"Werde Experte"-Kampagne gegen Vorurteile über Freiwillige Feuerwehren

Wahrscheinlich jedes Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr wurde bereits damit konfrontiert – Vorurteile bezüglich seiner Tätigkeit. Die Feuerwehr Hungen, Abteilung Inheiden (Hessen), hat nun eine Kampagne gegen genau diese Vorurteile ins Leben gerufen.

„Das Klischee von biertrinkenden und skatspielenden Feuerwehrleuten, die in verrauchten Feuerwehrhäusern auf den nächsten Einsatz warten, steckt noch in vielen Köpfen.“, so Bastian Haaf, Beauftragter für die  Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr, in einer Pressemitteilung. Hiergegen will man mit der Kampagne vorgehen. So soll zum Beispiel das große Aufgabenspektrum bei der Feuerwehr gezeigt werden. Viele Bürger seien sich dessen gar nicht bewusst.

Dem falschen Bild soll nun entgegengewirkt werden. Unter dem Motto „werde Experte“ wird bewusst gemacht, was Feuerwehren heutzutage leisten müssen. Experten für die Rettung, die Löschtechnik oder Erste Hilfe werden hierfür benötigt. Zudem müssen auch Einsätze mit speziellen Anforderungen verschiedenster Art professional abgearbeitet werden können. Hierbei braucht man zum Beispiel Experten für die Kommunikation, den Strahlenschutz oder die Logistik.

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In einer eindrucksvollen Bildserie werden diese Aufgaben dem Bürger nahe gebracht. Wer noch das „falsche Bild“ mit vielen Vorurteilen von der Feuerwehr hat, soll zum Umdenken angeregt werden. Das Projekt entstand in Eigenarbeit der Arbeitsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des Projekts „Feuerwehr der Zukunft“ der Stadtwerke Gießen.

 

Die komplette Bildserie findet man hier.

Quelle: Feuerwehr Hungen-Inheiden

4 Kommentare zu "Werde Experte"-Kampagne gegen Vorurteile über Freiwillige Feuerwehren

  1. Das Projekt ist zwar gut und könnte helfen aber……. die Zeiten haben sich geändert heutzutage und es heute fast unmöglich Menschen für diese ehrenamtliche Aufgabe zu gewinnen . Warum ? ganz einfach , da verlässt der Feuerwehrmann seinen Arbeitsplatz nach FME-Alarmierung und eilt zum Gerätehaus , arbeitet den Einsatz ab und kommt dann zum Arbeitsplatz zurück und erhält vom Arbeitgeber die fristlose Kündigung. Leider nicht neu gar selten dieses Problem in DE und wenn Interessierte solche Meldungen lesen….tja, dann sollte es uns allen nicht wundern das keiner zu diesem Ehrenamt mehr bereit ist und , von keiner Seite hat der Feuerwehrmann traurigerweise Rückendeckung , weder von der Wehrführung gar vom KFV geschweige LFV bzw. DFV !!. Ich plädiere schon seit Mitte der 90er das wir eine Gewerkschaft brauchen die hinter uns steht,die uns vertritt und uns hilft bei Problemen , leider sind meine Worte bis heute nie ernst genommen worden. Klar ist das Thema Personalmangel bei den FFW nicht neu , sowie das Vorurteile gegen uns herrschen , leider aber werden die Verbände auf Kreis u.-Landesebene nicht aktiv ,geschweige der DFV .
    Ich will nicht fies werden aber……. manche FFW sind leider äusserst negativ aufgefallen wenn sie in der Öffentlichkeit sich gezeigt haben und ich spreche nur das Thema Feste an….. wo betrunkene Kameraden in Uniform in Ecken gelegen haben und so zu einem negativen Bild gesorgt haben . Ich spreche auch über manche FFW die Menschen die sich für dieses Ehrenamt interessieren einfach den Zutritt verweigern und eine derart arrogante Art ans Tageslicht bringen , das solche Menschen schlicht und einfach alle FFW über einen Kamm scheren.
    Wenn manche Menschen Berichte lesen über die FFW in DE , d.h., mit welch veralterten Material/Gerät gearbeitet wird, das man 356 Tage im Jahr , Tagein und Tagaus dasein muß für die FFW und man nicht einen gewissen Schutz und Rückhalt hat , dann sollten wir uns alle nicht wundern das man Vorurteile hegt gegen die FFW. Unser Dienst/Arbeit ist ehrenamtlich aber, es ist kein Hobby sondern eine Berufung ! und da sollte ein gewisser Rückhalt vorhanden sein. Den Bürgern und insbesondere der Politik ist es egal was wir alle leisten das ganze Jahr hindurch , da helfen auch keine Erklärungen was wir alles leisten müssen , da würde nur eine ädaquate Aufklärung in der Bevölkerung helfen . Dieses könnte eine Gewerkschaft machen die nur für uns Feuerwehrleute da ist , d.h., die dem Bürger erklärt das wir täglich unsere Gesundheit aufs Spiel setzen und was wir für Einsätze abarbeiten müssen .
    Ich sehe und lese viele Artikel seit vielen Jahren wo FFW aktive Mitglieder suchen….. das alleinig müsste schon die Politik auf den Plan rufen und für Abhilfe sorgen aber leider regt sich seitens der Politik seit Mitte der 90er nichts . Es gibt zwar das sog. Freiwillige und soziale Jahr in DE….. tja, leider aber wird den Bürgern nichts von den FFW erzählt die händeringend nach Mitglieder suchen und gegen die herrschenden Vorurteile kämpfen und , das man dieses Ehrenamt den Bürgern schmackhaft macht . Ich finde Projekt was angestebt wird gut aber , ich sehe keine grosse Resonaz gar ein ädaquates Ergebnis da drin , da die Vorurteile gegen die FFW leider immer bestehen bleiben werden bei den Bürgern , traurig aber wahr. Warum muß die FFW Hungen solch Projekt starten/machen ? wäre das nicht die Aufgabe der KFV,LFV und dem DFV ? zu 100% ja , aber leider regt sich seitens der Verbände nichts und warum ? ganz einfach , viele der Verbände wollen es sich nicht verscherzen mit der Politik und manchen Bürgern und somit bleibt m.E. das Problem mit den Vorurteilen weiter bestehen .
    Es mag ja sein das die FFW Hungen für Klarheit sorgt bei den Bürgern , ich wünsche es der FFW Hungen von ganzen Herzen aber , diese Klarheit ist aber nur auf dem Einsatzgebeit der FFW Hungen und nicht bundesweit .

  2. Tolle Kampagne. Ich frage mich nur immer wieder, warum Kampagnen dieser Güte immer nur von Privaten kommen. Wäre es nicht eigentlich höchste Aufgabe unseres Verbandes, für entsprechende Öffentlichkeitsarbeit zu sorgen? Stattdessen beschäftigt man sich dort mit neu zu schaffenden Orden.

  3. Manuel, du sprichst mir von der Seele.

    Ich denke aber auch, dass sich das Problem nicht wirklich einfach lösen lässt. Man muss auch einfach mal viele Arbeitgeber verstehen und auch Arbeitnehmer. Der Zeit- und Erfolgsdruck ist enorm hoch, um bestehen zu können. Auch die Feuerwehren, die negativ aufgefallen sind, müsste mal etwas blühen.

    So würde meiner Meinung eine starke Bundesorganisation einen großen Schritt voranbringen, die ein verbindliches corporate design (ähnlich wie beim THW das Logo mit dem Zahnrad) herausgeben könnte. Auch könnte die etwas mehr einfluss auf die entwicklung lokaler feuerwehren, ausbildungsstandards, etc. nehmen. So etwas fehlt mir sehr. dazu mangelts aber leider an geld

  4. Jedes Land kocht doch sein eigenes Süppchen, der Kreis ändert die Beilagen und die Gemeinden würzen nach.

    Damals als ich in die Feuerwehr ging war eine meiner Fragen bevor ich meine Beitrittserklärung unterschrieben habe (Quereinsteiger) habe ich gefragt, was ist wenn ich nicht 8760h im Jahr für die Feuerwehr da sein kann, weil ich gerade im Urlaub bin, oder weil ich arbeite und mein Entfernen einen hohen wirtschaftlichen Schaden hätte. Denn wirklich immer da sein kann niemand, jeder wird mal krank. Die die die meiste Zeit/freiere Zeiteinteilung haben sind Arbeitssuchende, Schüler und Studenten, sowie Selbstständige. Denen fehlt es aber oft an Wissen und Erfahrung.* Schichtarbeiter arbeiten zwar 8h, allerdings zu unterschiedlichen Zeiten. Wenn alle in 3 Schichtsystem arbeiten würden, gäb es viel weniger Problem mit Personalmangel Mi um 11Uhr morgens.
    Zurück zur Beitrittserklährung, es war ok nicht immer bereit zu sein. In der Beziehung war mein Bild über die FW falsch, habe aber dennoch gefragt, wer wegen einem falschen Bild nicht traut zur FW zu kommen, ja den haben wir verloren.

    *Ich unterstelle jungen Leuten fehlende Erfahrung, und Langzeitarbeitssuchenden unterstelle ich einen Grund warum sie keine Arbeit finden, der sich meist auch auf die Feuerwehr auswirkt. Studenten sind oft in der Hochschule, und Selbstständige haben auch mal Termine die sie einhalten müssen, sonst fehlt denen am Ende des Monats Geld zum Leben.

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