Bundesweite Imagekampagne der Niedersächsischen Feuerwehren

„Keine Ausreden! MITMACHEN“ – so das Motto der Imagekampagne der Niedersächsischen Feuerwehren. Meist wird dieses Problem nur lokal angegangen. Nun soll gegen schwindende Mitgliederzahlen in Freiwilligen Feuerwehren bundesweit, mit unterschiedlichsten Mitteln, vorgegangen werden.

Der demographische Wandel macht sich nach und nach bemerkbar, auch bei den Feuerwehren. Das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport hatte hierfür ein Projekt gestartet. „Sicherstellung des Brandschutzes unter besonderer Berücksichtigung des demographischen Wandels in Niedersachsen“, so die zu bewältigende Aufgabe. Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass in Niedersachsen über 3.300 Ortsfeuerwehren und 11 Berufsfeuerwehren den Brandschutz sicherstellen. Schwinden die Mitgliederzahlen demnach weiterhin, so ist auch die Sicherstellung des Brandschutzes in Gefahr. Zielsetzung der Kampagne ist daher neben einer besseren Öffentlichkeitsarbeit vor allem die Anwerbung neuer Mitglieder.

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Mittels diverser Banner, Plakate, einem Flyer und Kinospots soll auf die Feuerwehren aufmerksam und zum MITMACHEN aktiviert werden. Unter www.ja-zur-feuerwehr.de wird ebenfalls im Internet informiert und geworben. Auch sollen Löschfahrzeuge und Busse als rollende Werbeträger fungieren. Starterpakte, welche die Werbemittel beinhalten, werden den Feuerwehren kostenfrei zur Verfügung gestellt. Des Weiteren sind einige Materialien auch online verfügbar. Neben der großen Werbeoffensive soll auch zum „Tag der offenen Tür“ bei den örtlichen Feuerwehren eingeladen werden. Dort gilt es mögliche Interessenten vor Ort zu informieren, noch gezielter anzuwerben und getreu dem Motto: „Keine Ausreden! MITMACHEN!“, vielleicht bald einen neuen Kameraden begrüßen zu dürfen.

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Quelle: Ministerium für Inneres und Sport, Referat B 23-Brandschutz

3 Kommentare zu Bundesweite Imagekampagne der Niedersächsischen Feuerwehren

  1. An sich eine prima Idee, diese Kampagne ( und dringend nötig sowieso ).

    Dem heutigen Durchschnittsbürger ist ja normalerweise nicht einmal klar, von wem denn der Brandschutz eigentlich geleistet wird.
    Die “ Feuerwehr “ ist halt da und sie kommt, wenn man ruft.

    Wer das da im speziellen ist interessiert doch die meisten schon nicht mehr, zumal innerhalb der Vollkaskogesellschaft “ der Staat “ gefälligst dafür zu sorgen hat, daß die Feuerwehr oder der Rettungsdienst möglichst in Minutenschnelle vor Ort zu sein hat.

    Heutzutage ist man nicht einfach nur froh das jemand kommt wenns brennt, nein als “ Steuerzahler “ erwartet man das einfach.

    Und so wird der Rettungsdienst oder die Feuerwehr oftmals inzwischen als Dienstleister betrachtet auf deren zügiges Erscheinen man sowas wie einen Anspruch hat.

    Allenfalls auf dem Lande ist vielen noch bewußt, daß es eigentlich ihre Freunde, Nachbarn oder Kollegen sind die da kommen wenns brennt.

    Aber auch dort muß den Menschen wieder klar gemacht werden, daß eine Gesellschaft auf Dauer nicht funktioniert wenn alle immer nur nehmen und keiner gibt.

    Ihnen muß man vor Augen führen, daß es eben langsam keine Selbstverständlichkeit mehr ist, daß zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb weniger Minuten ausreichend Kameraden und Fahrzeuge vor Ort sind.

    Insofern könnte die Kampagne von mir aus gern noch wesentlich aggressiver geführt werden und vielleicht sollte man langsam auch mal unsere Mitmenschen aus fremden Kulturkreisen direkt ansprechen, da die sich ja bis jetzt fast komplett raushalten.

  2. Moin,

    bin selber in der freiwilligen Feuerwehr, finde die Aktion an sich top,

    allerdings muss die Feuewehr (ich verallgemeinere jetzt mal) auch ein bisschen an sich selbst arbeiten. Es kann nicht sein, dass man (in SH) für den Truppführerlehrgang 4 Wochen lang 2 mal die Woche plus 4 Samstage zum Lehrgang muss, nur um das gleiche zu lernen wie beim Truppmann und ggf. auch noch wie man ein Funkgerät richtig herum hält. Oh nein sorry, dafür gibt es ja den extra Funklehrgang mit 16h Unterrichtspflicht -.-

    Schon mal daran gedacht, dass zumindest die Wochenenden der Familie gehören und deswegen keiner mehr Lust hat bei der Feuerwehr mitzumachen?

    Lehrgänge und eine fundierte Ausbildung sind (auch und besonders in der freiwilligen feuerwehr) wichtig, ich möchte nicht missverstanden werden, aber, so erlebe ich es, gibt es für alle Kamerade mit einem höherem Amt als stv. Wehrführer nichts anderes und nichts wichtigeres als Feuerwehr. Das sieht nicht jeder so und das schreckt ab!

  3. Hallo zusammen,
    zunächst einmal begrüße ich sehr, dass die Feuerwehren in Bayern und Niedersachen Unterstützung von Seite der Länder und Landesfeuerwehrverbände erfahren. Die Art und Weise wie diese Kampagne Feuerwehr kommuniziert bzw. wie Aufmerksamkeit erlangt werden soll, gefällt mir allerdings weitaus weniger.

    Zunächst jedoch zu den positiven Aspekten die ich in der Kampagne sehe. Erstens erzeugt sie Aufmerksamkeit. Zweitens zeigt sie auf, dass man bei der Feuerwehr mitmachen kann. Dieses Wissen ist bei vielen Bürgern gar nicht mehr vorhanden. Viele gehen mittlerweile davon aus, dass die Feuerwehr flächendeckend eine Berufsfeuerwehr sei. Von daher ist es gut die „Freiwilligkeit“ der Feuerwehr zu kommunizieren. Und zwar nicht um Lob zu erhaschen und Einsatzkräfte als Helden darzustellen, sondern um den Mitmachgedanken und die Willkommenskultur in den Vordergrund zu rücken. Drittens finde ich die Inhalte auf der Homepage gut. Man wird in wenigen Sätzen über die grobe Struktur der Feuerwehr aufgeklärt. Wie bereits erwähnt ein Wissen, dass alles andere als selbstverständlich ist.

    Vielleicht bin ich auch zu skeptisch und es gibt tatsächlich einige, die durch diese Kampagne den entscheidenden Anstoß bekommen sich ihre Feuerwehr mal anzusehen. Primär kommuniziert diese Kampagne für mich allerdings eines: und das ist ein schlechtes Gewissen. Aus Sicht der Feuerwehr soll jeder ein schlechtes Gewissen haben, der sich nicht als Einsatzkraft engagiert. Ein klassischer Fehler, der aus der Innensicht der Feuerwehr kommt. Hier muss man sich nun fragen, ob man außenstehende Menschen tatsächlich mit der Innensicht der Feuerwehr überzeugen kann oder ob nicht doch ein Perspektivwechsel der Werbenden hin zur Außensicht sinnvoller wäre. Eine selbstbewusste Darstellung die das „Abenteuer Feuerwehr“ vermittelt erscheint mir angebrachter als der BEFEHL mitzumachen, der einem zusätzlich vorwirft sich bisher gedrückt zu haben. Denn mit einem schlechtem Gewissen wird sonst eigentlich nur für Hilfsorganisationen (z.B. NGO’s) geworben, die dadurch Spenden sammeln wollen. Das heißt die beworbenen können durch eine Spende ihr schlechtes Gewissen loswerden. Wir hingegen werben für Mitarbeit. Mit einer einfachen Spende ist man also noch nicht aus dem Schneider. Diejenigen die dem Aufruf nicht folgen können oder wollen, entwickeln Reaktanz. Eine Art Trotzverhalten (gut nachzulesen auf Wikipedia: Reaktanz (Psychologie)). Das heißt vereinfacht, dass die Personen die Institution Feuerwehr und deren Angehörige abwerten, um sich die Welt wieder zurechtzurücken. Auf diese Weise wird das schlechte Gewissen abgebaut. Die Aktion kann also auch mächtig nach hinten los gehen.

    Das Zweite was man aus diesem Slogan ziehen kann ist, dass der Karren bereits in den Dreck gefahren ist: „Bald kommt keiner mehr, wenn man drückt“. Eine Institution die anscheinend nicht mehr sehr lange Bestand hat, der die Leute davonlaufen, wird hier beworben. Steigert das die Motivation mitzumachen? Menschen schließen sich gerne aufstrebenden Gruppen an, aber keiner untergehenden. Da frage ich mich doch, ob man die Wirkung dieser Slogans und Claims auf Außenstehende untersucht hat!?

    Aber anscheinend zeigt die Kampagne in Bayern ja bereits Wirkung, sonst würde man sie in Niedersachsen ja nicht kopieren. Oder? Hinweise für Erfolg konnte ich bisher noch nicht finden. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, denn im Endeffekt haben wir ja alle das gleiche Ziel!

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