Brand aus, Einsatzkleidung schmutzig und was nun?

Verschmutzte Einsatzkleidung

Viele Lokalpolitiker bekommen wohl die Krise. Da hat man es endlich geschafft (selbst in Bayern) die Feuerwehreinsatzkräfte mit adäquater Schutzausrüstung auszustatten, da kommt auch schon der nächste Wunsch nach Ersatzkleidung für jeden Feuerwehrler. Nun ja, so ganz extrem muss es nicht sein, aber man sollte sich schon mal Gedanken machen wie man mit dem Thema umgeht.

Gerade nach einem Atemschutzeinsatz ist eine Einsatzstellenhygiene besonders wichtig

Gerade nach einem Atemschutzeinsatz ist eine Einsatzstellenhygiene besonders wichtig

Tja früher, das waren noch Zeiten. Umso schwärzer der Helm, umso dreckiger die Hose, umso stinkiger die Jacke, desto cooler auch der Feuerwehrmann. Ja ich kenne sogar Kameraden die Ihren nagelneuen Helm am Reifen von der Schlauchhaspel gerubbelt haben, nur damit er etwas gebrauchter aussieht. Nun, die Zeiten sind vorbei und viele Feuerwehren machen sich Gedanken wie man die Feuerwehrangehörigen möglichst schnell aus den dreckigen Klamotten rausbringt. In meiner letzten Feuerwehr wurde das erfreulicherweise sehr ernst genommen. Nach einem Brandeinsatz kam direkt an der Einsatzstelle, bis auf die Unterhose, alles in eine Mülltüte, und mit Jogginganzügen ging es dann zurück ins Gerätehaus.

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Die Frage ist dann aber auch, was macht man, während die Einsatzkleidung gewaschen wird? Während dieser Zeit habe ich ja das Problem, dass ich nicht einsatzklar bin. Und gerade bei Kleinsteinsätzen, wenn nicht so viel Alarmkleidung zusammen kommt, kann es schon mal dauern bis wieder alles sauber im Spind hängt. Oftmals trifft es hier die besonders engagierten Kollegen die auch bei Kleinsteinsätzen immer kommen. Die überlegen nach Container- oder kleinen PKW Bränden ganz genau, ob sie sich jetzt für mehrere Tage oder gar eine ganze Woche, in den Status „nicht einsatzklar“ begeben. Das Ergebnis: Wenn man nicht komplett verdreckt ist, kommen Jacke und Hose oftmals wieder an den Haken, um möglichst schnell wieder dabei zu sein.

"Umkleidekabine" an der Einsatzstelle. Bei größeren Atemschutzeinsätze nutzt die Feuerwehr Dachau ein Zelt zum Auskleiden der Einsatzkräfte (Quelle: KFV Dachau)

"Umkleidekabine" an der Einsatzstelle. Bei größeren Atemschutzeinsätzen nutzt die Feuerwehr Dachau ein Zelt zum Auskleiden der Einsatzkräfte (Quelle: KFV Dachau)

Sind also alles Punkte die nicht optimal sind und die Frage ist wie man da Abhilfe schaffen kann. Die Luxusvariante, die aus meiner Sicht aber nicht notwendig ist, wäre doppelte Ersatzkleidung für jedes Feuerwehrmitglied. Dies dürfte bei den Freiwilligen Feuerwehren aber Seltenheitswert haben. Deutlich günstiger wäre da eine Poollösung. Sprich die Feuerwehrler, deren Kleidung gewaschen wird, können sich für den Zeitraum Ersatzklamotten besorgen. Vorteil, der Gerätewarte hat keinen Stress, und die Wehrleute sind sofort wieder für den nächsten Einsatz bereit. Zudem sollte es finanziell nicht so sehr ins Gewicht fallen. Wenn man 120 Feuerwehrangehörige ausstattet kommt es wohl auf 15 Einsatzgarnituren mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an.

Doppelte Einsatzkleidung am Spind ist im ehrenamtlichen Bereich wohl die Ausnahme

Doppelte Einsatzkleidung am Spind ist im ehrenamtlichen Bereich wohl die Ausnahme

Ist in der Feuerwehr überhaupt keine Ersatzkleidung vorhanden sollte man als Verantwortlicher wenigstens schauen, dass alles möglichst zeitnah gewaschen wird. Entweder gibt’s hierfür feste Termine oder der Betroffene wird benachrichtigt wenn die Kleidung wieder am Spind hängt. Es ist nämlich ätzend, wenn man nicht weiß wann die Kleidung wieder am Platz ist und Nachts um vier beim Alarm feststellt, dass man wieder nach Hause kann weil sowieso keine Feuerwehrkleidung da ist. Oder so wie es mir ging. Die Sachen hängen frisch gewaschen, aber auseinander gebaut am Spind. In runtergelassener Überhose und in Unterhose, konnte ich dann auf der wilden Einsatzfahrt zum Brand meine Hosenträger an die Hose basteln. War sicherlich für Passanten am Straßenrand ein tolles Bild :-).

Wie läufts bei Euch mit Ersatzkleidung nach Einsätzen? Gibts dafür ein Konzept oder läufts wie oben beschrieben, irgendwann hängt mal alles frisch gewaschen wieder am Platz, aber keiner weiß wann.

20 Kommentare zu Brand aus, Einsatzkleidung schmutzig und was nun?

  1. Unsere Einsatzkleidung wird direkt nach dem Einsatz gesammelt und zur Nachbarwehr zum waschen gebracht. Aktuell haben wir keine Ersatz-Überhosen, deshalb ist das wohl auch bei uns ein Problem. Allerdings ist die Arbeitskleidung auch meist schon am selben Tag oder am folgenden Tag wieder bereit zum abholen. Diese wird dann direkt wieder in die Spinde gehängt. Großartig auseinanderzubauen gibts da übrigens nichts.

  2. Bei uns ist das auch so ein Problem. Nen 2 Satz Ersatzklamotten haben die wenigsten. Die Brandschutzkleidung wird nach nem Brandeinsatz zwar gereinigt. Aber es kann teilweise schon länger dauern,bis die in die Reinigung kommen bzw den weg zurück finden.

  3. Bei uns läuft es so wie Du es beschrieben hast.
    Wir halten auf jedem Löschfahrzeug Trainigsanzüge vor,damit der Kol. sich an der Einsatzstelle umkleiden kann. Verschmutzte Bekleidung geht in einem Müllsack zur Wäscherei (macht bei uns die Lebenshilfe)
    Im Gerätehaus bekommt der Kollege Ersatzbekleidung. ( hatten früher auch keine Kleidung übrig // haben dann einen mal die aktive Mannschaft von den“ Spindaktiven “ getrennt // und bei der Beschaffung der Überhosen 5 Ersatzhosen mit dazu genommen)
    Ist ne prima Sache // Die Fahrzeuge stinken auch nicht mehr nach Brandeinsatz // aber vor allem steht der Schutz der Einsatzkräfte!!!!

  4. Bei uns wird das leider nicht so genau genommen mit der schwarz-weiß Trennung. Unsere Einsatz wird nur gereinigt wenn wir diese selbst zu reinigung bringen. Allerdings fallen dann die PA-Träger im Einsatz aus deren Kleidung in der Reinigung ist da keine Wechselkleidung vorgehalten wird

  5. Sicherlich ist ein schwarzer Helm immer noch bei vielen vielen Wehren DAS Statussymbol überhaupt – klar. Jedoch sollte man einen „gebraucht aussehenden“ Helm nicht mit einem verdreckten, unhygienischen, gesundheitsschädlichen Helm verwechseln.

    Bei uns wird jedes verschmutzte Teil nach dem Einsatz gereinigt (maschinell) und auch Teile wie der Sicherheitsgurt und der Helm werden geputzt.
    Wer hat auch schon gern schwarze Finger, wenn er einmal seinen Helm anfasst…

    Wechselkleidung wird jedem Geräteträger selbstverständlich zur Verfügung gestellt, allerdings kann es sein, dass man eine kurze Zeit lang eben mit der „normalen“ Feuerwehrhose in den Einsatz rennt, da die Überhosen wie überall Mangelware sind.

    *daumenhoch* für Hygiene im Einsatz!

  6. Bei uns ist es so, dass wir die Kleider der Stützpunktfeuerwehr zum Waschen geben, da an der dreckigen Kleidung zimlich viele Giftstoffe noch dran sind.
    Für diese Zeit erhält man noch verpackte Einsatzkleidung (mit der Bitte diese ja nicht auszupacken ausser im Ernstfall) oder einen Satz der alten Einsatzkleidung (10 Jahre alt und wurde gerade durch neue ersetzt). Bei der Stützpunktfeuerwehr ist gesorgt das deren Einsatzkleidung am selben oder am darauf folgenden Tag gewaschen wird. In dieser Zeit haben alle einen zweiten Satz Kleider, jedoch auch von der alten Einsatzkleidung.

  7. Hallo @ all

    Bei uns wird die POOL-Lösung genutzt und solange es kein „Brennt Welt-Feuer“ ist kommen wir auch gut zurecht. Die Poolkleidung besteht zum größten Teil aus dem Vorgängermodell unserer Schutzkleidung, welche vielleicht nicht mehr 100% aussieht, aber immer noch allen Anforderungen entspricht.

    Abgelegt wird die Kleidung aber erst auf der Wache und im Gerätehaus selbst, dort werden sie in speziellen Stoffsäcken, die mitgewaschen werden.

    Gewaschen wird bei uns auf der Wache selbst, dafür sind spezielle Industriewaschmaschinen & Trochner bestellt wurden. Verschiedene Programme vom normalem Waschgang bis hin zur Reinigung incl. Imprägnierung wird geboten.

    Das WASCHPERSONAL wird meist von der diensthabenen Wachabteilung gestellt und falls nicht alles geschafft wird and die folgende Tour übergeben und Dank dem Trockner, bekommt man die Einsatzkleidung auch relativ schnell zurück, bis auf die Handschuhe, diese werden „luftgetrocknet“ weil es immer wieder zu lösenden Innenhandschuhen kommt.

    Einsatzstellen-Hygiene ist schon wichtig, deshalb sollte sie auch in Beschaffungen immer angedacht werden, auch bei kleinen Feuerwehren.

    Gruß & gute Heimkehr zur Wache

  8. Hi,
    also bei uns ist die komplette Wehr mit neuer Einsatzklamotte von Lion Apparel ausgestattet worden, und diese kostet mal lässige 1000 Euro pro Person! Und da mal 15 zusätzliche anschaffen wäre vermutlich nicht möglich! Bei uns hat noch jeder den „Bayern2000“ Anzug im Spind und kann für solche Fälle in Benuztzung genommen werden! Aber in der Regel wenn du dein Zeug zum waschen gibst hast es am nächsten Tag wieder! Das wird dann auch in den Spind gehängt! Dasläuft bei uns sehr gut.

  9. Hallo,

    wir haben unsere Atemschützler vor ca. 2 Jahren komplett von Jäger 90 auf Hupf Jacken + Hosen umgestellt. Somit haben wir die Jäger 90 in Reserve und werden an die Kameraden ausgegeben deren Kleidung in der Wäsche ist.
    Gewaschen wird bei und die Kleidung nur, wenn die Kleidung sehr dreckig ist – z.B. nach einem Brandeinsatz etc.

    Die Kameraden mit Jäger 90 sind dann zwar nicht AS tauglich, jedoch können sie trotzdem am Einsatz teilnehmen.

  10. Wir (kleine FF in einer Stadt mit BF) haben auch eine Pool-Lösung. Jeder FWA entscheidet selbst, wann er seine Kleidung in die BF zur Wäsche gibt. Man erhält dann einen gleichwertigen Ersatz, der in der Regel an der nächsten Übung oder nach dem nächsten Einsatz zurückgetauscht wird. Dabei gibt es aber auch keinen Zeitdruck, weil die Ausrüstung ja gleichwertig ist.

    Auch der Austausch nach Verlust oder Beschädigung von persönlicher Schutzausrüstung verläuft bei uns zum Glück sehr problemlos. Gleiches gilt auch für sämtliche Ausrüstung. Dreckige und beschädigte Schläuche, benutzte Atemschutzgeräte etc. können wir einfach tauschen und müssen uns nicht mehr drum kümmern. Ich weiß, in dem Punkt haben wir es sehr gut 😉

  11. Leider gibt es immer wieder ziemliche Dreckspatzen auch bei uns. Keine Ahnung ob die das nicht sehen oder cool finden aber manchmal kann man ganz einfach auch mal selber Hand anlegen und sauber machen.
    zB. Die Stiefel sind total morastig, dann macht man die nachher mit Wasser und ner Bürste wieder sauber. Manche Kameraden schert das gar nicht, dann sind die Fahrzeuge siffig und die Sitzflächen auch weil die unbedingt die Beine hochlegen müssen.
    Doppelte Einsatzkleidung gibt es bei uns auch nicht. Da muss man mut leben wenn die in der Wäsche ist. Die leichten Sachen wäscht eh jeder selber zu Hause.

  12. Bei uns werden alle Klamotten die im Brandrauch waren noch am selben Tag zu einer Örtlichen Reinigungsfirma gebracht. Alle die nicht im Brandrauch waren können nach Grat der Verschmutzung selber entscheiden ob ihre Klamotten mit zur Reinigung sollen. Allerdings muss ich sagen das die Meisten froh sind ihre Sachen mit zu geben da wir in der Regel nur große Mengen zum Waschen geben. Was Wechselwäsche angeht haben wir noch ein paar alte Jacken und Hosen und für die Atemschutzgeräteträger machen wir es auch öfter so das getauscht wird mit denen die keine Atemschutzgeräteträger sind oder man holt sich Sachen aus den Schränken der Karteileichen.
    Ansonsten werden die gewaschenen Sachen dann wieder in die Schränke gehängt, müssen dann nur noch wieder vernünftig fertig gemacht werden, sprich Stiefel in die Hose und mit Persönlichen Ausrüstungsgegenständen bestücken (Rettungsmesser, Bandschlinge und extra Lampen).Alles in allem geht es bei uns noch recht gut zu was das Waschen angeht.

    Gruß Peter

  13. In meiner Feuerwehr gibt es eine Pool-Lösung. Leider bestehen die Einsatzsachen im Pool aus ausgesonderten Sachen, so dass ein Einsatz unter Atemschutz nicht möglich ist. Dazu kommt, dass es sehr lange dauern kann bis die Einsatzsachen gewaschen sind (bis zu 6 Wochen). Leider gibt es dann auch keinen Hinweis, wenn die Sachen wieder da sind.

    Erschwerend kommt hinzu, dass die Einsatzkleidung auch ohne Benachrichtigung und zum Teil ohne Leerung der Taschen einfach in der Wäsche landen kann. Das ist dann etwas überraschend, wenn der Haken plötzlich leer ist.

    Einige haben daher inzwischen ihre alte – eigentlich schon ausgesonderte – Einsatzkleidung zusätzlich am Haken. Damit ist wenigestens gewährleistet, dass etwas am Haken ist.

  14. Nach dem Einsatz kommt die Schutzkleidung in einen Müllsack und die Einsatzkräfte unter die Dusche. Die Schutzkleidung wird nun am nächsten Werktag der örtlichen Reinigung übergeben. Hier kommt es nicht auf eine gewisse Anzahl an, gewaschen wird was da ist. Nach 3 Tagen hängt alles wieder am Harken. Bin sehr zufrieden damit. Sollte sich ein Einsatz in dieser Zeit ereignen, nun ja da kennt man ja seine Pappenheimer die eher selten das FW-Haus betreten.

    Viele Grüße Conne

  15. Hallo,

    also bei uns ist es so das wir die Schutzkleidung in eine Müllsack geben und danach zur Reinigung bringen. Wir haben noch alte Jäger 90 und ein paar Überhosen die wir dann tauschen können.

    Ich hab noch eine Anmerkung wegen dem Waschen in der Reinigung. Wir beschaffen gerade neue Einsatzjacken bei der Präsentation meinte die Verkäuferin wir sollten die Jacken nicht Imprägnieren lassen, da das Imprägnieren nach dem Waschen passiert und dadurch dein Innenfutter auch Imprägniert wird und dadurch seine ganze Wirkung verliert.

    Bei nachdenken fanden wir das eine sehr logische Erklärung.

    Gruß Flo

  16. Hallo,

    ich möchte noch eine Anregung geben:

    Was haltet ihr von einer Pool-Lösung, bei der die Schutzkleidung aller Feuerwehrangehörigen zum Pool gehört?

    Das würde bedeuten, ich gebe z.B. eine schmutzige Jacke in die Wäsche und bekomme (sofort) „eine“ gleichwertige saubere Jacke zurück, die dann bis zur nächten Wäsche meine ist usw. .
    Die Schutzkleidung wäre in diesem Fall nur zwischen zwei Wäschen „persönlicher Besitz“ im Grunde aber Allgemeingut.
    Mit einigen Zusatzgarnituren könnte man so schnell (sofort) wieder einsatzbereit sein ohne gleich für alle FA eine zweite Garnitur Schutzkleidung anschaffen zu müssen.

  17. Ja und die Größen? Wir haben dieses Jahr neue Einsatzklamotten beschafft die um die 1000€ pro Satz ( Jacke und Hose) kosten! Und da hat jeder seine JAcke und Hose in seiner Größe! Wie würdest du das dann bitte lösen?=

    MFG

  18. Hi,
    wir haben seit einiger Zeit die alten Jäger 90 ausgemustert. Sollte die Kleidung bei einem Einsatz verschmutzt werden, hängen ja noch die alten Jacken und Hosen im Spind und es ist jedem selbst überlassen, ob er damit dann nochmal in den Innenangriff geht oder nicht. Das Waschen dauert in der Regel so 2-3 Tage. Handschuhe sind eher das Problem, da hier nicht für alle ein Ersatzpaar zur Verfügung steht, aber alle, die schon ein paar Jahre dabei sind, haben in der Regel ein ausgemustertes zweites Paar, das halt gerade so nimmer in den Alltagseinsatz sollte, aber als Notlösung schonnoch geht.

    @Bernd: Von einer Pool-Lösung halte ich nicht viel. Zum einen weil du dann jede Größe mindestens doppelt haben musst und damit, solange da praktiker am werk sind, wesentlich mehr Kleidung beschafft werden muss, als nötig. Zum anderen möchte ich auch schlicht nicht, dass, auch wenn immer gewaschen, „meine“ Jacke von jemand anderem getragen wird. Nenn es wie du willst, aber irgendwie will ich das einfach nicht. Als Ersatz hab ich die auch schonmal ausgeliehen und gemeint, wenn das wieder passiert findest du meinen spind auch allein. Aber irgendwie.. muss nicht sein.

    @Artikel:
    Ein Umzieh-Zelt halte ich für Overkill..
    1. Habe ich normalerweise nicht 20 oder 30 Einsatzkräfte, die so verdreckt sind, dass ein Kleidungswechsel notwendig wäre.
    2. Ist jede umgezogene Einsatzkraft, sofern nicht irgendwie ersetzt oder sonstwie heimkutschiert wird gleich einem nicht Einsatzbereiten Fahrzeug, obwohl das Fahrzeug noch genug Material an Bord hätte. – Das können sich auch Mittelgroße Feuerwehren eben nicht leisten. – Oder würdet ihr deswegen 10min warten, bis die Nachbarwehr in den Ort hupt für eine Sache, die ihr mit Einsatzkleidung hättet locker selber machen können? Ich habe mir mal sagen lassen, dass man auch mit nassen und dreckigen Schläuchen nochmal arbeiten kann.
    3. Halte ich von der Panikmache von wegen Hygiene beim Einsatz nicht allzuviel..
    (Hat mir mal jemand (auch subjektive) Zahlen, wieviele der ihm/ihr bekannten Feuerwehrleute von vor 20-40 Jahren an den heutzutage so verbreiteten Krankheiten durch diese Stoffe tatsächlich gestorben sind oder schwere Schäden erlitten haben? Rein subjektiv weiss ich von 1. dass seine Lungenprobleme mit der Feuerwehr zusammenhängen könnten..)
    4. Solange man nicht meint, ohne Händewaschen und total versifft zum Essen gehen zu müssen und sich ständig im Gesicht rumfingert, kann man es auch übertreiben.

    „Nach einem Brandeinsatz kam direkt an der Einsatzstelle, bis auf die Unterhose, alles in eine Mülltüte, und mit Jogginganzügen ging es dann zurück ins Gerätehaus.“

    Naja, wenn man sich diesen Luxus leisten kann… Das heisst nämlich sehr viele Einsatzkräfte und Fahrzeuge in der Hinterhand zu haben.. Wir können das hier nicht, und so gehe ich mit meiner stinkenden Einsatzkleidung auch auf das Fahrzeug, zumindest sind wir bei einem dann folgenden Einsatz in der Lage, unsere Aufgabe zu erledigen..

    Ich finde es immer sehr interessant, wenn ich dann so geistige Ergüsse eines Hygienebeauftragten höre(aus einer anderen Wehr).. die Atemschutzwerkstatt darf nicht mit Einsatzkleidung betreten werden – ich werd doch nicht bei -6°C mit verschwitzen Privatsachen über den Hof dackeln nur um 2 Masken abzuliefern!? Und schon garnicht, wenn ich noch nicht mal dreckige Sachen habe (weil ich z.b. nur Melder war)! Theoretisch darf ich mit Einsatzkleidung, die im Brandeinsatz eben etwas Ruß vom Boden mitbekommen hat aber ansonsten nur stinkt, nichtmal in die Umkleide, sondern müsste mich in der Fahrzeughalle ausziehen und durch die halbe Wache watscheln – unsere Mädels würden hier jedem was erzählen, wenn sie das machen müssten. Aber halt.. Ich habe ja noch Privatsachen drunter.. Die sind natürlich scheiss egal und damit darf ich sogar in den Aufenthaltsraum Oo Dass die aber genauso stinken wie der Rest ist da dann egal..
    Wenn ich nach einem IA bei einem Brandeinsatz in der Wache bin, wasch ich mir die Hände und ziehe, nachdem das Fahrzeug neu bestückt ist, ein trockenes t-shirt und eine Jogginghose an, tu meine anderen Kleider in eine Tüte und geb meine Einsatzkleidung zum Waschen und wasch mir nochmal die Hände. Zuhause dann eben duschen und beide kleidungssätze in meine Waschmaschine.. Alles andere.. naja, wenn sich damit jemand besser fühlt.. Ich glaube darum trotzdem nicht, dass ich deshalb früher sterbe oder mehr leide..
    Und das lustigste: Gerade die Hygieneverfechter sind nicht die ersten, die eine Filtermaske haben wollen, wenn se noch in den Überresten nach Glutnestern buddeln..

  19. Hallo!

    Wenn bei uns die Klamotten nach einen Brandeinsatz gereinigt werden müssen, werden die zur Leitstelle gefahren und die Handynummer notiert.
    Dauert meistens 2-3 Tage bis sich dann die Leitstelle melden.
    Klamotten wieder abholen und somit wieder einsatzbereit.

    Für die Tage wo die Einsatzkleidung gewaschen wird, haben wir 3 ersatz Garnituren.

  20. Hallo.
    Bei uns in der Wehr (Stützpunktwehr) läuft das ganze so, das nach einem
    Brandeinsatz unser MZF mit frischen Ersatzklammotten an die Einsatzstelle
    fährt und somit auch gleichzeitig die „schwarzen“ Klamotten mitnimmt.
    Bei uns findet eine Poollösung Einzug, da wir erst vor kurzer Zeit unsere
    Schutzausrüstung auf PBI umgestellt haben und somit die alte Nomex
    Bekleidung als Ersatz zur verfügung steht.

    Mfg. aus RLP

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