Besonderheiten bei Schornsteinbränden

Bei der Einsatzmeldung „Schornsteinbrand“ muss auf Einiges geachtet werden. Die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg hat hierzu bereits ein Merkblatt veröffentlicht. In Mollhagen (Schleswig-Holstein) wurde die Feuerwehr am Wochenende zu einem derartigen Einsatz gerufen. 

Besonders zu Beginn der Wintermonate kommt es vermehrt zu Schornsteinbränden. Oft haben Hauseigentümer die Kontrolle durch den Schornsteinfeger vernachlässigt. Infolgedessen befindet sich vermehrt Glanzruß an den Schornsteinwänden, welche bei einem Schornsteinbrand entzündet werden.

Einsatzbereit stehen die Kräfte vor dem Gebäude, um bei eventuellen Sekundärbränden schnell eingreifen zu können.

In Mollhagen war die Feuerwehr am Samstag Nachmittag mit der Abarbeitung eines solchen Einsatzes beschäftigt. Bei der Lageerkundung konnte die Einsatzmeldung „Schornsteinbrand“ bestätigt werden. Ein Trupp unter Atemschutz untersuchte anschließend des Gebäude und konnte im Obergeschoss bereits eine starke Verrauchung feststellen. Des Weiteren wurde im Bereich des Dachbodens eine Temperatur von 238 Grad Celsius festgestellt-Tendenz rasch steigend. Währenddessen wurde eine Löschwasserversorgung aufgebaut. So sollte im Falle eines Brandes, entstanden durch die Wärmestrahlung des Schornsteins, schnell ausreichend eingegriffen werden können. Anschließend wurde ein Löschversuch mittels Pulverlöscher vorgenommen, welcher allerdings ohne Erfolg war. Daraufhin entschied sich der Einsatzleiter, in Absprache mit dem örtlichen Schornsteinfeger, den Glanzruß kontrolliert abbrennen zu lassen. Um Sekundärbrände zu verhindern, wurden die Bereiche um den Schornstein von weiteren Trupps überwacht und teilweise freigeräumt. Nach Erlöschen des Brandes wurde der Schornstein durch den Schornsteinfeger gereinigt, Glutreste ins Freie getragen und das Gebäude belüftet.

Die Landesfeuerwehrschule hat hierzu ein Merkblatt „Schornsteinbrände“ veröffentlicht. In diesem können Besonderheiten und Vorgehensweisen bei derartigen Bränden genannt. Im Wesentlichen ist darauf zu achten, dass:

  • Nie Wasser zum Löschen eins Schornsteinbrandes verwenden. [Merke: Ein Liter Wasser ergibt ca. 1700 Liter Wasserdampf.]
  • Neben der Gefahr durch Atemgifte, muss auf eine weitere Ausbreitung und die Gefahr durch Einsturz geachtet werden.
  • Der örtliche Schornsteinfeger sollte möglichst vor Ort sein.
  • Immer den gesamten Schornstein über alle Stockwerke bewachen.
  • Eine Zuwachsen des Rauchabzuges muss verhindert werden.

Das gesamte Merkblatt ist als pdf-Datei im Internet frei zugänglich:

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„Schornsteinbrände – Hinweise für den Einsatzleiter“

 

Quellen: Kreisfeuerwehrverband Stormarn und Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg

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