Ich will zur Berufsfeuerwehr Teil 2 – Sportabzeichen und Schwimmabzeichen ablegen

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Im ersten Teil habe ich Euch ein paar Ideen an die Hand gegeben wie man offene Stellen bei hauptamtlichen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren in Deutschland findet. Nun geht es einen Schritt weiter und wir gucken uns an was man sportlich ablegen muss um eine vollständige Bewerbung abzugeben. Oftmals wird das nämlich übersehen: Nicht nur beim Einstellungstest wird die Fitness geprüft, auch schon bei den Bewerbungsunterlagen fordern viele Feuerwehren einen sportlichen Nachweis

Bereits bei der Bewerbung fordern viele Berufsfeuerwehren einen sportlichen Nachweis

Bereits bei der Bewerbung fordern viele Berufsfeuerwehren einen sportlichen Nachweis

Standardmäßig wird das Deutsche Sportabzeichen und das Deutsche Schwimmabzeichen mit dem Einreichen der Bewerbungsunterlagen gefordert. Das gute daran, die Anforderungen sind bei den Feuerwehren ähnlich, so dass Ihr mit einem Aufwasch gleich die Grundlage für mehrere Feuerwehrbewerbungen legen könnt. Manche Feuerwehren fordern Bronze, andere Gold, versucht daher gleich so gut wie möglich abzuschneiden um möglichst viele Feuerwehren abzudecken.

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Wenn ich es richtig im Kopf habe, hat die Berliner Feuerwehr bis letztes Jahr noch den Nachweis des Deutsches-Feuerwehr-Fitness-Abzeichen (DFFA) gefordert. In den aktuellen Bewerbungsanforderungen ist das allerdings nicht mehr enthalten, so dass wir uns das DFFA nicht näher anschauen. Ist aus meiner Sicht auch für Bewerber praktischer, da die Prüfer für dieses Abzeichen nicht so weit verbreitet sind wie Prüfer für die allgemeinen Sportabzeichhen.

Deutsches Sportabzeichen, Nachweis der Allgemeinen Fitness

Das Deutsche Sportabzeichen bietet unterschiedlichste Disziplinen in vier verschiedenen Gruppen

Das Deutsche Sportabzeichen bietet unterschiedlichste Disziplinen in vier verschiedenen Gruppen

Um zu zeigen, dass man eine gewisse Grundfitness hat, fordern viele Berufsfeuerwehren das Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Das Sportabzeichen besteht aus vier Disziplinbereichen die sich in Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination gliedern. Aus jedem dieser Bereich kann man nach persönlichen Vorlieben eine Disziplin auswählen und ablegen. Somit müssen insgesamt vier sportliche Aufgaben gemeistert werden. In der Grafik rechts habt Ihr eine Übersicht der Disziplinen, eine detaillierte Auflistung findet ihr in dieser Tabelle. Beachtet bei der Tabelle vor allem auch den rechten Rand, denn dort ist die Punktevergabe erklärt ist. So könnt Ihr Beispielsweise in einer Disziplin nur Bronze ablegen, müsst dies aber durch eine andere Disziplin in Gold ausgleichen. Ganz zum Schluss werden die Punkte aller Disziplinen zusammen gezählt und ergeben dann die erreichte Farbe von Bronze bis Gold. Mehr Informationen zu den einzelnen Disziplinen sind in diesem Dokument erklärt.

Zusätzlich muss beim Sportabzeichen nachgewiesen werden, dass man Schwimmen kann. Da das Deutsche Schwimmabzeichen sowieso bei den meisten Bewerbungen zusätzlich gefordert wird, könnt Ihr damit auch gleich den Schwimmnachweis für das Sportabzeichen erbringen. Alternative Nachweismöglichkeiten findet Ihr hier. Der Schwimmnachweis muss nicht unbedingt durch den selben Prüfer abgenommen werden der auch für das Sportabzeichen zuständig ist. Oftmals reicht es aus, dass ein Bademeister den Nachweis unterschreibt den Ihr dann beim Sportverein vorlegt.

Wie auf das Sportabzeichen trainieren?

Das Deutsche Sportabzeichen ist mit etwas Training gut zu meistern

Das Deutsche Sportabzeichen ist mit etwas Training gut zu meistern

Das Sportabzeichen kann ohne Vereinszugehörigkeit beim örtlichen Sportverein abgelegt werden. Allerdings könnte dies besonders in den Wintermonaten etwas schwierig werden. Manche Disziplinen wie Weitsprung oder Hochsprung können draußen bei Schnee weder trainiert noch abgenommen werden. Sucht Euch daher Disziplinen raus die Euch liegen und zur Jahreszeit passen. So eignet sich beispielsweise Standweitsprung und Seilspringen ideal um auch in der kalten Jahreszeit zu trainieren und das ganze dann bei einem Prüfer abzulegen.

Nehmt auf alle Fälle frühzeitig Kontakt mit dem Sportverein auf um zu klären welche Trainings- und Abnahmemöglichkeiten es bei Euch vor Ort gibt. Es gibt Sportvereine die nur zu bestimmten Zeiten das Ablegen eines Sportabzeichens ermöglichen. Prüft aber auch wie alt das Sportabzeichen bei der Bewerbung sein darf. Manche Feuerwehren fordern eine gewisse Aktualität des Sportabzeichens, dann darf es beispielsweise nur ein Jahr alt sein.

Deutsches Schwimmabzeichen

Falls der Schwimmpass nicht rechtzeitig fertig ist, kann ein Schreiben des Bademeisters als Alternative dienen

Falls der Schwimmpass nicht rechtzeitig fertig ist, kann ein Schreiben des Bademeisters als Alternative dienen

Zusätzlich zum Sportabzeichen wird von den Berufsfeuerwehren häufig ein Schwimmabzeichen gefordert. Es existieren wie beim Deutschen Sportabzeichen die Kategorien Bronze (= Deutsche Schwimmpass), Silber und Gold. Mindestanforderung ist oftmals Bronz,e einige Berufsfeuerwehren fordern aber auch Silber. Abgenommen werden kann es entweder im Schwimmverein oder in einem Freibad oder Hallenbad von einem Bademeister. Letzteres ist aus meiner Sicht das praktischere, weil das in einem Aufwasch geht. Termin abklären, hingehen, Leistung erbringen, fertig.

Selbst für Nicht-Schwimm-Freaks ist das Schwimmabzeichen ganz gut zu machen. Allerdings macht es Sinn davor ein paar Mal geübt zu haben wenn man sich im Wasser nicht so wohl fühlt. Gerade das Streckentauchen ist eine Sache die manchen Leuten nicht liegt.

Anforderungen Schwimmabzeichen Bronze

  • Sprung von Beckenrand und 200 m Schwimmen (max. 7 Min.)
  • Kenntnis von Baderegeln

Anforderungen Schwimmabzeichen Silber

  • 400 m Schwimmen mit Sprung vom Beckenrand (max. 12 Min.)
  • 2x Tieftauchen ca. 2 Meter
  • 10 Meter Streckentauchen
  • 2 Sprünge vom Beckenrand (kopf- und fußwärts)
  • Kenntnis von Baderegeln und Selbstretten

Erkundigt Euch auf alle Fälle wie schnell der Schwimmausweis ausgestellt werden kann. Gerade bei den Bädern kommt so eine Abnahme nicht sehr häufig vor und die Blankodokumente sind unter Umständen nicht vorrätig. Wenns zeitlich knapp ist könnt Ihr Euch notfalls ein Schreiben von dem Bademeister aufsetzen lassen in den er die Abnahme der Disziplinen bestätig und ihr dann den Ausweis nachreicht sobald er vorliegt.

Unterschätzt nicht den organisatorischen Aufwand

Sowohl das Sportabzeichen wie auch das Schwimmabzeichen sind gut zu machen. Unterschätzt allerdings den organisatorischen und zeitlichen Aufwand nicht. Es müssen Termine vereinbart werden, Training ist erforderlich und letztendlich müsst Ihr auch die Urkunde in Händen halten was auch noch etwas dauern kann. Gerade wenn Ihr außerturnusmäßig das Sportabzeichen ablegen wollt, ist es unter Umständen nicht so einfach einen Prüfer zu finden. Wenn irgendetwas überhaupt nicht klappt, dann haltet Rücksprache mit der Berufsfeuerwehr bei der Ihr Euch bewerbt. Unter Umständen kann dann auch noch etwas nachgereicht werden. Dies sollte aus meiner Sicht aber wirklich nur der letzte Weg sein, da das nicht gerade einen guten Eindruck macht wenn man seine Bewerbungsunterlagen nicht vollständig bis zum Termin zusammen bekommt.

Falls Ihr noch weitere sportliche Anforderungen kennt die bereits bei den Bewerbungsunterlagen gefordert werden, freue ich mich auf Euer Feedback in Form eines Kommentars.

2 Kommentare zu Ich will zur Berufsfeuerwehr Teil 2 – Sportabzeichen und Schwimmabzeichen ablegen

  1. Ich kann nur jedem Bewerber den Tipp geben sich intensiv auf die Tests vorzubereiten.
    Es reicht nicht 3 Wochen vorher mit dem Training zu beginnen. Es kommt auf das regelmäßige und ausgewogene Training an.
    Immer wieder kommt es vor das Bewerber sich völlig überschätzen bzw. sogar unvorbereitet zum Test erscheinen.
    Bitte bedenkt das sich teilweise 300-400 Bewerber auf ca. 10 Stellen bewerben.
    Das bedeutet, es reicht NICHT den Test gerade so zu bestehen, sondern man muss möglichst zu den besten gehören. (gleiches gilt im theoretischen Test und im Gespräch)

    Bitte stützt euch nicht auf eine Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr oder sonstiges. Immer wieder höre ich von Bewerbern: „Ich bin Ausbilder in der FF, Maschinist, GF… die müssen mich doch nehmen, ich habe die besten Vorraussetzungen.“
    Das interessiert bei der BF niemand. Es zählt rein die Leistung in den Tests sowie eure Bewerbungsunterlagen und Zeugnisse.

    Im theoretischen Teil kann ich nur empfehlen: 3-Satz, Bruchrechnen, Flächen- und Volumenberechnung, Aufsatz, Diktat und logisches Denken/ technisches Verständnis zu üben.

    Bedenkt das die Berufsfeuerwehr Bewerber sucht die auch noch mit 50 oder älter die G26.3 bestehen. Dadurch wird sehr viel Wert auf sportliche Bewerber gelegt. Wer mit 25 Jahren keinen Sport macht, macht ihn mit 50 erst recht nicht.
    Einer Berufsfeuerwehr ist es lieber einen fitten Bewerber zu finden der sich gut vorbereitet hat und keine Feuerwehrerfahrung hat, wie einen Freiwilligen Feuerwehrmann der es nicht nötig hatte sich vorzubereiten.

    Die Einstellungstests sind im Prinzip mit ein wenig Vorbereitung leicht zu schaffen da sie nach dem Pizzaprinzip aufgebaut sind ( nicht hoch, aber breit) das bedeutet: Man sucht keinen Marathonläufer, Chemiker, Physiker oder Weltklasseschwimmer. Es muss nur eine gewisse Grundfitness und ein Grundwissen aus allen Bereichen die getestet werden vorhanden sein.

    Bitte bedenkt das viele die Tests bestehen aber dennoch keinen Ausbildungsplatz bekommen. Euch kann ich nur empfehlen-> Erneut bewerben.
    Manchmal hat man einfach Pech das in diesem Jahr einfach ein paar bessere Bewerber dabei waren. Im Jahr darauf kann es schon anders aussehen.

  2. Da kann ich Daniel nur zustimmen.
    Was man auch nicht unterschätzen darf ist die aufeinanderfolge der Sport Übungen!
    Ich Persönlich kann sagen das ich kein Problem habe die 3000m unter 15Minuten, den Sprint, den 45sec. Beugehang usw. zu bestehen, ABER alle Übungen eng hinter einander gehen schon an die Kondition, da ist man froh wenn man nach der 75kg Puppe und dem Sprint die 3000m gerade so in der Zeit besteht.
    Während meiner Bewerbungsphase konnte ich feststellen das viele Feuerwehren unterschiedlich Bewerten! Bei einigen zählt nur ob die Sportübung bestanden ist oder nicht, andere Notieren sich auch wie bzw. in welcher Zeit die Übung bestanden wurde.

    Lg

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