Atemschutz Belastungsübung – an die körperlichen Grenzen gehen

feuerwehr-atemschutz-teaser

Einsätze unter Atemschutz können sehr belastend sein. Daher muss man jährlich in die Atemschutzstrecke gehen. Da ich danach doch immer recht platt bin, habe ich mal geschaut was wir da als Atemschützler überhaupt leisten muss.

Atemschutzstrecke am Tag der offenen Tür

Atemschutzstrecke am Tag der offenen Tür

Ich behaupte mal, dass ich normal sportlich bin. Habe kein Übergewicht, mache 1 – 2 mal pro Woche Sport und ernähre mich gesund. Allerdings ist die Atemschutzstrecke schon eine Herausforderung, denn danach bin ich schon ziemlich KO. Da ich mich gewundert habe warum ich im Fitnessstudio 1,5 Stunden rumstrampeln kann, aber nach 25 Minuten Atemschutz Belastungsübung ziemlich fertig bin, hab ich mal geguckt was wir in der Strecke so leisten müssen. Das ist nämlich garnicht ohne.

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Geschrieben steht das ganze in der FwDV 7, der Feuerwehrdienstvorschrift für Atemschutz. Dort steht unter 2.1.2.2 dass man mit 1.600 Litern Luft 80 KJ erbringen muss. Ab 50 Jahren gibts dann einen Seniorenbonus und es sind nur noch 50 KJ.

So, jetzt konnte ich aber mit 80 KJ herzlich wenig anfangen und daher habe ich das mal in vorstellbare Größen umgerechnet. Man benötigt 1 J (Joule) um 100 g auf 1 Meter Höhe zu bringen. Wenn ich mal davon ausgehe dass wir als Atemschutzträger so knapp 100 Kilogramm wiegen (75 Kg Feuerwehrmann + 25 Kg Ausrüstung) dann müssen wir dieses komplette Gewicht in 80 Meter Höhe schaffen um die 80 KJ zu erreichen. Das auch noch in durchschnittlich 25 Minuten. Finde ich jetzt schonmal eine impossante Anforderung. In München ist z.B. die Aussichtplattform des „Alten Peter“ in 56 Meter Höhe. Und wenn ich schaue wie da die Leute da hochhecheln dann finde ich das ganze mit kompletter Schutzausrütung, Atemschutz und 25 Meter mehr doch schon eine ziemliche Leistung. Ist übrigens immer ein ganz guter Vergleich für den Nicht-Feuerwehr-Freundeskreis wenn sie mal wieder denken Feuerwehr ist kein Sport :-).

Jetzt ist aber während der Belastungsübung auch etwas Abwechselung vorgeschrieben. Auf Seite 25 werden ind der FwDV 7 Richtwerte für den Kilojoule Verbrauch angegeben. Man kann sich dann auch ausrechnen was man auf den jeweiligen Geräten zurücklegen muss:

  • 25 KJ Leitersteigen = 25 Meter
  • 15 KJ Orientierungsstrecke = 75 Meter
  • 25 KJ Laufband/Fahrrad = 250 Meter Laufband
Geräteträgerin während der Belastungsübung

Geräteträgerin während der Belastungsübung

Hinzu kommt natürlich noch das Thema fehlender Wärmeaustausch da man mit den kompletten Brandschutzklamotten auch nicht wirklich viel Hitze abgeben kann. Und dann noch so Schmankerl in der Strecke wie Hitzekammer, ständiges hoch und runterkriechen, durch die Röhre rutschen und ein Tank wo man sich auf Schulterhöhe nach oben ziehen muss.

Ach, wer übrigens ein schlechtes Gewissen hat, dass er mit KJ & Co nichts anfangen kann, mir ging es genauso und ich musste auch erstmal nach schauen wie man das umrechnet.

Jetzt würde mich mal interessieren wie es Euch so nach der Strecke geht. Alles easy oder ist es auch für Euch auch eine körperliche Herausforderung?

32 Kommentare zu Atemschutz Belastungsübung – an die körperlichen Grenzen gehen

  1. Hallo Flo,

    ich hatte gestern Atemschutzübung und war in der Strecke. War mal wieder sehr cool.
    Ich persönlich finde es schon anstrengend, aber irgendwie hätte ich noch Lust auf einen weiteren Durchgang gehabt.

    Natürlich ist das eine Schinderei ohne Gleichen, aber diese Meßbare Leistung muss einfach erbracht werden!

    Zusammenfassend würde ich sagen eine Herausforderung die Spass macht:-)

  2. Hi Clemens,

    wie bitte noch ein zweiter Durchgang? Nach unserer Strecke kannst mich falten :-).

  3. Unsere Löschgruppe war erst gestern Abend in entsprechender Mission unterwegs. Sehr schöner Vergleich der zu erbringenden Leistung bei einer solchen Übung, den wir mit einer entsprechenden Verlinkung honorieren 😉

  4. Wir sind seit diesem Jahr auf einer völlig neuen Strecke unterwegs. Da empfinde ich die Anstrengung generell als machbar, nur das Laufband (209m, 10% Steigung, 7 km/h) raubt einem auf den letzten 50m alle Kraft, insbesondere wenn man vorher schon alles andere gemacht hat. Die Kriechstrecke war sehr gut machbar und das ganze war sogar etwas spaßig, wenn ich bedenke wie ich an manchen Stellen so seltsam da drin rumgehangen habe. 😀

    Vorher auf der alten Strecke war das noch viel Anstrengender. Etwas Kräftigere durften 30m Endlosleiter im Sprint laufen, weil durch Eigengewicht angetrieben, wärend leichtere Kameraden gemütlich unter der Decke spazierten. Am Hammer sind dann aber diese immer kurz vor dem Scheitern gewesen… Die Kriechstrecke war auch ein Krampf, insbesondere für die Knie.

  5. Hier in der Schweiz gibt es keine Atemschutzstrecke, wie in Deutschland , aber, wir haben ein Übungzentrum, wo wir auch nach Realen Bedingungen üben. Nur halt anders…. im diesem Jahr hatte ich meine Ausbildung und da sind wir nach einigen Einsatzübungen mit Atemschutz durch , bezw, unter dem Rhein ( bei Glattfelden nahe Hohen Tengen ( D) ) gelaufen, da gibt es ein Unterirdischen Gang den wir durchlaufen mussten. Im neuen Jahr gibt es ein neues Ausbildungskonzept, welches ich erst im April durchlaufen werde…. ( berichte dann ja auf meinem Blog ) Aber, Ko war ich denn noch beim letzten mal , ich hatte das Gefühl der Gang nimmt nie ein ende …
    Ich kenne aber von Erzählungen meines Mannes , wie das ist, er war Jahrelang in HH bei der Feuerwehr, daher weis ich, dass inDeutschland die Ausbildung härter ist.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz Steffi

  6. Hallo Flo,

    wir sind ja nur durch die Strecke, ohne Hammerziehen usw.

  7. @Steffi

    danke für Deine Eindruck aus der Schweiz. Gibt es dann ohne Übungsstrecke überhaupt Vorgaben was ein Feuerwehrmann unter Atemschutz leisten muss oder kann das jede Feuerwehr machen wie sie gerne möchte?

    @Clemens

    ja gut Strecke alleine gehe ich Dir auch mehrmals durch 🙂

  8. Hallo Leute,

    war eben gerade erst in unserer Atemschutzübungsstrecke. Zunächst werden 150m Laufband zurück gelegt, dann geht es durch die Kriechstrecke mit Hitzekammer, Tank, Röhren, Labyrinth und letztendlich noch ein Gitterraum wo man meist eine Puppe/Gasflaschen suchen muss. Danach steht noch mit angeschlossenem Pressluftatmer die 20m Endlosleiter an. Wenn man Glück hat, dann hat man zu Beginn der Strecke die Leiter und zum Schluss das Laufband. Wenn man Pech hat (so wie ich heute 😉 ) dann hat man genau die oben beschriebene Reihenfolge, mit der Leiter am Ende…und die gibt einem den Rest!
    Das Hauptproblem ist wirklich der schon angesprochene Hitzestau, das haut ganz schön rein…

  9. Hallo zusammen,

    habe gerade beim durchstöbern diese Seite gefunden.
    Also ich finde die Strecke schon fast quälerei ():-)
    Dazu muss ich sagen, dass ich mit meinen 1,65 m in der Feuerwehr sowieo die ein oder andere Hürde habe. Wenn ich an unsere LFs denke.
    Im Einsatz war ich bislang unter Atemschutz noch nicht, aber dafür schon 3 mal auf der Strecke. Beim ersten mal, bei dem Lehrgang, habe ich die Strecke nicht geschafft…1. Erfolgsdruck..als einzigstes Mädel, 2. wusste ich nicht ob ich das Körperlich so aushalte und 3. bin ich doch eher ein Sportmuffel
    Aber beim 2 und 3 mal hat es geklappt. DAs Problem was ich z.b. habe ist der Hammer. Da komm ich noch nicht mal dran. Wenn nicht mein Truppführer mir helfen würde… Dann wäre hier schon ende. Die Strecke als solches macht mir keine Probleme. Aber die „Folterkammer“ .. das bringt mich echt an die Leistungsgrenzen. Ich bin zwar nicht die schnellste und meistens ist der andere Trupp schon wieder da, aber bis jetzt hab ich es immer geschafft 🙂

    • Ja das kann ich nachvollziehen. Ich bin genauso groß und unsere Männer müssen mich immer ein bisschen mitschleppen. Ich bin schon seit 1998 PA-Trägerin und wir sind es bei uns in der Feuerwehr mittlerweile gewohnt dass mich immer einer von unten durch die Klappen mitschieben muss da sie einfach zu hoch sind. Der Hammer war bei uns abgeschafft aber jetzt wohl wieder in Betrieb. Ich werde heute Abend sehen ob sie die Dinger weiter runter geholt haben ansonsten hebt es mich ein zwei Zentimeter vom Boden wenn er zurückschnellt. 🙂 Im Einsatz hatte ich noch nie mit „Belastungs-Problemen“ zu kämpfen.

  10. Hallo allerseits,

    ich bin in der FW Birsfelden. Hier gibt es unterschiedliche Systeme, aber Eignungs- und Leistungstests gibt es hier auch.

    Zu Beginn muss man bei unserer Feuerwehr den 12 Minuten Lauf machen.. Viele kennen ihn eher als Leistungstest aus dem Militär. Als Mittzwanziger muss man 2,4 km schaffen. Als Frau 2,15 km. Ab 30 reduziert sich die Strecke dann. (Mann 2,15 km).
    Zur Atemschutztauglichkeit muss man alle 2 Jahre zum Arzt und auf den Fahrradtrainer. Leisten muss man in Watt das Körpergewichtx3 mit einem bestimmten Leistungsgradienten. Ich glaub, das Ding nennt sich Coconi test. Hierbei darf man am Ende entweder 180 oder 170 Puls haben. Liegt man drüber, wird angegeben, welche Leistung in % man bei dem Zielpuls erreicht hat. 90% muss man meines Wissens mindestens bringen. Wie das bei anderen Feuerwehren ist, kann ich nicht sagen, aber es dürfte ähnlich sein.

    In der Ausbildung ist man dann eine Woche im IFA (www.ifa-swiss.ch), wo man auch den sogenannten „Dräger-Parcours“ unter Atemschutz absolvieren muss. Einmal ohne nix und einmal mit Lebendgewicht-Puppe – man hab ich da geflucht! 😉 Hinterher kann man noch aufs Laufband und die Endlosleiter.

    Schöne Grüsse aus der Nordwestschweiz
    Martin

  11. Hallo alle man,

    ich hatte einen meiner Läufe anfang dieses Jahres gehabt und ich muss sagen, dass es wären des Druchlaufs der Strecke, teilweise schon ziehmlich anstrengend sein kann. Vorallem kann man da ganz schön ins schwitzen 😉
    Da ich regelmäßig Sport treibe, bin ich nach dem Lauf gott sei dank, nicht komplett erledigt. Sprich ich kann danach noch stehen 😉 man ist zwar schon kaputt, nach so einem Tag/Abend, kann man immer Aktivitäten wahrnehmen. Wir müssen ebendso, die Endlosleiter, das Fahrrad fahren und das Laufband mit kompletter Ausrüstung absolvieren. Anschließend geht es durch die Strecke und eine Lebendgewicht-Puppe suchen und in den anderen Raum bringen. Dort herschen dann sehr sehr warme Temperaturen. Danach heißt es >Erholung 😉
    Ansonsten war ich schon mehrfach unter PA im Einsatz und bisher habe ich meine Aufgaben mit erfolg erledigen können.

    Ich wünsche allen Kameraden weiterhin erfolgreiche Einsätze und das jeder unbeschadet wieder nach Hause kommt.

    Es grüßt euch Kam. Nicole G. aus Luckenwalde (Lankreis Teltow-Fläming)

  12. Servus,

    wir haben im Landkreis eine eigene Ausbildungsstrecke, die aber für ernstgemeinte Belastungsübungen keine wirkliche Herausforderung mehr darstellt. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich der konditionelle Knaller bin, aber seit ich Kinder habe, sind die sportlichen Aktivitäten leider etwas in den Hintergrund gerückt, was sich durchaus auch in der Kondition bemerkbar macht.
    Bei glatten Untergründen in der Gitterstrecke ist die Fortbewegung eher ein Rutschen auf den Knien, unterstützt vom Ziehen an den Gittern. Das ist dann leicht.

    Daher gehen wir seit einiger Zeit nach Peissenberg in die Ausbildungsstrecke der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Das sind 23 verschiedene Lagen aus dem Bergbau und für uns „Nicht-Bergleute“ ist das dann schon eine richtige Quälerei, weil es ständig rauf und runter geht.

    Beginnend mit einem Laufband, auf dem man sich 3 Minuten lang aufwärmen darf, geht es über relativ enge Schächte hinauf und hinunter, was mir bei einer Größe von 1,93 m + Atemschutzgerät am Rücken wirkliche Probleme macht. Unsere Konditionsbestien schaffen die gesamte Strecke mit Luft am Ende, bei mir ist nach etwa 2/3 „die Luft raus“. Mit „echten“ Einsatzklamotten (Mantel, Flammschutzhaube – Überhose lassen wir wegen der starken Beanspruchung des Materials weg) schafft die Anstrengung in der Strecke ein Klima innerhalb der Kleidung, das mit jeder Sauna nach einem Aufguss mithalten kann.
    In der Strecke ist überall eine Notleine, die man bei einem Notfall ziehen kann, dann geht eine Alarmglocke in der Sektion los und ein Helfer kommt und holt einen bei Bedarf raus.

    Bei dieser Strecke wird dann schon mal die Spreu vom Weizen getrennt und bei der Rückfahrt ist es im Auto viel leiser, als bei der Hinfahrt. Die körperlich fertigen schlafen, die anderen, die vorher den Mund weit aufgerissen haben, sind dann auch mal etwas ruhiger, aber jeder kann seine Leistung besser einschätzen und sich selber neue Ziele setzen, was die Konditionsarbeit angeht.

    Was ich bei Belastungsübungen oft nicht verstehe, ist die Praxis, mit alten Klamotten in die Strecke zu gehen. Klamotten, die sicher keinen Brandeinsatz mehr erleben werden (Bayern3 oder Bayern 2000), ohne Mantel, ohne Überhose. Das ist eine Verfälschung der Einsatzsituation und keine echte Nenngröße für Fitness.

  13. Moin,
    entweder stimmt die FwDV 7 nicht (was ich glaube) oder die Sportwissenschaftler rechnen falsch.
    Wenn ich eine Treppen bei mittlerer Geschwindigkeit (ca. 0,35m/Sek) besteige, verbrauche ich in einer Minute 14 kcal! Macht 58,8 kJ. (1 kcal ? 4,2 kJ)
    Das müsste man doch auf die Endlosleiter so anwenden können
    Für 30m Leiter brauche ich ca. 90 Sek.

    3 Sek = 1m, 90 Sek. = 30m
    90 Sek = 21 kcal = 88,2 kJ

    Beim Laufen (4 km/h) verbrauche ich 5 kcal. pro Min = 21kJ
    Macht auf 100m 31,5 kJ

    (Angenommenes Gewicht 75 kg + 25 kg)

    Wie kommen die Damen und Herren vom AFKzV auf diese Belastungswerte?
    Wenn ich auf dem Ergometer sitze und bei 150 Watt vor mich hin fahre, habe ich in 10 Min. ca. 90 kJ an Leistung erbracht und nicht einmal eine Schweißperle auf der Stirn.

    Was ist nun richtig? Wissenschaft und Medizin oder FwDV 7?

  14. Hi,

    also ich habe jetzt leider im zweiten Versuch den ALG auch nicht geschafft, beim Ersten mal bin ich krank geworden und nun war die Flasche bis auf Anschlag leer.

    Für mich ist die Strecke eine einzige Schindere, mit fast 2 Meter Körpergröße und 103kg habe ich so einige Probleme, bei jeder Verengung muss ich mit Druck meine Schultern durchdrücken. Die Krönung für mich ist die Röhre, darin kann ich mich kein bisschen mehr bewegen und mien Truppmann muss ich schieben, bis ich das andere Ende greifen kann.
    Die Endlosleiter wird zur Rennbahn (das ist meine Meinung nach eine Unverschämtheit)
    Wenigstens habe ich kein Problem mit der Flasche, bei meiner Körpergröße merkt man diese kaum.
    Ich hatte mich zwar nach dem ersten Versuch konditionell stark gesteigert, aber es hat nicht gereicht, daran arbeite ich noch und wenn dieses jahr endlich die Überdruckgeräte kommen starte ich Versuch Nr.3; ich will den Lehrgang umbedingt bestehen, da es bei uns in der FW stark an PA-Trägern mangelt.

    Grüße aus Osthessen,
    Malte

  15. Hallo.

    Ich bin seit ’97 aktiver Feuerwehrmann.
    Und seit ’98 Atemschutzgeräteträger.
    Noch als Feuerwehrmannanwärter, direkt nach dem Truppmannlehrgang.
    Habe die Strecke immer bestanden.
    Doch dann, 2007 mußte ich aus beruflichen und privaten gründen bei der Feuerwehr pausieren.
    Bin zudem in dieser Zeit umgezogen.
    Als ich dann wieder soweit war, in der Feuerwehr meines neuen Wohnortes einzusteigen, habe ich wieder zaghafte Versuche in Richtung Atemschutz unternommen.
    Habe dort auch eine sehr umfangreiche G26, anders als ich’s kannte, ablegen müssen.
    Jedoch mußte ich schon ein paar Monate wieder umziehen.
    Lange Geschichte.
    Jedoch, es ging zurück in meinen alten Heimatort, zu meiner alten Feuerwehr.
    Weil Not am Mann war, habe ich dort, bei einem Autobrand unter Atemschutz gelöscht.
    Ohne wieder auf der Strecke gewesen zu sein.
    Gleiches Spiel 1,5 Monate später.
    Dann bat mich der Wehrführer des Ortes, aus dem ich erst kurz vorher wieder hatte wegziehen müssen ( gleiches Bundesland, etwa 70 Km Entfernung ) mit ihnen auf die Mobile Atemschutzstrecke zu gehen.
    Er bräuchte noch jemanden dabei.
    Ich dachte, bin hier in der Feuerwehr immer noch Mitglied, und Mobile Strecke, in Containern, warum nicht….
    Muß sowieso noch über die Strecke.
    Außerdem arbeite ich in der Nähe. Und zeitlich passte es auch. Obwohl ich bei dieser Arbeit so gut wie keine Freizeit hatte.
    Ich war immer gerne Atemschutzgeräteträger, doch die Strecke habe ich auch immer gehasst!
    Nunja, meine Kondition ist nicht mehr die gleiche, wie sie es früher war, doch bestand ich diese Strecke. Beständige Puls-u. blutdrucküberwachung, Fahrad mit Ausrüstung, Laufband, Hebel drehen mit Gewichten, vor der verrauchten, heißen, extrem engen, und schallgefluteten Containerstrecke, und danach wieder. Zu dritt. Ich war letzter Mann.
    Wenn mir auch am Schluß schon schumrig war, und ich kurz vor Ende enorm viel Luft verlor, weil zwischen Lungenautomat und Flasche Atemluft entfläuchte, ich bestand!
    Diese Strecke empfand ich als schwieriger, im Vergleich zu der, die ich von früher her kannte. Wenn sie auch ohne Endlosleiter gewesen war.
    Ich bestand, doch die Feuerwehr meines alten Heimatortes, in den ich ja feuerwehrmäßig zurückgekehrt war, erkannte meine Bescheinigung nicht an.
    Anderer Landkreis hieß es.
    Die G26, ihre ist dagegen ein Witz, hatten sie jedoch sehr wohl anerkannt.
    So wurde ich gedrängt, nochmals auf die Strecke, auf ihre, zu müssen.
    Zwischenzeitlich hatte ich den nächsten Atemschutzeinsatz.
    Als Rettungstrupp. Die ganze Verbandsgemeinde war dort vertreten.
    Ich mußte darum kämpfen frei zu bekommen, ging auf die Strecke, etwas kränklich, und fiel kurz vor Schluß durch.
    War so gut wie am Schluß, doch der Kreislauf war im Keller.
    Die Strecke war nun doch länger und schwerer , als es früher der Fall gewesen war.
    Später erfuhr ich zufällig, dass die VG meine Bescheinigung aus dem anderen Landkreis sehr wohl anerkannt hätte.
    Mein Wehrführer hatte demnach nichts an die VG weitergegeben.
    Doch nun, da ich durchgefallen sei, wäre meine Bescheinigung hinfällig.
    Auch wenn sie noch keine zwei Monate alt sei.

    Also, einmal bestanden.
    Einmal durchgefallen.
    Und nun…..

    Durchgang Nummer 3, einen Monat nach dem 2.

    Bin direkt von der Arbeit, war mal wieder seit 4 in der Frühe auf den Beinen, losgerast.
    Brauchte ungefähr eine Stunde.
    Ich war der letzte Teilnehmer auf der Strecke.
    Viele hatten abgesagt, und mal wollte eigentlich schon Feierabend machen.
    Doch ich kam noch dran.
    Ich war aufgeregt.
    Das dritte Mal in einem Quartal.
    Letzter Versuch vor dem Spätsommer.
    Es mußte klappen.
    Ich war müde und hungrig, aber naja.
    6 min. Rad ohne Ausrüstung.
    Puls und Blutdruck wurde gemessen.
    Endlosleiter, 15 Meter, Laufband mit Steigung
    Strecke im „Käfig“.
    Alleine durchs Rohr zu kommen war ich nicht mehr gewöhnt.
    Dann „Hammerziehen“, 14x, und schlußendlich nochmals 15m Leiter.
    Nun pfiffs auch schon, mein Flascheninhalt neigte sich dem Ende zu.
    Nun mußte ich kämpfen, und dachte bei mir, nur noch Leiter, dann iss‘ alles egal.
    Die Leiter stoppte, ich war fertig mit dem ganzen Durchgang, ich stieg ab, riss mir die Maske mit Helm vom Kopf ( Ärger war mir egal, das dritte Mal Strecke, ich wollte nicht mehr, ich hatte es ja gepackt…. ), stützte mich ab, und ging in die Hocke.
    Man nahm mir die Flasche ab, ich richtete mich wieder auf und legte mich KURZ auf eine Liege. Nun gings wieder. Aber ich war durch, ich war froh.
    Früher hätte ich mich nie getraut, einfach so das ganze Gerödel abzuziehen, doch ich war nun durch, war kaputt, und wollte nur noch raus.
    Nicht in Panik. Panik hättre ich dann schon im Rohr bekommen müssen.
    Es kam zu Gerede.
    Die einen meinten, bestanden, wenn auch grade so. Kondition verbessern, wieder gesundheitlich fit werden, uind nächstes Jahr dann aber ohne Probleme nochmal.
    Ein anderer meinte, das letzte Mal knapp durchgefallen, jetzt knapp bestanden.
    Und das Verhalten am Schluß…..Zu kaputt, völlig fertig…..
    Also nicht bestanden.
    Dabei blieb es.

    Einmal bestanden.
    Einmal durchgefallen.
    Einmal naträglich „disqualifiziert.“

    Sicher, ein Träger darf für sich und andere keine Gefahr sein, muß fit sein.
    Doch abbauen kann ich in dem Jahr zwischen zwei Prüfungen immer.
    Einmal läufts besser, dann schlechter.
    Wenn mir nicht gut ist, lass ich andere PA anziehen.
    Wer aber macht die Strecke auch schon mehrmals kurz hintereinander?
    Vielleicht warens meine schlauchenden Arbeitsabläufe, der Druck unter derm ich stand, nun zu beweisen, dass ich es einmal geschafft hatte, die Jahre, in denen ich auch sportlich nichts mehr getan hatte, die schwerere Strecke, dass ein oder andere Arbeitsgerät, dass ich vorher nie hatte machen müssen, wie den Hammerzug, mein alleiniges Abquälen in der Röhre…… Ich weiß es nicht.

    Mit meinen Einsätzen kam ich klar.
    Mit der ersten Strecke auch.
    Bei der zweiten wurde mir am Schluß, nach dem Hammer regelrecht schlecht.
    Beim dritten Mal, widerwillig, wollte ich nur noch die Leistung erbringen, und dann nichts mehr.

    Ich denke, beim nächsten Mal würde ich’s noch besser machen.
    Doch ich habe jetzt die Schauze voll.

    Ich wurde gefragt, warum ich mir das noch antun würde?

    Kurz gesagt, weil ich es brauche, nicht jetzt schon, Anfang 30 aufhören will, und ich mich dann, ich mich ganz persönlich, nicht mehr als vollwertiger Feuerwehrmann fühle.
    Ich will keine Gefahr für mich und andere sein, und ich übe auch noch gerne, doch ich habe unter Beweuis gestellt, habe dies sogar bescheinigt, dass ich es kann.
    Sicher, man kann nicht immer PA tragen, und andere Aufgaben sind genauso wichtig, doch überhaupt nicht mehr PA tragen zu können, jetzt schon, obwohl ich sogar einen Nachweis in der Tasche habe, und noch immer tauglich bin……
    Das geht einfach nicht.
    Außerdem braucht meine Feuerwehr PA-Träger.
    Es sind nicht mehr viele da.
    Und für mich bedeutet das jetzt, in einem Landkreis, oder zumindest einer VG bin ich bis zur nächsten Überprüfung gesperrt, in einem anderen nicht.
    Absurd.

    Und kein Prüfer muß sich Sorgen machen, vor den Kadi gezerrt zu werden, wenn mir was passiert.
    Ich habe die G26, eine bestandene Strecke, und eine zweite, die man angesichts dessen, und dass ich die Streckenleistung erbracht habe, auch hätte werten können.
    Sicher, der Nachweis sollte nach bestem Gewissen erfolgen, doch kann ich trotzdem mit der nächsten realen Einsatzsituation überfordert sein.

    Zudem:
    Auf der 1. Strecke wurde Einsatzkleidung verlangt, wie sie auch im Innenangriff getragen wird.
    Bei der 2. alte Feuerwehrhosen ( kein Nomex ), alte Feuerwehrjacke ( kein Nomex ).
    Wo ist da die realitätsnahe Einsatzsimulation?

    Und verdammt, andere wären in meiner Situation gar kein zweites Mal mehr gegangen.
    Doch bei mur wurde es ja angeblich nicht anerkannt.
    Und nun stehe ich dumm da.

  16. Servus,
    wir müssen 1 mal im jahr durch die strecke incl. 3min laufband und danach wer will noch hammerziehen.Hab da überhaupt kein problem damit , i geh meistens mit um die 115 Bar wieder raus.

  17. Hallo,
    Ihr schreibt alle was davon, dass Ihr mit so und so viel Bar raus geht. Habe jetzt am Samstag meine Prüfung. Meine Luft ist immer ausreichend gewesen. Doch wie sieht es mit Eurem Puls aus? Das ist doch das entscheidende Kreterium!

    Gruß

  18. Servus Rick,

    klar ist der Puls ein Kriterium für die Leistungsfähigkeit. Aber dabei gilt eher, wie schnell der Puls nach Belastung wieder runter geht (Erholungsfaktor). Bei mir ist der Puls traditionell etwas höher, als bei anderen, dafür bin ich aber nach der Belastung ziemlich zügig wieder auf Normalnull.

    Wenn am Ende der Strecke noch Luft übrig ist, ist eh alles fein. Wenn Du aber im Einsatz den niedrigsten Puls hast, und dennoch die Luft ausgeht, ist es auch nicht ideal.

    Grüße

    Oli

  19. Ich habe diese Jahr im März meinen Lehrgang gehabt. Bei uns kommt es auf die Ausbilder an, wie die Übung abläuft. In meinem Lehrgang war es so, das man 50m Laufband, 11 Hammerzüge, 15m Endlosleiter und dann die halbe Strecke absolvieren musste. Direkt danach kurz eine Druckkontrolle und das ganze von vorne. Zugegeben ich bin nicht gerade sportlich, leichts Übergewicht habe ich auch noch, arbeite aber daran, und beim ersten Durchgang der bei Licht und nur zur Probe war kam ich grade so mit 40 Bar raus. Bei der Übung dann aber mit immerhin 90. Den Abschluss des Lehrgangs bildet dann ein Druchgang im EnBW-Brandcontainer. Insgesamt muss ich sagen, das die Belastungsübung schon schlaucht, aber ca. 5 bis 10 Minuten später ist alles wieder in Ordnung. Trotz meiner Konditionellen Defizite bin ich in meiner Wehr immer noch Durchschnittlich Fit.

    Gruß

  20. Hi Leute,
    erstmal vielen Dank an den Seitenersteller – bin beim Suchen nach 80KJ daraufgestossen 😉

    Hatte erst vor ein paar Tagen meinen Streckendurchlauf. – Komme aus dem Kasseler Umland und wir machen die Übung bei der BF in Kassel. Seit diesem Jahr gibts da eine neue Strecke für Stadt und Landkreis. Ich hab den Lehrgang seit 2005.
    Die Strecke ist zwar nicht mehr so lang wie die alte (die war 80m), aber dafür hat man nen ordentlichen Trimmraum am Ende.
    Die Strecke selbst besteht aus mehrstöckigen variablen Gitterboxen, so dass die Streckenführung geändert werden kann und nicht jeder jedes Jahr das Gleiche macht.
    Als Hindernisse gibt es Schiebetüren, Rampen, halb verschlossenene Boxen in horizontaler, diagonaler und vertikaler Richtung, Sackgassen, Klapptüren etc.
    Ebenso Röhren, in denen der PA abgezogen werden muss und danach in völliger Dnkelheit wieder aufgezogen wird. Um es einem noch angenehmer zu machen ist man zeitweise mit Blitzlichtern, Kindergeschrei, Sirenengeheul etc. beschallt.
    – Wer das zum ersten mal macht kann da schon in Panik geraten – gerade wenn bei den Überdruckgeräten mal die Maske verutscht oder Du mitm Lungenautomat in der Box hängenbleibst und die Luft abbläst.
    Der Boden der Boxen ist meist glatt und knieschonend, bis auf ein paar Stellen mit Rollen oder die Holzrampen.

    Der anschließende Sportraum war für mich persönlich der anstrengste Teil. (mit gut 1,95 und 110kg hat man ja auch nicht den ideal-BMI ;-)).
    Hier muss man 30 m Endlosleiter steigen, ca. 2,5 min aufs Laufband, ca. 2,5 min „Handfahrrad fahren“ und ca. 2 min Fahrrad fahren. Den Hammer gibts da nicht mehr, weil wohl einige Kameraden zu kräftig waren und dieses Gerät in der alten Strecke somit zu oft defekt war ;-).
    Geheizt war dieses Mal nicht – aber man kommt auch so gut ins schwitzen…

    Während der gesamten Übung hat man einen Transponder am Arm, mit dem man sich bei den verschiedenen Stationen registrieren muss. Des Weiteren ist auch eine ständige Pulsüberwachung möglich – jedoch keine Pflicht. Drücke werden von den Kameraden der BF abgefragt und im Sportraum steht immer jemand als Aufsicht dabei, falls dochmal jemandem die Luft ausgeht oder man zu erschöpft ist.

    -> Lehrgang bei der Bf kann ich nur Empfehlen!

    Bei mir waren noch 60bar übrig, was mit Sicherheit noch steigerungsfähig ist. – Ich freu mich jetzt erstmal auf den Firedragon – die mobile Brandsimulationsanlage von Dräger.
    Bis dahin und schönes WE!

  21. also ich finde die 30m-Endlosleiter als die größte Belastung. Obwohl ich klein bin und kein Übergewicht habe. Von wegen…. die Kleinen schweben unter der Decke… Das kriege ich nie wirklich hin.
    Deshalb nehme ich die Leiter immer als erstes. Danach ist alles andere machbach. die Teststrecke an sich mit Röhre, Reifenstapeln etc. ist nicht so schlimm für mich. Man kann ja doch mal kurz innehalten und in Ruhe durchschnaufen. Das Laufband zieht sich zwar zum Schluss ganz schön lange hin, und nach dem Test bin ich auch erst mal ziemlich k.o. aber das gibt sich schnell wieder. Viel viel Mineralwasser mit nem Schuss Zitrone trinken – vorher und nachher – das halte ich immer ein. Mit regelmäßiger Fittness… na ja, ich bin ehrlich… geht so. Der innere Schweinehund ist bei mir manchmal sehr groß.

  22. HALLO

    WIE viele mal im jahr muss mann in so ein Atemschutzübung machen

  23. Also in Hessen ist es so, dass einmal jährlich ein Streckendurchgang + Atemschutzunterweisung gemacht werden muss. Dazu einmal jährlich, wenn kein Einsatz unter PA war eine Übung mit PA durchzuführen ist.

    Grüße

  24. Bei mir kommt das immer drauf an ob ich davor viele Übungen oder Einsätze unter PA hatte. Was sich jetzt allerdings reduziert da ich jetzt auch seit knapp nem halben Jahr an der Pumpe spielen darf. 😉

    Aber meistens hab ich noch so 60-80 Bar in der Flasche obwol ich recht groß und Schwer (1,93m/103kg) bin. Aber wenn man dann mal 110 % gibt ist das alles kein großes Problem.
    Ich für meinen Teil freu mich immer auf die Strecke. Allerdings schaff ich keinen 2ten durchgang, wie so mancher Hochleistungssportler hier ;-)…

  25. Hallo zusammen,

    wir müssen auch einmal im Jahr auf die Strecke (NRW).
    Am Anfang ist die Leiter dran. 30 Meter Endlosleiter, die finde ich auch am schlimmsten.
    Dann müssen wir Hammerschläge machen und dann aufs Laufband.
    Danach geht es in die Strecke, die aus vielen Gitterboxen besteht. Auch hoch und runter und durch die Röhre, wie es so viele hier schon beschrieben haben.

    Am Ende bin ich auch immer ziemlich fertig und versuche das PA so schnell wie möglich abzulegen, jedoch erholt man sich recht schnell wieder. Wichtig ist, immer viel trinken., das hilft bei mir super.
    Mit wieviel Bar ich rauskomme kann ich so genau garnicht sagen, achte ich selten drauf.
    Aber da ich heute auf die Strecke muss, achte ich mal drauf.

    Grüße 🙂

  26. Moin, ich bin jetzt fast 42 und habe neuerdings Probleme in den Käfigen – Platzangst – Im Einsatz oder bei Übungen nie, auch bin ich nicht unsportlich, deshalb sind die Geräte vorher und nachher kein Problem. Hat das auch schon mal jemand gehabt und „überwunden“?

  27. Hallo,
    Im Januar bin ich auf den Kommentar von Holger gestoßen, nachdem ich meine erste Belastungsübung während der AGT Ausbildung gerade so noch geschafft hatte (Restdruck 10 bar!)
    Holgers Bericht fand ich hilfreich, weil es für mich eine Erleichterung war, zu hören, dass andere bei der Prüfung auch an ihre körperlichen Grenzen kommen. Im Januar hatte ich einen grippalen Infekt, der meine eh geringe Fitness nochmals geschwächt hatte. Aber ich wollte die Ausbildung zum AGT einfach durchziehen. Allerdings war es dann schon ziemlich deprimierend, zu sehen wie ich mich am Rande zum Kreislaufkollaps abkämpfte, während andere wirkten als ob sie einen Spaziergang gemacht hätten.
    Gestern (also zwei Monate später) hatte ich wieder die Gelegenheit eine Belastungsübung mit meiner Ortsabteilung zu machen. Die Chance wollte ich wahrnehmen, um zu sehen ob sich meine Fitness durch leichtes Training (Radfahren, Crosstrainer) etwas gebessert hat. Die Strecke konnte ich nun mit 50 Bar Restdruck absolvieren. Immer noch kein „Traumergebnis“, aber mit einem sicheren Gefühl, denn ich fühlte mich längst nicht so angestrengt wie beim ersten mal und hatte noch Kraftreserven.

    Meine Erfahrung ist, dass ich an den äußeren Faktoren der Belastungsstrecke (Geräte, Streckenlänge, Schutzkleidung) ja nix ändern kann. An meiner Fitness (Training, Körpergewicht, BMI) schon. Außerdem habe ich gemerkt wie entscheidend meine Tagesverfassung sein kann: Bin ich schon den ganzen Tag auf den Beinen? Beruflich oder privat extrem gestresst? Hab ich genug getrunken? Bin ich wirklich gesund, oder schnalle ich mir das Atemschutzgerät auf den Rücken obwohl ich mich körperlich angeschlagen fühle?
    Insofern waren die Belastungsübungen nicht nur ein körperlicher Test, sondern sie halfen mir auch meine augenblickliche Verfassung besser zu beurteilen. Die Selbsteinschätzung kann durch den eigenen Leistungsdruck schon ganz erheblich eingeschränkt sein. Außerdem war es sehr beruhigend auf der Übungsstrecke an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit zu kommen und nicht im Einsatzfall.

  28. Versteh ich alles jetzt nicht…
    Ich bin bei einer Haubtamtlichen Feuerwehr und soll, laut unserem AGW, alles machen, Laufband, Fahrradfahren, Strecke und danach 20m Leitersteigen. Ich bin 57 Jahre, wo bitte ist denn der Seniorenbounus??? Ist das richtig, was von mir verlangt wird und wie kann ich das beweisen??

  29. @ Wolfgang
    Schau mal in der Dienstvorschrift für Atemschutzgeräteträger

    Dort heisst es:
    2.1.2.2 Belastungsübung
    Die Belastungsübung ist in einer nach DIN 14 093 gestalteten Atemschutz-Übungsanlage
    oder mindestens einer für eine Belastungsübung geeigneten, gleichwertigen Anlage durchzuführen.
    Bei der Belastungsübung ist mit dem Atemluftvorrat von 1600 Litern eine Gesamtarbeit von
    80 kJ, ab dem 50. Lebensjahr von 60 kJ, zu erbringen.

    Bei uns wird das Programm einfach rechnerisch auf die 60kJ angepasst, z.B. weniger von Laufband, Endlosleiter und Radergometer oder eines weg lassen.

    Hier noch der Link aus Wikipedia:
    http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/FIS/DownloadsRechtundVorschriften/Volltext_Fw_Dv/FwDV%207-2005.pdf?__blob=publicationFile

  30. Ich hatte heute meine erste Belastungsübung und muss sagen das ich einfach fertig bin. Endlosleiter, Laufband, Stepper und Radfahren danach durch die erste Etappe mit den Gitterboxen dann durch den Hitzeraum und dann in einen vernebelten Raum Personen suchen. Mit 20 Bar bin ich wieder raus.

  31. Mindelheim ist seit 2011 anerkannte Atemschutzausbildungsstätte. Hier bin ich auch selbst als Ausbilder tätig. Gestern war es nun auch für mich wieder mal soweit, daß ich durch die Strecke mußte. Flaschendruck am Ende: 70 bar. Interessant ist bei uns, daß die Strecke jedes Jahr umgebaut wird, um einen Gewöhnungseffekt auszuschließen. Da tauchen dann immer neue kleine „Gemeinheiten“ auf, wie beispielsweise Leinen, in denen sich das Gerät verheddern kann. Da hier Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis ihre Belastungsübung ableisten, kommen auch immer wieder Rückmeldungen, die bestätigen, daß diese Strecke im Vergleich mit anderen doch relativ anspruchsvoll sei. Einmal im Jahr macht dann auch ein mobiler Brandcontainer hier Station um Einsatzübungen unter realitätsnahen Bedingungen zu ermöglichen.
    Bei Belastungsübung sowie Einsatzübung hatte ich bisher noch nie Probleme. Im Einsatz kam ich allerdings bereist einmal wirklich an meine Grenzen. Beim Brand in einem Industriebetrieb war ich mit einem Zweiflaschengerät im Innenangriff. Das bedeutet theoretisch eine Stunde Einsatzzeit. Nach einer halben Stunde stellte sich jedoch langsam ein Gefühl ein, wie wenn ich Fieber hätte, weshalb ich dann den Einsatz auch abbrach. Draußen wurde ich dann auch sofort von einem Rettungsassistenten betreut, der mir diagnostizierte, daß ich einfach überhitzt war. Nach zwei Flaschen Apfelschorle und einer kurzen Pause fühlte ich mich dann auch relativ schnell wieder fit, und konnte mich nach Rücksprache mit dem Rettungsdienst auch wieder im Einsatz nützlich machen.

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