4,25 t Feuerwehrführerschein vom Tisch?

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Bayern hatte über eine Bundesratsinitiative versucht die Gewichtsbegrenzung für Führerscheine der Klasse B (ehemals Klasse 3) zu lockern. Der Wunsch war die Grenze von 3,5 Tonnen auf 4,25 anzuheben. Nun hat die Bundesregierung den Antrag aber gekippt.

Modernes TSF-W der Feuerwehr Stockach

Modernes TSF-W der Feuerwehr Stockach

Wie heißt es so schön, früher war alles besser. Die Fahrzeuge kleiner und leichter und mit dem Führerschein durfte man bis zum kleinen LKW auch alles fahren. In den letzten Jahren hat sich aber die Situation verändert. Seit der Einführung der neuen Führerscheinklassen ist für Besitzer des Standardführerscheins Klasse B, bei 3,5 Tonnen Schluss. Ab 3.5000 Kg beginnen die leichten LKW und es ist der Führerschein C1 erforderlich.

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Erschwerend kommt hinzu, dass die Fahrzeuge tendentiell auch immer größer und schwerer werden. Schaut man sich das kleinste wasserführende Feuerwehrfahrzeug, das TSF-W an, so ist man man hier dem Gewicht schon weit drüber. Aufbauhersteller wie Schlingmann, Ziegler oder Iveco Magirus geben bei ihren Fahrzeugpräsentation des TSF-W ein zulässiges Gesamtgewicht (zGG) zwischen 5.990 kg und 7.490 kg an. Lediglich das TSF ohne Wassertank schafft es haarscharf genauf auf ein zGG von 3,5 Tonnen. Allerdings dürfen auch diese Fahrzeuge nach Norm bis zu vier Tonnen auf die Waage bringen.

TSF der älteren Generation unter 3,5 Tonnen (FF Eisolzried)

TSF der älteren Generation unter 3,5 Tonnen (FF Eisolzried)

Gerade für kleinere Feuerwehren die bisher auf Tragkraftspritzenfahrzeuge setzten wird es durch das Ausscheiden von älteren Kameraden mit den alten „Dreier“ immer schwieriger die Fahrzeuge zu bewegen. Aus diesem Grund unterstützt auch der Landesfeuerwehrverband Bayern die Initiative der Bayerischen Staatsregierung. Zudem wird von Seiten des LFV argumentiert, dass mit dem Führerschein B auch Anhänger bis 750 kg gezogen werden können und somit auch ein zulässiges Gesamtgewicht von 4.250 kg erreicht wird.

Man kann gespannt sein ob das Thema nun runter vom Tisch ist oder nochmal aufkommt. Diskutiert wirde die Problematik schon seit längerem. Eine mögliche Alternative könnte es sein, gesetzeskonform TSF mit einem Anhänger auszustatten um ein Teil der Ausrüstung dort unterzubringen.

Hinzu kommt, dass auch die Argumentation gegenüber der Bevölkerung schwer fallen dürfte. Warum sollte jeder Bürger einen Zusatzführerschein machen um Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zu bewegen, wenn die Feuerwehr davon Abweichen kann? Gerade aber bei Alarmfahrten ist das Unfallrisiko wesentlich höher wie bei Fahrten ohne Sondersignal.

Nicht zuletzt sollten sich aber auch die Beschaffer bei den Feuerwehr Gedanken machen ob es Sinn macht die Fahrzeuge immer noch größer zu züchten. Es gibt schon jetzt TSF-W die gerade noch unter 7,5 Tonnen kommen. Hier hilft dann auch keine Sonderregelung für die Feuerwehr sondern nur eine vernünftige und ehrliche Beschaffung von Fahrzeugen anstatt eines aufgepimpten TSF-W im LF Format.

Bleibt zuletzt nur noch einen Staunen über die Begründung der Bundesregierung, zu Ablehnung des Führerscheins. Nicht einer der oben aufgeführten Punkte wurde aufgeführt. Nein, eine Ausnahmeregelung beim Führerschein sei nicht möglich da die Feuerwehren nicht zum Katastrophenschutz im Sinne der EU-Vorschriften zählen. Ist eine sehr interessante Begründung. Bisher war die Feuerwehr für mich immer ein tragende Säule des deutschen Katastrophenschutzes.

Weitere Infos gibts es auch hier.

Quellen:
Bayerisches Staatsministerium des Innern
LFV Bayern

2 Kommentare zu 4,25 t Feuerwehrführerschein vom Tisch?

  1. Hallo,
    seit jener alberne Euroführerschein bei uns in DE eingeführt wurde,herrscht nur noch blankes Entsetzen und gerade bei der FF und dem RD ,da die Fahrzeuge im Laufe der Zeit schwerer wurden. In meinen Augen ist das was das Bundesverkehrsministerium da damals unterschrieben hat,sträflicher Leichtsinn und wenn der DFV Protest gemacht hätte,wäre es nie zu solch Desaster gekommen. Viele Gemeinden/Städte können garnicht auf die Idee kommen aufgrund der klammen Kassen einen FS. der Kl.CE zu finanzieren damit die Jüngeren ein Fahrzeug über 3,5to fahren können und sowas ist wirklich m.E. ein Desaster.
    Ich bin heilfroh das ich noch den alten Lappen habe,habe zwar Kl.2 (heute CE) aber wenn ich es mir anschaue das manche Wehren keine Fahrermaschinisten haben ,weiß ich nicht ob ich weinen oder lachen soll. In meinen Augen muß der Eurolappen so schnell wie möglich abgeschafft werden und der gute alte Lappen wieder eingeführt. Es mag ja sein das manche Bundesländer alles versuchen das die FF solche Ausnahmegenehmigung erhält aber, dieses ist leider zwecklos,da der Eurolappen über das Bundesverkehrsministerium eingeführt wurde welche diesen Führerschein als sinnvoll ansehen.Da hätte der DFV sofort Protest machen müssen ,leider ist es aber dafür zu spät.

  2. Hallo
    In der Schweiz gibt es auch den Führerschein mit den Klassen A bis D. Für Fahrer die nur die Kat. C1 haben besteht die möglichkeit den Ausweis C1 118 zu machen.
    Das C1 steht wie normal für Fahrzeuge bis 7.5 t
    der Code 118 erlaubt dem Fahrer Feuerwehrfahrzeuge die über 7.5 t sind zu fahren

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