„I steh wo I steh“ (Ich stehe wo ICH stehe) oder wie positioniere ich meine Einsatzfahrzeuge?

Oft gesehen, tausendmal drüber gesprochen und immer noch nicht in den Köpfen drin. Die Rede ist von der Platzierung der Fahrzeuge an Einsatzstellen. Ein absolutes Grundlagenthema, welches oft nicht beachtet wird.

Gerade auf der Autobahn ist eine bedachte Fahrzeugaufstellung wichtig (Bild: KFV Dachau)

Gerade auf der Autobahn ist eine bedachte Fahrzeugaufstellung wichtig (Bild: KFV Dachau)

Egal ob Hochhaus, enge Seitengasse oder Autobahn, wenn man hier am Einsatzanfang bei der Fahrzeugaufstellung Mist macht, kann man sich in ein großes Problem manövrieren. Das Interessante an der Sache: Oftmals werden die Dinge gar nicht bewusst falsch gemacht, sondern es wird einfach nichts gemacht. Das heißt, man stellt sich einfach mal irgendwo hin und das wars dann auch schon. Aber gerade der Aufstellungsort für die Einsatzfahrzeuge ist eine der wichtigsten taktischen Entscheidungen die man am Anfang als Führungskraft durchführen muss.

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Der Maschinist

Los geht’s bei dem Maschinisten. Sie dürfen entscheiden wann sie ihr Signalhorn ein- und ausschalten, sie dürfen die Geschwindigkeit bestimmen und sie entscheiden wie die Pumpe bedient wird, eins dürfen sie aber nicht, sich hinstellen wo sie möchten. Denn das ist Aufgabe von dem Kollegen vorne rechts. Ja und ich kenne die Argumente :-). „Jetzt bin ich schon seit 20 Jahren Maschinist und werde doch wohl noch das Auto parken können“. Nope, da kann sich schön der Herr Gruppenführer Gedanken machen, ist ja schließlich auch sein Job. Zumal er ja am ehesten weiß, wie er sich den Einsatzablauf vorstellt.

Direkt vor die Tür

Der nächste Klassiker, möglichst nah ans Gebäude ran. Es ist ja sehr zuvorkommend wenn der Angriffstrupp beim Aussteigen aus dem Fahrzeug fast schon im Wohnzimmer vom Einsatzobjekt steht. Blöderweise hat dann aber kein anderes Fahrzeug mehr Platz und wenn der Brand doch etwas größer wird ist das fürs Fahrzeug nicht besonders hitverdächtig.

Die Königin

Auch wenn die Ausrückeordnung oftmals so ist, dass das Löschfahrzeug vor der Drehleiter raus geht, heißt es nicht, dass auch das LF den besten Platz hat. Daher sollte man sich als 1. Löschfahrzeug sehr wohl überlegen, wo man sich selbst hinstellt und wo die DLK Platz hat. Im Zweifelsfall ist bei der nämlich nach 20 – 30 Metern Schluss. Zudem tummeln sich bei größeren Einsätzen oftmals viele Löschfahrzeuge ums Feuer, d.h. ich habe noch noch viele Alternativmöglichkeiten wenn das erste LF doch nicht so doll steht. Mit der Menge an Drehleitern siehts aber meistens mau auss so dass die DLK immer den Königsplatz hat.

Bereitstellungsraum

Gerade bei gefährlichen Einsätzen ist ein entfernter Bereitstellungsraum für die Sciherheit der Einsatzkräfte wichtig

Gerade bei gefährlichen Einsätzen ist ein entfernter Bereitstellungsraum für die Sicherheit der Einsatzkräfte wichtig

Wenn es ein langweiliger Einsatz ist, sorgen wir eben selbst für Action. Und so fährt der komplette Löschzug in die enge Einbahnstraße um direkt vor dem Haus mit Gasgeruch zu halten. Möööp, wenn dann nämlich wirklich der besagt Funke kommt und ich ein zündfähiges Gemisch habe, kann ich den ersten Löschzug gleich mal abschreiben. Das macht erstens keinen Spaß und liest sich im Unfallbericht auch etwas blöd. Hier machts Sinn, wenn das erste Löschfahrzeug mit genügend Abstand hält und Gruppenführer mit Angriffstrupp erstmal auf Erkundung geht. Und auch wenn die weiteren Fahrzeug mit Mannschaft von da hinten so schlecht sehen, zum einen ist es sicherer zum anderen habe ich eine Einsatzstelle mit mehr Raum, was vor allem in engen Gassen wichtig ist.

Bei größeren Objekten mit mehreren Anfahrtsmöglichkeiten macht es evtl. sogar Sinn, alle nachrückenden Kräfte an der nächsten Kreuzung zu positionieren. So kann der Einsatzleiter gezielt die benötigten Fahrzeuge anfordern und auch noch von unterschiedlichen Seiten anfahren lassen. Und das alles ohne dass alle Fahrzeuge rumrangieren müssen.

Wer hin fährt muss auch wieder weg

Besonders Rettungsfahrzuege müss bei der Positionierung auch ihre Abfahrtsmöglichkeiten im Auge behalten

Besonders Rettungsfahrzuege müss bei der Positionierung auch ihre Abfahrtsmöglichkeiten im Auge behalten. (Bild: KFV Dachau)

Ein spannendes Unterfangen sind auch Einsätze wo ich unter Zeitdruck von der Einsatzstelle wieder weg muss. Damit meine ich nicht die Feuerwehrler die wieder ins Gerätehaus wollen, weil ihnen an der Einsatzstelle der Hintern wegfriert, sondern eher die Jungs und Mädels von der weißen Zunft die den Patienten ins Krankenhaus bringen wollen. Macht halt auch wieder einen saublöden Eindruck wenn wir in 10 Minuten den Verunfallten aus dem Fahrzeug holen aber nochmal 10 Minuten brauchen bis sich der RTW aus dem Fahrzeugchaos frei gekämpft hat.

Ihr habt schon recht, alle oben genannten Punkte sind nichts weltbewegendes und eigentlich jedem klar ;-). Dann kramt mal in Euren Einsatzerfahrungen und schaut auch mal das eine oder andere Bild von Einsatzstellen an. Da fällt einem doch hin und wieder auf, dass an eine sinnvolle Aufstellung der Fahrzeuge nicht wirklich gedacht wurde. Und wenn Überhaupt keine Besserung in Sich ist, macht sicherlich eine kurze Schulung für Gruppenführer und Maschinisten über das Thema Sinn.

Wie schauts bei Euch aus? Akzeptieren die Maschinisten, dass der Gruppenführer den Aufstellungsort bestimmt oder gibt es sogar je nach Einsatzstichwort/ –objekt, Vorgaben wo man sich positionieren soll?

21 Kommentare zu „I steh wo I steh“ (Ich stehe wo ICH stehe) oder wie positioniere ich meine Einsatzfahrzeuge?

  1. Zunächst Lob für den guten Artikel!
    Ganz klar, mit einer unüberlegten oder falschen Fahrzeugaufstellung kann man „seinen“ Einsatz so richtig schön „vergeigen“! Ich denke, die meisten Maschinisten akzeptieren die Weisung des Gruppenführers. Wichtig ist auch eine gewisse Grunddisziplin, denn wenn z.B. die Trupps ohne Befehl aus dem LF springen oder während der Erkundung des GF anfangen zu arbeiten, ist der Einsatzerfolg in Gefahr. Die Unkenntnis, Hektik oder Nachlässigkeit des Gruppenführers dürfte das größte Problem hier sein.
    Eine gute Vorgehensweise ist meiner Meinung nach, wenn der GF kurz vor der gemeldeten Einsatzstelle aussteigt, sich kurz orientiert und dann das Fahrzeug mit Handzeichen an die Stelle beordert, die er für richtig hält. Dann auf Befehl absitzen und halt gemäß FwDV weiter…
    Den Rest hast Du ja schon im Artikel angesprochen.

  2. Geländegang // 9. Februar 2011 um 19:15 // Antworten

    Hi,

    bei uns ist das – wie vielerorts auch – ein Thema, dass manche Maschinisten zu wissen meinen, wo der beste Aufstellort ist. Müssen wir dran arbeiten.

    Ein anderer Aspekt fehlt mir bei deinem Artikel: Viele Gruppenführer – ob jung oder altbewährt – können die Maße und Wendigkeit „ihres“ Fahrzeuges nicht einschätzen. Dies führt vielfach zu unnötigen Diskussionen mit dem Maschinisten („ich komm da wirklich nicht rein!“) – hier sollte meiner Meinung nach unbedingt dran gearbeitet werden. Wie wäre es mit einem Übungsabend, wo jeder Maschinist mit einem Gruppenführer auf Übungsfahrt geht, damit der Gruppenführer mal unbelastet vom Einsatzstreß die Fähigkeiten des Fahrzeuges kennenlernen kann? Und da viele Gruppenführer keine Fahrpraxis haben, kann dieses Spiel ruhig öfter durchgeführt werden, da sie es immer wieder neu lernen müssen.

  3. Bei uns wird nach jeder Übung erstmal diskutiert, wie man die Fharzeuge besser hätte stellen können. Entscheiden tun das irgendwie alle, voran der aber der Gruppenführer

  4. @Geländegang,

    ah das ist auch ein guter Punkt. Nach meinem Verständnis ist das wiederum Aufgabe des Maschinisten. Wenn der mir sagt, er kommt da nich rein muss ich mir als Gruppenführer etwas anderes überlegen.

  5. Hallo zusammen!
    Bei uns wird der Aufstellort des Fahrzeugs in Abstimmung von Gruppenführer und Maschinist gewählt. Insbesondere für das ersteintreffende LF wird uns als Maschis auch immer wieder eingetrichtert, bei Gebäude / Wohnungsbränden an der EST vorbeizufahren und Platz für die DLK zu machen.

  6. @Geländegang: Bei uns sind alle Gruppenführer auch Maschinisten mit einiger Einsatzerfahrung, aber der erste Punkt ist eben, dass der MA, TF, ZF, GF – jeder einzelne Schwächen zugibt und bemüht ist, diese abzustellen.

    Viel wichtiger in dieser Überlegung ist aber, dass der Maschinist eine Ahnung davon haben sollte, was der GF von ihm will und sich zumindest nicht mitten auf die Straße stellt und darauf wartet, dass der GF ihn Zentimetergenau einweist. Ich kann mich bereits im Vorfeld günstig positionieren und so dem GF das Leben so einfach wie Möglich machen.

  7. Bei uns wird viel wert auf eine richtige Aufstellung gelegt und deshalb wird auch immer wieder darüber gesprochen. Klar kann man mal Pech haben und das eine oder andere Fahrzeug hätte woanders besser gestanden, aber wir sprechen auch nach jedem Einsatz über den Verlauf und auch mit als erstes über die Fahrzeugaufstellung. Der Rettungsdienst und auch die Drehleiter haben immer die höchsten Prioritäten bei der Fahrzeugaufstellung. Darüber hinaus wird bei uns auch sehr darauf geachtet das diese Fahrzeuge nicht durch unnötige oder schlecht verlegte Schlauchleitungen behindert werden. Ansonsten arbeiten wir in engen Straßen auch so das wir uns Bereitstellungsräume etwas außerhalb schaffen, das haut auch recht gut hin wenn sich alle dran halten.Was die Zusammenarbeit zwischen Maschinist und Gruppenführer angeht kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen das es da bei uns keine Probleme gibt, schließlich haben wir ja alle das selbe Ziel vor Augen.

  8. Meiner Erfahrung nach kommt es meist mit älteren Maschinisten und Gruppenführern zu Problemen, sowie mit übermotivierten/undisziplinierten Manschaften.
    Ein älterer Maschinist läßt sich nicht gerne etwas von einem deutlich jüngerem Sagen – da kommt dann genau der Punkt: „Ich weiß wie man ein Fahrzeug parkt“ zum tragen. Dagegen achten viele ältere Gruppenführer nicht genau auf die Fahrzeugaufstellung und lassen sich dann auch nicht von einem jüngeren Maschinisten belehren. Hier habe ich auch oft die Erfahrung gemacht, dass ältere Gruppenführer meinen in die Nutzung der Sondersignale eingreifen zu müssen.
    Zuletzt gibt es dann auch noch übermotivierte Manschaften, die entweder von alleine Absitzen oder direkt nach dem Absitzen ohne Befehl Geräte vornehmen. Dann ist es allerdings schwierig das Fahrzeug noch um zu stellen, selbst wenn der Gruppenführer das noch tun wollte.
    Der Unterschied zwischen den jüngeren und den älteren Kameraden ist dann oft, dass die jüngeren sich durchaus noch etwas sagen lassen und ihr Verhalten ändern. Die älteren haben das allerdings „schon immer so gemacht“ und lassen sich dann auch durch gute Argumente nur schwer überzeugen.

  9. Super Bericht und auch viele Punkte die ich weiter verwenden kann. NUr eine Frage stellt sich mir noch, wie verhaltet ihr euch bei Autobahneinsätzen?

    Nehmen wir mal folgendes an:

    Brennendes Fahrzeug auf dem Standstreifen einer Autobahn mit zwei Fahrstreifen pro Richtung. Ihr werdet alamiert, es ist unklar ob sich noch eine Person im Fahrzeug befindet. Es gibt keine AAO. Mit welchem Fahrzeug wird zuerst ausgerückt? Mit dem TLF weil ich da nur drei Sitzplätze habe und schneller los komme? Oder mit dem HLF weil ich dort mehr Personal habe? Oder mit zwei Fahrzeugen damit eins hinter der Unfallstelle zumachen kann und das andere vor die Unfallstelle fährt und das Fahrzeug ablöscht?

    Ich weiß, Fragen über Fragen aber mich interessieren die Antworten!

  10. @ Benjamin

    Bei einem Unfall wo ein Pkw brennt und unklar ist ob sich noch Personen im Auto befinden. Müsste man ja von einem Alarmstichwort ausgehen was in Richtung “ VU PKW Pat klemmt“. Von daher hast du ja mit einem HLF einen weitaus höheren einsatztaktischen Wert als mit einem TLF, daher würde ich mit dem HLF zuerst ausrücken. Das TLF kann dann nachrücken um die Autobahn zu sperren, das wäre dann ja auf Aufgabe der Polizei. Zudem würden ja mit Sicherheit auch noch weitere Fahrzeuge folgen.

  11. Auf jeden Fall mit dem HLF, da ich mit drei Personen sowieso nicht alle Aufgaben gleichzeitig erfüllen kann:
    – Erkunden
    – Absichern
    – ggf. Löschen
    – ggf. Technische Hilfeleistung
    – ggf. Betreuung oder Erste Hilfe

    Danach dann das TLF, gerne auch 0/1 besetzt.

  12. Wenn da mein Kollege rechts neben mir meint in meine Instrumente fassen zu müssen, dann gibts eben den berühmt berüchtigen Klatsch auf die Finger ( außer ich geb ihm die erlaubniss dazu 😉 ) Wenn ich ganz ehrlich bin dann sollte Maschinist zu 90 % das letzte wort in Punkto Stellplatz haben. Er ist für das Auto und für die Mannschaft verantwortlich und nicht der GF! Meiner meinung nach ein Schwachpunkt in der Dienstvorschrift. Auf jedem MA-Lehrgang wird einem eingebläut: DU bist verantwortlich für das Auto, DU bist verantwortlich für das Gerät und DU bist verantwortlich für die Mannschaft! Wenn mir der Stellplatz nicht passt, weil ich sehe dass mir das GEfahrenpotenzial von umherfliegenden Teilen oder sonst was zu groß ist, dann park ich da nicht. Kurzer Austausch mitm GF und dann passt die Sache! Hat bis jetzt noch nie Probleme Geben! Mein Auto, mein stellplatz, meine Sicherheit!

  13. Hi Michi!

    „Wenn ich ganz ehrlich bin dann sollte Maschinist zu 90 % das letzte wort in Punkto Stellplatz haben.“

    Bitte? Die Positionierung der Einsatzfahrzeuge ist eine taktische Entscheidung die der Fahrzeugführer trifft und nicht der Fahrer. Der Maschinist fährt, bedient die Sondersignalanlage (er entscheidet nicht! ob er mit SoSi fährt, das macht ebenfalls der Fahrzeugfügführer (GF)), bedient Pumpen und Aggregate und hilft bei der Entnahme der Gerätschaften. Mehr nicht. Entscheidungen hat der Maschinist nicht zu treffen.

    „Er ist für das Auto und für die Mannschaft verantwortlich und nicht der GF!“

    Er ist für den fahrbereiten Zustand des Fahrzeuges und für die Unversehrtheit der Mannschaft während der Fahrt verantwortlich, der GF hat die Verantwortung für seine taktischen Einheit während des Einsatzes. Und die besteht aus Personal und Gerät, das Fzg. gehört übrigens zu letzterem.

    „Meiner meinung nach ein Schwachpunkt in der Dienstvorschrift.“

    Welcher Dienstvorschrift? Der FwDV 100? Da kannst du gerne nachschauen wer wo in der Führungsebene während des Einsatz was zu sagen hat. Der Maschinist hat keine Führungsfunktion.

    „Auf jedem MA-Lehrgang wird einem eingebläut: DU bist verantwortlich für das Auto, DU bist verantwortlich für das Gerät und DU bist verantwortlich für die Mannschaft!“

    Ich wiederhole noch mal kurz: Er ist für den fahrbereiten Zustand des Fahrzeuges und für die Unversehrtheit der Mannschaft während der Fahrt verantwortlich, der GF hat die Verantwortung für seine taktischen Einheit während des kompletten Einsatzes. Und die takt. Einheit besteht aus Personal und Gerät. Das Fzg. gehört übrigens zu letzterem.

    „Wenn mir der Stellplatz nicht passt, weil ich sehe dass mir das GEfahrenpotenzial von umherfliegenden Teilen oder sonst was zu groß ist, dann park ich da nicht. Kurzer Austausch mitm GF und dann passt die Sache!“

    Du entscheidest auch hier als Maschinist wieder einmal gar nichts. Du weist den GF auf deine Zweifel betreffend der Fahrzeugpositionierung hin und dann gibt er Dir entweder Recht oder nicht. Und wenn nicht, dann bleibst Du stehen, denn vielleicht hat er sich was dabei gedacht. Natürlich muss man den Hinweis auf die Position in einem Trümmerschatten mit Nachdruck weitergeben, wenn akute Gefahr besteht dann musst Du dich nicht selbst gefährden. Die Gefahr muss aber bestehen und ein Ungehorsam ist nicht nur Aufgrund der subjektiven Meinung des Maschinisten statthaft. Zumal der Maschinist wohl den geringsten Überblick über die E-Stelle während der Erkundungsphase hat.

    „Mein Auto, mein stellplatz, meine Sicherheit!“

    Wie gesagt: nicht unbedingt.

    Kurze Frage: Du bist Maschinist? Welche Führerscheinklasse und hast du eine Führungsausbildung?

  14. Das mag vielleicht bei euch in der BF so sein, aber es gibt durchaus Feuerwehren da wird das anderst gehand habt 😉

    Ich will ja dem GF nicht seine autorität nehmen. Ganz und gar nicht. Aber es steht auch nirgendswo geschrieben dass der MA nicht mitdenken darf bei der Aufstellung, oder?

    Und ja ich bin Maschinist, ansonsten hätte ich zu diesem Thread nichts gepostet!
    – folglich hab ich Führerscheinklasse C (alt: 3) !
    Und nein, ich hab keine Führungsausbildung.

  15. Hallo michi,

    „Daniel (BF)“s Aussage gilt nicht nur bei der BF, sondern sollte die Regel bei allen Feuerwehren sein.
    Das es Feuerwehren gibt, bei denen das anderst ist steht außer Frage.

    Gruß Stefan

  16. Also, ist es nicht so, dass du dem GF zwar die Entscheidungsgewalt über die Aufstellung des Fahrzeugs quasi mit „Gewalt“ nehmen kannst, die Verantwortung kannst du ihm aber nicht nehmen. Und wenn es hart auf hart kommt, dann wird der GF gefragt warum er die Fahrzeuge so bescheuert aufgestellt hat und nicht der MA.

  17. Hallo Michi,

    „Das mag vielleicht bei euch in der BF so sein, aber es gibt durchaus Feuerwehren da wird das anderst gehand habt ;-)“

    Das ist nicht nur bei meiner BF so, das ergibt sich aus der FwDV 3 und der StVO. Die Entscheidung über die Fahrzeugaufstellung obliegt laut FwDV 3 dem Einheitsführer (Staffel- oder Gruppenführer; auch bei Fahrzeugen mit Truppbesatzung muss der Fahrzeugführer Gruppenführer sein!). In der StVO § 38 steht wann „Wegerechte“ (Blaues Blinklicht in Kombination mit dem Einsatzhorn: Sie ordnen an, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer freie Bahn zu schaffen haben) verwendet werden dürfen.

    Sie dürfen nur dann verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist, um:
    1. Menschenleben zu retten
    2. eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung abzuwenden
    3. bedeutende Sachwerte zu erhalten

    Höchste Eile ist immer dann geboten, wenn der Auftrag ohne Inanspruchnahme des Wegerechts gar nicht, nicht schnell genug oder nur unzureichend erfüllt werden könnte.

    Der Einsatzleiter (das ist im 1. Löschfahrzeug, im Fall dass es ohne Führungsfahrzeug ausrückt, der Fahrzeugführer) entscheidet ob zur Abarbeitung des jeweiligen Einsatzes die Voraussetzungen für die Inanspruchname von „Wegerechten“ gegeben sind, und ordnet dem Maschinisten an diese einzusetzen. Das heisst, er gibt dem Maschinisten den Befehl die Knöpfchen zu drücken. Der Maschinist entscheidet nur über seine Fahrweise und ob er diese Rechte einfordert, jedoch entscheidet er nicht ob die Einsatzfahrt mit Sondersignal oder ohne gefahren wird, er bedient nur die Knöpfe und entscheidet ob er seine Vorfahrt mit der Kombination Blaulicht/Einsatzhorn einfordert. Wie gesagt, ob er überhaupt SoSi verwenden darf entscheidet der Fahrzeugführer.

    Das ist bei jeder Feuerwehr in Deutschland das selbe. Egal ob es sich jetzt um eine „Dorffeuerwehr“ oder eine Berufsfeuerwehr handelt (hier kann aber auch die Leitstelle eine Sondersignalfahrt anordnen).

    „Ich will ja dem GF nicht seine autorität nehmen. Ganz und gar nicht. Aber es steht auch nirgendswo geschrieben dass der MA nicht mitdenken darf bei der Aufstellung, oder?“

    Es ist aber schriftlich in der FwDV 3 festgelegt wer die Entscheidung über die Fahrzeugaufstellung trifft, nämlich der Fahrzeugführer. Dem Maschinisten wird keinerlei Entscheidungsspielraum zugesprochen. Er weisst auf eventuelle Gefäührdungen hin, aber er entscheidet nichts. Er empfängt Befehle und führt diese aus. Die Feuerwehr kennt im Einsatzfall keine Demokratie.

    „Und ja ich bin Maschinist, ansonsten hätte ich zu diesem Thread nichts gepostet!
    – folglich hab ich Führerscheinklasse C (alt: 3) !“

    Übrigens ist der Führerschein CE die alte Klasse 2. Die alte Klasse 3 ist der Führerschein C1E: Fahrzeuge bis 7,5t, mit Anhänger dessen Masse nicht über der des Zugfahrzeuges liegen darf, bei einem maximalen Gesamtgewicht des Zuges von 12t.

    „Und nein, ich hab keine Führungsausbildung.“

    Da hättest Du wahrscheinlich gelernt wer die SoSi-Entscheidung trifft und auf welchen Grundlagen.

    Gruß,

    Daniel

  18. Ganz klar sollte der Gruppenführer den Standort bestimmen. Immerhin ist er draussen, hat die Lage erkundet und damit die beste Übersicht über die Einsatzstelle.

    Fakt ist aber auch, dass ein Maschinist durchaus kurze Einwände zum Standort formulieren kann. Auch Gruppenführer können Fehler machen oder einfach Dinge übersehen. Ein alternativ Vorschlag schadet nie. Die Entscheidung muss aber beim Gruppenführer bleiben, denn diesem stehen mehr Informationen als dem Maschinisten zur Verfügung.

    Sollte der – durch den Gruppenführer bestimmte – Standort eine direkte Gefährdung für die Mannschaft bedeuten, erwarte ich von einem Maschinisten allerdings auch eine Verweigerung.

    Eine richtig schlechte Aufstellung hat meist mehr als eine Ursache:
    – Schlecht Erkundet => Schlechten Aufstellort gewählt
    – Aufstellort unklar an Maschinisten kommuniziert => Missverständnis
    – Einsatzstelle nicht richtig angefahren => Optimaler Aufstellort nicht erreichbar
    – Mannschaft schon abgesessen und angefangen => Aufstellort nicht mehr veränderbar

  19. Man Solgull!!

    Ich danke dir!!!!!
    Du hast als einziger erkannt was ich damit sagen wollte!!!

    Fettes Danke an dich!

    @ Daniel:
    „Er weisst auf eventuelle Gefäührdungen hin, aber er entscheidet nichts.“ <– So langsam kapierst du was ich damit sagen will 😉

  20. Ähm, Michi…

    Wenn Du die Güte hättest weiter oben in meinem ersten Beitrag nochmal nachzulesen:

    „Du weist den GF auf deine Zweifel betreffend der Fahrzeugpositionierung hin und dann gibt er Dir entweder Recht oder nicht. Und wenn nicht, dann bleibst Du stehen, denn vielleicht hat er sich was dabei gedacht. Natürlich muss man den Hinweis auf die Position in einem Trümmerschatten mit Nachdruck weitergeben wenn akute Gefahr besteht, dann musst Du dich nicht selbst gefährden. Die Gefahr muss aber bestehen und ein Ungehorsam ist nicht nur Aufgrund der subjektiven Meinung des Maschinisten statthaft.“

    Ich habe nur mit Rechtsgrundlagen argumentiert die eben nicht wegzudiskutieren sind. Im Grunde steht bei mir nichts anderes als im letzten Beitrag von Solgull…

  21. Ich wollte lediglich damit sagen, dass ich meinen GF auf eine mögliche Gefahr in meinen Augen hinweise, was er dann daraus macht, ist letztendlich seine Sache! Deswegen die Aussage auch der MA kann bei der Aufstellung mitdenken.

    Auch bin ich mir bewusst, dass der GF mir sagt ob der Einsatz eine SoSi-Fahrt ist oder nicht! Aber deswegen hat er Trotzdem nichts an „meinen“ Knöpfen verloren! Ich werde bestimmt nicht bei einem Feuer, mein Horn weglassen 😉 Mir gings lediglich darum zu sagen dass er nicht an meinen Knöpfen zu spielen hat.

    Vll hab ich mich ein bisschen ungeschickt ausgedrückt, das geb ich zu.
    Und ja, ich kennen die Rechtsvorschriften, ich war auf nem MA-Lehrgang 😉

    Achja, schau mal, hab ich weiter oben gefunden ( noch so einer mit meiner meinung!) :

    Eric sagt:
    10. Februar 2011 um 01:10
    Hallo zusammen!
    Bei uns wird der Aufstellort des Fahrzeugs in Abstimmung von Gruppenführer und Maschinist gewählt. Insbesondere für das ersteintreffende LF wird uns als Maschis auch immer wieder eingetrichtert, bei Gebäude / Wohnungsbränden an der EST vorbeizufahren und Platz für die DLK zu machen.

    Nichts anderes wollte ich eig. damit zum ausdruck bringen!

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