Ähhh, wo geht’s noch mal lang?

Gerade in großen Städten ist nicht immer einfach, alle Straßen im Kopf zu haben. Mit dem folgenden System versuche ich seit ein paar Wochen, mir die Straßennamen einzuprägen.

Gerade als Maschinist, sollte man die Straßen seines Einsatzgebietes im Kopf haben

Gerade als Maschinist, sollte man die Straßen seines Einsatzgebietes im Kopf haben

Ich gehöre ja feuerwehrmäßig zum normalen Fußvolk, das heißt mein Platz ist auf den hinteren Sitzplätzen im Fahrzeug. Während sich also Maschinist und Gruppenführer Gedanken machen müssen wo es hingeht ist das mir in der Regel egal, so lange wir ankommen wo wir auch hin müssen :-). Nun das hat sich jetzt geändert, seit einigen Wochen fahre ich nun auch kleine rote Autos (mit dem alten  3er Führerschein) und ich muss mich jetzt intensiver mit den Straßennamen beschäftigen. Da ich eher ein visueller Typ bin, kann ich mir zwar gut Wege und Häuser merken, allerdings haperts mit den Straßennamen, was bei Einsatzfahrten natürlich ziemlich blöd ist.

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Hilft also alles nix, ich muss die Straßennamen ins Gehirn bringen. Die Frage ist nun, wie geht man vor? Einfach so vor den Stadtplan sitzen und die Straßen runterbeten macht einerseits keinen Spaß, andererseits ist es wohl auch nicht wirklich sehr erfolgsversprechend. Zudem soll man ja auch, wie bei Vokabel lernen, einen Bezug zu den gelernten Begriffen haben. So zum Beispiel die Vokabeln auf Zettel schreiben und auf die Gegenstände kleben.

Neben den Straßennamen sollte man sich auch spezialle Anfahrten, gesperrte Durchfahrten und grobe Kilometerangaben auf überörtlichen Straßen merken.

Neben den Straßennamen sollte man sich auch spezielle Anfahrten, gesperrte Durchfahrten und grobe Kilometerangaben auf überörtlichen Straßen merken.

So was Ähnliches versuche ich jetzt auch mit den Einsatzorten, wo ich mir jetzt jedes mal den Straßennamen mit dem Einsatz merke. So füllt man das ganze Thema mit etwas mehr Leben und wühlt sich nicht nur durch endlose Straßenverzeichnisse. Allerdings hat dieses Vorgehen einen Haken. Obwohl unsere Einsatzzahlen nicht ohne sind, werde ich kaum alle  Straßen meiner Stadt mit Einsatzorten zusammen bekommen. Zumindest nicht ein einem vertretbaren zeitlichen Rahmen. Daher kann man das Straßenspielchen noch etwas ausweiten. Man merkt sich nicht nur die Straße des Einsatzortes sondern auch alle Straßen die man auf dem Weg dorthin abgefahren ist.

Hierfür eignet sich Google Maps im Satelliten-Modus, denn so sieht man auch die Häuser von oben, und kann sich noch besser die Straße mit bestimmten Gebäuden merken. Nach jedem Einsatz setzte ich mich also hin und und klicke mich nochmal durch Google Maps zum Einsatzort. Die Straßen gebe ich dann noch alle in eine Excel Tabelle ein. Einmal pro Wochen kann ich dann die Straßennamen mit einer Zufallsfunktion abfragen und überprüfe so ob ich die bisherigen Straßennamen noch weiß. Seit knapp 2 Wochen mache ich das jetzt schon in dieser Form, und meine Straßenkenntnisse sind jetzt schon um einiges besser geworden als noch zuvor.

Jetzt mal die Fragen an alle Feuerwehrler die in eine neue Stadt gezogen sind. Wie habt Ihr es geschafft Euch möglichst schnell die Straßennamen und Anfahrten einzuprägen? Wie geht es vor allem junge BF Kameraden die in einer neuen Großstadt anfangen?

15 Kommentare zu Ähhh, wo geht’s noch mal lang?

  1. Hallo,
    ich habe es da recht einfach, da ich hier im Ort groß geworden bin und hin und wieder wenn ich langeweile habe, fahre ich durch die gegend und gucke mir häuser an. allerdingst nicht um mir so die strassen zu merken.
    Ein Kamerad hat es so gemacht, das er sich mit seiner Partnerin hin und wieder abends hingesetzt hat, Sie ihm eine Strasse gesagt hat und er dann beschreiben musste wie er da am besten hin fährt.
    Klar nicht die beste lösung aber so klappt es auch.

    Mit freundlichen Grüßen

    Christoph

  2. bei uns haben n paar maschis ein naviagtionsystem dabei

  3. Servus,

    Wir haben im Fahrzeug einen Ordner mit den Strassenkarten vom Ort und den Ortsteilen. Die meisten Strassen in Starnberg habe ich grob im Kopf, wenn aber eine kommt, wo ich mir nicht sicher bin, nehme ich mir die Zeit, noch einen Blick in den Ordner zu werfen. Dann mach ich eine reverse Suche und gehe vom Zielpunkt zum Feuerwehrgerätehaus zurück.

    Alternativ kann ja der GF während der Anfahrt eine Anfrage zur genauen Örtlichkeit bei der Leitstelle stellen.

    Wenn der ZF bei der Anfahrt mit dem 10er eine Besonderheit feststellt, die für die Großfahrzeuge von entscheidender Bedeutung ist, gibt er eine Info zur Anfahrt über 4m.

    Spannend ist allerdings, dass immer wieder Baustellen die „geplante“ Anfahrt verhindern. Wir bekommen von der Stadt die Informationen, aber diese dann auch in Erinnerung zu bringen, ist die Herausforderung.

    lg

    Oli

  4. Also wir haben auf unseren erstausrückenden Standardfahrzeugen TomTom´s drauf und zur Not noch Straßenkarten. Bei der Vielzahl an Straßen in München haben sich die Navis schon oft bewährt. 😉

    Die BF bekommt zum Alarmfax eine Routenbeschreibung zu der Einsatzadresse. Diese Wegbeschreibungen hat meines Wissens jede Wache fürs eigene Wachgebiet für jede Straße.
    Also Wache raus, rechts in die …straße usw.

  5. @Thomas und Michael

    Sind das ganz normale Navis oder wird da der Einsatzort irgendwie automatisch von der Leitstelle übergeben?

    Grundsätzlich kenne und nutzen wir natürlich auch die gängigen Hilfsmittel (Straßenkarte, Anfahrtsbeschreibung auf dem Alarmschreiben, etc.).

    Trotzdem sollte meines Erachtens der Maschinist schon die wichtigsten Straßen im Kopf haben.

    Schöne Grüße

    Flo

  6. Das sind ganz normale Navis. Also keine Anbindung an das Alarmfax oder ähnliches…
    Die wichtigstens Straßen kennen wir schon, nur fahren wir trotzdem immer nach Navi. Mir ist es z.B. schon oft so gegangen das ich die Einsatzadresse zwar kenne und die Straße auch nur fällt mir genau in dem Moment nicht ein wie ich hin komme. Deswegen fahr ich eigentlich immer nach Navi. Außer wenn es im Umkreis von 2km ist. Da bin ich dann doch recht sicher. 😉

  7. Wir haben auch ein Straßenverzeichnis für unseren Ausrückebereich dabei. Das beinhaltet für jede Straße eine Anfahrtsroute und auch besondere Hinweise (Durchfahrtshöhen, etc.).

    Da aber (fast) alle unserer Mitglieder hier aufgewachsen sind, ist das meist kein Problem. Sooo groß ist das hier alles nicht… 😉

  8. Bin zwar nicht neu zugezogen, aber in den meisten Fällen sind die Straßennamen in Wohnviertel unterteilt, da gibt es dann ein Wohnviertel mit Straßennamen nach Vogelnamen, eins mit Baumnamen, Dichter und Denker usw. Wenn man weis, in Welche Richtung man aus dem Stall muss um dort hinzukommen hat man ja schon mal viel gewonnen. In der Zeit kann dann der Gruppenführer herausfinden wie man die Einsatzstelle am besten anfährt. Dabei geht es dann ja nicht immer nur um die Straßennamen sondern auch um sachen wie, komme ich da mit dem LF durch, ist die Straße vielleicht auf der Mitte durch einen Polder für Fahrzeuge getrennt etc. Das wären dann „Spezialfälle“, so was merkt man sich dann meist erst wenn man irgendwo vorsteht und nicht weiterkommt, aber dafür dann auch für immer 😉

  9. in berlin sind in den rtws navis die direkt mit dem alarm einstellen die route berechnet bekommen weil sind verbaut in dem digifunkapperat so wie ich dit mitbekommen habe

  10. Navis sind für RTWs aber nur bedingt einsetzbar.
    Weicht man von der Route ab dauert die neu Berechnung ewig und Möglichkeiten wie Falsch herum in eine Einbahnstraße zu fahren kennt das Navi nicht.

  11. „Weicht man von der Route ab dauert die neu Berechnung ewig und Möglichkeiten wie Falsch herum in eine Einbahnstraße zu fahren kennt das Navi nicht.“

    Doch, die gibt es. Es gibt Navigationssysteme die eine solche Funktion besitzen. Sie berechnen den kürzesten Weg unabhängig von Fahrtrichtungen. Bei den in unseren RTWs verbauten Garmin-Systemen ist das möglich.

  12. Also ich mach es immer so, dass wenn ich ne Adresse bei uns im Ortsteil lese oder von der höre, dass ich mir kurz überlege, wie ich da anfahren würd. Bei den paar Straßen, die dann nicht bekannt sind, schau ich kurz auf Google Maps nach.
    Bei längeren Straßen überlege ich mir noch, von welcher Seite es am besten ist anzufahren bzw. kontrolleire das dann auch noch per Google Maps.

    Für alles was aus „meinem“ Ortsteil raus geht, haben wir in den Fahrzeugen, die ich fahren darf Navis. Die Route braucht zwar auch nen Moment, bis die berechnet ist, aber da der Ortsteil schonmal von der Leitstelle durchgegeben wird, ist die Route auch in dem Moment, wo ich sie dann brauche auch da.

  13. alles schön und gut nur was macht eine kleine freiwillige auf dem Land mit den ganzen einzelnen höfen oder häusern
    und am besten ist noch immer eine karte die der gruppenführer liest

  14. Hallo zusammen,

    wir haben bei uns in der FFW auf jedem Fahrzeug einen Ordner in dem der Anfahrtsweg vom GH direkt zur jeweiligen Straße beschrieben ist.

    D.h. der GF schnappt sich den Ordner sucht die Straße raus und beschreibt dann dem Maschi -sofern er es nicht selber weiß- den Weg. Im Grunde funktioniert das wie bei der BF München oder wie mit einem altmodischen Navi.

    Aber bis jetzt sind wir immer da hingekommen wo wir auch hinsollten.

  15. Kenner des Reisbärn // 14. Februar 2013 um 23:21 // Antworten

    @hans
    Momentan herrscht Landflucht, heist auf dem Land wohnen fast nur Leute die da auch aufgewachsen sind. Die kennen die Höfe.
    Ist ja nicht so das die Höfe keine Hausnummern hätten, und selbst wenn nicht mit Karteikarten kann man auch Höfe lernen. Wenn du aus NRW kommst:
    http://www.tim-online.nrw.de
    Sehr viele Hofnamen dabei.

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