Brandopfer kritisiert Feuerwehr

Ein paar Tage nach einem Brand von drei Reetdachhäusern in Bornhorst (Niedersachsen) wurde der Einsatz der Feuerwehr von einem der Brandopfer stark kritisiert. „Der Einsatz war dilettantisch“, sagte Dr. Fritz Hardach. Seiner Meinung nach hätte sein Haus gerettet werden können.

Das Feuer im ersten Reetdachhaus breitete sich durch starken Wind auf zwei weitere Häuser aus. Alle Häuser brannten nahezu bis auf die Grundmauern nieder.  Dr. Fritz Hardach, selbst 25 Jahre Mitglied einer Feuerwehr gewesen, kritisierte den Einsatz sehr. Die Feuerwehr hätte doch wissen müssen, dass die Hydranten keine ausreichende Leistung für solch einen Brand haben. Es hätte sofort eine Leitung zum Bornhoster See gelegt werden müssen. Weiterhin hätte sein Haus durch eine Wasserwand gerettet werden können.

Jens Spekker, stellvertretender Leiter der Feuerwehr, weißt die Kritik allerdings zurück: „Wir haben uns keinen Vorwurf zu machen.“ Die Leitung zum See sei so schnell wie möglich gelegt worden. „Obwohl wir anfangs natürlich keine 100 Leute waren, haben wir frühzeitig Aufteilungen vorgenommen, um an allen Einsatzstellen tätig zu werden.“ NWZ Online berichtet, dass bei dem Brand mehr als 125 Einsatzkräfte vor Ort waren. Die Brandursache ist noch immer unbekannt.

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6 Kommentare zu Brandopfer kritisiert Feuerwehr

  1. In dem Text befindet sich ein Fehler. Die Brände sind nicht in Bornhorst ausgebrochen, sondern in Oldenburg. http://www.nwzonline.de/oldenburg/blaulicht/brandopfer-kritisiert-feuerwehr_a_3,0,3620726221.html Bornhorst ist ein Teil von Oldenburg, aber kein eigenständiger Ort.

    Viele Grüße

  2. Ich weiß das ist ein bischen zynisch, aber mal ehrlich: Wer sich als (feuerwehrmäßig) gebildeter Mensch im 21. Jahrhundert sein Haus noch mit Stroh bzw. Reet deckt, der nimmt jawohl billigend in Kauf das ihm die Hütte mindestens einmal im Leben abbrennt. Das war schon früher so und warum sollte das heute anders sein!?
    Industriebetrieben mit einer hohen Brandlast wird das Vorhalten von Löschwasser heute vorgeschrieben. Wer privat so „risikoreich“ baut spart natürlich wo er kann (um es zB in hübsche Autos zu investieren!).

  3. Ich denke, daß eine vorschnelle und vor allem sofortige öffentliche Kritik mehr als unangebracht ist.
    Sicher ist der Verlust des Gebäudes und des Besitzes eine absolute Kataststrpohe, man sollte sich aber trotzdem mit der Kritik zurückhalten.

    Weiterhin frage ich mich, ob die Tätigkeit als Feuerwehrarzt denjenigen zum Experten für Brandbekämpfung macht. Insbesondere, wenn dieser bereits einige Zeit im Ruhestand zu sein scheint.

    Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn der Herr Doktor zuersteinmal das Gespräch mit dem Einsatzleiter gesucht hätte. Dies hätte unter Umständen zu weniger emotionalen Reaktionen führen können.

    Ich stelle auch in Frage, ob es wirklich etwas gebracht hätte, eine Leitung zum nächst gelegenen See, Teich oder Tümpel zu verlegen. Ich denke, wir alle wissen, daß es eine geraume Zeit dauert, bis eine solche Leitung steht. Ob dies in diesem Fall den Totalverlust der beiden Gebäude hätte verhindern können sei dahingestellt.

    Weiterhin werde ich mich sicherlich nicht hinstellen und über Taktik, Ausbildungsstand und Ausrüstung der Feuerwehr vor Ort zu urteilen.

    Manchmal kann auch die supermodern ausgerüstete Feuerwehr nichts oder nur sehr wenig gegen ein Inferno dieser Art ausrichten. Manchmal ist es mit einem Feuer so als wollte man versuchen, mit einem Knallfrosch die Alpen zu sprengen.

  4. Also ich finde das unerhört!!!
    gerade ER sollte es doch besser wissen! aber stattdessen macht er seine ehemaligen kameraden dafür verandwortlich, dass seine hütte abgeflammt ist obwohl ER, ehemaliger feuerwehrmann!!!, ein RETHDACH hat! also wer so unklug ist fordert das schiksal ja förmlich heraus.

  5. Kenner des Reisbärn // 29. März 2013 um 18:54 // Antworten

    Aus einem anderem Artikel:
    „Binnen 30 Minuten waren die Häuser abgefackelt“

    Da im Originalartikel die gesperrte Straße genau angegeben wird, habe ich mal per Googlemaps nachgemessen.

    500m-1km bis zum See (je nach genauem Brandort).

    Da in 30 Minuten ausreichend Wasser ran zu schaffen um Hydroschilder zu betreiben, wäre eine Herausforderung.

  6. Tja, ich bin da ziemlich bei Christian, der ja quasi für diejenigen, die eine
    solche Brandlast ihr Eigen nennen, eigene Brandschutzmassnahmen fordert.

    Es fehlt mir auch ein wenig das Verständnis für die Versicherungen, die hier
    ja auch die Spielregeln vorgeben könnten. Auch von dieser Seite könnte da
    mal eine klare Ansage an die Reetdachhaus-Eigentümer ergehen.

    Ich kenne weder die Qualifikation noch die Ausrüstung der Wehr(en) vor Ort,
    verweise aber auch darauf, daß die Kommunen, die den Bestand an eigenen
    Reetdachhaeusern ja auch kennen, sich (die eigene Ortswehr) entsprechend
    aufstellen müssen.

    Über alles das kann und sollte man in dieser Diskussion auch mal nachdenken –
    völlig unabhängig davon, ob der Einsatz von den oertlichen Kräften richtig oder
    falsch abgearbeiter worden ist. Es ist einfach zu kurz gedacht, nach dem eingetretenen
    Schadensfall den Einsatzleiter zum Fensterkreuz hinaus hängen zu wollen.

    Schöne, freie Tage! Groetjes!

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