Schwierige Rettung: LKW Fahrerhaus verkeilt sich auf Autobahn in Auflieger

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Zwei schwere Verkehrsunfälle mit LKW´s auf der BAB 73 bei Baiersdorf (Bayern) sorgten am späten Vormittag des 15.April für einen Großeinsatz der Feuerwehren und Rettungsdienste aus dem Regnitzgrund und sorgten für ein mehrstündiges Verkehrschaos zwischen Erlangen und Forchheim.

Kurz nach 10:30 Uhr war ein Sattelzug aus Nordrhein-Westfalen in Richtung Norden unterwegs, als dem Fahrer nach eigenen Angaben plötzlich „schwarz vor Augen“ wurde.

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Der Lastwagen kam ins Schlingern, prallte in die Mittelleitplanke und kam dann schwer beschädigt auf dem Standstreifen zu stehen. Neben Kräften des Rettungsdienstes und der Polizei wurden um 10:40 Uhr die Feuerwehren Baiersdorf, Bubenreuth und Möhrendorf alarmiert, um die großflächig mit Fahrzeugtrümmern übersäte Einsatzstelle abzusichern und größere Mengen auslaufender Betriebsstoffe aufzunehmen, während der Fahrer rettungsdienstlich versorgt wurde.

Weiterer Unfall auf der Gegenfahrbahn

Da einige Fahrzeugteile auch auf die Gegenfahrbahn geschleudert worden waren, wurde auch dort von der Polizei der Verkehr angehalten, um diese zu entfernen. Während die ersten Fahrzeuge, unter ihnen ein mit schweren Papierrollen beladener Sattelzug aus Rumänien, anhielten, registrierte der Fahrer eines nachfolgenden Kühllasters aus dem Landkreis Bamberg die Situation zu spät und prallte auf den vor ihm bremsenden Sattelzug.

Feuerwehren fahren sofort neue Einsatzstelle an

Dabei bohrte sich das Führerhaus des Kühllastzuges tief in den Aufbau des Aufliegers, der Fahrer wurde schwer verletzt eingeklemmt. Aus diesem Grund teilten sich die eben eintreffenden Feuerwehren die Einsatzstelle auf. Während die FF Möhrendorf und Bubenreuth auf der Fahrbahn Richtung Forchheim blieben, fuhr der der Rüstzug der FF Baiersdorf nach kurzer Erkundung bis zur Anschlussstelle Baiersdorf-Nord weiter, wendete dort und fuhr die Einsatzstelle auf der anderen Richtungsfahrbahn an. Gleichzeitig wurden die Feuerwehren Forchheim und Hausen nachalarmiert, da von einem erhöhten technischen Rettungsaufwand ausgegangen werden musste.

Tatsächlich stellte sich die Rettung des LKW-Fahrers als schwieriges Unterfangen dar. Sein Fahrerhaus war zwischen den Seitenstützen des Planenaufliegers eingeklemmt, so dass die beiden Notärzte aus Erlangen und des Rettungshubschraubers aus Nürnberg nur sehr eingeschränkt durch das Seitenfenster an den Schwerverletzten heran kamen.

Von der Feuerwehr war hierzu ein Rettungsgerüst neben dem Führerhaus aufgebaut worden. Der ursprüngliche Plan, den Kühllaster mit der Seilwinde des Rüstwagens zurück zu ziehen, scheiterte jedoch an den defekten Bremssystemen beider Unfall-LKW, die dafür sorgten, dass alle Räder blockierten. So musste der Aufbau des Aufliegers zeitaufwändig zerlegt werden, um an die Fahrertür heranzukommen. Gleichzeitig wurde die Kabine des Kühllasters mit Spanngurten gegen Kippen gesichert und auslaufende Betriebsstoffe gebunden.

Fahrertür muss mit Schneidgerät und Trennschleifer freigelegt werden

Mit Rettungsscheren und Trennschleifer gelang es schließlich, die Fahrertür freizulegen. Dabei waren die damit am Boden und auf dem Fahrzeugdach arbeitenden Einsatzkräfte stets gefährdet, von den verformten und beim Schneiden wegfedernden Metallteilen getroffen zu werden. Nachdem die Fahrertür mittels eines Rettungsspreizers geöffnet worden war, konnte der Fahrer von seinem Sitz auf ein Spineboard gedreht und mit jeder Menge Manpower aus dem Führerhaus gehoben werden. Nach kurzer Versorgung wurde er mit dem Rettungswagen in das Universitätsklinikum Erlangen gebracht.

Nach der abgeschlossenen Personenrettung wurden in Absprache mit Polizei und Autobahnmeisterei die jeweils linken Fahrspuren jeder Fahrtrichtung gereinigt und wieder für den Verkehr freigegeben, um die kilometerlangen Staus auf der Autobahn langsam auflösen und auch die umliegenden Orte von umgeleiteten und dort nur im Schritttempo vorankommenden Fahrzeugen zu entlasten. Durch die Autobahnmeisterei wurde die Absicherung der beiden Einsatzstellen übernommen, durch die Feuerwehr der Brandschutz sichergestellt, bis alle Unfallfahrzeuge von Spezialabschleppfahrzeugen geborgen waren und abtransportiert werden konnten. Eine Fachfirma übernahm dann die Reinigung der Fahrbahnen, die durch ausgelaufenes Öl und Kraftstoff enorm verunreinigt worden waren, bevor der Verkehr wieder ungehindert rollen konnte.

Für die beteiligten Feuerwehren war der Einsatz dann gegen 14:00 Uhr beendet. Nach dem schweren LKW-Unfall am 9.April bei Forchheim war dies innerhalb weniger Tage der zweite technisch sehr aufwändige Einsatz, bei denen die Wehren aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Forchheim zur Rettung eines eingeklemmten Fernfahrers hervorragend zusammenarbeiteten.

Quelle: KFV Erlangen-Höchstadt

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