Geht’s auch ein bisschen schneller? Prozess- optimierung in der Feuerwehr

Wenn es mit der Tagesalarmverfügbarkeit knapp wird oder die Ausrückzeiten zu lange sind, werden oftmals nach externen Gründen gesucht warum das so ist. Allerdings sollten die Feuerwehren auch selbst überlegen wie sie die eigenen Prozesse verbessern können um die Eintreffzeiten am Einsatzort zu verringern.

Bereits beim Ausrücken kann man sich überlegen wie man die Abläufe Rund ums und im Feuerwehrhaus optimiert

Bereits beim Ausrücken kann man sich überlegen wie man die Abläufe Rund ums und im Feuerwehrhaus optimiert

Ich gebe ja zu das Wort Prozessoptimierung klingt nicht besonders prickelnd, aber mir ist nicht wirklich ein passenderes Wort eingefallen. Um was geht’s heute? Wenn man die letzten Jahre zurückblickt dann wurde unsere Ausrüstung immer mehr optimiert. Schlauchtragekörbe, Schnellangriffsverteiler, Einmannhaspel und so weiter. Mit all diesen Geräten gehts heute effizienter als früher. Das gilt aber überwiegend erst für den Zeitpunkt, wenn wir vor dem Einsatzobjekt stehen. Zwischen Anrufannahme und Eintreffen am Einsatzort hat sich aus meiner Sicht nicht so viel getan. Vor allem wenig, wo sich (Freiwillige) Feuerwehren mal Gedanken gemacht haben, hey was könnten wir denn eigentlich besser machen?

Anzeige

Auslöser um über dieses Thema nachzudenken ist ein Artikel in der aktuellen Brandschutz (04/2012). Dort berichtet die Berufsfeuerwehr Köln auf Seite 254 wie sie derzeit eine dreimonatige Testphase durchführen, bei der ein Voralarm ausgelöst wird. Sobald dem Disponenten beim Anruf  grob klar ist wo der Einsatzort ist und mindestens ein Löschzug benötigt wird, lösen die Kölner auf der zuständigen Wache einen Voralarm aus ohne, dass das Notruf bereits abgeschlossen ist. Alle weiteren Informationen werden dann per Einsatzprotokoll oder Funk an den voralarmierten Löschzug weitergegeben, wenn diese vorliegen. Die Kollegen in Köln schätzen den Zeitvorteil zwischen Vor- und Hauptalarm auf 30 – 90 Sekunden. Wenn man sich vor Augen hält, dass hauptamtliche Kräfte zwischen eineinhalb und drei Minuten brauchen um auszurücken, ist das natürlich ein erheblicher Zeitvorteil den man rausschlägt.

Bevor man sich überlegt was man besser machen kann, sollte man sich kurz vor Augen halten wie den aktuell der Ablauf von der Alarmierung bis zum Einsatzort ist. Die nachfolgende Grafik soll das verdeutliche. Grundlage ist die Empfehlung der AGBF, dass nach 9,5 Minuten zehn und nach 14,5 Minuten insgesamt sechzehn Feuerwehrkräfte vor Ort sein sollten.

 

Die ersten 1,5 Minuten werden für die Anrufannahmen und die Alarmierung verplant. Um ans Feuerwehrhaus zu kommen rechne ich bei den Erstausrückekräften mit vier Minuten. Dann noch eine Minuten zum Umziehen und Fahrzeug besetzen, bleiben noch drei Minuten für die Anfahrt zum Einsatzort. Da die weiteren sechs Kräft fünf Minuten mehr Zeit haben um am Einsatzort einzutreffen habe ich diese Zeit der Anfahrt zum Feuerwehrhaus draufgeschlagen. Nun mal ein paar spontane Ideen wie man in den einzelnen Prozesschritt Zeit sparen könnte.

Anrufabfrage und Alarmierung

  • Voralarm: bereits wenn grob fest steht wo und was für ein Einsatz ist, werden die Kräfte alarmiert. Wenn die Anrufabnahme abgeschlossen ist können die fehlenden Einsatzinformationen nachgereicht werden
  • Parallelalarmierung: Da die analoge Alarmierung über Selektivrufe recht lange dauerm kann, ermöglichen zusätzliche Schleifen um mehrere Einheiten auf einmal zu alarmieren. Statt sechs Abteilungen einer Stadt nacheinander zu alarmieren, könnte mit einem Selektivruf die komplette Alarmierung erledigt sein
  • Große vor kleine Gruppe alarmieren: Bevor beim Kommandant der Melder geht wäre es sinnvoll ganz am Anfang der Alarmierung die Einheit zu setzen, die auch am meisten Einsatzkräfte an die Einsatzstelle bringen
  • Rückmeldung: Sofortige Rückmeldung über Funkmeldeempfänger oder Handy (z.B. über eine App. oder per Kurzwahl) wieviel Leute zum Feuerwehrhaus kommen

Gerade letzter Punkt ist aus meiner Sicht für Freiwillige Feuerwehren ein großer Hebel um frühzeitig eine Nachalarmierung zu veranlassen. Bevor drei bis fünf Minuten ins Land vergehen ehe ich feststelle, hoppla es kommt keiner oder es fehlen wichtige Funktionen wie beispielsweise die Maschinisten, kann ich kurze Zeit nach Alarmauslösung sehen wieviele Kräfte sich zurückmelden und spare so einige Minuten.

Anfahrt Feuerwehrhaus

  • Bei der Planung der Standortes darauf achten wo Einsatzkräfte wohnen und arbeiten
  • Löschfahrzeug temporär dort stationieren wo Einsatzkräfte arbeiten (z.B. bei einer großen Firma). Macht beispielsweise die Feuerwehr Bergisch Gladbach.
  • Mehrzweckfahrzeug bei Firma stationieren, dass als Zubringen mit Sondersignal zum Feuerwehrhaus dient
  • Kennzeichnung von Privat-PKW (z.B. Dachaufsetzer)
  • Feuerwehrleuten Zufahrt zu geschlossenen Bereichen erlauben (Fußgängerzone, gesperrte Duchfahrten)
  • Feuerwehrparkplätze mit Brücke, Durchgang etc. schaffen, wenn das Feuerwehrhaus durch Bahnlinie, Bach o.ä. getrennt ist. Wenn z.B. die Gleise direkt am Feuerwehrhaus vorbei gehen und die anrückenden Einsatzkräfte auf der gegenüberliegenden Seite warten müssen, kann man dort einen Parkplatz anlegen und per Fußgängerbrücke oder – unterführung die Feuerwehrleute zum Gerätehaus laufen lassen

Den Punkt mit dem stationieren Löschfahrzeug finde ich durchaus interessant. Wenn man im Gemeindebereich ein Unternehmen hat bei dem eine Vielzahl der Feuerwehrkräfte arbeitet, kann es durchaus Sinn machen dort ein Fahrzeug zu positionieren. Die Ausrückzeit könnten hierdurch massiv reduziert werden.

Ausrücken

  • Klare Anzeige/Signal welches Fahrzeug als nächstes besetzt werden muss. Z.B. Blaulicht an und Türen offen –> Fahrzeug muss besetzt werden. Blaulicht an und Türen geschlossen –> Fahrzeug rückt aus.
  • Automatisches öffnen und schließen von Hallentoren- und Schranken
  • Einsatzkleidung sinnvoll im Feuerwehrhaus aufhängen. Die Kameraden die in der Nähe wohnen hängen bei den Erstausrückfahrzeugen

Anfahrt zum Einsatzort

  • Navigationssysteme verwenden
  • Automatische Übergabe der Einsatzadresse an Navigationsgerät
  • Vorrangschaltung (grüne Welle) bei Einsatzfahrten

Vorplanung

Auch ohne Einsätze kann man schon entsprechende Vorkehrungen treffen

  • Verfügbarkeiten abfragen (wieviele Leute sind wann und in welcher Zeit grundsätzlich im Einzugsgebiet?). Wenn zu bestimmten Zeiten zu wenig sind gleich eine höhere Alarmstufe auslösen.
  • Bereitschafszeiten/Residenzpflicht einführen um einen Mindesstamm an Feuerwehrleuten zu haben

Das sind jetzt Mal ein paar Denkanstöße von mir wie man die Zeiten optimieren könnte. Jetzt bin ich natürlich gespannt was in Euren Feuerwehren so läuft. Welche Dinge macht Ihr um von der Alarmierung bis zum Einsatzort die Zeit zu verkürzen? Ich freu mich über Eure Kommentare.

25 Kommentare zu Geht’s auch ein bisschen schneller? Prozess- optimierung in der Feuerwehr

  1. Hey ich finde einige von den Ideen wirklich Klasse besonders gefällt mir:
    „Rückmeldung: Sofortige Rückmeldung über Funkmeldeempfänger oder Handy (z.B. über eine App. oder per Kurzwahl) wieviel Leute zum Feuerwehrhaus kommen“

    Ich werde den Vorschlag mal bei uns rumgehen lassen weil es ist wirklich nicht Sinn der Sache das du immer im ungewissen bist wie viele Kameraden kommen.
    Danke 🙂
    Sehr gute Seite lesen fast jeden Post!
    Weite so 🙂

  2. Hallo, der Artikel enthält sehr interessante Ideen.
    Kennt jemand ein Navigationsgerät das sich von extern eine Adresse geben lassen kann? Via WLAN oder Blauzahn? Ein Android Smartphone ist sicherlich eine Möglichkeit aber sehr teuer.

  3. Sind interessante Gedanken. Aber bei uns sieht das ganz anders aus, aber wir sind auch nur ne Dorffeuerwehr mit ca 30 Mitgliedern bei 400 Einwohnern.
    Das Gerätehaus liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden geschlossenen Ortsteilen. Wir haben nur Sirenenalarm, wann der von der Leitstelle ausgelöst wird, weiß ich nicht. Zusätzlich haben wir noch eine SMS, die kommen sollte. Ist leider regelmäßig zu spät, Mobilfunknetze halt. Unsere Einsatzkleidung haben wir zuhause, so dass wir bereits in voller Montur am Gerätehaus sind und nur noch auf die Fahrzeuge springen dürfen.
    Die Ausrückeordnung macht auch einfach, welches Fahrzeug besetzt wird. Da das 1. Fahrzeug über 7,5t wiegt, brauchen wir da noch einen Fahrer, aber da wir einige Landwirte im Dorf haben, klappt das auch, dass der Fahrer/ Maschinist innerhalb von 5 Minuten da ist.
    Da dieses Fahrzeug auch recht alt ist und ein bisschen Vorlaufzeit braucht, bis die Bremsen voll da sind, gibt es viele Schlüssel im Dorf, so auch bei einigen aus der Ehrenabteilung, von denen einer gegenüber vom Gerätehaus wohnt. Wenn die Sirene geht, kann er sofort loslaufen, das Haus aufschließen und das Fahrzeug schon mal anmachen. Bringt uns 2-3 Minuten.
    Das alles führt dazu, dass wir meist innerhalb recht kurzer Zeit mit dem 1. Fahrzeug losfahren. Außerdem haben wir selber nicht mehr genug Atemschützer, so dass die Nachbargemeinden bei Bränden immer mitalarmiert werden oder wir bei denen. Bei Verkehrsunfällen passiert das gleiche, da kommen die Gemeinden mit den Rüstwagen auch automatisch mit. Das bekommt die Leiststelle ziemlich gut hin.

  4. Also ich finde das mit dem Navi sinlos, die Wehren aus dem Dorf oder Kleinstädte brachen dies nicht und es kostet nur Zeit die Eingabe zu machen.
    Das mit der „Rückmeldung“ via Melder soll ja in Hessen, so weit ich weis, mit dem Digitalfunk kommen.

  5. @daniel beim digifunk nutzt die berliner feuewehr ein navi weil dit gerät ähnlich wie n pc aufgebaut ist
    @fweuerwehrleben
    Die Dachaufsetzer die Idee kannst du vergessen weil du dann gegen die stvo verstlößt weil du mit dem Dachaufsetzer die die Fahzreug höhe veränderst was wiederum im fhzbrief eingetragen werden muss aber die höhe vari verändert sich ja immer zwischen privatfahrt und feruerwehralarmfahrt zur wache hatte dit so aufn truppmann gelernt

  6. Also Rückmeldung via Melder ist sehr empfehlenswert. Auch Navi ist wichtig. Da wie wir auch Überörtlich wegen unserer Drehleiter eingesetzt werden. Mit der Ausrückordung der Fahrzeuge kann man auch nur empfehlen bei THL erstes Auto voll sofort los. Aber bei Brandeinsätzen eine Ausrrückordung einhalten bei uns MZF HLF DLF TLF und LF ist wichtig weil man ja nie weiß wie die Gegebenheiten vor Ort sind.

  7. Ich finde, dass das alles sehr interessante Ansätze sind. Über lang oder kurz wird es dennoch, denke ich, dazu kommen dass vermehrt Feuerwehren mit Hauptamtlichen Kräften gibt auch in „kleineren“ Städten, da es anderst halt einfach nicht mehr geht. Die Zusatzkosten werden dann leider von Vater Staat bezahlt werden. Auch wird die Hilfsfrist von max. 10 min. nicht mehr lange eingehalten werden können (Tagesausrückstäre, usw).
    Mein Gedanke ist ja immer noch, dass sich bei Leuten dann der Hebel im Kopf umlegt, wenn sie selber Hilfe brauchen und es dann mal 20 min dauert bis die Feuerwehr kommt. Was ich damit sagen will: Verstärkt auf Mitgliederwerbung zu setzen. Denn ich kann den Ausrückeprozess noch so gut optimieren, nur wenn die Leute fehlen hab ich leider auch nichts davon. Man muss den Leuten einfach die Feuerwehr schmackhaft machen…
    Eine Feuerwehr ist nur so gut, wie ihre Mannschaft.

  8. Bei uns in der Feuerwehr wird es schwierig verschiedene Dinge zu realisieren, da es bei uns mehr als an Geld mangelt. Das mit dem Zurückmelden per Pieper geht bei uns gar nicht, da die meisten noch alte Pieper haben die diese Funktionen nicht haben geschweige denn ein Display. Auch eine dezentrale Stationierung des Feuerwehrfahrzeuges bei einem Unternehmen macht bei uns 1000 Einwohnern im ländlichen Gebiet keinen Sinn, da hier bei uns da bei uns 90% der Aktiven weit außerhalb unseres Dorfes arbeiten. Da mit der Reihenfolge der am dichtesten wohnenden Feuerwehrleute in den Feuerwehrspinten, wäre evetnuell machbar bei uns. Der Weg vom Anziehen bis zum raus fahren ist eh kurz, da unsere Spinte direkt neben dem Fahrzeuge in der Fahrzeughalle sind (Entfernung Spint Fahrzeug beim Erstanriffsfahrzeug i.d.R. ca. 2,50 m), von daher ist das kein Problem und Eingestiegen wird aus diesen Gründen sowie so draußen vorm Feuerwehrhaus.

    Bei uns variert aber das Erstangriffsfahrzeug immer, da es auf den Einsatz (welche Lage?) ankommt….

    Bei uns findet aber noch eine Alarmierung per Sirene statt, fallsam Gerätehaus festgestellt wird es sind zu wenige oder kein Maschinist etc. Auch das mit den Fahrzeueg voll besetzt und fährt ab bzw. Blaulicht an aus wäre eine gute Möglichkeit bei uns umzusetzen.

  9. Und Navis wären bei uns manchmal echt sinnvoll, aber die werden bei uns Aufgrund von Kosten so wie so nie angeschafft….

  10. Hallo,

    viele gute Ideen – die meisten allerdings nicht neu…

    >Voralarm: bereits wenn grob fest steht wo und was für ein Einsatz ist, werden die Kräfte alarmiert. Wenn die Anrufabnahme abgeschlossen ist können die fehlenden Einsatzinformationen nachgereicht werden

    UC: in weiten Teilen ist man schon froh, wenn man überhaupt eine vernünftige AAO und richtige Leitstellen hat… Voralarm setzt dann an, wenn der Rest reibungslos funktioniert!

    >Parallelalarmierung: Da die analoge Alarmierung über Selektivrufe recht lange dauerm kann, ermöglichen zusätzliche Schleifen um mehrere Einheiten auf einmal zu alarmieren. Statt sechs Abteilungen einer Stadt nacheinander zu alarmieren, könnte mit einem Selektivruf die komplette Alarmierung erledigt sein
    Große vor kleine Gruppe alarmieren: Bevor beim Kommandant der Melder geht wäre es sinnvoll ganz am Anfang der Alarmierung die Einheit zu setzen, die auch am meisten Einsatzkräfte an die Einsatzstelle bringen

    UC: Über die sinnvolle vs völlig unsinnige Strukturierung von Alarmierungsmöglichkeiten könnte man Bücher schreiben… die Planung der Alarmierung sollte den technischen Möglichkeiten folgen – und möglichst schon längst vom Sprechfunk getrennt sein!
    Sonst kann man nämlich nicht rückmelden, weils noch lange alarmiert…

    >Rückmeldung: Sofortige Rückmeldung über Funkmeldeempfänger oder Handy (z.B. über eine App. oder per Kurzwahl) wieviel Leute zum Feuerwehrhaus kommen

    Das muss nicht das Fw-Haus wissen, sondern ggf. die Leitstelle – und noch viel sinnvoller ist direkt so zu planen und zu strukturieren, dass die Tagesalarmsicherheit grundsätzlich funktioniert. Sonst verzögert es sich immer weiter!

    >Navigationssysteme verwenden

    UC: tja… aber auch die können lügen – oder nicht wissen, dass die Fw Sachen darf, die andere nicht dürfen… ergo gehört Straßenkunde und Stadtplan lesen nicht nur für den Ausfall der Navi-Technik dazu… 😉

    >Automatische Übergabe der Einsatzadresse an Navigationsgerät
    UC: Wollen wir hoffen, dass das bald wieder Standard wird… wir nutzten bisher 4m-Funk und Blaupunkt professional Navis. Das hat gut geklappt – letztere sind schon seit fast 2 Jahren nicht mehr lieferbar, erstes wird durch den Digitalfunk abgelöst, der (auch) hier erst noch zeigen muss, dass (und ab wann) er das richtig drauf hat… (hängt viel an Herstellerkooperationen, die sich erst noch finden müssen)

    >Vorrangschaltung (grüne Welle) bei Einsatzfahrten
    UC: ganz ehrlich, das spielt v.a. im ländlichen Bereich überhaupt keine Rolle…. wichtiger erscheint mir, dass man Straßen(bahnen) so plant, dass man auch am Stau noch vorbei fahren kann…

    >Verfügbarkeiten abfragen (wieviele Leute sind wann und in welcher Zeit grundsätzlich im Einzugsgebiet?). Wenn zu bestimmten Zeiten zu wenig sind gleich eine höhere Alarmstufe auslösen.
    Bereitschafszeiten/Residenzpflicht einführen um einen Mindesstamm an Feuerwehrleuten zu haben

    Noch wichtiger: Gar nicht erst geschlossen als Fw irgendwo hin fahren, weil dann ist man m.E. als Standort ja per se und definitionem ersetzbar… (wenige Ausnahmen mit Parallelstrukturen die so geplant mögen gelten…)
    Tagesalarmsicherheit jederzeit herstellen… (dazu gehören nicht nur die Köpfe, sondern auch die Funktionen…

    Lust daraus einen Artikel zu basteln….? 😉
    Bitte PM…

  11. Guter Artikel mit interessanten Denkansätzen. Wir haben bestimmt alle Optimierungsbedarf, bzw. Möglichkeiten, unsere Zeiten zu verbessern.
    Nur beim Thema Dachaufsetzer bin ich allerdings etwas „alergisch“. Was bitte soll so ein Ding nützen? Doch ein Wegerecht „erquengeln“? Dann doch lieber die Klamotten so geordnet, dass man auch ohne große Fummelei reinkommt….

  12. Die Rückmeldung finde ich top, auch ein Navi, denn bei uns werden immer 3 Dörfer alarmiert un da kennt nicht jeder jede Straße es sollte jedoch etwas geben damit der Disponent die adresse rüberschicken kann.

    Bei uns wir im nächster Zeit aber ein Alarm-Fax eingerichtet, wo der anfahrtsplan drauf ist.

    den rest finde ich jetzt nicht so gut, sehr Großer aufwand, man sollte manchmal einfach nicht vergessen wir eine Freiwillige Wehr sind und keine vollzeit wehr die immer voll einsatzbereit ist

  13. Bei unserer Wehr ist es seit Jahren so, dass zwei Werkfeuerwehren aus großen ortsansässigen Firmen mit MZFs Einsatzkräfte der Stadtwehr mit Sondersignal zur Feuerwache fahren. Diese Kameraden sind meist als erste in der Wache.
    Zum einen ist die eine Werkfeuerwehr sowieso mit Hauptamtlichen Kräften besetzt und steht zur Verfügung, die andere wird vom Pförtner der jeweilige Kommandant informiert, der sich zur Halle der Werkfeuerwehr begibt.

    Um den Alarm der Werkfeuerwehr zu melden haben beide einen entsprechenden FME (altes Baujahr) der die normalen Alarmschleifen programmiert hat. So kann der Pförtner sofort benötigte Kräfte informieren.

    Klappt seit Jahren einwandfrei.

  14. @Thomas, die Aussage mit der Veränderung der Fahrzeughöhe bei Dachaufsetzern ist so nicht richtig, wenn diese mit Magnet auf dem Fahrzeug befestigt wird. Solange diese „abnehmbar“ bleiben zählen sie im gewissen Sinne als „Ladung“. Hier ist der Fahrzeugführer zur Ladungssicherung verpflichtet. Ansonsten dürfte man ja auch keine Skiboxen auf dem Fahrzeugdach befestigen ohne diese eintragen zu lassen, auch hierbei handelt es sich um „Ladung“. Anders sieht es bei beleuchteten Dachaufsetzern aus, diese sind, ohne entsprechenden Vermerk in den Fahrzeugpapieren NICHT erlaubt, da diese als Lichttechnische Veränderung zählen und somit ohne Eintragung die Betriebserlaubnis erlöschen würde. Ob mit oder ohne Dachaufsetzer sollte man jedoch immer bedenken, dass es mit einem Privatfahrzeug nicht möglich ist, Sonderrechte gegenüber anderen Verkehrsteilnehmer anzuzeigen. Wegerechte, wie bei Einsatzfahrzeugen bestehen hier nicht!!! Ist also immer ien komplexes Problem.

  15. Norbert Suter // 15. April 2012 um 21:09 // Antworten

    wir sind eine relativ kleine dorffeuerwehr in der schweiz mit etwa 60 mann aktiv. das einsatzgebiet ist sehr weitläufig, erstreckt sich über 4 gemeinden. an zwei standorten haben wir ein tlf und an einem weiteren standort ein pikettfahrzeug (vw-bus mit verkehrsmaterial und wenig pionierwerkzeug) zur verfügung. jeder adf hat seine brandschutzkleidung zuhause resp. teilweise im auto gelagert und rückt direkt an den schadenplatz ein, ausnahme: die fahrer rücken über das magazin ein und bringen die fahrzeuge mit.

    die alarmierung geschieht über die mobiltelefone und gleichzeitig über das festnetz. die schadensart und der einsatzort wird mitgeteilt.

    im magazin sind die tlf ständig an einem stationären kompressor angekoppelt, damit das bremssystem immer unter druck steht. alle fahrzeuge sind immer am stromnetz angeschlossen, damit die akkus der funkgeräte und der handscheinwerfer geladen sind.

    bis zum eintreffen eines offizieres übernimmt der erste gruppenführer die erkundung resp. die einsatzleitung. gewisse abläufe sind von den spezialisten ohne direkten befehl am einsatzort vorgegeben: die verkehrsgruppe sichert den ort und weist anrückende kräfte ein, elektriker machen das objekt spannungslos, die maschinisten denken bei der platzierung des fahrzeuges mit… agt’s rüsten sich bei einem brand selbständig aus und formieren die trupps, welche sich unverzüglich beim einsatzleiter „vordrängeln“ und melden etc.

    mit den verfügbaren mittel sind wir vermutlich ziemlich durchoptimiert. wirklich grosse effizienzsteigerungen sind wohl nur regional oder gar überregional lösbar. ein ansatz wäre zum beispiel, wenn man am wohnort und am arbeitsort feuerwehrdienst leistet und zu den arbeitszeiten am arbeitsort und ausserhalb der arbeitszeit am wohnort aufgeboten werden könnte. eine softwarelösung auf android/iphone/winmobile wäre ja eine triviale entwicklung… die kontinuierlich gemeldete position würde die alarmiergruppe definieren, die positionsveränderungen während der anfahrt gäbe ien bild über die anzahl und art der zu erwartenden kräfte ergeben und die navigation zum einsatzort könnte ebenfalls über das smartphone wahrgenommen werden. der übungsbesuch beider wehren könnte aufgeteilt werden, so dass man fahrzeug und kollegen vor dem einsatz kennenlernt.

  16. Also die Idee mit der Rückmeldung ist genial, soweit ich weiß ist diese Funktion beim neuen Melder von Swissphone auch vorhanden … die Ideen bei der Wahl der Standorte von Fahrzeugen nach Arbeitsplatz und Wohnort der Einsatzkräfte sehe ich kritisch, da ja dauerhaft Einsatzkräfte ausscheiden bzw neue dazukommen … das mit dem Dachaufsetzter ist prinzipiell auch eine gute Idee allerdings sollte es etwas deutlicheres sein z.B. „Feuerwehr im Einsatz“ blinken mit roten LEDs an der Beifahrersonnenblende dass man es im Einsatzfall nurnoch herunterklappen muss … selbiges müsste vom Gesetzt her aber ersteinmal legalisiert werden, da z.b. leuchtende bzw. Blinkende Dachaufsetzter ja bis heute nicht erlaubt sind und meines wissens nach sogar unbeleuchtet nur Gedultet desweiteren müsste aufklärung z.b. in Fahrschulen gemacht werden, es kam schon öfters von passanten / zivilisten warum denn der Taxifahrer bzw die Fahrschule so schnell fährt … und als letzter Vorschlag : Stark motorisierete wendige KLF mit Hochdrucklöschanlagen als Erstangriffsfahrzeug bzw bei Feuerwehren mit z.b. Autobahnabschnitten VRW auf Transporterbasis, am besten mit einem Gesamtgewicht von max. 3,5t, dann ist die Führerscheinfrage auchnoch geklärt …

  17. Moin,

    wir haben auch einiges optimiert: Quartalsweise wird die Tagesverfügbarkeit aller Einsatzkräfte überprüft. Wer tagsüber theoretisch verfügbar ist, bekommt den Status „grün“. Wer Schichtarbeiter ist und regelmäßig am Tage zur Verfügung steht bekommt den Status „gelb“. Den Status „violett“ bekommen alle, die für die zweite Welle bereit stehen und in einem Radius von 10 km tätig sind und binnen 15 Minuten in der Wache sein können. Die Auswertung aller Einsätze der letzten drei Jahre ergab eine Personalverfügbarkeit von ca. 50% der so ermittelten Kräfte. Da die Verfügbarkeit immer schlechter wurde haben wir ab B2/H2 automatisch die Stützpunktfeuerwehr der Nachbarkommune in die Erstalarmierung aufgenommen (bei uns fahren grundsätzlich beide in der Gemeinde vorhandenen Ortsfeuerwehren ab B2/H2 raus um auf mindestens 16 Funktionen am Tage zu kommen) . Das System funktioniert bis jetzt sehr gut. Mittlerweile haben wir durch erste gemeinsame Einsätze Erfahrungen gesammelt, wie wir unsere Zusammenarbeit noch mehr optimieren können. Auch halten wir an unserem „Außenstandort“ mit einem TSF-W fest. Die Eintreffzeit ist von diesem Standort aus so kurz, dass wir das Gebäude jetzt baulich und Ausstattungsmäßig noch aufwerten wollen. Auch wenn am Tage dort nur drei Einsatzkräfte ausrücken können, profitieren wir von diesem Standort. So ist wenigstens immer eine Führungskraft für eine erste Lageerkundung schnell vr Ort.
    Im Stützpunkt haben wir das Ausrücken durch die Nachrüstung automatischer Torantriebe und Drucklufterhaltungsanlage auch massiv verkürzen können. Einige Einsatzkräfte verfügen über zwei Sätze Einsatzkleidung um je nach Aufenthaltsort von beiden Standorten aus ausrücken zu können.
    Die Einführung der Pocsac-Alarmierung tat ihr übriges dazu: Es kann sofort ausgerückt werden, die zeitraubende Abfrage des Einsatzortes entfällt.

  18. Das „Voralarm“-Prinzip kenne ich als schon seit langem etabliertes System zumindest von einer Werkfeuerwehr…dort ist natürlich das abzudeckende Gebiet in der Regel kleiner und die Wachzuordnung entsprechend einfacher

  19. Interessanter Ansatz mit der Optimierung, aber bei vielen Vorschlägen gibt doch einiges an Problemen…

    Anrufabfrage und Alarmierung
    Rückmeldung: Bei uns gibt es digitale Melder. Es wurde auch überlegt, ob die Variante mit Rückmeldemöglichkeit beschafft wird. Da sprach aber einiges dagegen:
    – Durch die Rückmeldung, ob jemand kommt, weiß man immer noch nicht wann er kommt. Jemanden zu vermitteln, dass er sich nur Rückmeldung geben darf, wenn er in ca. 5 min da ist, ist unmöglich!
    – Viele höhere Anschaffungskosten der DME mit wenig nutzen
    – Nicht jeder wird sich zurückmelden(z.B. große Firma, wo mehrere Feuerwehrleute arbeiten. Jemand hat den DME vergessen oder sonst wo und bekommt die Alarmierung durch einen Kollegen mit; Rückmeldung wird vergessen)… davon gibt es noch unzählige Bespiele)

    Anfahrt Feuerwehrhaus
    Die Idee mit den Packplätzen ist gut. Nur werden wahrscheinlich viele „nicht Feuerwehrleute“ auch auf den Parkplätzen parken. Auch das mit den Fahrzeugen bei einer großen Firma ist denkbar. Aber nur wenn es die gibt, und dies ist glaube ich eher sehr selten. Die Frage wäre hier auch was ist am Wochenende mit dem Fahrzeug passiert. Es muss immer jemand hin und her fahren. Dies bedeute wieder mehr Arbeit für den FREIWILLIGEN Feuerwehrmann.

    Dachaufsetzer: Interessiert keinen Mensch im Straßenverkehr
    Planung Standort: Wird in der Realität nicht funktionieren(Feuerwehrleute ziehen um; Firmen gehen pleite; Feuerwehrleute welchseln den Arbeitsplatz usw.)

    Feuerwehrleuten Zufahrt zu geschlossenen Bereichen erlauben:
    Fußgängerzone…sehr gefährlich, wenn hier was passiert…

    Ausrücken
    Gute Ideen, nur bei automatische Toren ist es immer eine Geld frage…

    Anfahrt zum Einsatzort
    Navi, ist eine schöne Idee aber auch immer wieder eine Geld frage…
    Ich kenne auch noch einige Probleme die auch schon Öfters aufgetreten sind, gibt es die bei euch auch?
    – Keine hat einen Schlüssel für Feuerwehrhaus(warum auch immer)
    – Kein Fahrer da
    – Feuerwehrkamerad hat Geburtstag oder sonstige Veranstaltung an der viele Feuerwehrleute teilnehmen, nur wenige können noch zum Einsatz kommen

  20. Den Voralarm gibt es bei meiner BF schon seit Jahren. Sorgt für Ausrückezeiten von knapp einer Minute.

  21. @Thomas:
    Das Schlüsselproblem wurde bei uns durch eine automatische Türöffnungsanlage gelöst, die per DME ausgelöst wird und damit ab Alarm öffnet. Der DME ist ein ausgemusterter Firestorm II, da braucht es ja nicht mal einen Melder mit Text.

  22. Ein Voralarm finde ich auf alle Fälle sinnvoll.

    Was die Rückmeldung der alarmierten Kräfte an die Leitstelle angeht gab es es mal im Feuerwehrmagazin einen Bericht über ein selbst gebautes Rückmeldungssystem einer Freiwilligen Feuerwehr.
    Im Alarmfall konnte man über Handy eine Rückmeldung geben ob man gar nicht, sofort oder später kommt.

    Bauliche Massnahmen um den Weg zum Gerätehaus mit Privatfahrzeugen zu verkürzen halte ich für sehr schwierig. Die Kosten für eine Über- oder Unterführung bei einer Bahnstrecke kann durchaus in die Hunderttausende Euro gehen.
    Navigationssysteme sind wohl ganz praktisch bei überörtlichen Einsätzen aber die nähere Umgebung seiner Wache sollte man doch schon im Kopf haben. Der Maschinist hat wohl im Innerstädtischen Bereich genug mit der Fahrt selbst um die Ohren. Da noch auf den Navi zu achten stelle ich mir recht schwierig vor.
    Da schlägt der Orientierungssinn und Ortskenntnisse meist jedes Navigationssystem.
    Das man sich über örtliche Baustellen in seinem Bereich informiert sollte eigentlich eine selbstverständlichkeit sein.

    Wenn größere Veranstaltungen bei oder mit Feuerwehrkameraden stattfinden sollte man vielleicht schon vorher abklären wer auf Alkohol verzichtet.

  23. @ Thomas: Die Probleme mit dem „Keiner der anwesenden hat ein Schlüssel fürs Gerätehaus“ kam bei uns schon öfters vor, sodass bei einer Sommer-Kneipe in der Nähe vom Gerätehaus ein Schlüssel deponiert wurde. Allerdings haben die im Winter zu, sodass es auch schon dazu kam das der Sirenenmelder am Gerätehaus von eigenen Kameraden eingeschlagen werden musste, da sonst keiner kam. Unser OWF kam dann endlich als ihn ein Kamerad mit dem Handy anrief vorbei, der konnte eigentlich für den Einsatz nicht weg von der Arbeit, aber hatte wenigstens einen Schlüssel. Zum Glück war es kein wirklich dringender Einsatz wie VKU o.ä. wo einem doch schon die Zeit weg rennt.

    Das mit dem „Kein Fahrer da“ kam zwar selten bei uns vor, aber es gab es schon. Und auch das mit den Feierlichkeiten, vorallem nach einem Feuerwehrwettkampf bei uns am Gerätehaus oder einer ähnlichen Veranstaltung war dann schon schwierig, da freut man sich dann schon wenn noch der Fahrer fit ist….

  24. Also ich bin beruflich bei einer hauptamtlichen Feuerwehr und in meiner Freizeit in einer Freiwilligen Feuerwehr. In meiner Ausbildung hat mein Ausbilder einmal einen recht passenden Spruch gebracht der mir bis heute im Kopf hängen geblieben ist.
    Zum Thema Freiwillige Feuerwehr
    – Sobald der Piepser geht rennt ihr wie die bekloppten durch die Wohnung und fallt über alles drüber
    -zieht eure Schlappen an und rennt wie ein geölter Pfeil zum Auto.
    -Rast mit euren Dachaufsetzern durch die Stadt/Gemeinde und baut fast 2 Unfälle
    – Vor dem Feuerwehrhaus kollidiert ihr beinahe mit dem Kollegen der im anderen Auto kommt
    und beim umziehen stumpt ihr euch fast um

    dann fahrt ihr an die Einsatzstelle und wenn ihr eine Leiter stellen müsst braucht ihr 15 min und das B Teil steht unten

    Der Spruch ist jetzt vll. bisschen arg übertrieben dargestellt aber meiner Meinung nach trifft es den Punkt. Was bringt es 1-2min rauszuholen ?
    Den großen Teil der Zeit holt man an der Einsatzstelle auf wenn man ein trainiertes Team ist

    Nichts desto trotz
    – Rückmeldung per SMS ist ziemlich gut da jeder der im FW Haus ankommt weiß wieviel Leute kommen und eventuell gleich nachalarmiert werden kann weil keiner kommt
    – Alarmeingang sinnvoll
    -Eingangstür mit Code das jeder reinkommt

  25. Hi Flo,

    wiedermal hast Du viele gute Impulse gesetzt. Wir (Stützpunktwehr) haben die AAO so geregelt, dass je nach Alarmstichwort klar ist, welches das Erstausrückende Fahrzeug ist und wie die weitere Folge ist. Bei uns fährt der Zugführer nach Alarm mit dem KdoW raus, er bräuchte eigentlich die Info, wer kommt (Funktionsbezogen). Er muss schließlich entscheiden, ob nachalarmiert werden soll. Wie das technisch geht, würde mich sehr interessieren, vielleicht habt Ihr ja eine Lösung für mich – würde mich über eine Mail sehr freuen.

    Allein darüber nachzudenken, was man besser machen könnte, ist schon ein Ansatz.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*