Sachsen-Anhalt will freiwillige Feuerwehren reformieren

Innenminister Holger Stahlknecht fordert eine Reform der freiwilligen Feuerwehren in Sachsen-Anhalt, um dem drastischen Mitgliederschwund entgegenzuwirken.

Nach den Plänen des Innenministers sollen kleinere Gemeindefeuerwehren zusammengelegt werden, um so die Einsatzbereitschaft zu erhöhen. Zusammenschlüsse sollen dann finanziell gefördert werden.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während jährlich 5000 Kameraden altersbedingt ausscheiden, rücken gerade mal 400 nach.

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Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

12 Kommentare zu Sachsen-Anhalt will freiwillige Feuerwehren reformieren

  1. Und warum erhöhe ich die Einsatzbereitschaft, wenn ich kleinere Feuerwehren zusammenlege?

    2 Feuerwehren mit je 10 Mitgliedern macht ja dann nicht unbedingt eine FW mit 20.

  2. ich glaube, das diese Reform aus kleineren Feuerwehren aktraktivere „Großwehren“ macht … zumindest ist es ein Versuch wert … besser als tatenlos zu sehen ….
    vorallem sehe ich hier die Möglichkeit des technischen Upgrade zur Gegenwart, da leider immer noch Feuerwehren Fahrzeuge (meistens nur das eine) haben, die den heutigen Anforderungen THL und Feuer nicht mehr gewachsen … inkl. der älteren Kameraden …
    viele Kleinfeuerwehren haben das Nachwuchsproblem inkl. der Einsatzstärke untertags (LF mit 3 Mann ohne PA usw.) … d.h. nicht dass sowie so schon gemeindeübergreifend alarmiert und geholfen wird … ich denke der Ansatz ist falsch … im Gegenzug müssen auch die AG geimpft, evtl sogar gefördert werden, dass die Mitarbeiter sich die ein oder andere Nacht um die Ohren gehauen haben … sprich, wenn ein Unternehmen ein FF-Mann einstellt, hat der AG nicht nur Nachteile … und genauso sollten kleinere Gemeinden versuchen, die Wirtschaft im eigenem Dorf, sprich Arbeitsplätzchen, zu steigern um auch mal nen Feuerwehrler tagsüber zu haben …

    aber was zerreißen wir uns hier den Kopf, solange jede Gemeinde Ihren Brandschutz sicher stellen kann und NIX passiert, wird auch in den Köpfen der Menschen und der Verantwortlichen nichts passieren — es müssen erst Menschenleben geopfert werden, dass dann alle aufwachen … super!!!

    kleiner Ausflug: Einsatz mehrer „Dorffeuerwehren“ um die Mittagszeit unter der Woche, zwei Wehren mussten über Funk die Einsatzfähigkeit „absagen“, weil bei einer Wehr bloß ein FFler kam, und bei der anderen Wehr es keinen Maschisten fürs HLF gab…

  3. ich denke der Ansatz ist falsch muss natürlich heißen:

    ich denke der Ansatz ist **nicht**falsch

  4. Anfahrt bis zur Wache dann jeweils 30 Minuten und die Arbeitgeber werden sich so oder so wehren…

  5. Vorallem wenn 2 Feuerwehren zusammengelegt werden, fehlt in einer Ortschaft eine Feuerwehr, die jeweiligen Personen müssen dadurch erst in die andere Ortschaft fahren.
    => das ausrücken kann sich verzögern
    => der Brandschutz in einer Ortschaft wird nicht mehr gewährleistet
    => bei zusammenlegungen fallen dann auch noch die jeweiligen Gerätschaften weg (TSA m. Pumpen, Schläuchen, etc.) die bei größeren Einsätzen (Bränden, etc.) dringend benöigt werden.

  6. …wird irgendwann in vielen Gebieten Ostdeutschlands so kommen. Aber wir reden nicht von aus 2 wird eine Feuerwehr sonder aus 3 bis 5 Feuerwehren werden eine (je nach Region)

  7. ich halte den weg von RPL (bald hessen?) besser und zielgerichteter, mit dem wahlpflichtfach „feuerwehrtechnische ausbildung o.ä) einzuführen und so vll nachwuchs zu gewinnen

  8. Egal wie man es dreht – solange Feuerwehr „Kommunal“ bleibt, wirds ein Gewurschtel bleiben, mit und ohne Stützpunkte etc…

    Was nutzt mir die wirtschaftlichste, attraktivste Feuerwehr wenn die Kameradinnen und Kameraden ne halbe Stunde für die Anfahrt brauchen? In Städten und Ballungsgebieten wirds vermutlich weniger ein Problem sein, aber im ländlichen Raum, der ja allzu gerne belächelt wird schaut es anders aus – da kann man dann vermutlich die Hilfsfristen knicken usw.

  9. Also meine empfehlung, in die Feuerwehr Ordnung den Punkt wenn es keine Freiwilligen gibt muss man sie Gesetzlich verpflichten. Aber wenn sie Arbeitsausfall haben und der Arbeitgeber nicht Zahlt muss die Gemeinde den Lohnausfall übernehmen. Siehe Österreich Feuerwehr

  10. @ Ronny
    bei uns in Brandendenburg ist das schon so, wenn es nicht genug Freiwillige gibt, desteht die Möglichkeit, eine Pflichtfeuerwehr anzuordnen.
    Mein AG bekommt meinen Lohn völlig unbürokratisch von der Gemeinde erstattet, wenn ich während der Arbeitszeit zum Einsatz bin. Da reicht ein einfacher Antrag und kurze Zeit später hat er sein Geld.

  11. Natürlich hat es rein rechnerisch Vorteile, Wehren zusammen zu legen. Das ist allerdings in einigen Fällen eine Milch-Mädchen-Rechnung. Nicht alle Kräfte die in einer Wehr „waren“ gehen dann zum Dienst in eine „zusammengelegte“. Dann hat man im ersten Moment einen Materialüberschuss, dieses Material wird entweder zum Teil aussortiert oder eingemottet. So oder so ist es fraglich, ob es dann im Falle eines größeren Ereignisses noch im ursprünglichen Rahmen zur Verfügung steht.
    Damit geht auch der Punkt einher, dass sich einige Kameraden mit neuer Technik und neuen Fahrzeugen beschäftigen müssen, auch das dauert einige Zeit, bis man sich damit auskennt und dieseim Einsatz optimal nutzen kann.

    Dann der große Knackpunkt der Finanzierung. Wenn sich mehrere Gemeinden eine Feuerwehr teilen, muss natürlich festgelegt werden, wer wieviel zahlt und erfahrungsgemäß wird das Geld nicht mehr.

    Andererseits hat auch diese Form der Verschlankung Vorteile. Es werden die Mitkommen, die motiviert sind, Damit steigt, trotz weiter rückläufiger Mitgliederzahlen, die Kompetenz (ergänzend dazu „Hurra wir haben Mitgliederschwund“ ).

  12. Also bei uns im gesammtem LK Wittenberg gibt es nur noch 11 Stadt-bzw. Gemeindefeuerwehren mit vielen Ortsfeuerwehren (gesammt ca.160). Und es ist bei uns schon lange so das es dieses „mein Feuer und nicht deins“ nicht mehr gibt.
    Zu jedem Einsatz werden immer mehrere Fw alarmiert um einfach die erforderliche Stärke zu haben und wenns auch nur ein Baum auf der Straße ist.

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