Arbeitsreiche Schicht für die Feuerwache 3 in Stuttgart

Gleich zu zwei Großbränden rückte der Löschzug der Berufsfeuerwehrwache 3, Bad Cannstatt (Stuttgart, Baden-Württemberg), in einer Schicht aus.

Die Meldung des ersten Brandes ging am Freitagmittag gegen halb drei in der Integrierten Leitstelle ein. In einer Firma im Stuttgarter Stadtteil Weilimdorf, welche Teerbahnen fertigt, soll es zu einem Austritt von Thermalöl aus dem Rohrleitungssystem gekommen sein, in dessen Folge ein Brand entstand. Der Versuch einiger Mitarbeiter den Brand selbst unter Kontrolle zu bekommen, blieb ohne Erfolg.

Vor Ort konnten die Einsatzkräfte einen Brand am Rohrleitungssystem feststellen, sowie den Austritt von zirka 200 Litern Öl. Sofort wurde auf beiden Ebenen der Produktionshalle unter Atemschutz je ein Pulver- und ein Schaumrohr zur Absicherung eingesetzt. Währenddessen konnten bereits relativ schnell erste Löscherfolge gemeldet werden. Um das Feuer allerdings unter Kontrolle zu bekommen, mussten die mit Thermalöl getränkten Isolierungen von den Rohrleitungen entfernt werden. Aufgrund der Luftzufuhr kam es hierbei zu einer Zündung und kurzzeitig intensivem Brand. Dieser konnte durch die bereitgestellten Rohre abgelöscht werden und somit wurde ein größerer Schaden in der Produktionsstätte verhindert.

Von der Berufsfeuerwehr wurden zwei Löschzüge der Wachen 3 und 4, der Direktionsdienst, sowie einige Sonderfahrzeuge angefordert. Auch der Grundausbildungslehrgang wurde eingesetzt. Des Weiteren wurden ebenfalls fünf Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart alarmiert.

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Zum zweiten großen Einsatz wurde der Löschzug der Wache 3 um 5:53 Uhr, zirka eine Stunde vor Schichtende, gerufen. In der Integrierten Leitstelle gingen mehrere Anrufe mit der Meldung eines Brandes in einer Asylbewerberunterkunft in der Kirchheimer Straße im Stadtteil Heumaden ein.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte das Gebäude bereits über mehrere Stockwerke. Aufgrund der ersten Lagemeldung wurde umgehend, neben den bereits alarmierten zwei Löschzügen der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Heumaden, ein weiterer Löschzug alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits einigen Bewohnern gelungen, über den Treppenraum das Gebäude zu verlassen. Im ersten und zweiten Obergeschoss konnten ebenfalls noch Personen ausgemacht werden. Diesen war der Fluchtweg abgeschnitten, sie konnten sich jedoch aus dem ersten Obergeschoss mit einem Sprung aus dem Fenster und aus dem zweiten Obergeschoss durch das Abseilen mit zusammengeknoteten Bettlaken selbst retten. Durch einen umfassenden Löschangriff konnte das Übergreifen der Flammen auf ein unmittelbar angebautes Nebengebäude verhindert werden. Mithilfe von sechs Löschrohren und einem Wenderohr über die Drehleiter konnte das Feuer um 6:43 Uhr „Unter Kontrolle“ gemeldet werden. Bei der anschließenden Durchsuchung, bei welcher aufgrund der Einsturzgefahr nicht alle Bereiche betreten werden konnten, wurden keine weiteren Personen gefunden.

Neben einem Schwerbrandverletzten wurden auch drei Leichtverletzten und 5 Verletzten mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation vom Rettungsdienst erstversorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser transportiert. Ein Bus der SSB (Stuttgarter Straßenbahnen) stand für die unverletzten Bewohner zur Verfügung. Diese wurden wurden vom Sozialamt in anderen Unterkünften untergebracht.

Im Verlauf des Mittags wurden einsturzgefährdete Gebäudeteile mit der Hilfe eines Baggers des Technischen Hilfwerks abgetragen und letzte Glutnester abgelöscht. Hierbei verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht am Fuß.

Quelle: Feuerwehr Stuttgart Einsatzbericht 1 und Einsatzbericht 2

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