Eine Ära geht zu Ende, FWnetz zieht den Stecker

Nach fast sieben Jahren verabschiedet sich das FWnetz aus der Feuerwehr Onlinewelt. Ein Zeitpunkt um sich bei allen Beteiligten zu Bedanken und einfach mal zurückzublicken wie mich das Portal die letzten Jahre geprägt hat.

Einer der ersten Beiträge von Irakli, der Beginn vom Feuerwehr-Weblog (Foto: archive.org)

Einer der ersten Beiträge von Irakli, der Beginn vom Feuerwehr-Weblog (Foto: archive.org)

Irgendwann im Herbst letzten Jahres haben die Jungs von FWnetz.de beschlossen eine Pause einzulegen. Nun gut dachte ich mir, kann ja nicht schlecht sein die Kräfte zu bündeln um dann mit einem großen Paukenschlag durchzustarten. Und so habe ich mindestens einmal pro Woche die Website besucht und gespannt auf den Relaunch gewartet. Mitte der Woche, habe ich dann wieder einen Abstecher auf FWnetz gemacht und dann hat es mir schon die Socken ausgezogen, denn in einem knappen Satz stand da, dass FWnetz nicht weitergeführt wird. Wow, das ist ein krasser Schritt. Gefühlt war ich 2005 einer der ersten Leser des damaligen Feuerwehr Weblogs von Irakli. Aus dem Grund hat für mich diese Seite immer zu meinen festen Feuerwehradresse gehört, die ich regelmäßig abklapperte. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es noch, denn unter www.feuerwehr-weblog.org wird das Ganze noch weitergeführt, trotzdem ist es für mich schon eine Ära die zu Ende geht.

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Wie alles begann

Damals im Jahre 2005 war im Bereich Feuerwehr und Internet noch nicht viel los. Für alle die sich das nicht mehr so richtig vorstellen können: Da gab es weder YouTube noch Facebook und so ziemliche alle feuerwehrrelevanten Verlage hatten Websites die nicht wirklich der Burner waren. Teilweise ruderten die sogar zurück, so stieß das Feuerwehrmagazin sein großes Feuerwehrforum ab. Es gab natürlich Urgensteine wie feuerwehr.de und atemschutzunfaelle.eu, aber ansonsten sah die online Feuerwehrwelt recht dürftig aus. Irakli startete mit seinem Blog und zog damals so ziemlich alle innovativen Register im Internet die es gab. Zuerst begann es als normaler Blog, was damals noch richtig neu war, aber schon bald gabs Videos, News über Twitter, Reportagen und mehr:

Der Wandel vom Blog zum Feuerwehrnetzwerk

Zwei Jahre später, 2007, setzte dann so langsam der Web 2.o Hype in Deutschland ein und die Internetnutzer selbst standen nun Mittelpunkt und man konnten eigene Inhalte veröffentlichen. Ob Videoplattformen, soziale Netzwerke oder Online-Spiele, überall schossen neue Internetfirmen aus dem Boden. Auch Irakli verfolgte seine Vision und schaffte eine Internetplattform auf der sich Feuerwehrleute austauschen und hochwertige Informationen finden können. Neben Werbung war das auch mit einem kostenpflichtigen Account verbunden. Das FWnetz Team gab nun richtig Gas, machte viele Interviews (auch in anderen Ländern), schrieb Fachartikel und drehte Schulungsvideos.

FWnetz wo geht es hin?

Das Problem bei so einem kommerzielen Portal, nun ist das Projekt so groß, dass man damit auch Geld verdient werden muss. Und damit man davon Leben kann und auch noch alle Kosten gedeckt werden, muss schon einiges an Kohle reingeschaufelt werden. Leider hat sich das nach zwei (?) Jahren nicht so entwickelt wie es geplant war und so wechselte Irakli vom FWnetz zu Paratech. Zuerst hat man das gar nicht gemerkt und das FWnetz Team (dem auch Irakli weiterhin angehörte), hatte fleißig weitergemacht. Allerdings hat man nach einiger Zeit bei einigen Autoren eine gewissen Unzufriedenheit gemerkt, was nach vielen Jahren pausenlosen Schreiben auch normal ist, zumal sich bei vielen auch die berufliche und private Situation geändert hat. Im Herbst letzten Jahres gab es dann eine Kreativpause aller Beteiligten, die letztendlich wohl dazu geführt hat, dass man sich entschieden hat das Projekt nicht weiterzuführen.

Was bleibt?

Das Nachfolgeprojekt feuerwehr-weblog.org (Quelle: feuerwehr-weblog.org)

Das Nachfolgeprojekt feuerwehr-weblog.org (Quelle: feuerwehr-weblog.org)

Auch wenn Irakli und einige Autoren uns im neuen Blog erhalten bleiben, so verabschiedet sich aus der Feuerwehr-Internetszene doch ein Schwergewicht das vor allem durch viele innovativen Ansätze aufgefallen ist. Mich hat das Projekt seit 2005, also nahezu sieben Jahre durch meine Feuerwehr- und Internetlaufbahn begleitet. Jeden Tag habe ich auf die Seite geschaut und erwartungsvoll auf den RSS Reader gespechtet ob sich etwas Neues getan hat. Ich habe noch die Live-Berichterstattungen von der WM 2006, vom Chaos-Winter oder auch von den Feuerwehrbesuchen im Kopf. Dafür möchte ich mich bei dem gesamten FWnetz Team bedanken! Auch wenn, wie die Autoren selbst schon festgestellt haben, sich in den letzten Jahren viel im Onlinebereich der Feuerwehr getan hat, so ist es aus meiner Sicht ein großer Unterschied, ob gewinnorientierte Unternehmen in den Markt gehen, oder sich Leute wie bei FWnetz, aus Idealismus engagieren.

Zum Schluss noch zwei Punkte: Dieser Rückblick ist rein persönlich, das heißt so habe ich es erlebt. Kann sein das die tatsächliche Gründe anders waren und nicht mal die Jahreszahlen stimmen. Punkte 2: Erst nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, bin ich über diesen Artikel bei feuerwehr-weblog.org gestolpert. Da liest sich der Abschied vom FWnetz.de Gott sei Dank nicht mehr so schlimm wie ich das zuerst gedacht habe :-). Von daher: tschüss FWnetz und willkommen feuerwehr-weblog.org.

5 Kommentare zu Eine Ära geht zu Ende, FWnetz zieht den Stecker

  1. Hi,
    kleiner Tipp: feuerwehr-webblog.org ist das alte – da sollte eigentlich das andere hin

    Danke ebenfalls ans FW- Netz; Webblog oder was auch immer Team für die geleistete Arbeit! Danke hierfür

  2. Ich meinte natürlich das Bild beim neuen Feuerwehr-webblog.org ist das Gleiche wie das vom anderem im Artikel erwähnten.

  3. Hi Tobias,

    ah danke, jetzt weiß ich was Du meinst. Habs geändert.

    Schöne Grüße

    Florian

  4. Hallo,

    schaun mer mal wies weiter geht… zuviel Relaunches in andere Adressen kann man sich nämlich m.E. nicht leisten…

  5. Hi Florian,

    schön geschrieben und eigentlich Kern des Ganzen, wenn man zumindest ein Paar Denkanstösse mitgibt, ist schon viel erreicht. Danke!

    Wir gehen ganz entspannt an die Sache und freuen uns auf das, was auf uns zukommt.

    Viele Grüße

    Irakli

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