Feuerwehr Heiligenhaus schickt gebrauchte Einsatzjacken nach Syrien

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In dieser Woche verließen mehrere Pakete mit alten Jacken die Feuerwache der Feuerwehr Heiligenhaus (Nordrhein-Westfalen). Ihr Ziel: Syrien. Die Feuerwehr Heiligenhaus unterstützt nun regelmäßig mit alter Ausrüstung den Verein „Orienthelfer e. V.“ und hilft so syrische Feuerwehren.

Was passiert eigentlich mit alten Uniformteilen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden? „Normalerweise werden diese Teile entsorgt oder gesammelt über die Stadt verkauft“, schildert Gerätewart Andreas Braig von der Heiligenhauser Feuerwehr. Doch alte Feuerwehrkleidung aus Heiligenhaus geht von nun an andere Wege.

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In der Dokumentation „Süchtig nach Jihad“ von Filmemacher Hubertus Koch wurden die Wehrmänner aufmerksam, als auf einmal ein gebrauchter Rettungswagen und eine Drehleiter durchs Bild fuhren. Hubertus Koch begleitete in seiner Dokumentation einen Hilfstransport nach Syrien und begab sich in das gefährlichste Land der Welt. Durch den Krieg ist viel zerstört worden, es fehlt an allen Mitteln,  auch Feuerwehrausrüstung wird dringend gebraucht.

Regelmäßig wird die Kleidung der Heiligenhauser Feuerwehrfrauen und -männer ausgetauscht, entweder bei Beschädigungen oder automatisch nach ein paar Jahren. So wird der Sicherheitsstandard bei der Feuerwehr immer auf dem höchstmöglichen Niveau.

Im ersten Paket werden 40 Feuerwehrjacken versendet

Doch einen so hohen Sicherheitsstandard gibt es in vielen anderen Ländern nicht. „Unsere Feuerwehrkleidung ist in Syrien Luxusware“, beschreibt Wehrmann Thomas Wevers. „Was bei uns ausgemustert wird, kann in Syrien noch gute Dienste leisten. Viele Feuerwehren in diesem Land verfügen über gar keine Schutzkleidung oder anständige Ausrüstung, die Kleidung aus Deutschland wird gerne angenommen. Es ist ein gutes Gefühl, dass die Schutzkleidung nicht entsorgt wird, sondern in ihrem zweiten Leben noch einen guten Zweck erfüllt und die syrischen Kameraden bei ihren Einsätzen schützt.“, so Braig. In dieser Woche wurden die ersten Pakete mit 40 Schutzjacken durch den Verein abgeholt, weitere werden in regelmäßigen Abständen folgen.

Organisation über Orienthelfer e.V.

„Orienthelfer e.V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, der 2012 von dem Kabarettisten Christian „Fonsi“ Springer in München gegründet wurde. Ziel ist unter anderem die humanitäre Unterstützung der Opfer des Syrienkonfliktes. Er sammelt Hilfsgüter aus ganz Deutschland und bringt diese nach Syrien. Allein im Libanon befinden sich im Herbst 2013 über eine Million zumeist mittelloser Flüchtlinge. Der Verein garantiert, dass die Spenden komplett und unmittelbar bei den Betroffenen ankommen. Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Von zwanzig Millionen Syrern sind sieben Millionen auf der Flucht, darunter eineinhalb Millionen Kinder. Die meisten der Menschen sind seit zwei Jahren abgeschnitten von regelmäßiger Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, einfachster medizinischer Versorgung, Bildung, sozialen Netzwerken und menschenwürdigen Wohnverhältnissen. Die UN geben im Sommer 2013 bekannt, dass nur mehr ein Viertel der notwendigen Hilfeleistung für syrische Flüchtlinge im Libanon gewährleistet werden kann.

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