Die Stadt bekommt die Freiwilligen Feuerwehr, die sie verdient

Freiwillige Feuerwehr und Großstadt, wie schafft man es die Einsatzerfahrung der ehrenamtlichen Kräfte zu erhöhen um sie auch sinnvoll in die Einsätze einbinden zu können?

Nur wer vorne mit dabei ist baut Erfahrung und Stressresistenz auf

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Bei Gesprächen mit ehrenamtlichen Brandschützern in Städten mit Berufsfeuerwehr wird oft bemängelt dass man keine richtigen Einsätze hat. Man ist erst im 2. oder 3. Abmarsch dabei und auch die echten Feuerwehrtätigkeiten an der Einsatzstelle halten sich stark in Grenzen. Schaut man sich dann Einsatzberichte von solchen ehrenamtlichen Abteilungen in Großstädten an, stellt man schnell fest, dass das höchste der Gefühlte das Schwingen von Motorsäge und Wassersauger beim Unwettereinsatz ist.

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Die Frage die sich der Leiter eine Feuerwehr daher stellen muss, was man da überhaupt möchte. Will man eine Pseudo Freiwillige Feuerwehr die mit hunderten von Mitgliedern auf dem Papier gut aussieht aber kaum im Einsatzgeschehen teilnimmt, oder eine schlagkräftige Wehr die auch sinnvoll im Erstschlag eingesetzt werden kann. Klar, mit der erster Strategie kann man auch in der Regel ganz gut fahren. Wenn die Regel aber außer Kraft gesetzt wird kann der Schuss gewaltig nach hinten losgehen und einem die Einsätze nur so um die Ohren fliegen.

Tote Hose am Gürtel? Mit etwas Integrationsgeschick gehts auch anders

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So ist es ja nicht unüblich, dass Freiwillige Feuerwehrkräfte die leergefegten Wachen der Berufsfeuerwehr besetzen müssen. Aha, nun ist da also die Wassersauger- und Wischmopp Wehr auf der Wache und soll plötzlich Berufsfeuerwehr im Erstangriff spielen? Da muss man wohl kein Prophet sein, um sich auszumalen wie ein solcher Einsatz in die Hose geht. Auch der Fall Großschadenslagen, insbesondere bei terroristischem Angriff, bringen das Konzept der Reserve FF auch schnell zum wanken. Die Stadt Madrid zeigt am Beispiel des Rettungs- und Katastrophenschutzes, wie wichtig es ist, ehrenamtliche Kräfte mit Einsatzerfahrung zu haben. Sie kennen sich auch mit kritischen Einsatzszenarien aus, sind gut in das Gesamtsystem integriert, man kennt sich untereinander und auch psychisch sind die Jungs und Mädels wohl einiges mehr gewöhnt wie ein Pflasterkleber der nur bei Kinderfesten Wache schiebt und plötzlich beim Bombenanschlag in der ersten Reihe steht. Daher wird in diesem Bericht über die Terroranschläge von Madrid auch explizit hervorgehoben wie wichtig ein routiniertes Einsatzerfahrung von freiwilligen Einsatzkräften hervorgehoben.

Komischerweise klappt das System auch im deutschen Rettungsdienst ganz gut. Dort ist es gang und gäbe, dass ehrenamtliche Kräfte Schichten auf dem Rettungswagen fahren. Teilweise wird dies sogar vorgeschrieben, was aus meiner Sicht absolut Sinn macht. Auch bei der Ausbildung in der Berufsfeuerwehr sind Praktika ein wichtiges Thema. Ob Krankenhaus oder Feuerwache, hier wird versucht die jungen Einsatzkräfte kontrolliert ins Einsatzgeschehen einzubinden und somit auch erfahrener und stressresistenter zu machen.

Gute Integration in Madrid: Ehrenamtliche mit viel Praxiserfahrung aus dem Rettungsdienst

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Bei der Feuerwehr hat dies aber wohl Seltenheitswert. Anscheinend klappt es hier durch Handauflegen und Übungen. Mir sind zwar einige Feuerwehren bekannt wo das teilweise gelebt wird, der breiten Masse der FF Angehörigen in Großstädten ist dieses System aber wohl nicht bekannt. Daher sollte sich der eine oder andere Leiter einer Berufsfeuerwehr überlegen wie er die Einsatzerfahrung der ehrenamtlichen Kräfte verbessern kann. Aus meiner Sicht ist dies einer der wichtigsten Faktoren um Einsätze professionell abzuarbeiten. Und ein jeder kennt es doch: Der erste Brandeinsatz ist was anderes wie der Fünfzigste.

Es gibt aus dem englischen einen Spruch: „You get what you pay for“, was soviel bedeutet wie „Du bekommst was Du bezahlst“. Wenn ich nicht bereit bin in die Ausbildung und Einsatzerfahrung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu investieren, dann muss ich mich auch nicht wundern wenn im Einsatzfall nichts dabei rauskommt. Eigentlich logisch, oder?

Wir schauts bei Euch aus? Kennt Ihr Berufsfeuerwehren wo ehrenamtliche Feuerwehrler regelmäßig im Schichtplan integriert sind um Einsatzerfahrung auch im Erstschlag zu sammeln?

28 Kommentare zu Die Stadt bekommt die Freiwilligen Feuerwehr, die sie verdient

  1. Bei der Feuerwehr Reutlingen besteht für Angehörige der FF Mitte die Möglichkeit am Wochenende eine Schicht mit zu fahren. Desweiteren besetzt die FF Mitte auch das 2. LF im Löschzug.

  2. Hamburg geht da den richtigen Weg. Soweit ich weiß, ist es bei? der Feuerwehr Hamburg üblich das irgendeine Freiwillige Feuerwehr einmal im Monat eine Schicht bei der Berufsfeuerwehr mitfährt um Realeinsatzerfahrung zu bekommen.

  3. Ich muss da aus Sicht eines hauptberuflichen RA etwas klar stellen. Natürlich brauchen die ehrenamtlichen Praxis, aber nicht auf Kosten von hauptberuflichen Stellen. Das wird nämlich immer wieder vergessen. Die Damen und Herren aus einer SEG können gerne Schichten als Praktikant mit machen, was aber mal gar nicht geht, Arbeitsplätze zu blockieren. Und das passiert leider in deinem Bundesland extrem oft, wobei da wieder gejammert wird, ohne die Ehrenamtlichen könnte es keinen Rettungsdienst geben.
    Rettungsdienst ist nich gleich Feuerwehr, das darf man nicht in einen Topf schmeissen. Eine SEG wird im Großschadensfall nicht für die Polytrauma da sein, sondern für die Leicht/Unverletzen gebraucht.

  4. Hallo Florian,

    für mich als Münchner ist das natürlich ein sehr gutes Thema, du spichst genau die Bedenken an, welche ich schon lange mit mir herum trage.
    Gerade bei uns, einer Wehr, die von 3 Berufsfeuerwehrwachen umgeben ist, sind die Chancen gering, mal wirklich zum Arbeiten zu kommen außer natürlich bei Unwettern. Auch noch so intensives Üben wird den Ernst eines richtigen Einsatzes nie zu 100% darstellen können.
    Wenn wir dann mal wirklich gefordert werden sollten- ich bin mir nicht sicher, ob wir dann auch unser erlerntes können dann richtig abrufen.
    Was kann man dagegen tun?
    – aufs Land ziehen, dort wo es keine BF gibt
    – Freiwillige in die Schichtpläne der BF integrieren
    -hoffen, dass trotzdem alles gut geht

  5. Ich denke dieser Artikel ist sehr sehr pauschal und überspitzt geschrieben, ok das regt zu Disskusionen an keine Frage. Aber am Beispiel berlin sieht man ganz deutlich das eine Großstadt nicht ohne Freiwillige Feuerwehren mit eigenem Ausrückbereich zurecht kommt mit Einsatzzahlen zwischen 250 und 1000 Alarmen im Jahr………! Andere Großstädte spezialisieren FF`s !
    Sicherlich liegt es auch an der Gesetzgebung wo bei verschiedenen Trägern Feuerwehrtechnik gehortet wird auf wenigen Quadratkilometern a la mein Feuer …. dein Feuer………. ! Ich denke in Bereichen von Großstädten sind numal FF`s ergänzend zur BF da.. wer bitte schön erklärt dem Steuerzahler… das aufgrund von sammeln von Erfahrungen die bezahlten Beamten im Stall bleiben ???
    Sicherlich ist ein Mix in den AAO `s sinvoll BF zusammen mit FF im ersten Abmarsch …. aber ….
    Aber auch das obliegt dem Träger z.B. wegen der Zahl der sogenannten parallel Alarmierungen und und und………… ! Sicher im katastrophenfall ( siehe Spanien) eine Sache die funktioneren muss ! Eine Flughafenfeuerwehr trainiert auch endlos auf den Crash hin ……..oder?
    Ich denke das Problem liegt in Deutschland ganz woanders…………..nämlich darin wie setze ich die Ausbildung der FF ins Verhältnis zur BF …. bei gleichen Vorrausetzungen im abarbeiten von Einsätzen ? Haben Bürger in den ländlichen Gebieten Feuerwehren 2.Klasse ? Nur weil sie eine Ausbildung der FF haben? Da sind glaube ich unsere Richtlinien und Laufbahnverordnungen absolut unpassend zur modernen Zeit ? Neue Modelle müssen her ! Das verhindert aber der Bürokratische Beamtenstaat ohne jegliche schlüssige Erklärung !
    Was tun ?
    Ich könnte mich hier noch ewig auslassen…………………….über dieses Gesamte Thema

  6. Ich denke da wurde ein extrem heißes Thema angesprochen und im Artikel völlig überspitzt rüber gebracht. Da ich Mitglied einer BF bin und zu Hause (in ländlicher Gegend ) bei einer Freiwilligen bin bekomm ich beide Seiten zu sehen. Natürlich müssen die FF´s besser integriert werden um Erfahrung zu sammeln und es ist auch denkbar, dass die Jungs in den Städten mit BF auf den Wachen mitfahren aber da stellt sich mir die Frage warum das Kommando der FF, wie es bei uns heißt, das Thema nicht forciert und mit dem Dienststellenleiter abklärt. Es wäre ja auch nicht schlecht mal die Leute der Abteilungen um unsere BF Wache kennen zu lernen, den das würde das gemeinsame Arbeiten vereinfachen. Bei uns fahren übrigens die FF´s im ersten Abmarsch bei einigen Meldungen mit raus und sind auf Grund unserer Lage am Stadtrand auch vor uns da. Ich würde das nicht verallgemeinern, dass die FF immer nach der BF ankommt, was natürlich auch auf die Tageszeit ankommt. Sich an den Anschlägen von Madrid so aufzuhängen halte ich für weit aus dem Fenster gelehnt, den mir stellt sich die Frage in wie weit man unser System mit Madrid vergleichen kann!

  7. Hallo zusammen,

    vielen Dank für Euer Feedback.

    @alltagimrettung
    @FirefighterZF

    Mir gehts in dem Beitrag nicht darum, wie ehrenamtliche Einsatzkräfte möglichst viele hauptamtliche Stellen einsparen, sondern wie ich es schaffe freiwillige Helfer mit Einsatzerfahrung auszustatten. Wenn 1-2 Kräfte zusätzlich auf RTW oder Löschfahrzeug sitzen brauche ich genau so viel hauptamtliches Personal wie zuvor. Zudem benötige ich auch die hauptamtlichen Kräfte um die ehrenamtlichen Jungs & Mädels die mitfahren zu coachen. Die sollen ja nicht nur auf Einsätze fahren sondern auch von einem alten Hasen was lernen.

    @Grisu Flo

    Hmm, also ich finde das Thema nicht heikel, ist ja lediglich ein Gedankenanstoß der in Unternehmen tausendfach angewendet wird. Klar formuliere ich überspitzt, aber so ist mein Schreibstil. Man soll ja beim Lesen nicht einschlafen, der Puls kann da schon mal etwas nach oben gehen ;-). Oftmals hilfts aber auch, dass man eher drüber nachdenkt.

    Wenn ein Unternehmer beim Personal feststellt, dass es zu wenig Erfahrung in bestimmten Bereichen hat, setzt man die Angestellten mit erfahrenen Kräften genau dort ein wo Nachholbedarf ist. So baut man das Know-How seiner Leute aus. Wenn es freiwillige Einheiten gibt die genug Einsatzerfahrung haben, ist ja alles wunderbar, dann muss man auch nicht handeln. Ist es aber nicht so, muss man sich einen Weg überlegen um das auszugleichen. Und genau hier setzt mein Artikel an.

    Beste Grüße

    Florian

  8. Hallo,
    das man als Mitglied einer Großstadtwehr nur im 2. oder 3. Abmarsch zum Einsatz kommt ist klar gesagt falsch!
    Bei uns in München, und das solltest Du wissen, sieht das sehr wohl anders aus! In meiner Abteilung z.B. sind bis fast immer vor den Kollegen der BF vor Ort und sind somit auch „an der Front“ und können diese Einsatzlagen auch ganz gut alleine in den Griff bekommen. Klar übernimmt die BF sobald vor Ort die Einsatzführung, wir werden aber meistens gleichwertig eingesetzt!
    Und das wir nicht allein auf weiter Flur stehen ist ein klasse Sache – man merkt es an den Feuerwehrschulen. Andere müssen erst langatmig nachalarmieren lassen – wir wissen das extrem gut ausgebildete und personalstarke Kräfte kommen!

    Ich finde das Leben ineiner Großstadtwehr gut.

    Gruß
    Frank

  9. hi,
    ich kenne da eine Feuerwehr, bzw. Feuerwehren wo zwar die FF keine Schichten der BF übernimmt, aber die BF hat in der Stadt noch 7 FFW´s die immer die näheste mit alarmiert werden und eine immer dann noch als reserve zur BF Wache fährt

  10. Ich bin jetzt zwar fast 10Jahre draußen.

    Aber zu meiner Zeit gabs immer Ärger wegen der Übertunden der BFs.Wo wär den das Problem wenn z.B. am Wochenende eine Schicht von FFs übernommen wird?

  11. Das Problem? Senkung des Schutzniveaus und Verlust von Arbeitsplätzen.

  12. @ Erik: Bei meiner BF wird im 24 Stunden Rhythmus gearbeitet, wie soll das stattfinden mit der FF????? Und zum anderen kommen unsere Überstunden nicht vom normalen Schichtdienst sonder vom Aushelfen auf den unterbesezten anderen Schichten und da könnte man zumindest am Wochenende ansetzen. Eine ganze Schicht am WE zu ersetzen geht schon rein wegen der ganzen Sonderfahrzeuge wie Kran, Wassernot oder GW Großlüfter auf einigen Wachen nicht.

    Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es gut wäre die Jungs der FF wie z.B. im Fall München auf den HLF´s als 5. Mann mitfahren zu lassen. Das wäre ein spitzen Praktikum!! Und wie ich schon oben gesagt habe kommen bei uns die FF´s gerade am WE vor uns an.

  13. @Daniel:Hast du mein Beitrag richtig gelesen?Seit wann führt Überstundenabbau zum Verlust von Arbeitsplätzen?

    bzgl Senkung des Schutznivaus:eben um dieses zu verhinden sollen Schichten von FF übernommen werden

  14. Nein, durch den Einsatz von FFlern kommt es doch zur Absenkung des Schutzniveaus. Nachtabsenkung, Wochenendabsenkung: da stirbt ein LF der BF und dafür fährt die FF. Und können die wirklich einen BFler ersetzen? Nein, denn die ganze Ausbildung bringen sie ja gar nicht mit. Und da bei den FFen nicht Mal jeder G26.3 tauglich und AGT ist wäre der Personalpool aus dem man diese Leute wählen könnte ziemlich klein und wie lange würden die das dann auch mitmachen? Abgesehen von den Blaulichtgeilen?

    Und wenn dann am Wochenende und in der Nacht weniger Funktionsstellen bei der BF zu besetzen sind kann man ja auch den Personalstand nach und nach verringern, da einfach nicht mehr so viele übers Jahr verplant werden müssten. Und das führt dazu, das Stellen die durch Pensionierung frei werden nicht mehr besetzt werden würden. Ergo: Stellenabbau. Überstunden fallen in unseren Dienstengeplant ja keine an. Und der kurzfristige Aufbau von Überstunden wäre auch mit FFlern nicht zu verhindern. Denn bei uns muss ja jeder alle Funktionen innerhalb des LZ übernehmen können und hat diverse Sonderaufgaben die von FFlern nicht übernommen werden können.

  15. @GrisuFlo:

    Wo soll denn bitte die Einsatzerfahrung eines FFlers als 5. Mann auf dem HLF kommen? Den kannst Du doch überhaupt nicht einsetzen ausser für Hilfstätigkeiten. Ausserdem muss man den auch immer noch im Auge behalten und betreuen. Und was bringt ihm das ausser dass er in einem Auto mitfahren darf das mit Blaulicht und Horn durch die Gegend fährt?

  16. Als 5. am HLF könnte sich ein FFler an den Unterstützungstrupp anhängen und Erfahrungen sammeln. Natürlich ist die Ausbildung nicht so intensiv wie bei der BF aber totzdem finde ich sind die FFler nicht Feuerwehrler 2.Klasse! Zum anderen schaffen es die FF´s am Land auch sämtliche Einsätze ohne Probleme abzuarbeiten und die haben auch nicht die Erfahrung eines BF Angehörigen.

  17. >>Nein, durch den Einsatz von FFlern kommt es doch zur Absenkung des Schutzniveaus.

    FF also Feuerwehr 2ter Klasse?

    >>Nachtabsenkung, Wochenendabsenkung: da stirbt ein LF der BF und dafür fährt die FF.
    Wieso stirbt ein LF wenn eine Gruppe FF für einen Tag in die BF-Wache einzieht?GF sollte nachwievor ein BF-Mann sein.

    Und können die wirklich einen BFler ersetzen? Nein, denn die ganze Ausbildung bringen sie ja gar nicht mit. Und da bei den FFen nicht Mal jeder G26.3 tauglich und AGT ist wäre der Personalpool aus dem man diese Leute wählen könnte ziemlich klein und wie lange würden die das dann auch mitmachen? Abgesehen von den Blaulichtgeilen?

    jede 4. Woche eine Samstagsschicht übernehmen.Ich sehe da kein Problem dabei…

    schon vor 10 Jahren war bei uns im Kreis JEDER PA-Träger.Wir hatten schon vor 10 Jahren die Neuerung von einer 1.ASRG gestellt von der Einsatzwehr und ne 2.ASRG ausm Kreis die vorallamiert wurden und idR innerhalb 60min vor Ort waren,ohne Stress.Wovon viele BFs heute noch träumen…

    und als FF hatten wir 3-5 Einsätze die Woche.70% VU2+3.20%Feuer 0-3.Und nu komm mir nochmal mit FFW=Feuerwehr 2ter Klasse.

    wegen Überstunden:Zeig mir mal ein Schichtplan der keine Überstunden hat und der sich ans Gesetz hält.

  18. @Daniel: Demnach würden die Freiwilligen auf dem Land wohl einen Brandschutz 2. Klasse stellen? Ich halte das für eine sehr gewagte Aussage! Nur weil man Freiwillig dabei ist, bedeutet das nicht zwangsweise eine schlechtere Ausbildung als bei einem BF-ler! Sehr viele beschäftigen sich in ihrer Freizeit so viel mit dem Thema, dass ich glatt behaupten würde, dass sie einem BF-ler auf dem Feuerwehrtechnischen part in kaum etwas nachstehen würden. Ich persönlich habe auch teilweise die Erfahrung gemacht, dass einige Angehörige der hiesigen Berufsfeuerwehr „Evolutionsverweigerer“ sind – Bsp: Überhosen? Brauchen wir nicht!
    Im übrigen ist es auch bei uns ist es üblich, das viele in der Mannschaft alle Funktionen in einem Standard-Löschzug ausführen könnten.
    „Ausserdem muss man den auch immer noch im Auge behalten und betreuen.“ – Das bezweifle ich stark…

  19. @Eric:

    >>FF also Feuerwehr 2ter Klasse?<>Wieso stirbt ein LF wenn eine Gruppe FF für einen Tag in die BF-Wache einzieht?GF sollte nachwievor ein BF-Mann sein.<>jede 4. Woche eine Samstagsschicht übernehmen.Ich sehe da kein Problem dabei…<>schon vor 10 Jahren war bei uns im Kreis JEDER PA-Träger.Wir hatten schon vor 10 Jahren die Neuerung von einer 1.ASRG gestellt von der Einsatzwehr und ne 2.ASRG ausm Kreis die vorallamiert wurden und idR innerhalb 60min vor Ort waren,ohne Stress.Wovon viele BFs heute noch träumen…<>und als FF hatten wir 3-5 Einsätze die Woche.70% VU2+3.20%Feuer 0-3.Und nu komm mir nochmal mit FFW=Feuerwehr 2ter Klasse.<>wegen Überstunden:Zeig mir mal ein Schichtplan der keine Überstunden hat und der sich ans Gesetz hält.<>Nur weil man Freiwillig dabei ist, bedeutet das nicht zwangsweise eine schlechtere Ausbildung als bei einem BF-ler! Sehr viele beschäftigen sich in ihrer Freizeit so viel mit dem Thema, dass ich glatt behaupten würde, dass sie einem BF-ler auf dem Feuerwehrtechnischen part in kaum etwas nachstehen würden.<< Ja, das höre ich immer wieder. Nur sehr viele oder einige ist eben nicht alle. Seltsam, dass fast alle FFen schon über die 40 Pflichtstunden nach FwDV 2 jammern.

  20. Wo ist denn der ganze Rest meines Beitrags hin?

  21. …dass sie einem BF-ler auf dem Feuerwehrtechnischen part in kaum etwas nachstehen würden…

    hat sich vorher aber anders angehört

    Ich denke vielen FFs fehlt es nicht an Ausbildung,was nicht gestellt wird,wird sich selber angeignet.Unsere Maschinisten haben damals(wie gesagt ich bin seit 10Jahren draußen)Für alle neueren Fahrzeige „Gefahrenkarten“ für PKWs und LKWs erstellt.Hier war natürlich von Vorteil das wir viele KFZler hatten.
    Im Gegenteil ich denke durch die Freiwilligkeit haben viele ein besseres „Know“ es fehlt nur am „HOW“.Und in einer Großstadt potenziert sich das ganze noch.

    Ich denke unteranderem auch das es in einer Großstadt vorallem durch die BFs verschuldet ist,die ihre Felle davonschwimmen sehen.

  22. Hi Eric:

    Was hat sich vorher anders angehört? Ich bin immer noch der Meinung dass der Durchschnitts-BFler um Längen besser ausgebildet als der Durchschnitts-FFler ist. Das warum hatte ich in einem Beitrag dargelegt von dem leider nur dieser Teil: „Ja, das höre ich immer wieder. Nur sehr viele oder einige ist eben nicht alle. Seltsam, dass fast alle FFen schon über die 40 Pflichtstunden nach FwDV 2 jammern.“ Der Rest wurde anscheinend zensiert. Gilt hier denn nicht auch das Rechtauf freie Meinungsäusserung oder kann hier nicht sein was n den Augen der Ehrenamtlichen nicht sein darf?

    Es fehlt in Feuerwehrdeutschland den meisten FFen nicht nur am How sondern ganz gewaltig am Know. Natürlich brennt hier auf dem Lande auch kein Feuer mehr, aber das geht auch von alleine mangels Masse aus.

    Wo in den Ländern eine BF ab einer gewissen Bevölkerungszahl per Gesetz vorgehalten werden muss ist diese auch für den Erstangriff zuständig. Aber was für Felle sehen die FFler den davonschwimmen? Dass sie oft für Nachlöscharbeiten eingesetzt werden liegt auch einfach daran, dass durch die kürzere Eingreifzeit eine BF die Brandausbreitung eben selten so groß ist wie in Gemeinden in denen rein ehrenamtliche Feuerwehren vorgehalten werden. Da kann man eben selten mal zum Innenangriff eingesetzt werden. Und wie überall in Deutschland haben auch Städte mit BF jeden Tag einen Großbrand.

    Du kannst ja gerne auch mal meine anderen Beiträge im Thema „Sind Berufsfeuerwehrleute dümmer als Freiwillige?“ zu unseren AUsbildungszeiten und Inhalten durchlesen.

    Und aus eigener Erfahrung (bin seit 22 Jahren auch bei einer FF) kann ich Dir sagen, dass die Ausbildungsinhalte, die Tiefe der Ausbildung und der Anspruch an Auszubildende und Ausbilder bei der Berufsfeuerwehr ein deutlich anderer ist als bei FF-Lehrgängen.

    Und aus eigener Erfahrung als GF bei meiner FF kann ich dir auch sagen, dass in der Abarbeitung der Einsätze auch ein gewaltiger Unterschied zwischen BF und F besteht. Und das kenne ich nicht nur aus meiner eigenen FF. Man kennt auch viele andere FFen und FAs anderer Feuerwehren.

  23. Hallo Daniel,
    Erstmal: Eric != Erik. 😉

    „Ja, das höre ich immer wieder. Nur sehr viele oder einige ist eben nicht alle. Seltsam, dass fast alle FFen schon über die 40 Pflichtstunden nach FwDV 2 jammern.“ – Ich kenne hier im Umkreis keine FF, die über diese Pflichtstunden jammert. Das Saarland besteht ja nur aus Freiwilligen, mit Ausnahme der lächerlichen beiden Wachen der BF Saarbrücken.

    „Und aus eigener Erfahrung (bin seit 22 Jahren auch bei einer FF) kann ich Dir sagen, dass die Ausbildungsinhalte, die Tiefe der Ausbildung und der Anspruch an Auszubildende und Ausbilder bei der Berufsfeuerwehr ein deutlich anderer ist als bei FF-Lehrgängen.“ – Korrekt. Ich persönlich und viele meiner Kameraden sind jedoch auch der Meinung, dass die Ansprüche heut zu Tage anders sind – wenngleich sich das auch nicht in einigen Lehrgängen widerspiegelt. Die Ausbildung die wir hier auf Stadtebene betreiben können (Truppmann Teil 1 und 2) werden dementsprechend auch so gestaltet.
    Die Grundlehrgänge finden bei uns in der Regel Wöchentlich mit 2 Diensten statt. Zusätzlich zu den normalen Dienstabenden in der FF.

    „Aber was für Felle sehen die FFler den davonschwimmen?“ – Darum geht es ja in diesem Post. Grundsätzlich sieht man ja die Motivation der Einsatzkräfte „davonschwimmen“ wenn man so will. Motivation ist im Hinblick auf die Zukunft ein wichtiger Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Ich schätze mal das es auch bei euch so ist, dass ihr nicht immer ohne diese Helfer auskommt. 🙂

  24. Also mir sind sehr viele Großstadtfeuerwehren bekannt, bei denen die Zusammenarbeit hervorragend klappt und habe auch das Glück in einer solchen Feuerwehr zu dienen. Allerdings habe ich mal ein paar Jahre Münchner Luft geschnuppert und dort klappt die Zusammenarbeit tatsächlich überhaupt nicht. Wenn man von „Zusammenarbeit“ sprechen kann.
    Am wichtigsten ist nämlich, dass man nicht gegeneinander arbeitet, sondern miteinander und das fängt bei der Politik an.

  25. Bin ja echt schockiert wie weit die Meinungen über Freiwillige Feuerwehren auseinander gehen.
    Ich persönlich bin Gruppenführer einer Wehr auf den Land. Und 40 Pflichtstunden laut FwDv2 sind nichts. Ich komme auf knapp 150 Stunden nur Ausbildung im Jahr, plus Einsatzstunden sind das dann ca. 200. Und alle organisatorischen Dinge (PA-Wart, TÜV/HU/SP Der Fahrzeuge (LF 16, TLF 20/40, ELW 1), Gebäudepflege, Veranstaltungen absichern usw.) beziffern auch nochmal 150 Stunden. Dazu kommt dann noch der ein oder andere Lehrgang. Zusammen sind das also knapp 500 Stunden und mehr Feuerwehr so „nebenbei“. Und nun will mir einer erzählen wir erfüllen keine Normen und sind Qualitativ schlecht ausgebildet???? Bei uns gibt es keine BF im Umkreis von 50 Kilometern und wir haben bisher alle Einsätze meistern können und von daher sehr wohl Routine im Einsatz und verhalten uns nicht wie die ersten Feuerwehrmänner oder wie hier schon von Feuerwehr 2.Klasse gesprochen wird. Eine vernünftig geführte FF ist Qualitativ genau so Effizient wie eine BF. Sollte das nicht der Fall sein hängt irgendwo der Haussegen schief behaupte ich mal.
    Man sollte nie Vergessen dass es deutlich mehr FFs als BFs in Deutschland gibt. Und es gibt durchaus FFs die an Einsatzzahlen einer BF gut ran kommen. Ich kenne FFs die nahezu täglich Einsätze fahren. Man sollte auch was die Ausbildung angeht immer auf das jeweilige Bundesland schauen. Ich war schon mit BFlern gemeinsam auf Lehrgängen und das war eine Super zusammenarbeit bei den Ausbildungsübungen. Wir FFler müssen uns sicher nicht verstecken.
    Wichtig hierbei ist wie schon gesagt; Die FFler in ner Großstadt müssen „ran gelassen“ werden, denn nur wer am Ort des Geschehens Arbeitet kommt an Erfahrung und Einsatzroutine. Sicher ist das Problem der G 26.3. oft vorhanden (auch bei uns) aber das kann man gut händeln. Die Kameraden sind bei uns eben für die Wasserversorgung oder als Maschinist eingesetzt, Arbeit gibt es schließlich immer. Viele unterschätzen die Fähigkeiten Freiwilliger Feuerwehren habe ich das Gefühl. Ich kenne eine Feuerwehr wo Hauptamtliche und Freiwillige immer zusammen Ausrücken, gemischt auf den Fahrzeugen und das funktioniert. Soviel erstmal dazu in der Hoffnung dass auch der ein oder andere hier begreift dass er als Hauptamtlicher nicht gleich ein besserer Feuerwehrmann ist. Wir stehen irgendwo alle für das selbe ein. Retten, Löschen, Bergen, Schützen.

    Kameradschaftliche grüße von der Ostsee.

    Oliver Schlorff

  26. Die FFler in ner Großstadt müssen “ran gelassen” werden, denn nur wer am Ort des Geschehens Arbeitet kommt an Erfahrung und Einsatzroutine.

    Das ist schon richtig, allerdings. musst du wiederum wirtschaftlich denken, zb. da wo ich bin gibt es in der stadt nahezu 30 ffs und eine BF. die ffs werden ab 18:00 bis 06:00 mitalarmiert, aber man muss auch wirtschaftlich denken warum sol ich ff leute vorschicken tagsüber die wirtschaftlich ihrem chef “ fehlen“ anstatt die zu nehmen die der Stadt von vornherein dienen und damit ihren lebensunterhalt verdienen. es ist eine frage der verhältnissmäßigkeit.
    aber in einem punkt muss ich dir zu 100% recht geben… DIE FF hat mindestens einen genauso hohen stand wie die BF.. DIE FF macht es freiwillig. und jeder der dort tätig ist lebt und liebt das was er tut …. und das findet zur zeit zu wenig anerkennung

  27. In Berlin gibt es eine sehr gute Lösung. Es gibt 2 Arten von FF. FF mit eigenem Ausrückebereich fahren im ersten Abmarsch und betreuen ein eigenes Einsatzgebiet. Vergleichbar mit FF in Regionen ohne BF sammeln die Angehörigen Einsatzerfahrung quasi im Tagesgeschäft. Die andere Art FF dient der Unterstützung bei Großschadenslagen, also Unwetter, Großbrände etc. Sie sind in der Regel gemeinsam mit einer Berufsfeuerwehr auf einer Wache untergebracht. Damit diese FF-Angehörigen Einsatzerfahrung sammeln und auch im Tagesgeschäft bleiben, müssen sie im Monat mind. 10 Stunden Einsatzdienst versehen. In Berlin gibt es das Standard-Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF), so dass für die Einsatzbeschickung die Besatzung (FF oder BF) irrelevant ist. Ist ein FF besetztes LHF im Dienst bekommt es im Einsatzleitrechner die höhere Alarmierungspriorität. Sprich, wird nur ein LHF benötigt, fährt die FF und die Kollegen vom BF-LHF bleiben auf der Wache.
    An der Einsatzstelle ist klar geregelt: ist ein BF-LHF vor Ort, liegt die Führung liegt beim Staffelführer des BF-LHF. Da die FF-Staffelführer auch führen erlernen müssen, sammelt der neue FF-Staffelführer unter Aufsicht eines erfahrenen (BF oder FF Staffelführers) zunächst erst einmal Einsatzerfahrung. Danach kennt man sich und es finden sich lage- und problemangepasste Lösungen.
    Im Ernstfall wissen die BF-Kollegen, die leere BF-Wache wird von erfahrenen FF-Kameraden besetzt und wenn’s einmal an der Einsatzstelle heiss her geht kommen Kräfte die nicht zum ersten Mal eine Einsatzstelle sehen.
    Die „Kehrseite“ der Medaille, für FF-Kameraden gelten die gleichen Leistungskriterien wie für BF-Kollegen. Das heisst, mit Übergewicht und ohne Atemschutztauglichkeit ist kein Platz mehr auf dem LHF. Die DLK muss jeder im Freistand besteigen können und hinsichtlich der Unterstützung im Rettungsdiensteinsatz wird auch einiges verlangt.
    Probleme gibt es in einem solchen System natürlich auch, aber vom Prinzip her läuft es ganz gut.

  28. Sehr schöner Artikel. Bei uns ist es leider ähnlich. Wir haben nun seit 1 Jahr Tagesalarmbereitschaft aber alamiert werden wir trotzdem kaum. Im Schnitt fahren wir 20 Einsätze im Jahr und zu jedem(!) kommt mindestens ein Fahrzeug der BF dazu. Ganz egal ob Mülleimerbrand bzw Ölspur.

    Leider ist es teilweise so, dass die BFler ziemlich unwillig in Sachen Kooperation sind. Gab schon Momente indem der A-Trupp der BF unserem in die brennende Wohnung, ohne Rohr, hinterher ist und dann das Strahlrohr gefordert hat, mit den Worten „Gib ma her, wir sollen weitermachen und ihr raus.“

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