Hurra die Feuerwehr hat Mitgliederschwund

Viele von Euch halten mich jetzt wahrscheinlich für total bescheuert. Ganz Feuerwehrdeutschland jammert über mangelnde Tagesalarmsicherheit und sinkende Mitgliederzahlen und ich freue mich drüber? Nun ganz so ist es nicht, aber überall wo Schatten ist, ist naturgemäß auch Licht.

Und genau dieses Licht, also die positiven Aspekte, schauen wir uns mal an. Wir Menschen haben Angst vor Veränderung und sehen oftmals nur das Schlechte. Viele Dinge können wir nicht aufhalten und müssen uns dem Wandel auseinandersetzen. Dies sind einerseits Veränderungen die schmerzhaft sind, andererseits geben sie aber auch Chancen für Neues.

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Hey wir werden wichtiger

Viele Feuerwehren haben noch Mitglieder im Überfluss. Wenn man sich manch Feuerwehr anschaut so kommen auf 1-2 Fahrzeug 60 oder mehr Feuerwehrler. Das bedeutet aber auch, dass der Einzelne nicht so wichtig ist. Wie in der freien Wirtschaft hat aber jetzt schon der Wettbewerb um Mitarbeiter und Mitglieder begonnen. Viele Feuerwehren haben erkannt, dass engagierte und gut ausgebildete Feuerwehrleute das A und O sind. Und wenn nur noch 20  Mitglieder in der Feuerwehr sind, ist jeder Einzelne für die Feuerwehr viel wichtiger, wie wenn 100 Mitglieder rumturnen. Von daher wird jeder von Euch mit jedem schwindenden Mitglied, für die Feuerwehr einen Tick wichtiger.

Mehr Geld für weniger Leute

Die deutsche Feuerwehr tendiert aus meiner Sicht zum Materialismus. Schaut Euch einfach mal Feuerwehrhäuser, Fahrzeuge und Ausrüstung an, im Regelfall muss man sich da nicht verstecken. Was die Ausbildung angeht, wird aber oftmals gespart. Wenn Aufgrund Mitgliedermangels aber weniger Geräte benötigt werden und dadurch Gelder frei werden, ist für die verbleibenden Feuerwehrleute mehr Geld vorhanden. Dies kann man dann wiederum in verbesserte Ausrüstung und die Ausbildung investieren. Zudem wirds auch günstiger weil nicht mehr so viel beschafft oder weniger Leute ausgebildet werden müssen.

Unwichtige Aufgaben loswerden

Wir sind Mädchen für alles. Ölspuren, Fenster verschließen, Keller unter Wasser, Verkehr absichern, etc. Dazu kommt noch allerlei Engagement auf Vereinsebene. Auch hier muss man sich überlegen was man überhaupt noch leisten kann und sich zurück zu seinen Wurzeln besinnen. Hilfreich ist sicherlich auch ein Gespräch mit der Gemeinde um genau abzustecken welche Aufgaben man übernehmen kann und welche nicht. So bleibt dann letztendlich wieder mehr Zeit um sich auf die Aufgaben zu besinnen für die wir eigentlich bei der Feuerwehr sind.

Mehr Einsatzerfahrung

Wenn weniger Leute die gleiche Anzahl Einsätze abarbeiten müssen, steigt die Einsatzerfahrung jedes Einzelnen. Vergleicht man das Personalaufgebot zu anderen Ländern dann wird bei uns doch eher geklotzt als gekleckert. Bei den Standardeinsätzen ist es dann doch eher so, dass das erste LF richtig am Arbeiten ist und die Mannschaft der beiden anderen Fahrzeuge zuschaut oder lediglich noch unterstützt. Ist weniger Personal vorhanden muss dies effektiver eingesetzt werden und die Einsatzkräfte gehen eher in den Einsatz in dem sie auch mehr gefordert werden.

Die Guten kommen (hoffentlich)

Wenn die Attraktivität für das Ehrenamt Feuerwehr sinkt ist die Hoffnung, dass nur noch die ganz Motivierten und Überzeugten kommen. Dies kann man auch ganz gut bei Umzügen von Feuerwehrmitgliedern sehen. Muss man in eine neue Stadt, gehen die Feuerwehr-Freaks auf alle Fälle wieder zur dortigen Feuerwehr. Diejenigen die das eher halbherzig gemacht haben, werden wohl nicht mehr die Motivation aufbringen, wieder zur Feuerwehr zu gehen, vor allem wenn man keinen kennt.

Besseres Management des Teams

Umso größer die Gruppe umso schwieriger ist es Entscheidungen herbeizuführen, ein starkes Team aufzubauen oder auch auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen. Wenn die Feuerwehr Kleiner wird, gibt es flachere Strukturen, schnellere Entscheidungswege und es bildet sich einfacher ein starkes Team.

Natürlich wiegen diese positiven Aspekte nicht immer die Probleme von fehlenden Mitgliedern auf. Mir ist aber wichtig, dass man das Thema möglichst umfassend betrachtet und nicht nur am Jammern ist. Wie Ihr seht gibt es auch Chancen die eine Verschlankung mit sich bringen kann.

Fallen Euch noch weitere Vorteile von kleiner werdenden Feuerwehren einfallen oder Ihr der Meinung seid, dass es ausschließlich Nachteile gibt, dann her mit Eurem Feedback :-).

12 Kommentare zu Hurra die Feuerwehr hat Mitgliederschwund

  1. Sehr interessante Gedanken, schön endlich mal einen Blog zu lesen der nicht alles schwarz malt sondern auch versucht positive Aspekte zu beleuchten.
    Mir persönlich macht der Mitgliederschwund aber eher Sorgen, denn belassen wir es bei wenigen Mitgliedern wird irgendwann keiner mehr kommen, da der Arbeitsaufwand für die verbleibenden Kameraden maximal ansteigt, dazu kommen dann neben der „Belastung“ Feuerwehr auch noch Familie und der Beruf, nicht zu vergessen das auch andere soziale Kontakte gepflegt werden wollen.
    Ich hab einen Wechsel von einer Dorffeuerwehr mit wenigen Einsätzen im Jahr zu einer Schwerpunktwehr in einer Stadt ohne BF mit mehreren Einsätzen pro Woche hinter mir. Die Aussagen zum Thema Mitgliederschwund sind aber die selben und decken sich bisher mit meinen, kurzum: den Kameraden die ich kenne wird die ehrenamtliche Arbeit zuviel. Dabei kann ich tatsächlich keinem der Kameraden nachsagen das es ihnen an Motivation fehlt, eher genau das Gegenteil, denn sonst hätten die meisten früher ihren Dienst quittiert.
    Aber grad in Punkto Ausbildung es schwierig geworden Leute zu begeistern, Zugführer und Gruppenführer sind bis sie ihre Ausbildung beendet haben gut 2 Wochen weg – das heisst hierfür wird Urlaub genommen und trotzdem gearbeitet, zwar in anderer Atmosphäre dennoch arbeit. Lassen wir Führungslehrgänge weg, kommt hier noch die Ausbildung zum Truppmann, Sprechfunker, Maschinisten, Atemschutzgeräteträger sowie die Gefahrstoff-Lehrgänge.
    Alles in allem schon eine menge Holz den man allein für die Ausbildung verbringt, ich persönlich sehe die Ausbildung als notwendig an und finde es teilweise immer noch zu wenig, aber hier stößt das Ehrenamt eben an seine Grenzen.

    Ich Stimme dir aber zu das die Feuerwehr nicht mehr als Mädchen für alles „missbraucht“ werden darf, leider denken da aber auch die Kommunen und Städte sehr materiell, Ausrüstung ist teuer und es geht um Auslastung, aber leider auf Kosten der Leute die ihren Dienst ehrenamtlich versehen, denn für uns ist „Löschen“ nur Hobby und nicht Beruf und genau der und noch andere Pflichten warten auf uns wenn wir die Einsatzklamotten wieder in den Spint hängen.

    In dem Sinne, mach weiter mit der guten Arbeit 😉
    Gruß Jörn

  2. Kurzer Nachtrag noch: Es ist auch einsatztaktisch ein kleines Wagnis wenn man auf wenig Leute setzt, denn wenn zu Stoßzeiten einfach zu wenige kommen dann hat man auch keinen Blumentopf gewonnen 😉

  3. Die Vorteile klingen teilweise schon interessant.
    Nur leider ist das alles nicht so einfach.
    -Nicht zu vergessen ist dass mit sinkenden Mitgliederzahlen leider auch die finanziellen Mittel gekürzt werden und es auch Einsätze gibt wie z.B. Waldband wo es viel auf „Men-Power“ ankommt und weniger auf hochspezialisierte Spezialkräfte.

    mit kameradschaftlichen Gruß

    Eric

  4. ich denke, das diese Idee, das weniger Leute = besser nur bei Dorffeuerwehren, die 1 max. 2 Löschautos haben und mindestens 20 aktive Mitglieder haben. Dort macht es schon was aus ob ich nun 40 oder 20 Personen ausbilden und bei Laune halten muss.

    Bei den Kernstädten oder Feuerwehren mit mehr als 2 Löschautos finde ich es nicht sinnvoll zu sagen „weniger = besser“. Diese Feuerwehren haben meist ein höheres einsatzaufkommen und brauchen deshalb immer eine Reserve. Ich meine damit, dass die Kernstadt mit 2 Autos, also 18 Mann, einen Einsatz hat(z.B. Unterstützung für eine Dorfwehr…), brauch sie mindestens nochmal so viele, Falz irgendwo was anderes passiert. Dazu kommt noch das diese Feuerwehren meist viele Verschiedene Fahrzeuge und Aufgaben hat, z.B. DLK, TLF, HLF, GW, LF, ELW… und dazu Braucht man in gewisser Weise Spezialisten. Wöllte man nun jeden Feuerwehrmann zu jedem Auto und Fachgebiet zu Spezialisten ausbilden, würden die Leute überfordert und es ist auch Zeitlich nicht machbar.

    Eine Dorfwehr hat mit 20 Mann immer 6-9 Leute, die zu einem Einsatz ihr einzelnes Löschauto schnell besetzen können. Eine Kernstadt mit 8 Fahrzeugen und nur 40 Mann hat es zu Stoßzeiten schwer grad mal 3 Fahrzeuge(27 Mann) zu besetzen.

    mfg Alex

  5. Alex, teilweise hast du Recht.

    Das „Problem“ bei freiwilligen Feuerwehren großer Städte sind IMO nicht die „Großeinsätze“ mit Weltalarm, sondern eher der „Kleinscheiß“: Türöffnung, BMA.. – Diese Einsätze dürften in der absoluten Mehrzahl sein.

    Bei größeren Sachen, also >1 LZ, ist es zumindest nach meiner Erfahrung so, dass da eh mehrere Abteilungen / Feuerwehren alarmiert werden und viele Leute sich dann die „Beine in den Bauch“ stehen. Sicher mangelt es da dann trotz 120 Mann an der Einsatzstelle an Atemschutzgeräteträgern – aber auch das Problem wäre durch „Qualität statt Quantität“ nicht mehr so akut.

    Und: Warum Sonderfahrzeuge, z.B. GW, Rettungsbo, nicht auf größere „Dörfer“ verteilen?

  6. QMax
    Das mit den Sonderahrzeugen ist bei uns so. Es wurden schon mal der vorschlag gemacht den Vorrauswagen und ein GW auf 2 Dorfwehren aufzuteilen, viele fanden es gut, aber die Stadt und der Bürgermeiste hatten was dagegen.

  7. Dieser Artikel ist wirklich mal aus einer interessanten Sichtweise geschrieben. Vor allem fand ich den Aspekt der Effizienzsteigerung gut. Ich selbst komme aus einer kleinen Einheit und gehöre wohl zu den oben beschriebenen „freaks“.
    Ein schleichender Mitgliederschwund ist auch bei uns zu verzeichnen, was den meisten aber noch nicht bewusst ist. Das Problem will keiner so richtig anpacken. Nach dem Motto:“Es ist doch bis jetzt immer alles gut gegangen. Und wenn was ist, kommt eh die Stützpunktwehr.“ Dieses Gedankengut ist veraltet und bedarf einer Überarbeitung. Denn was die meisten auch nicht bedenken ist, dass es bei den anderen auch nicht besser aussieht. Mitgliederschwund ist überall. Also muss man das ganze System hinterfragen und sich überlegen, ob es im Zeitalter des demographischen Wandels überhaupt noch Sinn macht, Material und Ausrückebereiche zu zentralisieren oder doch eher auf ein mehrfunktionales Konzept umstellt. Somit werden Stützpunkte entlastet und kleinere Einheiten erlangen mehr Erfahrung. Kleine Einheiten können auch ebenso als „Spezialeinheiten“ umfunktioniert werden.
    Dies erfordert aber auch, wie oben beschrieben, ein modernes Führungssystem (Management), welches dem „Kirchturmdenken“ den Rücken zuzuwenden hat. Die Mentalitäten über „mein Feuer-dein Feuer“ müssen in der heutigen Zeit weichen, auch wenn sie Einsatzerfahrungen vorweisen können. Dies hindert aber das Etablieren neuer und leistungsstärkerer Systeme.
    Kosten können meiner Meinung nach eingespart werden, wenn auch die Fahrzeugkonzepte überdacht werden. Bieten beispielsweise zwei MLF zusammen einen höheren einsatztaktischen Wert als ein LF 20/16 oder könnte die Alarmierungsgemeinschaft mehrer Einheiten auf ein Verzicht von exponential teuren Fahrzeugen hinwirken? Aber das hätte auch zur Folge, dass größere Einheiten nicht mehr unbedingt die größten Fahrzeuge vorweisen.
    Dieses Thema bietet viel Platz für neues Gedankengut und auch Nährstoff für (hoffentlich) konstruktive Diskussionen.

  8. Hey, also ich komme auch aus einer kleinen Feuerwehr mit mehr Geld für die anderen
    Die Stadt/Gemeinde hat aber meist den Gedanken weniger Personal—–> weniger Geld

    Zudem findet man immer weniger Feuerwehr Freaks die bereit sind alle Einsätze abzuarbeiten

    Die Hauptprobleme sind eigentlich:
    1. 90% der Feuerwehren sind mit überdimensionierter Technik ausgestattet, die viele Mitglieder nicht beherrschen oder sich nicht damit beschäftigen können/wollen.

    2. Oft habe ich das Gefühl die Feuerwehr ist eine Art Penisverlängerung, Entschuldigung 🙂
    für manche Führungskräfte. Motto: Wir haben die Drehleiter wir sind die besten, wir haben jetzt ein HLF 20 mit…, wir haben 100 Einsätze, wir hatten schon 20 VU´s mit eingeklemmten Personen…, wir haben 10 Fahrzeuge die anderen nur 4….

    3. Bei einer Feuerwehr mit mehreren Abteilungen wird immer eine Stützpunktwehr „vorgehalten“ (meistens natürlich die große Gemeinde oder Stadt und keine Ortsteilfeuerwehr). Diese Stützpunktfeuerwehren haben 5-10 Fahrzeuge alle Sonderaufgaben/Fahrzeuge…
    Würden diese Feuerwehren Fahrzeuge abgeben oder Sonderaufgaben, würden alle Feuerwehren davon profitieren und man hätte für alle Einsätze Spezialisten (vorausgesetzt die Feuerwehren engagieren sich).

    4. Viele kleine Feuerwehren sollten sich eingestehen das vll. eine Zusammenlegung mit den Nachbarn eine sinnvolle Alternative wäre und nicht eine schon tote Feuerwehr noch mit den letzten 10 Mann (die meistens ausserhalb des Ortes arbeiten) aufrechtzu halten.

    5. Weniger Technik dafür auch gerne mal eine Heißausbildung anbieten oder ein Rescue Day

    Letztendlich wird sich vieles von alleine klären. Es wird Feuerwehren geben (große und kleine) die kein Personal mehr haben um Standard Einsätze abzuarbeiten jedoch muss rechtzeitig reagiert werden und die AAO oder ähnliches angepasst werden.
    Jedoch wird dies wieder teilweise an der Penisverlängerung scheitern 😉
    Es wird an Technik gespart werden (Geld wird knapper) und es wird in ca. 20 Jahren nicht mehr in jedem Dorf eine Feuerwehr vorgehalten sondern diese hat vll einen Anfahrtsweg von 5km.

    Meiner Meinung auch das sinnvollste, auch wenn meine Feuerwehr davon durchaus betroffen sein könnte und zu wäre

  9. Ich bin selbst seit Jahren Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr und auch wir kämpfen mit sinkenden Mitgliederzahlen, wobei wir uns noch nicht beschweren können.
    Wir schaffen es auch manchmal unter der Woche bei einem Einsatz auf 20 Mann.
    Das ist aber wie immer die Ausnahme und so passiert es auch oft, dass wir mit unter 10 Mann auskommen müssen bei Einsätzen die deutlich mehr Personal erforderten.

    Unsere Lösung ist eine Sonderalarmordnung:
    Wann immer eine größere Schadenslage eintritt oder die Gefährdung von Mensch, Tier oder Material hoch ist (Wohnungsbrände, VKU mit eingeklemmten Personen, …) rücken hier mindestens 2 Feuerwehren aus.
    Unabhängig von Tages- oder Nachtzeit sowie vom Ort des Einsatzes.
    Die Folge daraus ist, dass wir mit unseren Nachbarwehren eine sehr enge Kooperation haben und auch oft gemeinsam üben oder gemeinsame 24-Stunden Tage abhalten.
    Die Zusammenarbeit funktioniert hier oft besser als mit einigen Einzelkämpfern oder Widerständlern im eigenen Ort…
    Also aufjedenfall ein positiver Aspekt: mehr überörtliche Zusammenarbeit!

  10. eine interessante Ansicht! Aber irgendwie kann ich es nicht so sehen!
    Ich selbst bin Mitglied bei einer kleinen Löschgruppe, (1 TSFW) bei der fFW.
    Ja, die nehmen auch Frauen 😉
    Um den Rückgang der aktiven Mitglieder zu begegnen, wurde eine „Werbeveranstaltung“ geschaltet. Über diese AKtion bin ich dann auch (quer) eingestiegen – mit noch 3 weiteren Personen.
    Unabhängig davon, wieviel „Einsatz“ ein solches Ehrenamt braucht – TM1, Funkerlehrgang, , Maschinistenlehrgang,… Übungen, fit bleiben (Für den Atemschutz… und noch mehr)- was alles in der „Freizeit“ geleistet wird, kommen noch die Einsätze. Man weiss nie wann der „Piepser“ geht, nachts ? Hochzeitstag? Geburtstag? ….
    Wer will sich denn das noch wirklich und ehrlich antun?
    Nachts im Einsatz und am Tag im Betrieb die volle Leistung? Könnte schon hart werden, oder?
    Natürlich musst du irgendwie „freak“ sein, um dir das alles anzutun. Auch, um viele Dinge – die viele andere nicht hören, sehen, erleben wollen – zu verarbeiten. Dein(e) PartnerIn muss auch voll hinter Dir stehn, sonst gehts auch nicht! (Gerade „romantisch“, Piepser geht, „Romantik hin, Partner weg…).
    Was nutzt mir dann die „bessere Ausrüstung“ wenn die manpower fehlt, um sie zu bedienen?
    Klar bei Hautpamtlichen, sicher toll. Alle bestens eingespielt, alles kein Thema!
    Aber bei unserer Struktur hier, weite Wege (Eifel), … Wir arbeiten sehr „verteilt“ sprich, die meisten von uns sind Pendler – mit mehr oder weniger Pendelstrecke. Die „Arbeit“ bleibt – auch wenn weniger manpower da ist, aber ist sie dann für die Wehren wirklich zu leisten?

  11. Schön und gut aber wer fährt das LF zum einsatzort wenn kein madchinist da ist ? Da bringt mir der beste und neuste helm nichts ….oder man an ein brennendes haus komm und keinen trupp rein schicken kann da kein personal da ist was den sicherheitstrupp stellt ?! Des sind immer 2 seiten und leider ist die weniger gute seite etwas schlagkräftiger

  12. Hallo!

    Auch wir sind nur eine kleine Ortswehr. Unser Altersschnitt ist ohnehin schon zu hoch. In 2015 eerden acht (!) Kameraden ihren 50. Geburtstag feiern.
    Da braucht es nicht viel, um sich auszurechnen, was in zwölf Jahren sein wird. Ergo muß ich jetzt anfangen, die Kräfte der Zukunft auszubilden.
    Daß das Geld kostet, ist eine Binsenweisheit und die Frage danach, ob ich zuviele Einsatzkräfte habe, verbietet sich in meinen Augen.
    Die Theorie, daß mehr Geld für weniger Leute da sein würde, kann nur jemand aufstellen, die kreative Haushaltsmittelverwendung der Lokalpolitiker noch nicht kennt.
    Wird da irgendwo ein Euro frei, gehen in drei Ausschüssen die Finger derer hoch, die alternative Verwendungszwecke schon kennen.
    Nein. Personalplanung betreibt man mit Weitsicht und im Wissen, daß junge Menschen arbeits- und ausbilungsbedingt auch mal wegfallen können.
    Wir haben in 2013 fünf junge Leute aufgenommen und planen für 2015 mit acht weiteren.
    Die nächste Rekrutierungsaktion wird dann 2017 laufen und soll uns wiederrum rund drei bis fünf neue Kräfte bringen.
    So hätte man dann binnen sechs Jahren eine sichere neue Löschgruppe aufgestellt und ausgebildet. Das schafft Sicherheit für die Zukunft.

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