…. lächerlich. Grund: unser LF könnte die Fahrzeuge der BF behindern. Naja mal lieber Bevormundung statt Aufklärung und Ausbildung.

    Letztendlich bin voraussichtlich in einem Jahr beruflich nicht mehr hier wohnhaft. Sollte ich wirklich noch einmal Lust haben mich bei einer neuen FF zu arrangieren, dann schaue ich mir jedoch die archivierten Einsätze etc. genau an. Sowas wie hier ist relativ schwachsinnig.

  30. Nachtrag: Ich erinnere mich noch an einen weiteren Brandeinsatz – Silvester 200. Da war ich jedoch nicht diensttauglich. Leider gibt es noch Kameraden die an solchen Tagen hoffen doch einmal den Schlauch halten zu dürfen (syn.: „Helfen zu dürfen“) und deswegen diensttauglich bleiben. Schwachsinnig in meinen Augen. Wenn uns die BF dann doch mal brauchen sollte (Wahrscheinlichkeit wohl eher gegen null) und keiner da ist, müssen sie wenigstens keine Angst haben dass wir irgendetwas falsch machen und sie danach negativ dastehen 😉

    Mit höchstmotivierten kameradschaftlichen Grüßen…

  31. @Daniel(BF)

    1) In anderen Ländern gibt es nur Hauptamtliche, da brennt auch nichts mehr. Also ist alles nur eine Frage des gewünschten Schutzzieles.

    Klar.. wenn man sich mit Anfahrtzeiten für den Erstschlag von 20 Minuten und deutlich mehr für den 2. Abmarsch zufrieden gibt. Gerade da sehe ich ein ganz großer Vorteil in der FF. Es ist flächendeckend machbar zeitnah ausgebildetes Personal in den Einsatz zu bringen.

    An dem System selbst muss man zwangsläufig arbeiten. Da geb ich Dir Recht.

    2) Zu den 24h-Diensten und den Beförderungssperren: Feuerwehr ist unser Beruf und da dürfen wir auch unsere Arbeitsumstände kritisieren, oder nicht?

    Durchaus. Das Argument hab ich als bewusste Überspitzung gewählt. Denn viele kritisieren (durchaus zu Recht) andere durchleben dadurch die Passion Christi. Es ging um Extremfälle.

    3) Was sollen wir deiner Meinung nach ändern und was die Ehrenamtlichen in Städten mit BF? Ist den Leuten die sich beschweren eigentlich klar, warum es eine BF in dieser Gemeinde gibt, warum diese den Erstschlag fährt und welche Überlegungen hinter einer AAO stehen?

    Mit Speck fängt man Mäuse! Ich wage zu behaupten das es deutlich produktiver wäre

    a) Anreize zu schaffen wie „wenn ihr 90% einsatzbereite AGT in den Reihen habt werdet Ihr bei Brandlagen direkt im ersten Schlag mit eingesetzt“
    b) Verantwortung zu übertragen. Mancher Kleinscheiß kann eine FF über Nacht u am WE auch alleine abarbeiten. Die FF gewinnt Erfahrung und macht was fürs Ego, du kannst eine Stunde länger ruhen, dem Bürger entsteht kein Nachteil. Wenn das keine Win-Win Situation ist weiß ich auch nicht

    3) Ich kenne mittlerweile so viele Kollegen von anderen BFen in Deutschland und die haben eigentlich überall (!) die selben Probleme.

    Ich kenne so viele FFler mit Hauptamtlichen Kräften in D.. und fast überall hört man die selben Probleme. Das die FFler behandelt werden als wären Sie dem Hund am Arsch abgefallen. Und nun? Einige – und da gehörst du mit dabei – haben nämlich vergessen wo Sie herkommen und halten sich mit Ihrem B3 Lehrgang für die größten schlechthin.

    Sry aber das musste mal genau so gesagt werden. Ich hatte weiter oben schon mal dir Recht gegeben mit einigen Punkten. Nur darf man wenn man die BF Schiene fährt wie du es machst sich nicht wundern das man überall aneckt.
    Ich kenne BFler die sind da das komplette Gegenteil. Sicherlich es wird mal geschimpft und der Satz „das hätte es bei der BF nicht gegeben“ ist Standard. Aber wenn man fragt bekommt man immer eine normale Antwort. Wie das bei dir ist .. weiß ich nicht.

    4) Aus Scheisse Gold machen müssen wir alle. Egal ob FF, BF oder PF. Rechtlich sieht es doch so aus, dass es die meisten FFler überhaupt nicht interessiert auf welcher Grundlage und mit welchem Hintergund sie tätig werden oder was sie eigentlich machen dürfen. Denn das ist ja Theorie und wir sind ja Praktiker…

    Das ist wieder ein Punkt wo ich dir Recht geben muss und mich jedes mal tierisch aufrege. Solche Freizeitfeuerwehrhauptmänner sind nämlich die das System selbst ad absurdum führen

    5) Also, welche Ausbildungen ausser Privatveranstaltungen laufen bei FFen übers komplette Wochenende?
    AGT, Funklehrgang 2*Sa einmal So
    Maschninist Freitag, 3 Samstage, 2 Sonntage

    6) Jedoch ist die FF in den meisten Bereichen eben nicht für einen Erstschlag einsetzbar.
    Warum machen das dann einige BFen doch immer wieder? Mir ist mindestens 1 Fall bekannt wo die FF in einem Stadtteil die Hilfsfrist eher nicht einhalten kann u die FF deshalb im Erstschlag mit draussen ist u meistens vor der BF da ist. Was jetzt?
    Warum werden in Berlin RTW (sic!) mit EA besetzt?

    7) Ebenso melden sie sich auch sehr oft nicht mehr über Funk, wenn sie nach unserer Erkundung oder unserem Einsatz die Einsatzfahrt abbrechen sollen. Dann wird halt trotzdem mit Signal zur E-Stelle geheizt und dort gibt man dann eben an, dass man über Funk die Anweisung nicht gehört habe..

    Das Problem hat man in reinen FFen auch. Sollte aber relativ schnell abzustellen sein. Fahrzeug für 14 Tage Funküberprüfung einziehen.. passt schon 🙂

    8) In meiner FF sind in letzter Zeit so viele Kameraden (fast alle reine FFler) ausgetreten oder haben sich auf unbestimmte Zeit beurlauben lassen. Aber das ist der Wehrführung relativ egal, zu einem Umdenken kommt es auch nach der jährlichen “Aussprache” nicht. Aber was für einen Paradigmenwechsel soll es denn geben?

    Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich schätzen das du bei uns in der FF bist 🙂
    Das ist frustrierend, das weiß ich aus eigener Erfahrung zu gut.
    Trotzdem glaube ich fest daran das es in absehbarer Zeit zu einem Umbruch im System kommen wird.

    a) die jetztigen Probleme wie der Tagesalarmbereitschaft etc werden Ausmaße annehmen die nicht mehr zu beschönigen sind
    b) gleichzeitig wird weniger Geld zur Verfügung stehen was zwangläufig zu neuen Lösungsansätzen führen wird weil die bewährten nicht mehr auf Dauer finanzierbar sein werden
    c) Es wird im ganzen ein Wechsel in der Führung geben. Jetzt ist die Generation Cimolino am Zug die damit aufgewachsen ist eher alles in Frage zu stellen

  32. Hallo ich Bin Dennis und ich komme aus berlin und ich will gerne bei der feuerwehr mit machen und für ande da sein und da sein bitte konne sie bitte sarge wie ich das machen kann das ich bei der feuerwehr mit machen kann

  33. Ein BERUFSfeuerwehrmann // 27. März 2013 um 16:19 // Antworten

    genauso läuft das hier, wer dem autor nicht ins bilde passt wird einfach wegraddiert :DDDD
    wenn das im echten leben und beim einstellungstest auch mal so einfach wäre ‚gell?! :DDDD
    daraus wird bei dir wohl nie was werden und du wirst dein ganzes leben lang nur davon träumen. ohhhhhhh wie schade

  34. @Ein BERUFSfeuerwehrmann

    Man muss sich allerdings auch fragen, warum jemand der nicht in der Lage ist einen zusammenhängenden, relativ kurzen, Text zu lesen und zu verstehen in der Berufsfeuerwehr aufgenommen wurde?! Deine exzessive Verwendung von Emoticons lässt mich auch zweifeln ob du wirklich schon in deinen Ende 20ern, Anfang 30ern bist!
    Allein die Freischaltung dieser offensichtlich unqualifizierten Kommentare eines mutmaßlichen Trolls ist dem Autor hoch anzurechnen und zeugt von einem gefestigteren Charakter als beim og. Kommentator!

  35. Bin FF im rondevu System mit BF UB / RS // 2. Juli 2013 um 3:47 // Antworten

    Ja schwirriges Thema was überall vorkommt, auch bei uns! Also ich als Freiwilliger habe einfach festgestellt das ca. 40% der Berufsfeuerwerhr Leute keine sozialen Kompetenzen haben, das geht bis in die Führungsetagen hoch! Es gibt zwei Wörter die manche ganz aus Ihrem Wordschatz gestrichen haben und zwar WIR Und MENSCH ! Und ich glaube das sich die anderen 60% der BFler die wirklich absolut korreckt sind, auch etwas Fremdschämen für diese ach so hoch auf dem Ross sitzenden BF A……. ! „Austritt aus der selbstverschulteten Fehlansicht kann nur durch eigenständiges Umdenken erfolgen“………….doch diese Leute denken das eigenständiges Umdenken dass ist, wenn sie an sich denken! Ihr müsst mal verstehen was die beiden Parteien Denken sollten wenn Sie aufeinander treffen……..Der BFler sollte denken klasse das die so viel Männpower mitbringen und uns so qualiviziert unterstützen können………. auch wenn ich manches nach kontrolieren muss ob das richtig ausgefüht wurde, ist das eine rießen Hilfe. Und der Freiwillige sollte respekt vor der etwas umfangreicheren Ausbilung und Quallifikation, Verantwortung und Erfahrung haben, und sich sagen, klasse das da einer ist der das ofter macht und der mich leitet und mir hilft wenn ich mal nicht mehr weiter weiß! Wir müssen von der unterscheidung Freiwillige und Berufsfeuerwehr weg, man kann das ganz einfach viel besser unterteilen in Klasse Kammerden, nicht so schlaue Kammeraden, die manchmal nichts dafür können und EGO BFler ! Also halten wir fest: beides ist nur ein querschnitt der Bevölkerung …………..so, erkannt? Diese BF A……… sind gerkeine BF A………. sondern nur A……… und das immer! Das sind einfach menschliche Arschlöcher die bei der BF gelandet sind! Andersrum würde ein menschliches A. ja auch nicht Freiwillig gutes tun……….daher sind die bei den Freiwilligen auch fast nie anzutreffen……da sind manchmal nette nicht so schlaue Leute bei, aber halt selten menschliche A. wie genau diese scheiß geistig armen EGO BFler! Die anderen 60% sind echt in erster linie mal Mensch, und die habe ich genau so lieb wie meine Kameraden! Einen EGO BFler habe ich mal zum Umdenken bewegen können der musste sich aber echt winden, hat sich aber offenbart und meint es ernst! Die anderen sind ja bereits warm angezogen wenn sie auf mich treffen………. wenn mir von denen einer versucht doof zu kommen habe ich aber die besseren Sprüche ! Es gibt zeiten das ist mein Wohnzimmer doppelt und dreifach so qualliviziert besetzt wie wie manche Außenfeuerwache mit BFlern !

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