Gebrauchte Fahrzeuge und Ausrüstung als Sparmaßnahme

Die Gemeinde Wangerland(Niedersachsen) hat zum Schutz ihrer 10.000 Einwohner insgesamt sieben Feuerwehren. Da eine Schließung von Wehren für die Gemeinde nicht in Frage kommt, soll durch den Kauf von gebrauchten Einsatzgegenständen der Gemeindehaushalt geschont werden.

Das neue Brandschutz- und Hilfeleistungskonzept der Gemeinde sieht vor, alle der sieben Ortswehren weiter aufrecht zu erhalten. Die Schließung oder Zusammenlegung soll aufgrund der Integration der Feuerwehren in die einzelnen Ortsgemeinschaften vermieden werden. Auch sind diese vielen Wehren notwendig um im 176 Quadratkilometer großen Gemeindegebiet, in dem sich im Sommer bis zu 20.000 Touristen aufhalten, den Brandschutz sicher zu stellen.

Im Juni erhielt die Schwerpunktfeuerwehr der Gemeinde ein neues Tanklöschfahrzeug. Neubeschaffungen soll es in Zukunft aber nur noch in Ausnahmefällen geben. Um Mittel zu sparen sollen zukünftig gebrauchte Fahrzeuge, Schutzanzüge und Einsatzmittel gekauft werden. Vor kurzem wurden  zwei gebrauchte Mannschaftstransportfahrzeuge sowie 200 fast neuwertige Schutzanzüge erworben. Bei den Schutzanzügen konnten so fast 250.000 Euro eingespart werden.

Quelle: wzonline

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7 Kommentare zu Gebrauchte Fahrzeuge und Ausrüstung als Sparmaßnahme

  1. Gut gebraucht ist auch fast neu 😉

  2. „Die Schließung oder Zusammenlegung soll aufgrund der Integration der Feuerwehren in die einzelnen Ortsgemeinschaften vermieden werden.“

    Ist das die charmante Formulierung von „Man ist sich nicht so ganz grün“?

    Was Fahrzeuge und sowas angeht tu‘ ich mich immer schwer damit mir vorzustellen, dass ein Gebrauchtauto wirtschaftliche Vorteile bringt. Irgendwann ist das Fahrzeug doch endgültig „hin“ und die Reparaturkosten übersteigen das Sinnvolle und dann muss ich mir wieder was Gebrauchtes kaufen. Naja, vermutlich hat das aber ein findiger Verwaltungsmensch (der was von Fw. versteht) durchgerechnet und ist zu einem anderen Ergebnis gekommen … ähem.

    Gebrauchte Kleidung finde ich gerade noch in Ordnung – aber im Bild wird ja der Gebrauch von schon getragenenen Stiefeln suggeriert. Das geht, meinem Empfinden nach, überhaupt gar nicht!

  3. Grundsätzlich keine schlechte Sache aber man muss auch wissen wo Schluss ist. Gerade was gebrauchte Stiefel angeht, spielt man mit der Gesundheit der Leute.
    Was aber wohl gut ist wenn man an ein gutes gebrauchtes Fahrzeug kommt. Da lässt sich eine Menge sparen wie viele von uns aus Erfahrung wissen.

  4. Wenn man bei 200 Schutzanzügen fast 250.000 € „gespart“ hat (1.250 € pro Anzug gespart?), dann ist das entweder eine 0 zuviel, oder man vergleicht Äpfel mit Birnen.

  5. Kleine Frage an die ganz Dummen: Wer zieht freiwillig gebrauchte Kleidung an? Egal ob Helm, Stiefel oder sonst was! Unverantwortlich so was! Eine Frechheit den Kameraden so etwas zuzumuten, die ihren Dienst freiwillig verrichten!

  6. Christian, vermutlich musst Du die gebrauchten MTF auch mit einplanen. 1250 Euro pro Satz einzusparen dürfte ansonsten echt richtig schwer werden.

    Locke, entspann‘ Dich mal! Bei Helm oder Stiefel bin ich bei Dir – da schwitzt der Vorgänger rein und das ist unmöglich zu reinigen und damit unhygienisch. Aber wenn bei uns neue Leute aus der JF reinkommen kriegen die fast ausschließlich gebrauchte Überhosen, Jacken oder Feuerwehrgurte. Wenn das Kram vernünftig gewaschen ist, sehe ich darin überhaupt kein Problem.

    Diese Allüren mit „und diese Frechheit obwohl es freiwillig ist“ ist einfach ohne echten Bezug zum Problem. Ich fühle mich jedenfalls nicht weniger wertgeschätzt, weil ich gebrauchte Kleidung tragen muss. Im Allgemeinen stört’s, dass das ständig für irgendwas herhalten muss. Kriegen wir demächst goldene Armaturen, weil wir doch freiwillig sind? Jaja, schon gut, der Vergleich hinkt, was ich meine wird aber deutlich. Ich zieh‘ lieber hochwertige Schutzausrüstung an (die vielleicht schonmal einer an hatte) als irgendwelchen Krempel, der neu beschafft ist. Andersrum ist es nämlich so: Ich als Bürger der Kommune, für die ich tätig bin habe den Eindruck habe, dass verantwortungsvoll mit meinen Steuergeldern umgegangen wird.

  7. Ja, das Spiel mit Gebrauchtfahrzeugen, etc. kenne ich auch. Bei den Fahrzeugen gibt es ja oftmals auch die Möglichkeit, auf ein gebrauchtes Fahrgestell einen neuen Aufbau setzten zu lassen. Kostet oftmals nur ca. 2/3 des Neupreises oder weniger, und da Feuerwehrfahrzeuge ja eher „Stehfahrzeuge“ als „Fahrfahrzeuge“ sind, stört es meist auch niemanden, wenn bei Auslieferung schon 50.000 KM auf dem Tacho stehen.
    Die gebrauchte Einsatzkleidung ist meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. Klar,bei der leichten nach Hupf 2+3 bin ich auch der Meinung, dass es keine neuen Sachen sein müssen!
    Bei der schweren Überbekleidung aber wäre ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Ich kann ja als Käufer von Gebrauchtkleidung nicht wissen, was mit den Ausrüstungsgegenständen vorher war! Sprich, selbst wenn sie von außen total in Ordnung aussehen, könnten Membrane beschädigt sein, etc, und das mindert dann die Schutzwirkung.
    Außerdem kann eine zu häufige Wiederausgabe von Gebrauchtkleidung auch zu einer Überalterung der Schutzkleidung führen. Ich kenne Samtgemeinden, in denen die vom Hersteller angegebene Maximaleinsatzdauer schon um über 5 Jahre überschritten wurde (die damals noch angegebene Maximalanzahl an Wäschen übrigens auch längst), weil die Jacken immer wieder ausgegeben wurden. So etwas muss dann besser vermieden werden, um Einsatzkräfte nicht zu gefährden.

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