Mehrtägiger Einsatz bei Brand eines Rapssilos in Kiel

symbolfoto-1-2014-2

Am 11.03. wurde um 12:59 Uhr wurde die Feuerwehr Kiel (Schleswig-Holstein) zu einer leichten Rauchentwicklung zu einer Siloanlage im Nordhafen gerufen.

Der erst eintreffende Einsatzleiter erkundete eine Wärmeentwicklung in einem Siloteil. Hier befinden sich über mehrere hundert Kubikmeter eingelagertes Rapsprodukt. Es handelt sich dabei um ein ölhaltiges Futterprodukt in der Bezeichnung “ Raps Expeller“. Das Produkt ist in einer 51 Meter hohen Silozelle gepresst eingelagert.

Anzeige

Nach weiteren Erkundungen durch die Einsatzleitung wurde die Wärmequelle lokalisiert die im Silo weiter brannte. Der Direktionsdienst veranlasste ein Bekämpfungsverfahren, das seit mehreren Tagen die Kieler Einsatzkräfte beschäftigt.

Ein Spezialunternehmen aus Dortmund machte sich mit mehreren Tankzügen Stickstoff und Spezialisten auf dem Autobahnweg nach Kiel. In einem Spezialverfahren mit Verdampfern wird dem Brand der Sauerstoffanteil entzogen. Während dieses lokalbegrenzten Feuers wurde aus Sicherheitsgründen ein Absperrkreis gezogen. Naheliegende Rad- und Wanderwege sowie die Zufahrt zu der Siloanlage wurden durch die Polizei gesperrt. Eine akute Explosionsgefahr bestand nicht.

Sachstand vom 12.03.

Am 12.03. wurden Brandbekämpfungsmaßnahmen sowie Messungen im Silobereich sowie in der betreffenden Umgebung der Siloanlage am Nordhafen durch die Feuerwehr durchgeführt. In den Vormittagsstunden wurde in Zusammenarbeit mit der Firmenleitung des Betreibers und Fachleuten des Zentrums für Brand- und Explosionsschutz aus Nordrhein-Westphalen mit der Feuerwehr Kiel weitere Maßnahmen zum Entstehungsbrand in der Siloanlage abgestimmt.

Auf Grund der Erfahrungen deutscher Feuerwehren zu einem Brand in einer Siloanlage, rechnet die Leitung der Feuerwehr Kiel mit einem länger anhaltenden Einsatz. Der in der Nähe befindliche Rad-und Wanderweg sowie die zuführende Straße zur Mühlen-und Siloanlage blieben weiterhin gesperrt.

Sachstand vom 13.03.

Am 13.03. bestand auf der Betriebsstätte des Silo und Mühlenbetriebes am Nordhafen, keine Explosionsgefahr mehr, nach dem am 12.03. gegen 15:30 Uhr das angelieferte Stickstoff mittels eines Verdampfers über Feuerwehrschläuche im unteren sowie im oberen Bereich der völlig isolierten Silozelle zugeführt wurden.

Während dieser Zeit wurden dauerhafte Messungen durch die Brand-und Explosionsschutzfirma aus Dortmund zusammen mit der Feuerwehr Kiel in und an der Zelle durchgeführt. In die Zelle wurden über 15.000 Kubikmeter Stickstoff geleitet.

In der eigenen Schlosserei der Berufsfeuerwehr wurde ein Metallflansch für die Anschlüsse an der Silozelle hergestellt und von Feuerwehrkräften vor Ort installiert. Über das Wochenende hinaus werden alle beteiligten Behörden mit der Geschäftsleitung der Produktionsstätte die Siloanlage sorgfältig beobachten.

Die Berufsfeuerwehr wird ebenfalls rund um die Uhr Messungen durchführen um eine mögliche Gefahr auszuschließen. Die angelegten Sperrungen sind aufgehoben, aber das Betriebsgelände bleibt weiterhin aus sicherheitstechnischen Gründen gesperrt. Da der Schwelbrand noch nicht gelöscht ist, ist das Feuer trotzdem unter sicherer Kontrolle. Auch über das Wochenende wird kontinuierlich Stickstoff der Silozelle zugeführt. Ein weiterer Tankzug mit dem Inertgas wird heute in Kiel erwartet.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*