Feuerwehrbuch Rezension: Einsatzstress von Michael Steil

So schön unser Hobby Feuerwehr ist, es kommt doch immer wieder zu Tragödien die teilweise ziemlich an die Nieren gehen. Das Zugunglück in Hordorf von heute Nacht zeigt auch, wie schnell und verheerend es uns treffen kann. Dann ist es um so wichtiger wenn man nicht nur ausbildungsmäßig sondern auch psychisch vorbereitet ist. Am Ende dieser Buchvorstellung stellt übrigens der Ecomed-Verlag wieder ein Buch für eine Verlosung zur Verfügung.

Zugegeben, als ich das Buch „Einsatzstress“ bekommen haben, hielt sich meine Begeisterung erst mal in Grenzen. Zum einen konnte ich bisher ganz gut selbst mit kritischen Einsätzen umgehen, zum anderen wollte ich mich nicht intensiv mit so „Psychozeugs“ beschäftigen. Damit ihr mich nicht falsch versteht, ich finde das Thema sehr wichtig, aber jeder hat halt seine persönlichen Schwerpunkte im Bereich der Feuerwehr und bei mir ists halt nicht unbedingt das Thema Stressbewältigung im Einsatz.

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Als ich aber dann mit dem Lesen angefangen habe, wars dann ganz anders. Plötzlich fand ich es interessant zu verstehen wie Stress überhaupt entsteht, warum manche Dinge für uns als traumatisch empfunden werden und andere nicht. Und noch viel wichtiger, was kann man selbst und was die Feuerwehr tun, um solche seelischen Belastungen zu reduzieren. Bisher war für mich die psychische Betreuung eher auf ein Gespräch nach dem Einsatz reduziert, aber es steckt doch viel viel mehr dahinter.

Hinzu kommt, dass ich komischerweise in den letzten Monaten permanent mit dem Thema Suizid konfrontiert wurde (3-4 mal Zugverspätungen, einmal ein Suizid im weit entfernter Freundeskreis und zwei Einsätze mit dem Hintergrund Selbstmord), zudem bin ich über diese erschreckende Zahl im Internet gestolpert. Demnach haben sich nach dem Vietnamkrieg mehr Soldaten das Leben genommen (58.000) als im Krieg selbst gefallen sind. Das ist schon heftig, die größte Gefahr ist nicht von einer Kugel getroffen zu werden, sondern die Psyche.

Auch Einsätze mit mehreren Toten, können die Einsatzkräfte belasten

Auch Einsätze mit mehreren Toten, können die Einsatzkräfte belasten (Bild: KFV Dachau)

Obwohl ich jetzt schon einige Jahre bei der Feuerwehr bin ist das ganze Thema ziemlich an mir vorbei gegangen und ganz ehrlich, habe ich die Gefahren auch gewaltig unterschätzt. Es geht jetzt auch nicht darum in Hysterie zu verfallen und bei jedem tödlichen Verkehrsunfall sich zu fragen ob noch alles ok ist und stundenlange Gespräche mit Kameraden zu führen, aber etwas Hintergrundwissen kann nicht schaden. Das hat sich wohl auch Michael Steil gedacht und sein Buch Einsatzstress über den Ecomed Verlag rausgebracht. Michael ist selbst Feuerwehrler, Rettungsassistent und Diplom-Theologe was schon mal eine tolle Mischung ist um einen tiefen Einblick in die verschiedenen Welten zu haben. Zudem ist er Vorstand im Netzwerk Psychosoziale Notfallversorgung.

Buchinhalt

Fragebögen helfen sich vorab mit bestimmten Themen auseinander zu setzten

Fragebögen helfen sich vorab mit bestimmten Themen auseinander zu setzten

Das Buch selbst ist in drei große Themenblöcke aufgeteilt. Zuerst gehts um die Grundlagen. Es wird erklärt wie Stress entsteht und welche Einflussfaktoren existieren. Dann wird darauf eingegangen welche verschiedenen zeitlichen Phasen es gibt. Hier findet sich wohl jeder von uns wiederin irgendeiner Form wieder, denn je nach Einsatz  und persönlicher Verfassung, reicht das von ein paar Erinnerungen die nur einige Tagen andauern (Akute Belastungsstörung) bis hin zu schweren Depressionen nach Monaten oder Jahren (Posttraumatische Belastungsstörung). Im Kapitel „Individueller Umgang mit belastenden Einsätzen“ wird drauf eingegangen, wie jeder von uns selbst Vorsorgen betreiben und in akuten Phasen der Belastung handeln kann. Hier lernt man welche vielfältigen Bereiche Auswirkungen auf Einsatzstress haben die man nicht unmittelbar in Verbindung bringt, so z.B. Familie, berufliche Situationen oder auch die Fragen nach dem Lebenssinn. Durch konkrete Fragestellungen kann sich jeder schon mit gewissen Fragen beschäftigen die einem bei belastenden Einsätzen eine gewissen Grundstabilität geben. Für Feuerwehrführungskräfte ist dann insbesondere der Abschnitt „Unterstützung durch die Feuerwehr“ relevant. Hier wird aufgezeigt wie man als Organisation helfen kann und mit welchen konkrete Handlungsvorschläge Kameraden bei belastenden Einsätzen unterstützt werden können um das Erlebte zu verarbeiten. Im letzten Kapital wird noch auf den Umgang mit Betroffenen eingegangen, da dies ja auch oftmals auf Einsatzkräfte zukommen kann.

Die wichtigsten Aussagen für mich

  • S. 26 Gründe für Stress sind nicht nur dramatische Geschehnisse von außen, sondern hängen auch von vielen internen Sachen ab wie mangelnde Kameradschaft, hohes Anspruchsdenken und Überforderung. Hinzu kommen auch die persönliche Situation was Beruf und Familie angeht (S. 30).
  • S. 28 Mehr als die Hälfte aller Feuerwehrleute (!) haben mehrere Woche nach einem belastenden Einsatz Erinnerungen an schlimme Geschehnisse. Ein solches Verhalten ist somit eher die Regel als die Ausnahme.
  • S. 46 Belastende Einsätze müssen nicht bei allen Einsatzkräfte ein Trauma auslösen, das Empfinden ist sehr individuell. Daher sollte man auch keinen Gespräche aufzwingen die nicht notwendig sind.
  • S. 63 Ein guter Schutzfaktor gegen psychische Belastung ist auch eine gute Ausbildung und eine realistische Einschätzung der eigenen Kompetenz.
  • S. 72 Bei akuter Belastung mal ein paar Minuten abseits gehen und Ausspannen (versuchen). Mach ich beispielsweise recht oft, ich nehme dann Gedanklich eine Beobachtungsposition ein und lasse das Einsatzstzenario ruhig außen auf mich wirken.
  • S. 80 Nachbesprechung nach belastenden Einsätze ohne „Psychotouch“ sondern erstmal nur rein fachlich (was war gut oder schlecht) und einfach die Leute erzählen lassen.
  • S. 85 Einsatzkräften die Möglichkeit eines strukturierten Einsatzendes geben (ruhiger Raum mit Erfrischungsmöglichkeit).
  • S. 85 Intensive Nachbesprechung von Einsätzen auf freiwilliger Basis.
  • S 105 Schweigen und leichter Körperkontakt bei Betroffenen (Hand halten) kann schon helfen (man muss nicht immer Quasseln).

Was hat mir am Buch gefallen?

Schaubilder helfen die unterschiedlichen Phasen von Belastungsstörungen zu verstehen

Schaubilder helfen die unterschiedlichen Phasen von Belastungsstörungen zu verstehen

Ich finde das Buch sehr praxisorientiert geschrieben. Es gibt zahlreiche Tipps wie man sich selbst auf belastende Einsätze vorbereiten kann und was die Feuerwehr als Prävention alles machen kann. Zudem hat man nach der Lektüre des Buches ein besseres Verständnis für das Thema Einsatzstress. Auch animiert Michael, sich mit sich selbst besser auseinander zu setzen. Man wird sich selbst bewusst welche Ereignisse einen aus der Bahn werfen können und kann sich damit im Vorhinein auseinander setzen. So habe ich mir beispielsweise eine Liste mit Einsätzen gemacht die ich für mich als kritisch ansehe. Ich kann mir jetzt schon mal gedanklich damit auseinander setzen und mich auch mit der Sinnfrage beschäftigen bevor es zu solchen Erlebnissen kommt.

Was könnte man am Buch ändern?

Die Einleitung (z.B. S. 12 und 13) war mir teilweise zu schwere Kost, da viel Fachbegriffe verwendet werden (psychische Fehlbeanspruchungsfolgen, psychosoziale Belastungsfolgen, Coping-Strategie, etc.). Wenn man diesen tieferen fachlichen Einstieg etwas später im Buch bringt, schreckt das nicht ganz so ab, v.a. wenn man wie ich neu ins Thema kommt.

Das Buch „Einsatzstress“ gewinnen

Bei Verkehrsunfällen haben die Unfallopfer oftmals schlimme Verletzungen (Bild: KFV Dachau)

Bei Verkehrsunfällen haben die Unfallopfer oftmals schlimme Verletzungen (Bild: KFV Dachau)

So und jetzt gibts vom Ecomed Verlag auch wieder ein kostenloses Exemplar für die Leser von feuerwehrleben.de. Wenn Ihr also an der Verlosung von „Einsatzstress“ teilnehmen wollt müsst Ihr einfach einen Kommentar zu diesem Thema hinterlassen. Das können eigene Erfahrungen, interessante Konzepte aus Eurer Feuerwehr oder auch persönliche Tipps zur Bewältigung von belastenden Einsätzen sein. Ich freu mich über Euer Feedback. Nach 7 Tagen wähle ich dann am 06.02.2011 per Los aus allen Kommentaren unter diesem Beitrag den Glücklichen aus und schicke ihm ein nagelneues Buch zu. Bitte unbedingt eine gültige E-Mail Adresse angeben unter der ich Euch kontaktieren kann.

Sodala, der Sieger wurde ausgewählt. Gewonnen hat Johannes. Gratulation und viel Spaß beim Lesen!

Für das Buch von Michael Stein gibts von mir 5 Flo’s von 5 weil es meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat.

Viel Spaß beim Lesen!

50 Kommentare zu Feuerwehrbuch Rezension: Einsatzstress von Michael Steil

  1. Also ich finde Bücher über und von dem Leben als Feuerwehrmann und Person im Rettungsdienst einfach nur genial.
    Da bekommen auch andere Personen, die sonst eig. nichts mit Feuerwehr und Rettungsdienst zu tun haben einen sehr guten Einblick in das Leben.

    Ich selber bin in der Feuerwehr (noch Jugendfeuerwehr aber bald FF)
    und liebe diese Bücher einfach!

    MfG Philipp

  2. Wir haben zum bewältigen von Stresssituationen ein extra ausgebildetes Team im Kreisgebiet. Das kann man rufen und mit dennen reden. Find ich eigentlich recht gut! Zum Glück brauchte ich Sie noch nicht! 😉

  3. Michael war schon öfters bei uns in der Wehr zu Schulungen. Das Buch ist sicher sehr gut 🙂

  4. Kommentar ;o)

  5. @Clemens

    Jetzt weißt Du warum ich geschrieben habe:

    „… Das können eigene Erfahrungen, interessante Konzepte aus Eurer Feuerwehr oder auch persönliche Tipps zur Bewältigung von belastenden Einsätzen sein“

    Sonst habe ich hier nämlich 50 mal stehen „toll“, „Kommentar“, „interessant“ etc. 😉

  6. Wolfgang Hepp // 30. Januar 2011 um 19:24 // Antworten

    Hi, ich glaube auch, daß es enorm wichtig ist, das Thema nicht unter den Tisch zu kehren. Man sollte auch nicht den starken Mann markieren, dem ein schwerer Einsatz nichts anhaben kann. Oft ist es doch so, daß man während des Einsatzes „funktioniert“, weil es einfach so sein muss, damit die technische Hilfe auch ankommt. Meistens kommt die Bealstungsreaktion erst danach, ob nach Tagen oder gar Monaten. Ich habe das ein paar mal selbst erlebt. Es hilft oft schon, wenn eine Einsatznachbesprechung gemacht wird oder man redet mit den Kameraden oder auch einem guten Freund über das Erlebte. Entscheidend ist aber, daß der Betroffene den Zeitpunkt des “ Sichöffnens“ selbst wählen kann je nach momentanem Bedürfnis. Gut ist , daß es inzwischen die von vielen „belächelte“ Notfallseelsorge gibt. Diese Hilfe haben ältere FFW-Leute wie ich (Jg. 1952) nicht gehabt. Ich kann nur ermutigen, sie auch anzunehmen.

  7. Michael Arens // 30. Januar 2011 um 19:26 // Antworten

    Bei uns im Kreis sind die Notfallseelsorger sehr gut aufgestellt, haben wir auch durchaus schon mal dankbar in Anspruch genommen.

    Das Buch gibt sicherlich gute Ratschläge an die Hand die unterstützend sind. Nichts desto trotz sollte man sich nicht scheuen professionelle Hilfe für die Einsatznachbereitung in Anspruch zu nehmen!

  8. Wir hatten bisher, glücklicherweise, lediglich 4 wirklich belastende Einsätze. Nach diesen Einsätzen haben wir uns, wie im Buch schon erwähnt erstmal nur über die fachlichen Angelegenheiten unterhalten. Unser Kommandant, hat dann nach Gefühl gehandelt und noch einen Notfallseelsorger hinzugezogen, der anschließend mit uns gesprochen hat.

    Ich finde es wichtig auch mal über diesen Teil unserer Arbeit zu sprechen, schließlich ist nicht jeder Einsatz ein Mülltonnenbrand oder dergleichen.

  9. Interessantes Thema für ein Buch was auch sicherlich oft zu kurz kommt. Ich denke gerade in Gegenden wo schwere Unfälle nicht alltäglich sind kommt es bestimmt oft zu entsprechenden Spätfolgen. Ich habe zwar selbst auch schon einige nicht so schöne Dinge gesehen aber bin immer wieder froh manches auch noch nicht gesehen zu haben. Man weiß einfacher nicht wie man auf manche dinge reagiert, vorallem im Feuerwehrdienst.

  10. Ich finde solche „Leitfäden“ einfach sinnvoll.
    Aus Erfahrung heraus weiß ich dass es Momente gibt wo es einfach reicht wenn Leute um dir rum sind. Seis beim Zusammenräumen, sauber machen oder beim Stüberl dannach.

  11. Solche Bücher wie dieses sind nicht nur für Feuerwehrleute wichtig, auch für Rettungsdienstler und Angehörige des THW und der Polizei. Viele Leute wollen sich nach einem schweren Einsatz nicht professionell behandeln lassen, weil sie stärke ausstrahlen wollen, aber innendrin sieht es dann meistens anders aus. Dieses Buch kann bestimmt den Betroffenen helfen, aber es kann auf garkeinen Fall einen ausgebildeten Seelsorger ersetzen. Unsere Feuerwehr hatte schon mehrere Einsätze mit Toden oder Schwerverletzten und das kann nicht nur einer größeren Fw passieren, es können auch mal ganz schnell kleine Dorffeuerwehren in solch eine Situation gelangen.
    Eigentlich müsste es solche Bücher kostenlos geben, was aber leider nicht geht.

    LG
    Christian

  12. Ich finde das Stressbeweltigung in der Feuerwehr noch viel zu wenig behandelt wird.
    Zwar gibt es bei uns schon Kurse zur Stressbewältigung doch diese helfen eben nur wenn sich die Leute dazu auch anmelden, anstatt zu sagen „so an schmarn brauch ich eh nicht“
    Ich finde diese Bücher klasse!

  13. Ich finde das Thema sehr wichtig. Bei uns in der Feuerwehr hatten wir glücklicherweise noch nicht all zu viele belastende Einsätze. Wir sind eine recht kleine Gemeinde (das heiste jeder kennt jeden) und wenn da das Einsatzstichwort „Hilflose Person hinter Türe“ reinkommt hoffen wir immer das beste. Wenn dann aber doch der schlimmste Fall eintrifft ist es so das wir diese Leute persönlich kannten und dann ist es meiner meinung nach nochmal schlimmer. Nach solch einem Einsatz wird in der kleinen Runde (wer möchte) darüber gesprochen, dass hat sich bei und in der Wehr recht gut bewärt.

  14. Bei uns gab es vor Jahren auch mal einen sehr belastenden Einsatz bei dem zwei sehr junge Kameraden bei einem Verkehrsunfall ums leben kamen. Ich muss dazu sagen das ich selber nicht bei dem Einsatz dabei war da ich außerhalb arbeite.
    Aber ein paar Jünger Kameraden waren dabei und für einige war es auch der erste Unfall überhaupt und dann noch so was. Nach dem der Einsatz beendet war wurde am selben Abend für die Einsatzkräfte eine Nachbesprechung mit Seelsorger angeboten an der auch einige Teilgenommen haben. Ob das zu diesem Zeitpunkt schon das richtige war möchte ich bezweifeln, den einen oder anderen mag es geholfen haben aber ich glaube nicht vielen. Ich war auch bei dieser Nachbesprechung mit Seelsorger dabei und habe diese als sehr Improvisiert empfunden vor allem da auch nahe Freunde der Opfer da waren die meiner Meinung nach da nichts zu suchen hatten und auf mich sehr fehl am Platz wirkten. Diese Freunde waren keine Feuerwehrmänner/Frauen. Am nächsten Dienstabend hat dann unsere Führung zu uns gesagt das wir ein wenig gegenseitig auf uns achten sollten vor allem aber auf die Jüngeren Kameraden die dieser Einsatz doch sehr belastet hatte.
    Am Ende kann ich noch sagen das aufgrund dieses Einsatzes einer von den Jungen Kameraden die Feuerwehr verlassen hatte.
    Ich selber habe auch schon ein paar Einsätze erlebt die nicht gerade schön waren, bin aber bis jetzt recht gut damit zurecht gekommen. Aber man sollte nie sagen das es einen nicht auch mal treffen kann.
    Ich habe schon davon gehört das lang gediente Kameraden die schon einiges gesehen haben plötzlich bei Einsätzen die deutlich weniger schlimm waren als vorige dann doch eingeknickt sind.
    Von daher finde ich es gut und wichtig das das Thema der Nachbearbeitung aber auch der Vorsorge immer mehr Beachtung findet.

  15. Wir hatten letztes Jahr in unserer Feuerwehr einen Einsatz, der einigen unserer Leute ziemlich Nahe gegangen ist.
    Da auch die Lokalpresse einiges darüber geschrieben hat, entschied sich das Kommando, einen Nachbesprechungsanlass für alle (auch diejenigen, die nicht im Einsatz waren) zu machen. So konnten die, die im Einsatz waren, über das Erlebte sprechen und damit einiges verarbeiten, und die Anderen hatten Infos aus erster Hand. Ich fand das sehr gut gelöst.

    Unsere Wehr hat letztes Jahr eine First Responder Gruppe aufgebaut. Während der Ausbildung wurden wir speziell auf die Möglichkeiten hingewiesen, die uns offenstehen, wenn uns ein Einsatz zu Nahe geht. Dies ist bei dieser Art von Einsätzen doch sehr wichtig.

    Gruss
    Heidi

  16. Hallihallo,

    also ich hatte bisher immer Glück, noch kein Traumatisches Erlebnis während eines einsatzes mitbekommen zu haben (Nagut, von einem Kellerbrand im eigenen Hause) mal abgesehen.
    Doch wenn es zu solchen Einsätzen kommen sollte, steht die Komunikation an erster Stelle. Es wird oft nach Einsätzen noch nach oben in den Mannschafts und Schulungsraum gegangen und jeder kann frei über sein Erlebtes oder seine Gedanken reden. Oft ist das schon sehr sehr hilfreich wenn diejenigen Zuhören, die auch selbst daran beteiligt waren, als irgendwelche „Außenstehenden“. Allerdings gibt es bei uns kein Speziell geschultes Personal oder ähnliches. Oft muss man dann gucken, dass man evtl ein Gespräch sucht oder es anders Verarbeitet. Spezielle Hilfe bekommt man da nicht.
    Trotzdem klappt es bis jetzt, bis natürlich auf die immer vorhandenen Einzelfälle, recht gut!

    Mit freundlichen und kameradschaftlichen aus Stade
    Nico

  17. Ich denke solche Bücher sind sehr sinnvoll auch besonders für jüngere und „Anfänger“ . Ich habe auch schon leichte Erfahrung mit diesem Thema machen dürfen. Ich bin gerade knapp 1,5 Jahre in der FF und hatte die Feuerwehr zum den Zeitpunkt noch sehr aus einem falschen Blickwinkel betrachtet. Bis zu meinem ersten „richtigen“ Einsatz im Sommer letzten Jahres -> PKL. Ab da wusste ich das es sich nicht nur Feuer + Wasser handelt sondern auch um Tote und schwer Verletzte worauf ich zu dem Zeitpunkt noch überhaupt nicht vorbereitet war. Ich bin so zusagen ins offene Messer gelaufen. Nun habe ich mich danach etwas damit beschäfftig und hoffe das ich es jetzt einigermaßen besser einschätzen kann was wahres „Feuerwehrleben“ ist.

  18. Bei uns wahr am 28.12.2010 ein Wohnungsbrand bei der Alarmierung würde uns mitgeteilt das es eine vermisste Person vermisst wird. 2 Trupps suchen die Wohnung ab ich höte noch wie ein Kamerad sagte das ist die Wohnung von S.N. Alle wüsten wer noch drin ist und es begann bei gewissen Kameraden und innen einzufahren gewisse traten trenne aus den Gesicht andere hocken sich am Boden. Die Wohnung stand im Vollbrand als der Funkspruch kam Person gefunden und als sie raus kamen verliessen diverse den Einsatzplatz aus eigen Schutz. S.N verstarb leider bei noch am Schadens platz.
    Ich habe die Situation sehr stressig gefunden, ich fand gut das der Einsatzleiter den Entscheid gab denen die es zufiel wider das sie abrücken können. Sie zogen sich im Feuerwehr lokal zurück dort standen 3 Seelsorger zu dienst. nach dem Einsatz wurde noch gesprochen untereinander seelisch kameradschaftlich Hilfe geleistet.
    Ich finde es sehr wichtig das man untereinander sich helfen kann alle da sind für jeden das das Wort Kameradschaft noch gelebt wird oder wider. Seid diesem Einsatz ist unser Zug miteinander noch besser zusammen geschweisst.

  19. Beat Handschin // 30. Januar 2011 um 20:39 // Antworten

    Hallo zusammen ich kann sagen so ein care Team ist sehr gut .
    Denn ich hatte mal einen Einsatz an einem Verkersunfall der immer in erinnerung bleiben wird .
    Als wir an der Unfalstelle ankamen sahen wir zuerst nur einen Arm unter dem Auto hervorschauen .Als wir dan das Auto in die Position gebracht haben das man die Eingeklemmte Person Rausnehmen konnte und ich einer davon wahr , hiekten wir die Person auf den händen und als wir sie umdrehten und sahen das es eine Feuerwehr kolegin von uns wahr Brauchten bei uns ziemlich viele jemanden vom Care Team um das mit Reden zu Verarbeiten .
    Finde es iene sehr gute sache das es so Leute gibt.

    Und das Buch ist so wie es in der Wirklichkeit ist und so komt es rüber .

    Liebe grüsse aus der Schweiz von Feuerwehr Kamerad Beat

  20. Ein super Lichtblick, vielleicht trägt das Buch dazu bei das die „Hemmschwelle“ leichter überschritten werden kann und eher ein Kamerad auf ein zukommt und sagt: ja, ich hab da mit ein Problem und komm damit nicht mehr allein zurecht.
    Jedes mal wenn ich das Thema Einsatznachsorge anspreche in der Wehr, werd ich eher belächelt als ernst genommen.

  21. Ich finde es sehr wichtig, dass entsprechende Angebote zur Nachsorge gemacht werden. Hier im Kreis ist inzwischen seit mehreren Jahren ein entsprechendes Team etabliert. Das Angebot wird auch wohl angenommen.

    Bedenken sollte man in jedem Fall, dass ein Einsatz nicht für alle gleich belastend ist. Gerade bei der Feuerwehr gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten (auch Kleinigkeiten) die einen psychisch belasten können. Daher sollte man immer ein Auge auf sich selbst werfen, ob einem ein Einsatz besonders nahe ging.

  22. Hy… in unserer FF habe ich noch nie von so etwas gehört. Hatte bis jetzt zwar erst einen Großen Einsatz, aber darüber habe ich noch garnicht nachgedacht… Aber unsere Führung hatte es einem auch leicht gemacht, da sie mit allen geredet haben… MfG Schnoori

  23. Hallo,

    bei uns ist es mittlerweile so, dass wir in der Wehr selber ein Team für so etwas aufgebaut haben.
    Das interessante daran ist aber, dass es nicht nur für uns Feuerwehrleute ist, sondern auch für die Familien die hinter den Personen stehen.
    Man kann sich dabei zu jeder Tages- und Nachtzeit an die Personen wenden, falls man Probleme hat. Doch in erster Linie wurde das Team eigentlich aufgestellt für die gesschädigten Personen an der Einsatzstelle und sogar noch Wochen danach.

    Ich finde es so schon mal nicht schlecht, das so etwas existiert. Doch teilweise denke ich kommen die Leute innerhalb der Wehr eher zu bestimmten Kameraden, die sich auch so schon gut kennen und bei denen man sich zumindest „sicherer“ fühlt was das vertrauen angeht.

  24. Ich habe Michael das erste in einer Reportage im Fernsehen allgemein üer die Feuerwehr gesehen. Dabei haben Sie auch Ihn als Notfallseelsorger vorgestellt und auch all seine anderen Tätigkeiten, die seine Kompetenz als Fachmann sehr hoch schätzen lässt. Daher halte ich auch von diesem Buch sehr viel, da er als Feuerwehrmann und Rettungsassitent sowie Notfallseelsorger weis wovon er spricht.

    Bei uns in der Wehr wird das Thema präventiv gar nicht behandelt – leider! Allerdings hatte ich selber schon 2 Einsätze die belastend waren (einer davon war mein erster Einsatz in der FF). Danach habe ich immer das Angebot bekommen, wenn etwas ist einen Psychologen über die Leitstelle oder ein Gespräch mit einer Führungskraft unserer Wehr zu bekommen. Der eigentliche dritte Einsatz war 2 Tage nach dem zweiten belastenden Einsatz, wo ich von mir aus selbst gesagt habe ich muss jetzt nicht schon wieder diese Woche jetzt vorne mit dabei sein – das wäre bestimmt nicht gut gewesen. Vorallem dann, wenn man die Verunfallten kennt. Jetzt glaube ich damit gut klar zu kommen, alledings sind die Bilder immer noch unvergesslich in Erinnerung.

    Ich würde mir bei uns mehr wünschen das sich die Führungskräfte also Gruppenführer und/oder Wehrführer direkt nach dem Einsatz gänzlich zusammen mit den Einsatzkräften hinsetzen und erstmal wie im Buch beschrieben den Einsatz zunächst von der fachlichen Seite besprechen – was ist gut gelaufen und was ist mehr schlecht gelaufen. Reden hilft, das was ich aus eigener Erfahrung mit den 2 schlimmen Einsätzen. Und dann können immer noch gezielt Einzelgespräche auf Wunsch geführt werden. Außerdem hilft die Bewertung des Einsatzablaufes auch die Möglichkeit für Verbesserungen in den nächsten Einsätzen.

    Außerdem habe ich vorhin zufällig bei Internetrecherchen die ENT für unser Land Brandenburg entdeckt, die ein Team aus Leuten von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und psychosozialen Kräften darstellt, die in ganz Brandenburg über eine Nummer oder die Leitstelle 24 Stunden das ganze Jahr alarmiert werden können. So kamen auch Leute von der Notfallseelsorge beim Busunglück am Schönefelder Kreuz (mein Landkreis) letztes Jahr zum Einsatz.

    Desweiteren sehe ich durch mein Abiturzeit die Sache sehr ernst, da ich als Fach auch Pädagogil hatte und wir auch eine Menge zu dem Thema Psyche und den verschiedenen Modellen wie sie funktioniert hatten. Auch um die vielfältigen Krankheiten der Psyche, wozu wir auch ein sehr interessantes Theaterstück sahen von schulexternen Leuten. Zudem war es noch viel interessanter das Thema, da unsere Lehrer selbst Erfahrungen damit hatte da sie depressiv war. Somit sehe ich die Sache vorallem für die Feuerwehr sehr sensibel und bei uns ausbaufähig!

  25. Ich war selbst in der FF und hatte sechs Tage nach meinen 16 Geburtstag einen tragischen Unfall erlebt wo drei Menschen am leben in einen Bränden Auto waren und sie hatten auf einen Parkplatz Rast gemacht als ein Pkw ( Fahranfängerin) die kontrolle verloren hatte und die Autos sofort Feuer fingen. Es gab drei verbrande ( drei Tote ) und drei Schwerverletzte davon war es ein Kind was im Bränden Auto mit drinnen war und schwerste verbränungen erlitten hatte. Ich bin des wegen aus der Feuerwehr raus gegangen und habe es bis heute es noch nicht richtig verarbeitet weil es damals in den 70er Jahren sowas noch nicht gab ein Seelsorger. Gruß Erhard Mein bericht darf ruhig veröffentlich werden

  26. Guter Beitrag!

    Gab bei uns zu dem Thema in der Vergangenheit auch einige Ausbildungsinhalte.

  27. Danke für die Vorstellung des Buches. Ich habe Lust bekommen mich auch mit dieser Thematik zu beschäftigen.

    Bei uns in der Wehr gibt es einige Kameraden, die nach (belastenden) Einsätzen ein offenes Ohr haben bzw. ihre Hilfe anbieten. Denke vor allem bei jüngeren Feuerwehrlern kommt so ein zwangloses Gespräch mit jemandem den man besser kennt gut an. Zumal man weiß, dass solch ein Problem ernstgenommen wird.

    Allgemein finde ich eine Einsatznachbesprechung extrem wichtig. Hier wird zum Einen durch Negatives und Positives ein Resumee zum Einsatz gegeben und es ist möglich an manchem zu arbeiten. Zum Anderen ist es auch sehr interessant zu erfahren, wie der Einsatz aus Sicht eines Anderen verlaufen ist. Dabei werden manche Sachverhalte und Situationen ganz anders aufgenommen.

  28. Heidiho,

    also ich finde dieses Thema sehr wichtig. Mich persönlich haben (bis jetzt) noch keine Einsätze psychisch so gefordert, dass ich Nahts nicht mehr schlafen konnte. Allerdings war ein guter Freund von mir im Auslanseinsatz in Afghanistan und den hat das monatelang runtergezogen. Da hab ich erstmal richtig gemerkt, wie einen seine eigene Psyche im Alltag einschränken kann.
    Also ist das ein Aufruf für alle: Mindestens einmal (besser noch öfter) pro Jahr auf den Dienstplan „Stressbewältigung“ oder ähnliches mit aufnehmen! Dort kann dann besprochen werden wie man und vorallem mit wem man nach traumatischen Erlebnissen reden kann.
    Bei uns in der Gemeinde hat der OV des DRK so eine Notfallseelsorger-Gruppe, die für unseren Landkreis zuständig ist und wie ich von denen gehört habe sind die öfter im Einsatz als man denk.

  29. Wir haben zu diesem Thema mindestens einmal jährlich eine Fortbildung. Kredo aus diesen Fortbildungen ist: Eine gute Kameradschaft mit der man das erlebte aufarbeiten kann ist Gold Wert.

  30. Hätte gerne dieses Buch, da wir jederzeit mit diesem Thema erneut konfrontiert werden.

    LG Markus

  31. Ich glaube die individuelle Betrachtung ist sehr wichtig, nicht jeder will drüber reden. Andere wollen es gerne. Gerade was oben beschrieben steht, einfach nur über den Einsatz reden, wie der abgelaufen ist, ist meiner Meinung nach schon sehr wichtig. Wir sitzen nach Einsätzen immer noch im Feuerwehrhaus zusammen und trinken noch ne cola. Das hilft schon ein Menge . GLeichzeitig bietet der Einsatzleiter uns immer die Möglichkeit mit ihm alleine zu reden oder die Möglichkeit das wir einen Notfallseelsorger kommen lassen.

    Mir persönlich hilft es immer, wenn wir einfach nur über den Einsatz reden, was ist wie abgelaufen, was haben die anderen Kameraden so gemacht etc…

  32. Erstaunlicher Zufall, dass ich heute diesen Artikel bei dir lese! Gestern habe ich auf einem weit bekannten Internet-Video-Portal eine Reportage über die FFW Kirchzarten bei Freiburg gesehen. Und als ich den Namen des Autors hier lass, kam mir der Name gleich bekannt vor.
    Ich finde, die Tatsache, dass der Autor selbst bei der Feuerwehr ist, macht diese Lektüre sehr authentisch.
    Das Thema Sehlsorge bzw. Umgang mit psychischem (Einsatz-)Stress wir oft noch beschönigt oder vernachlässigt. Oftmals werden diese Themen erst angegangen wenn eine solche Situation eintrifft. Dies kann aber zu spät sein, besonders wenn es um die Betreuung von Unfallopfern oder Beteiligten geht. Wer weis schon was er einem Unfallverursacher erzählt, wenn dieser gerade einen Menschen umgefahren und getötet hat?
    Die psychische Fortbildung und Aufarbeitung ist eben so wichtig wie die technisch-taktische, wenn auch nicht zwingend genau so umfangreich.

    Danke für die Vorstellung dieses Buches!

  33. Ich habe in meiner Wehr (zum Glück?) nicht so viel mit Unfällen zu tun, letztes Jahr allerdings gab es da einen schweren VU mit einer verstorbenen Person. Das ging schon nahe… Nach dem Einsatz haben wir uns dann noch Zusammengesetzt um das Geschehene zu verarbeiten.

    Letztens hat ein Pastor der Notfallseelsorge bei unserem Dienstabend einen Vortrag über seine Arbeit bei der Seelsorge gehalten, sehr interessantes Thema! Er berichtete unter anderem, dass nicht nur Opfer Hilfe brauchen, sondern auch die Einsatzkräfte…

  34. Ich bin der Meinung das die Einsatznachbereitung (nicht unbedingt das Bier danach ;)) ein wichtiges Thema ist, weil nicht jeder gleich mit den Ereignissen umgehen kann. Bei VU’s kanns auch zu bleibenden seelischen Schäden kommen. Denke das das Buch daher schon Sinn macht und das ganze Thema zwar schwere Kost ist, aber trotzdem nicht vernachlässigt werden sollte.

  35. Moin,

    so vielfältig wie die Gründe einer psychischen Traumatisierung sind ist auch die Art und Weise wie und wann sich diese äußert. Auch ein und der selbe Feuerwehrmensch kann von mal zu mal sehr unterschiedlich reagieren. Um die grundlegenden Vorgänge besser zu verstehen und die Folgen besser zu erkennen ist es notwndig, daß sich JEDER der in solche situationen kommen kann vorher intensiv mit dem Thema auseinander setzt, auch auf die Gefahr hin, daß er es für sich selber nie braucht. Nicht nur nach sondern auch wärend eines Einsatzes ist es gut zu wissen was Stress ist und wie man ihn positiv nutzen kann oder wann man ihm einfach nur ausgeliefert ist.

    Ziel muss es sein, immer der Herr seines eigenen Handels zu sein. Ich merke daß mich ein Einsatz mehr als andere unter stress gesetzt hat wie gewöhnlich, also spreche ich drüber. Nicht aber : Ich merke, daß ich Wochen nach einem Einsatz immer wieder unruhig schlafe und unkonzentriert bin, daß es sich auf mein Handeln so sehr auswirklt, daß mich andere zum Gespräch schicken oder es einfordern. Ziel ist ein Selbstbewustsein und eine Selbstwahrnehmung, die es mir erlaubt, belastende Situationen soweit zu vermeiden wie es möglich ist.

    Kein feuerwehrmann und keine Feuerwehrfrau kann mir erzählen, daß er oder sie solche Momente nicht kennt. Viele haben eigene Strategien entwickelt damit um zu gehen, ohne sie selber zu kennen. Selbst für diese KameradInnen wird es interessant sein, zu wissen was mit ihnen passiert und was sie , unbewust, dem entgegen setzen.

    Das Thema ist so wichtig, daß es in jeder Gerätehausbücherei mindestens ein (aktuelles!) Buch geben sollte, welches dieses Thema behandelt.

    Gruß aus dem Rheiderland

    Lutz

  36. Hey
    also bei uns in der Feuerwehr ist es so, dass nach einem doch extremeren einsatz eine nachbesprechung angeboten wird. es kommen seelsorger (selbst angehörige der feuerwehr) und es wird in der runde DER BETEILIGTEN darüber gesprochen, sprich, es sind nur die dabei die auch beim eisnatz dabei waren.
    Die nachbesprechung is auf freiwilliger basis und so kann also jeder selbst entscheiden ob er kommt oder logischerweise nicht 🙂

  37. Sebastian Landsdorfer // 31. Januar 2011 um 22:01 // Antworten

    Also ich persönlich finde es sehr wichtig die bei einem Einsatz entstandenen Emozionen richtig zu verarbeiten.
    Es lohnt sich nicht das erlebte in „sich hineinzufressen“ und probieren sélbst damit klar zukommen; es dann nicht zu schaffen und dadurch noch mehr psychische Probleme zu bekommen.
    Meiner einung nach sollte man, zwar nicht nach jedem Einsatz, aber zumindest nach Einsätzen mit Todesopfern oder verletzten Personen/ Kindern Psychologische Hilfe annehmen sollte einfach um das erlebte richtig zu verarbeiten

  38. Hi,
    nach heftigeren Einsätzen habe ich ein „Ritual“, wenn ich nach den Gesprächen mit den anderen Kameraden nach Hause komme. Keine Ahnung, ob das wirklich was bringt, aber ich denke, die 5-30 Minuten, die ich mir für mich ganz alleine nehme, machen es zumindest nicht schlechter. Ich höre ruhige Musik, mache die Augen zu, und erlebe sehr bewusst den Einsatz u.U. mehrfach erneut. Einmal bin ich danach zu einem Freund (andere Feuerwehr) gefahren und wir haben noch ein bisschen darüber gequatscht.

    Das ist, je länger ich darüber nachdenke, die Knifflige Sache dabei. Ich habe Angst, die schrecklichen Dinge erneut zu sehen. Bilder von Verletzungen haben mich schon immer etwas abgeschreckt und Horrorfilme müssen auch nicht sein. Aber Verletzungen sind bei weitem nicht so schlimm, wie das, was eigentlich Außenrum passiert: Die Angehörigen oder leichter Verletzte, die vor schmerzen schreien.

    Beim letzten Übungsdienst hat sich ein Kamerad einer anderen Wehr vorgestellt. Da Einsatznachsorge bei uns im Kreis in den absoluten Kinderschuhen steckt, wollte er sich und was sie machen, vorstellen. Ich finde, auch wenn es kein Muss ist, sollte die Person, mit der man redet, einen Feuerwehr, notfalls auch HiOrg-Hintergrund haben, und eine gewisse Einsatzerfahrung besitzen.
    Mir selbst ist es eher unangenehm mit einem Pfarrer zu sprechen, der keine Ahnung hat, wie man in so einer Situation funktioniert, der solch eine Situation nie selbst erlebt noch gesehen hat.

    Achja: Bei uns hat man alle Freiheiten. Keiner wird „gezwungen“ an einer Gruppensitzung oder sowas teilzunehmen.

    AchAchja 😉 Oft hilft es auch, mit Freunden per ICQ o.ä. zu reden, die man ggf. noch nie gesehen hat. Da fällt einem das reden meist leichter.

  39. Hi,
    bei uns in der Umgebung gibt es einen KID (Kriseninterventionsdienst). Der ist beispielsweise bei belastenden Einsätzen dabei und bietet auch Nachsorge in Form von Gruppengesprächen und Einzelgesprächen an. Grundsätzlich sollte man das Thema nicht totschweigen. Denn immer wieder kommt es vor, dass man zu einem Einsatz gerufen wird und die Schwer- oder Schwerstverletzten kennt. Dann sollte auch der Einsatzleiter denjenigen von dem unmittelbaren Einsatzbereich abziehen.

  40. Daniel Claus // 1. Februar 2011 um 10:14 // Antworten

    Hallo zusammen,

    ich selber bin beim THW. In der Zeit habe ich einiges an Einsätzen mitgemacht. Bei den meisten gab es nur den „normalen“ Einsatzstress – also den durch den Einsatzablauf bedingten.
    Aber wir hatten auch schon Situationen, in denen ein negativer Stress vorhanden war. Nach diesen Einsätzen haben wir auch entsprechende Gespräche mit Fachkräften führen können. Ich bin mir sicher, dass das vielen Kameraden gut getan hat. So auch mir.
    Diese Fachkräfte sind beim THW als sogenannte Einsatznachsorgeteams (ENT) aufgestellt und hoffentlich bei allen THW-Helferinnen und Helfern bekannt. Mittlerweile sollte meines Wissens in allen THW-Landesverbänden derartige Teams aufgestellt worden sein. Warum schreibe ich das hier? Ganz einfach: Diese Teams stehen nicht nur dem THW zur Verfügung, sondern können i.d.R. auch von allen anderen Organisationen angefordert werden.
    Also, wenn irgendwo diese Ressource benötigt wird aber selber nicht vorgehalten wird, könnt ihr die, wie jede andere THW-Einheit auch, anfordern.

  41. Ich finde es sehr gut dass endlich ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht wurde(speziell für Feuerwehren). In den letzte Jahren ist die „psychische Seite“ der Einsatzkräfte sehr ins Interesse vieler Feuerwehrler getreten. Somit hat dieses Buch wohl den Nerv der Zeit getroffen.

  42. zum Thema Einsatzstress habe ich mal einen Vortrag in unserer Wehr von einem Kreis-Notfallseelsorger halten lassen. Er strukturierte das Thema auch so ähnlich wie im Buch und das ganze wahr sehr interessant.
    Danke für die gute Rezension, ich werde mir das Werk mit Sicherheit anschaffen….

  43. Sehr interessantes Thema!
    Bei uns gibt es Notfallseelsorger, die auch für die Feuerwehr und anderen Rettungskräfte Hilfe anbieten. Sie sind also nicht nur für die Geschädigten Ansprechpartner.

  44. Hallo,

    also ich sehe die Sache für sehr wichtig an…
    Bei uns aufm Land kommts zwar nicht so oft vor, dass wir „kritische“ (im Bezug auf psychische Belastung) Einsätze haben, doch ab und zu erwischts uns doch…
    Generell läufts bei uns so ab, dass keiner zu etwas gezwungen wird… Nach solchen Einsätzen wird meistens in der Gruppe über den Einsatzverlauf geredet wird… wenn der Kommandant merkt, dann fühlt er mal langsam nach…
    Es hilft sehr viel darüber zu reden!

    Wir hatten in der Feuerwehr auch schon einen Vortrag zu diesem Thema. Er wurde auch sehr positiv angenommen…

  45. Interessantes Thema. Für mich als Angehöriger einer Löschgruppe in einer Großstadt ist das Thema seit Jahren schon aktuell, und auch persönlich schon aktuell geworden. Hintergrund war ein Suizid, der aufgrund der ersten Meldung eigentlich bis zur Einsatzstelle selbst nicht als solcher erkennbar war. Als nicht TH-Wehr und ohne rettungsdienstliche Kontakte kann man da schon mal einen Besuch beim Kriseninterventionsteam bekommen… Aber: Sehr sinnvoll, auch, wenn nur berichtet wurde, was man so gemacht hat. Das Reden alleine hat schon geholfen!
    Seitdem verfolgt mich das Thema (nicht die Einsatzstelle), demnach: Würde mich über das Buch freuen!

  46. Als jemand der aus Celle kommt kann ich nur sagen das die Nachbetreuung der Helfer immens wichtig ist. Diese Erfahrung ist enorm geprägt worden durch das Zugunglück in Eschede. Inzwischen werden bei uns eigentlich immer wenn es zu einem Todesfall kommt die Notfallseelsorger mit alarmiert, nicht nur um sich um die Angehörigen zu kümmern, sondern auch um die eingesetzten Hilfskräfte. Wenn der Einsatzleiter erkennt das auch besonders schwere Verletzung bei Unfallopfern zu einem sekundären Trauma bei den Rettungskräften führen kann wird nicht gezögert und die Notfallseelsorger werden alarmiert. Eine Praxis die sich bewährt hat. Das Verständnis ist da sehr gewachsen und es wird niemand verhöhnt der sich an die Ansprechpartner wendet.

    Gruß, Malte

  47. Wann gibt es denn heute den Gewinner 🙂

  48. @Karsten

    Ich lasse das Ganze bis heute Abend um 23:59 laufen und dann kommt die Glücksfee 🙂

  49. Na dann kann ich ja noch bissel hoffen 🙂

  50. Sodala, der Sieger wurde ausgewählt. Gewonnen hat Johannes. Gratulation und viel Spaß beim Lesen, und an alle Anderen vielen Dank für Euer Feedback!

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