Verweigerte Katzenrettung in Osnabrück sorgt für Unmut

Dass eine Katze auf dem Baum nicht zwangsläufig auch ein Einsatz für die Feuerwehr sein muss, erläutert die Berufsfeuerwehr Osnabrück in einer ausführlichen E-Mail an eine Bürgerin.

Über die Redaktion der lokalen Zeitung brachten in Osnabrück (Niedersachsen) Mutter und Tochter ihr Unverständnis über die Feuerwehr zum Ausdruck. Hintergrund war eine Katze auf einem Baum die nicht von der Feuerwehr gerettet wurde. Daraufhin hatte Jan Südmersen von der Berufsfeuerwehr Osnabrück in einer ausführlichen E-Mail die Hintergründe erläutert. Zum einen sind sich Tierschützer und Feuerwehr einig, dass viele Katzen von alleine wieder herunter kommen. Auch ein Sprung vom Baum stellt für die Vierbeiner oftmals kein Problem dar. Hinzu kommt die Kostenfrage, denn da bei Katzen im Baum keine akute Lebensgefahr besteht, sind diese Rettungsaktionen auch kostenpflichtig. Als weiteren Punkt nannte Jan Südmersen der selbst Katzenbesitzer ist: Da eine Rettung mit der Drehleiter nicht immer möglich ist müssten als Alternative Feuerwehrleute mit tragbare Leitern oder Höhenretter an der Einsatzstelle tätig sein. Dies kann aber bei verängstigten Katzen nicht nur für die Tiere sondern auch für die Retter sehr gefährlich werden. Dieses Risiko muss mann auch nicht eingehen, denn laut Tierschützer Michael Muris ist die erfolgsversprechende Methode einfach etwas Futter unter den Baum zu stellen und ein paar Tage zu warten. Die Katzen kommen dann oftmals von selbst herunter, wenn sie hungrig werden.

Quelle: Osnabrücker Zeitung

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1 Kommentar zu Verweigerte Katzenrettung in Osnabrück sorgt für Unmut

  1. Jan Südmersen ist Vollprofi, was die Feuerwehr betrifft. Ich habe einige Fachbücher von ihm in meinem Bücherschrank stehen. Dass gerade er sich des Themas „Katze auf Baum“ annimmt, finde ich sehr gut, denn viele Leute können oder wollen nicht verstehen, dass die Feuerwehr nicht jedes Problem lösen kann. Eine Katze, die auf den Baum hochkommt, kommt auch wieder runter. Jemand, der in seiner Wohnung vom Feuer überrascht wird, oder in einem verunfallten Auto eingeklemmt ist, hat ohne die Feuerwehr gar keine Chance. Also bitte: Die Verhältnismäßigkeit sollte gewahrt sein. Tiere aus lebensbedrohlichen Notlagen zu retten, gehört unbestritten zu den Aufgaben der Feuerwehr – also Dackel Waldi im Erdloch festgesetzt, Kuh Elsa in Güllegrube eingebrochen oder die Wohnungskatze im angekippten Fenster eingeklemmt (wobei auch so etwas grobe Fahrlässigkeit des Besitzers ist!).

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