Überdruckbelüftung führt zur Durchzündung

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Das Thema Belüftung im Einsatz ist ein komplexer Bereich und es steckt schon etwas mehr dahinter wie einfach mal den Ventilator irgendwo aufzustellen und Luft in ein Gebäude zu blasen. An einem Beispiel in den USA sieht man welche verheerende Auswirkungen eine falscher Lüftereinsatz mit sich bringt.

In den letzten zehn Jahren hat sich der Lüftereinsatz auch in Deutschland in weiten Teilen durchgesetzt. Kaum ein HLF geht heute noch vom Band, ohne einen Überdrucklüfter an Bord. Zwar ist so ein Windmacher schnell beschafft, allerdings ist der Ausbildungsaufwand nicht zu unterschätzen.

Schaut man sich die Einsatzgebiete der Überdruckbelüftung an so wird hierzulande vorwiegend die passive Belüftungsmethode genutzt. Wenn der Brand gelöscht ist dient der Lüfter lediglich um den betroffenen Einsatzabschnitt möglichst schnell rauchfrei zu bekommen.

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In den USA wird aber mit der Überdruckelüftung proaktiver vorgegangen. Bei der sogenannten aktiven Belüftung wird der Lüfter parallel zum Löschangriff vorgenommen. Oftmals wird hierzu auch das Dach mit Kettensägen geöffnet damit Rauch und Hitze aus dem Gebäude gelangen können.

Neben den Vorteile gibt es aber auch ein hohes Risiko bei der aktiven Überdruckbelüftung. Denn durch den Einsatz des Lüfters kommt auch vermehrt Luft ins Gebäude. Zudem ändern sich die Druckverhältnisse.

Dieses Video soll einfach nochmal aufzeigen wie gefährlich der Überdruckeinsatz sein kann. Nachdem der Angriffstrupp in das Gebäude vorgeht wird bei 2:50 Min. ein Lüfter in Stellung gebracht der dazu führt, dass innerhalb von Sekunden dichter dunkler Rauch mit hohem Druck aus dem Gebäude kommt. Kurz darauf erfolgt eine Durchzündung die alle Feuerwehrleute im Gebäude erfasst.

Anbei einige Kommentare von US Firefightern zu dem Video die Fehler aufzeigen und Tipps geben sollen:

  • Die Überdruckbelüftung wird in den USA auch eingesetzt um das Überleben der Opfer im Brandgebäude zu erhöhen (weniger Temperatur und Rauch)
  • Der Lüfter ist zu nahe am Eingang wodurch der Luftstrom nicht die komplette Tür abdeckt und somit das Feuer an dieser Stelle Richtung Lüfter durchschlägt
  • Zuerst sollte für einige Sekunden der Lüfter in Stellung gebracht werden (mind. 10 Sekunden) und erst dann der Innenangriff beginnen
  • Die Entlüfungsöffnung muss im Idealfall in der Nähe des Feuers, aber zumindest vor dem Angriffstrupp sein, niemals hinter ihm. Da die Entlüftungsöffnung an der Frontseite des Gebäudes und somit im Rücken des Angriffstrupps vorgenommen wird, geht der Flashover über die Feuerwehrleute hinweg.

Zum Schluss sei noch zu sagen, dass die aktive Überdruckbelüftung auch in den USA umstritten ist, da sie wie erwähnt auch Risiken mit sich bringt.

Quelle: www.vententersearch.com

2 Kommentare zu Überdruckbelüftung führt zur Durchzündung

  1. Anscheinend sind die Jungs zum Glück auf dem Boden gelegen als das passiert ist, ich hoffe, dass die die nur mit leichten Verbrennungen und dem schrecken davon gekommen sind.

    Hier sieht man, dass die Überdruckbelüftung wenn sie falsch gemacht wird eine riesen gefahr ist, andererseits, wenns richtig gemacht wird ist es eine gute hilfe…

  2. Solche Artikel liebe ich! Da wird mal wieder eine „erhobene Zeigefinger“ Bemerkung gemacht , die ohne substantiellen Inhalt ist und dann die These mit einem“passenden Beweis“ ->Video untermauert.
    Aber hier werden ja Äpfel mit Rosinien verglichen….
    Das Haus in den USA war kein abgeschlossener Raum, -Rauch und Flammen schlugen aus dem Gebäudefenster links, Rauch entwich an der Stirnseite des Gebäudes…
    Wo soll sich hier bitte ein signifikanter Überdruck im Gebäude ausbilden, bzw. wie sollte man ihn mit einem Lüfter erzeugen??? Der Druckgradient ( thermisch verursacht) steigt hier lediglich von unten nach oben an.
    Das Vorhehen des Kameraden nach ca. 2 min mit dem Überdrucklüfter kann man eher mit dem Anwedeln der Grillkohle vergleichen als mit einer planmäßigen Überdruckbelüftung.
    Was dann geschieht ist ein klassischer Backflow der Strömung in Richtung der Öffnung mit dem geringsten Strömungswiederstand (da am größten) -> der Tür.
    In Deutschland haben wir vergleichsweise extrem „Dichte“ Wohnungen (Massivbau, 2-3fach Verglasung etc.). Daher lassen sich ein paar einfache Grundregeln für den Überdruckeinsatz aufstellen:
    -> EINE Zulüftöffnung, ->dann EINE Ablüftöffnung im Verhältnis ca. 1:1 schaffen
    -> die Ablüftöffnung am Gebäudepunkt mit der größtmöglichen Distanz zur Zuluftöffnung schaffen.
    -> komplette Zuluftöffnung muss vom Lüfter abgedeckt werden
    ->Ziel muss das erzeugen eines Überdrucks im Raum sein, damit das Rauchgas entweicht, und nicht die Ausbildung einer Strömung im Gebäude -> siehe Video
    -> parallel muss das „System“ gekühlt werden

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