Nach Beleidigungen und Diskriminierungen legen Feuerwehrleute ihren Dienst nieder

Wegen eines geplatzten Standortes und Anfeindungen ist die Feuerwehr Ellhofen wegen Mitgliedermangels nicht mehr einsatzfähig.

In einem offenen Brief haben die Kameraden des 3.300 Einwohner Ortes Ellhofen in Baden-Württemberg erklärt, warum über die Hälfte der ehrenamtlichen Brandschützer ihren Dienst niederlegen. Auslöser war unter anderem ein Bürgerentscheid indem sich 77 % der Wahlberechtigten gegen einen Standort des Feuerwehrhauses hinter dem Rathaus entschieden haben. Darüber hinaus heißt es in dem Schreiben, dass die Feuerwehrleute seit 2010 mit Anfeindungen und Unterstellungen zu kämpfen haben. So wird den Feuerwehrleuten vorgeworfen Einsätze zu fingieren und Kinder zu gefährden. Da die Feuerwehr Ellhofen bei der Leitstelle nun abgemeldet ist müssen die Wehrleute aus dem knapp zwei Kilometer entfernten Lehrensteinsfeld und aus dem knapp fünf Kilometer entfernten Obersulm anrücken. In einem Interview des SWR gaben Bewohner als Grund für die Ablehnung des Standortes die in der Nähe befindliche Schule und den Kindergarten an. Manche Mutter befürchtet, dass im Falle eines Einsatzes Kinder durch die fahrenden Fahrzeuge gefährdet werden. Wie es nun weitergeht ist Unklar, laut dem Bürgermeister Wolfgang Rapp gibt es derzeit noch keinen Plan „B“. Nach dem jetzigen Standort hat man nach Angaben des offenen Briefes über 18 Jahre gesucht, wie es scheint erfolglos.

Quellen: KFV Heilbronn und SWR

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18 Kommentare zu Nach Beleidigungen und Diskriminierungen legen Feuerwehrleute ihren Dienst nieder

  1. Dirk Dienstühler // 26. Juli 2012 um 22:13 // Antworten

    Da kann man mal sehen wie doof wir Deutschen sind, man muß sich wirklich schon schämen für die Doofheit mancher Deutschen. Aber das sind meistens die, die am lautesten schreien wenn bei denen die Bude brennt. Deutschland schafft sich ab. Sowas hätte es in den USA nicht gegeben, da hat die Feuerwehr ein ganz anderes Ansehen!

  2. So bescheuert können doch die Deutschen nicht sein!!
    Aber wenn in der Schule brennt?? Dann kommt wer und rettet ihre Kinder …
    oh man ist das peinlich … sollten an den landesfeuerwehrverband herantreten und das public machen, wie man den örtlichenb Brandschutz lahm legt …
    ich hoffe, die finden eine Lösung, weil ansonsten handelt es sich hier um einen verspäteten Aprilscherz.

  3. Genau so sehe ich das auch!

  4. Norbert L. // 27. Juli 2012 um 0:05 // Antworten

    Als freiwilliger oder BF´ler muß man und läßt man sich ja inzwischen einiges gefallen….., Pöbeleien am Einsatzort weil sich manch ein Bürger in seiner freien Fahrt behindert fühlt, Petitionen gegen den ach so gesundheitsschädlichen Lärm von Einsatzfahrzeugen, die allgegenwärtigen Frozzeleien gegenüber den FFW´s als Saufverein und natürlich die aufrechten Bürger, die von den drei Einsatzfahrten einer Dorffeuerwehr eine ungeheure Gefahr für die Allgemeinheit ableiten.

    Und wenn dann noch ein Ort meint, die Kameraden und ihre Familien zum einen persönlich ( aus was für angeblichen Gründen auch immer ) und als Allgemeinheit auch über vielsagende Abstimmungsergebnisse zu diskreditieren, dann würde ich diesem Ort und seinen Bewohnern als Ehrenamtlicher auch den Stinkefinger zeigen.

  5. Das erinnert mich an einem Nachbarn er fragte mich ob es nötig sei mit martinshorn nachts um 3auszuführen, er wäre davon wach geworden . Ich sagt das es mit leid tut , nur 5 min. Vor der alarmierung habe ich auch geschlafen . Es wird immer schlimmer .warum macht man sowas noch ehrenamtlich ?????????

  6. Jörg Jungbluth // 27. Juli 2012 um 10:06 // Antworten

    So ein Schwachsinn, bei uns steht das Gerätehaus auch direkt neben der Grundschule. Passiert ist noch nie etwas, weil wir die STVO beachten. Und wenn wir gerade ausrücken müssen, wenn Pause ist, bekommen wir sogar Applaus.

  7. Wann sind Sie denn zuletzt in einer Fire Station in den USA gewesen?
    Und was wissen Sie über die Immobilienspekulation und das Anwohnerverhalten da?

    Ohne Insider-Details zur Ellhofener Entscheidung sollte sich keiner ein Urteil erlauben.
    Den freiwilligen Feuerwehren in Deutschland geht es im weltweiten Vergleich sehr gut!

  8. Schon schade, aber leider ist es so! Wir „Dummen“ springen auch nächtens aus den Betten – egal, ob am nächsten Tag müde auf der Arbeit – für andere.
    Aber die, die am lautesten schimpfen, sind auch leider die, die am lautesten schreien, wenn bei Ihnen nicht umgehend Einsatzkräfte sind, wenn dort was ist.

  9. Ich wohne in einem Dorf wo das Feuerwehrhaus(eines LZ) direkt neben dem Kindergarten liegt.
    Der kindergarten hatt die drausen Fläche einfach um zäunt.

  10. In Deutschland wird’s ja auch immer Schlimmer. Man traut sich ja keinen Einsatz mehr durchzuführen, wenn man sich fürchten muss für alles gleich verklagt zu werden. Bei einer Katzenrettung in Regen (http://www.retter.tv/de/feuerwehr.html?ereig=-Katzen-Rettung-in-Regen-Hausverwaltung-droht-Feuerwehr-mit-Anzeige-&ereignis=13989) droht man der Feuerwehr wegen dem angerichtetem Schaden mit einer Klage seitens der Hausverwaltung. Totaler Hirnverbrannt…

  11. Es soll vor einiger Zeit den Fall gegeben haben, dass ein Stuttgarter Ferrarifahrer zu schnell unterwegs war und irgendwo eingeschlagen ist. Von der Feuerwehr wurde er rausgeschnitten und befreit. Als es ihm besser ging, wurde die Feuerwehr wegen Sachbeschädigung auf Schadenersatz verklagt – und er bekam sogar recht.

  12. Otto Kern sagt:
    „Den freiwilligen Feuerwehren in Deutschland geht es im weltweiten Vergleich sehr gut!“

    @Otto:

    – Das System der Freiwilligen Feuerwehr ist nahezu ausschließlich im deutschsprachigen Raum vertreten, also fällt mir hier ein weltweiter Vergleich schwer. Desweiteren glaube ich, dass es ein Phänomen der deutschen Gesellschaft ist, ehrenamtliche(!) Retter und Hilfsorganisationen in einem derartigen Ausmaß zu kritisieren und zu beschimpfen.

    – Wieso genau geht es den Freiwilligen Feuerwehren gut? Schlechtes Image in der Bevölkerung, ständiger Sparzwang bzw. nicht zeitgemäße Ausrüstung, da die Institution Feuerwehr von den Gemeinden gerne mal an der kurzen Leine gehalten wird.

    Dies sind alles Mißstände, die jedem Feuerwehrangehörigen in irgendeiner Weise schon begegnet sind, wieso also sollte man jene mit einer allgemeinen Abwiegelung totschweigen und unter den Teppich kehren?

  13. Überall wo solche Nachrichten veröffentlicht werden, wir auf Stammtischniveau mit Selbstheroisierung diskuttiert, ala: „Alle rennen raus, wir rennen rein“ oder es wird gesagt: „Die Entscheidung des Volkes ist so dumm“. Feuerwehrleute sind auch aus dem Volk und zeichnen sich durch Hilfsbereitschaft, „genügend“ Zeit zur Bereitschaft und feuerhemmender Kleidung aus. Und zu solchen Entscheidungen der Dorfgemeinschaft muss ich leider feststellen, dass diese wahrscheinlich nicht ohne Grund geschehen ist. Ich habe zwar keine Hintergrundinformationen, aber würde dies auf fehlerhaftes Auftreten in der Öffentlichkeit zurückführen (keine PR-Arbeit, Bierkisten im Feuerwehrauto, „Klischeeübungsabende“). Und der Vorwurf, dass Kinder gefährdet werden, ist vermutlich auch nicht aus der Luft gegriffen. Schließlich nimmt keiner der Feuerwehrleute Stellung (den Brief kenne ich leider nicht), sondern tritt beleidigt zurück. Über die Anlieger, die sich die Anzahl der ausrückenden Einsatzkräfte aufschreiben, kann ich allerdings nur den Kopf schütteln. Entweder wissen die nicht, dass tagsüber generell die Besatzungsstärke schlecht ist, oder sie fühlen sich wichtig.

    Abschließend möchte ich klarstellen, dass ich diese Wehr nicht persönlich angreifen möchte, sondern nur Feuerwehrleute aufrütteln möchte, darüber nachzudenken, warum es zu solchen Anfeindungen kommt. Aus Wehren, die sich sehr professionell verhalten, mit der Bevölkerung kooperieren (bspw. durch Information über Brandgefahr von PV-Anlagen), sind solche Beschwerden nicht zu hören.

    Allen einen schönen Dienstag.

  14. @ Federik: wenn der Rest deines Beitrages nicht so sachlich formuliert wäre, würde ich bei „“genügend” Zeit zur Bereitschaft “ glatt ausrasten. Feuerwehrleute, die ich kenne, haben auch nicht mehr Zeit, weniger Familie oder Hobbys als andere. Sie setzen nur die Prioritäten anders. Bei uns wird mindestens die Hälfte aller Veranstaltungen im Dorf von der FW bzw dem FW Verein organisiert. Auch ich kann mir am Sonnabend oder Feierabend beleibe was lustigeres vorstellen, als zu einer „Person in Not“ oder auch zu einem Küchenbrand zu fahren. Aber ich wünsche mir eben auch, dass, falls meine Hütte mal brennt, Jungs aus’m Dorf schnell zur Stelle sind (wie es anderweitig in der Vergangenheit ja auch war), denn bis die Berufs-FW da ist, liegt meine Bude in Schutt und Asche. Und genau deshalb -und nicht, weil ich „“genügend” Zeit zur Bereitschaft“ habe, bin ich bei der FW.
    Abschließend möcht ich sagen, daß dergleichen Anfeindungen gottseidank hier nicht stattfinden, sie aber vom stets schwindenden Respekt vor dem Ehrenamt zeugen und ich sowas mit großer Sorge beobachte.

  15. Hier ist nicht der Bürger schuld. Er wehrt sich nur gegen die Unfähigkeit in der ehrenamtlichen Kommunalpolitik – die kämpfen mit den gleichen Problemen wie ehrenamtliche Brandschützer. Wenn Probleme 18 Jahre auf die lange Bank geschoben werden lösen diese sich nicht ohne Geräusch. Hausgemachte Probleme durch fehlende Kommunikation…eine gewagte Ferndiagnose – trifft trauriger weise nur meistens zu

  16. Hallo.

    Pöbelein darf man sich schon länger anhören. das wird so ziemlich überal sein. Ach gab es bei uns die Beschwerden, dass das Martinshorn zu laut sei.

    Aber zum Standort: Das Gerätehaus meiner Wehr steht auch hinter dem Rathaus. 25 Meter von der Garagenausfahrt kommt der HAupteingang zu einer Grundschule und um zur Straße zu gelangen müssen wir über den Schulhof. und der örtliche Kindergarten ist auch nicht weit weg. >>> Es gab meines wissens noch nie einen Zwischenfall>> Die meisten Einsätze werden zu Uhrzeiten gefahren, wo Schule und Kindergarten geschlossen sind

    Ich weiß nicht was manche Bürger gegen Blaulichtorganisationen haben, andauernd haben diese was zum meckern…Sirene zu laut…Standort…bla bla bla….

  17. m.E. stehen die „Spritzenhäuser“ traditionell im Ortszentrum – was ja auch logisch ist: so sind beim Alarm alle Kameraden so schnell wie möglich an der Wehr. Hier steht die Wehr gottseidank noch hoch im Ansehen. Die Ellhofener werden sich noch wundern, wenn es demnächst nur noch BFw in den Städten gibt – mit entsprechenden Anfahrzeiten. Echt traurig sowas.

  18. Servus zusammen,

    warum diskutiert man eig. darüber wo das GH steht? Meines Erachtens nach sollte man sich mal sämtliche Mütter mal ordentlich zur Brust nehmen und die mal fragen ob sie überhaupt wissen wer da kommt wenn in der Schule oder im Kindergarten mal irgendwas sein sollte?!?!
    Vielleicht wollen sie auch bewirken dass mal ein RTW oder NA nur mit 20 Km/H Richtung Kindergarten/Schule fahren soll…

    Wenns dene Müttern da aber ein Gefühl von Sicherheit gibt, dass es jetzt länger dauert bis die FW kommt, weil Längerer Anfahrtszeit, ja dann… Dann kann ich nur hoffen dass diese Einrichtungen von allem Verschont bleibt was das leben der Kids gefährden könnte… So traurig dass auch ist, aber mir scheint es so, dass es so mancher Mutter am weltlichen Verständniss fehlt…

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