Viele Sonderlagen und eine MANV-Übung

IMG_3285Am gestrigen Sonntag wurden die Teilnehmer der Rescue Days 2013 noch einmal richtig gefordert. Die RESCUE DAYS UPGRADE und die RESCUE TRAININGS BUS sowie PKW/TRANSPORTER standen ganz im Zeichen extremer und seltener Unfallszenarien oder boten mit Fahrzeugen auf, die nicht allzu häufig bei Unfällen anzutreffen sind.

Die Station „Retten ohne Schere und Spreizer“ gehört zum Programm der RESCUE DAYS UPGRADE und vermittelt den Teilnehmern die Unfallrettung ohne hydraulischen Rettungssatz. Das Öffnen einer Fahrzeugtür kann beispielweise durch das Aufhebeln der Tür mit einem Halligantool an der Schlossseite und dem anschließenden Trennen des Fangbandes mittels Bolzenschneiders durchgeführt werden. Auch das Anheben der Lenksäule ist mittels Spanngurt um die Lenksäule sowie um die beiden A-Säulen möglich. Mit einem Hydraulikheber können ähnlich einem Rettungszylinder Fahrzeugsäulen gedrückt werden.

Person unter Auto, Auto unter Trailer

Person unter Auto, Auto unter Trailer

Ebenfalls zu den RESCUE DAYS UPGRADE gehört die Station „Heben und Stabilisieren von Lasten“. Während dieser Station soll den Teilnehmern der Umgang mit Unfällen unter Beteiligung größerer Lasten aufgezeigt werden. Übungsszenario war eine Person unter einem Auto, wobei das Auto seitlich unter einem LKW-Auflieger eingeklemmt war. Das Auto wurde unterbaut und gegen Wegrollen mit Keilen gesichert. Die Zugmaschine sowie der Auflieger wurden ebenfalls mit Keilen gesichert. Die Stützen des Aufliegers wurden genutzt, um den Auflieger weiter zu stabilisieren. Während ein Teil der Gruppe das Anheben des Trailers an der Hinterachse vorbereitete, wurde durch den anderen Teil der Gruppe ein Spreizer vorgenommen, um den Eingeklemmten ein wenig zu entlasten. Mit dem Spreizer wurde das Auto zirka zehn Zentimeter angehoben und anschließend gesichert. Für das Heben des Trailers wurde dessen Hinterachse unterbaut und zwei Hebekissen übereinander eingesetzt. Die Sicherung des Aufliegers wurde durch zwei Hydraulikheber am Rahmen realisiert. Um ein seitliches Versetzen des Trailers abzufangen, wurde dieser mit zwei Abstützsystemen fixiert. Das Auto wurde mittels Spanngurt am Auflieger befestigt, um mit einem Hebesystem Auflieger sowie Auto anzuheben. Nach all diesen Vorbereitungen wurde der Verbund soweit angehoben, dass die Person unter der Last herausgezogen werden konnte.

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Anheben des Armaturenbretts und Vorderbau drücken

Anheben des Armaturenbretts und Vorderbau drücken

Die Rettung von Patienten aus Transportern war ein Bestandteil des RESCUE TRAININGS PKW/Transporter. Transporter kann man als Mischung aus PKW und LKW bezeichnen. Sie lassen sich wie PKW fahren, komfortabel und schnell, haben aber Ausmaße eines kleinen LKWs. Die Rettungsmöglichkeiten sind ähnlich wie die von Autos. So lassen sich Türen von der Schloss- oder der Scharnierseite aus öffnen, häufig sind auch Schiebetüren in diesen Fahrzeugen verbaut, und das Anheben des Armaturenbrettes ist auch ohne Probleme möglich. Aber auch Rettungstechniken aus dem Bereich der LKW-Rettung können je nach Bauform des Transporters angewandt werden, beispielsweise das Wegdrücken des Vorderbaus oder eine Rettung durch die Rückwand des Fahrerhauses. Bei der Stabilisierung dieser Fahrzeuge ist aufgrund der großen Bodenfreiheit einiges mehr an Rüstholz nötig, als bei einem normalen PKW. Auch die Ladung des Transporters sollte beim Erkunden geprüft werden. Darüber hinaus kann sich in einem Transporter eine deutlich höhere Anzahl an Personen befinden.

Patientenablage MANV-Übung

Patientenablage MANV-Übung

Neben der modernen Bustechnik und dem Einsatz von Rettungsgeräten an Bussen wird bei dem RESCUE TRAINING BUS eine MANV-Übung durchgeführt. Bei einem Massenanfall von Verletzten muss die Feuerwehr nicht unbedingt in der technischen Hilfe tätig werden. Häufig ist die Unterstützung des Rettungsdienstes bei der Rettung und der Betreuung der Verletzten mit Manpower gefragt, gerade in der Anfangsphase eines solchen Einsatzes. Der Einsatz von Feuerwehrleuten kann dabei völlig unterschiedlich sein: Der eine ist im Bus mit Leicht- bis Schwerverletzten und muss bei Hilfeschreien, panischen Insassen, beengten Platzverhältnissen einen Patient ins Freie bringen, der andere ist an einem Betreuungsplatz und unterstützt den Rettungsdienst, hält Infusionen oder betreut Verletzte. Bei den Übungen war eines sehr schön zu erkennen: Feuerwehr funktioniert immer, egal ob es Sprachprobleme gibt oder sich die Kameraden erst seit zwei Stunden kennen. Auch das Zusammenspiel mit anderen Hilfsorganisationen ist vollkommen unabhängig von irgendwelchen Landesgrenzen oder Sprachbarriere.

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